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Ensemble Violine Franziska Pietsch

Zunächst sieht in Franziska Pietschs Leben alles nach einer klassischen Bilderbuchkarriere aus: geboren in eine Ost-Berliner Musiker-Familie – beide Eltern sind Geiger – sorgt Franziska Pietsch als Wunderkind für Furore. Unter der Ägide von Prof. Werner Scholz an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin gewinnt sie erste Preise und debütiert mit elf Jahren in der Komischen Oper Berlin. Es folgen Jahre „im Virtuosen-Zirkus“ wie die Geigerin diese Zeit rückblickend charakterisiert. Sie spielt mit den großen Orchestern der DDR Violinkonzerte von Bruch, Lalo, Sibelius oder Paganini. Mit 12 Jahren spielt sie erste Aufnahmen für den Rundfunk der DDR ein, u.a. Sarasates „Zigeunerweisen“. 1984 endet diese Bilderbuchkarriere abrupt, als der Vater nach einer Tournee im Westen bleibt. Zwei Jahre dauert es, bis die Familie nachziehen kann. Diese Jahre prägen Franziska Pietsch für ihr ganzes Leben. Sie ist von heute auf morgen ganz auf sich selbst gestellt, da staatliche Förderung und Unterricht wegbrechen.  „Ich war dadurch gezwungen, mir mit 14 Jahren die grundlegenden Fragen zu stellen: Warum möchte ich Musikerin sein? Was bedeutet Musik wirklich? Welchen Weg möchte ich im Leben gehen?“ Franziska Pietsch findet Antworten bei Johann Sebastian Bach, den sie für sich entdeckt. Ein Jahr lang beschäftigt sie sich ganz ohne Lehrer ausschließlich mit Bachs SoloWerken und verabschiedet sich ganz bewusst von der wunderkindlichen Virtuosen-Manege. „Bach war meine Rettung, meine Heilung. Ich habe plötzlich gespürt, dass große Musik Botschaften vermitteln kann, die über Jahrhunderte hinweg Bestand haben. In denen ich meine Seele wiederfinde und ausdrücken kann.“ Nach der Ausreise in die Bundesrepublik 1986 geht Franziska Pietsch diesen Weg konsequent weiter, unterstützt von ihrem Lehrer und Mentor im Westen, Prof. Ulf Hoelscher. Ihre Lehrjahre schließt Franziska Pietsch anschließend an der Juilliard School in New York bei der legendären Geigen-Pädagogin Dorothy DeLay ab. Franziska Pietsch ist Gewinnerin mehrerer internationaler Wettbewerbe wie u.a. dem Bach Wettbewerb für Kinder und Jugendliche in Leipzig und Maria Canals in Barcelona. 1992 kehrt Franziska Pietsch nach Deutschland zurück und setzt ihre solistische Laufbahn mit Orchestern wie der Budapester Philharmonie, den Dortmunder Symphonikern, der Krakauer Philharmonie fort und arbeitet mit Dirigenten wie Arpad Joò, Moshe Atzmon und Julia Jones zusammen. Dennoch beschließt sie, Musik nicht nur aus der Perspektive der Solistin erleben zu wollen, sondern alle Formen des Musizierens intensiv kennen zu lernen, vor allem die großen Meisterwerke der sinfonischen Literatur. So ist sie über zehn Jahre gefragte Konzertmeisterin in renommierten Orchestern wie dem Orchestre Philharmonique du Luxembourg, dem Sinfonieorchester Wuppertal, der Deutschen Oper am Rhein oder der Frankfurter Oper. Parallel dazu konzertiert Franziska Pietsch weiterhin als Solistin in ganz Europa, Amerika und Asien. 2010 beendet sie ihre Konzertmeistertätigkeit und widmet sich nunmehr gänzlich der Kammermusik. Mit dem Trio Testore spielt sie für das Label audite u.a. sämtliche Klavier-Trios von Johannes Brahms ein. 2014 gibt Franziska Pietsch das Klaviertrio zugunsten ihrer „Herzensformation“, dem Streichtrio, auf. Mit der Bratschistin Sophia Reuter und dem Cellisten Johannes Krebs gründet sie das Trio Lirico, das Werke von Max Reger auf CD einspielt. Ein besonderes internationales Kritiker-Echo (u.a. Nominierung für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik) rufen die Konzerte und Einspielungen mit dem Pianisten Detlev Eisinger (Sonaten von Grieg, Franck, Prokofiev u.a.) hervor. 2017 ist für Franziska Pietsch die Zeit gekommen, ihre persönlichen und musikalischen (Grenz-) Erfahrungen wieder verstärkt in großen Violinkonzerten Klang werden zu lassen. Mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin unter Leitung von Cristian Măcelaru spielt sie die beiden Prokofiev-Konzerte ein. Dem Komponisten fühlt sie sich seit Kindheitstagen seelenverwandt:„Es sind nicht nur die melancholischen, oft dunklen und düsteren Klangfarben, die möglicherweise meine tschechisch-polnischen Wurzeln besonders ansprechen, sondern vielleicht auch Prokofievs eigene Geschichte: seine Suche nach einer eigenen künstlerischen Identität in einem totalitären Regime.“ Die bei audite erschienene CD begeistert die internationale Kritik. Sie wurde für den International Classic Music Award nominiert und mit dem Vierteljahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Ebenfalls mit der im Herbst 2018 veröffentlichten Solo CD mit Werken von Bartok, Ysaye und Prokofiev stellte die Künstlerin einmal mehr ihre große künstlerische Bandbreite unter Beweis und erntete großen Zuspruch von Seiten der Musikkritik. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem CD Label audite wird Franziska Pietsch auch in der Saison 2019/20 fortsetzen. Im Herbst 2019 stellte sie in einer Aufnahme mit ihrem Trio Lirico Werke von Schnittke, Penderecki und Weinberg vor. Mit ihrem neuen Duo Partner Josu de Solaun hatte Pietsch bereits im Frühjahr 2019 die erste gemeinsame Einspielung vorgelegt. Auch diese CD Veröffentlichungen wurden für bedeutende Musikpreise 2020 nominiert. Im Sommer 2020 erscheint bereits die nächste Einspielung von Franziska Pietsch und Josu de Solaun, mit Kompositionen von Fauré, Debussy, Ravel und Poulenc.

Serie z. Zt. 9 Produktionen Franziska Pietsch

Als Nachwuchstalent der DDR genoss Franziska Pietsch besondere staatliche Förderung. Nach der Flucht des Vaters in den Westen 1984 folgten zwei Jahre voller Repressalien durch das Regime, die das Musikverständnis von Franziska Pietsch intensiv geprägt haben: Jeglicher Möglichkeit zu Konzerten und Instrumentalunterricht beraubt, wählte sie als Weg der Hoffnung gegen Verzweiflung, Ablehnung, Angst und Willkür den Weg nach Innen. Die Musik wurde zur einzigen Sprache, in der sie sich im Rückzug frei ausdrücken konnte, sie gab ihr die nötige Kraft, um an den äußeren Umständen nicht zu zerbrechen und weiter auf ein Leben in Freiheit zu hoffen. Hier gründet die Intensität und die künstlerische Tiefe, mit der Franziska Pietsch bis heute musiziert.
In ihren audite-Produktionen widmet sich Franziska Pietsch Werken, die in besonderem Maße Facetten ihrer Biographie abbilden.

Neuigkeit 22.04.2016 | Sabine Wiedemann Neues Video Franziska Pietsch / Prokofjew

Prokofjews Werke bilden in besonderem Maße Facetten der Biographie von Franziska Pietsch ab: Sie genoss als Nachwuchstalent der DDR nachhaltige staatliche Förderung; ihre musikalische Prägung fand so zunächst innerhalb der osteuropäischen Schule statt. Prokofjews Musik liegt ihr insofern auch aufgrund ihrer eigenen musikalischen Sozialisation. Seine beiden Violinsonaten stehen wie zwei gegensätzliche Pole in seinem Schaffen - und auch das Leben von Franziska Pietsch bewegte sich zwischen Extremen:
Die staatliche Förderung führte zu frühen Erfolgen in der DDR. Nach der Flucht des Vaters in den Westen 1984 folgten hingegen zwei Jahre voller Repressalien durch das Regime, die das Musikverständnis von Franziska Pietsch intensiv geprägt haben: Jeglicher Möglichkeit zu Konzerten und Instrumentalunterricht beraubt, wählte sie als Weg der Hoffnung gegen Verzweiflung, Ablehnung, Angst und Willkür den Weg nach innen. Die Musik wurde zur einzigen Sprache, in der sie sich im Rückzug frei ausdrücken konnte, sie gab ihr die nötige Kraft, um anden äußeren Umständen nicht zu zerbrechen und weiter auf ein Leben in Freiheit zu hoffen. Hier gründet die Intensität und die künstlerische Tiefe, mit der Franziska Pietsch bis heute musiziert.

Die beiden Sonaten, die Prokofjew nach seiner Rückkehr in die Sowjetunion überwiegend zwischen 1938 und 1946 schrieb, könnten gegensätzlicher nicht ausfallen: tragisch die Erste in f-Moll, Prokofjews „Appassionata", vorwiegend heiter und gelöst die Zweite in D-Dur, die ursprünglich für Flöte und Klavier komponiert wurde. Prokofjew arbeitete sie selbst mit David Oistrach als Ratgeber um. Auch die Neufassung der Cinq mélodies, die er 1919/20 als klavierbegleitete Gesangsstücke ohne Text geschrieben hatte, stammt von ihm selbst. Drei wesentliche Aspekte seines Künstlertums sind in diesen Kammermusikwerken konzentriert: seine Fähigkeit zur ungebrochenen, emotional intensiven melodischen Linie, seine oft verborgene tragische Seite und seine klassizistische Neigung.

Neuigkeit 21.04.2016 | Sabine Wiedemann Neues CD-Präsentationskonzerte Franziska Pietsch

Aus Anlass der CD-Veröffentlichung Prokofjew - Works for Violin finden drei CD-Präsentationskonzerten mit Franziska Pietsch und Detlev Eisinger statt:

08. Mai 2016, Berlin, Konzerthaus, 18:00 Uhr
20. Mai 2016, Hamburg, Foyer der Edel AG, 19:30 Uhr
22. Mai 2016, Frankfurt, Clara Schumann Saal, 18:00 Uhr

Karten Berlin
Karten Frankfurt
Anmeldung Hamburg: konzertkarten@audite.de
Pressekarten: konzertkarten@audite.de

Programm:
Schubert: Sonate A-Dur op. post. 162 D 574 (nicht in HH)
Prokofjew: Sonate Nr. 2 D-Dur op. 94bis
Grieg: Sonate c-Moll op. 45

Die neue CD mit Werken von Prokofjew wird am 20. Mai veröffentlicht.
Video zur CD

Ensemble Duo Franziska Pietsch und Detlev Eisinger

Die Geigerin Franziska Pietsch und der Pianist Detlev Eisinger sind beide international renommierte Künstler. Ihre eigenen, interessanten Lebensläufe bringen die Liebe und Kreativität ihrer künstlerischen Welt zum Ausdruck. Besonders am Herzen liegt Ihnen daher die sensible und intimste Form der Kammermusik . In Ihrem Duo haben sie eine ganz persönliche Sprache gefunden und gehen seit 2012 einen gemeinsamen musikalischen Weg. Sie spiegeln eine Symbiose aus höchstem solistischen Anspruch und Intimität der Kammermusik leidenschaftlich wieder. Die individuelle und inspirierende Weise, in der beide Musiker in Ihren gemeinsamen Konzerten die Instrumente sprechen und verschmelzen lassen, wird seitdem vom Publikum und der Fachpresse hochgelobt. "...Interpretationen in höchster Vollendung, sowohl was die Technik, als auch was den Ausdruck und erst recht, was das Zusammenspiel anging." (Ruhr Nachrichten 2014) Die erste gemeinsame CD ist im April 2014 beim Label Musicom erschienen. Ihre neue Einspielung aller Grieg Sonaten wurde im Juli 2015 beim Label Audite veröffentlicht.

Neuigkeit 14.07.2015 | Sabine Wiedemann Neues Video Franziska Pietsch / Detlev Eisinger

Das Video zeigt Ausschnitte der Aufnahmesitzung mit Franziska Pietsch und Detlev Eisinger zu Griegs Violinsonaten. Mit ihrer Debüt-CD bei audite porträtieren Franziska Pietsch und Detlev Eisinger den Kammermusiker Edvard Grieg. Die drei Violinsonaten machen die Hälfte seines Schaffens auf diesem Gebiet aus und sie stehen für die wesentlichen Etappen seiner künstlerischen Entwicklung. Grieg zählte alle drei Sonaten zu seinen besten Werken. Die neue Produktion wird am 24. Juli veröffentlicht.

​Als Nachwuchstalent der DDR genoss Franziska Pietsch besondere staatliche Förderung. Nach der Flucht des Vaters in den Westen 1984 folgten zwei Jahre voller Repressalien durch das Regime, die das Musikverständnis von Franziska Pietsch intensiv geprägt haben: Jeglicher Möglichkeit zu Konzerten und Instrumentalunterricht beraubt, wählte sie als Weg der Hoffnung gegen Verzweiflung, Ablehnung, Angst und Willkür den Weg nach Innen. Die Musik wurde zur einzigen Sprache, in der sie sich im Rückzug frei ausdrücken konnte, sie gab ihr die nötige Kraft, um an den äußeren Umständen nicht zu zerbrechen und weiter auf ein Leben in Freiheit zu hoffen. Hier gründet die Intensität und die künstlerische Tiefe, mit der Franziska Pietsch bis heute musiziert.


Neuigkeit 25.04.2017 | Sabine Wiedemann Neues Franziska Pietsch bei WDR3 TonArt

Am Freitag, 28. April 2017 ist die Geigerin Franziska Pietsch zu Gast im Studio bei WDR3 TonArt. Erleben Sie die "Anne-Sophie Mutter des Ostens" im Live-Interview über ihren Werdegang, ihren Zugang zur Musik und über ihre aktuelle audite-CD K.Szymanowski / C. Franck. (Sendetermin: Freitag, 28.04.17 ab 15:04 Uhr auf WDR3)

Neuigkeit 13.10.2017 | Sabine Wiedemann Neues Franziska Pietsch: Erfolgreiches CD-Präsentationskonzert

Gleich zwei neue CDs haben Franziska Pietsch, ihr Trio Lirico und Pianist Detlev Eisinger am 13. Oktober erfolgreich in Berlin vorgestellt: Prokofjews Violinkonzerte (DSO, Cristian Macelaru) und die Streichtrios und das Klavierquartett a-Moll von Max Reger. Auf dem Programm des Album Release Concerts im Maison de France standen Auszüge aus der Kammermusik-CD sowie als "Stellvertreter" für Prokofjews Violinkonzerte seine Violinsonate Nr. 2.

Im angeregten Gespräch mit Moderator Michael Struck-Schloen (WDR, rbb) erläuterten die Musiker ihren Zugang zur Musik Max Regers, zur Formation Streichtrio und sprachen über die Entstehungsgeschichte des Ensembles. Franziska Pietsch gab zudem Einblicke in ihre persönliche Biographie und ließ das Publikum teilhaben an ihrer Zeit als Jungstar der DDR, die Prägung durch die Repressalien des Regimes nach der Flucht des Vaters in den Westen und ihr besonderes Verhältnis zur Musik Prokofjews.

Die rund 70 Zuhörer folgten den fulminanten Musikdarbietungen und Interviews bis zum Schluss mit ungebrochenem Interesse und belohnten Künstler und Moderator mit lang anhaltendem Applaus.

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