Ihre Suchergebnisse (9970 gefunden)

Deutschlandfunk

Rezension Deutschlandfunk 5. Februar 2006 | Norbert Ely | 5. Februar 2006 Seien Sie herzlich willkommen zu neuen Aufnahmen aus dem Genre der Kammermusik....

Seien Sie herzlich willkommen zu neuen Aufnahmen aus dem Genre der Kammermusik. Die zweite CD, über die Sie heute morgen informiert werden sollen, markiert den Beginn eines Projekts. Das Mandelring Quartett hat bei audite Vol. I aller Streichquartette von Dmitri Schostakowitsch herausgebracht. Nun: Das Schostakowitsch-Jahr ist zwar schon einen guten Monat alt, aber an Einspielungen wird es zu seinem 100.Geburtstag nicht mangeln. Daß sich das Mandelring Quartett dazu hören läßt, kann man nur begrüßen. Wenn ein Ensemble mit so außerordentlicher Klangkultur sich des umfangreichen Quartettschaffens dieses Komponisten annimmt, darf man neue Hörerfahrungen gewärtigen.

Das Mandelring Quartett zeichnet mit seiner ersten CD der geplanten Anthologie sämtlicher Streichquartette Schostakowitschs hingegen einen langsamen und konsequenten Prozess nach. Es ist ein Prozess der emotionalen Verdichtung und zugleich der inneren Befreiung. Die CD, die bei audite erschienen ist, umfaßt die Streichquartette Nr.1 C-dur, Nr.2 A-dur und Nr.4 D-dur, also ein Werk aus der Vorkriegszeit, jedoch nach der ersten Maßregelung des Komponisten durch die „Prawda“, ein Werk aus dem Kriegsjahr 1944 und ein Quartett aus der Zeit nach der zweiten Maßregelung. Natürlich wissen die Mandelrings um die biografischen Zusammenhänge. Aber sie tun das einzige Richtige: sie vertrauen der Musik. Sie spielen Schostakowitsch mit einer Noblesse der Tongebung und einer Delikatesse der harmonischen Beziehungen, als habe sich dieser Komponist in Wahrheit auf der Suche nach der verlorenen Zeit befunden. Und plötzlich atmet diese Musik eine innere Freiheit, gewinnen die Dissonanzen eine klangliche Schönheit, als seien diese Quartette nicht mehr von dieser Welt. Allenfalls ein leiser Grundton von tiefer Trauer zieht sich hindurch.

[Hörbeispiel: D. Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 1 C-dur op. 49, 3. Allegro molto]

Klingt der dritte Satz aus dem ersten Streichquartett von Dmitri Schostakowitsch in der Neuaufnahme mit dem Mandelring Quartett noch vergleichsweise verbindlich, so setzt die äußerst differenzierte Tongebung bei den Variationen im Finale des zweiten Streichquartetts jene untergründigen und bedrohlichen Energien frei, die sich überall im späteren œuvre dieses Komponisten finden. Auch hier freilich sorgt die ungewöhnlich sensibel ausgehörte Polyphonie für harmonische Beziehungen, die immer wieder von geradezu archaischer Schönheit sind.

[Hörbeispiel: D. Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 2 A-dur op. 68, 4. Thema mit Variationen]

So vollendet das Mandelring das 2.Streichquartett von Dmitri Schostakowitsch spielt – am eindrucksvollsten gelingt ihm eben doch das vierte Quartett op. 83. Aus der kühneren, drängenden Harmonik entwickelt das Ensemble Klangfarben, die lichter erscheinen als in den Aufnahmen anderer Quartettformationen, reiner und klarer auch, und denen doch nichts an Prägnanz der Aussage, an konsequenter Haltung abgeht. Ein wenig spürt man den historischen Abstand. Aber das hat, wenn die Auseinandersetzung mit Vergangenheit auf einem so hohen instrumentalen und konzeptuellen Niveau erfolgt, durchaus seine Legitimation.

[Hörbeispiel: D. Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 4 D-dur op. 83, 3. Allegretto]

Das war die neue Platte im Deutschlandfunk. Zum Schluß hörten Sie das Mandelring Quartett mit dem dritten Satz, Allegretto, aus dem vierten Streichquartett D-dur op. 83 von Dmitri Schostakowitsch. Die CD ist bei audite erschienen. Am Mikrofon bedankt sich Norbert Ely für Ihre Aufmerksamkeit.
Classica-Répertoire

Rezension Classica-Répertoire septembre 2005 | Stéphane Friédérich | 1. September 2005 La Sixième Symphonie de Gustav Mahler

Une soixante d’interprétations étaient en compétition pour cette symphonie...
Badische Zeitung

Rezension Badische Zeitung Donnerstag, 23. Februar 2006 | Johannes Adam | 23. Februar 2006 Die Gattung fürs Leben

Die zentrale Gattung der Kammermusik ist das Streichquartett. Häufig ist es auch Indikator für den jeweiligen Stand von Tonkunst und Komponieren. Den Komponisten Dmitri Schostakowitsch haben Streichquartette durchs Leben begleitet. 15 Exemplare, von denen im heutigen Konzertbetrieb zumindest einige präsent sind, hat der vor 100 Jahren in St. Petersburg geborene Russe geschaffen, dieser Meister nicht allein des Streichquartetts. Zwischen dem ersten Beitrag (in C-Dur, aus der Taufe gehoben 1938) und dem letzten (es-Moll, uraufgeführt im November 1974) hat sich viel zugetragen.

Mit den Nummern 1, 2 und 4 legte das Mandelring-Quartett jetzt beim Detmolder Label „audite“ die erste SACD seiner Gesamteinspielung sämtlicher Schostakowitsch-Quartette vor. Dass das Cover mit tänzerischen Motiven geschmückt ist, mag auf den ersten Blick überraschen. Beim Hören bestätigt sich dann rasch die Richtigkeit der Wahl. Mitunter zeigt die Musik – auch in ihren Momenten der Stilisierung und Verfremdung – eine gewisse Nähe zum Tanz. Sie trippelt dahin. Sogleich wundert man sich: über das Tändelnde, fast Unverbindliche des allerersten Quartetts, das zudem ja in der scheinbar so simplen Tonart C-Dur steht. Nicht weniger als fünf gestandene Sinfonien existierten bereits, als Schostakowitsch sich erstmals dem Streichquartett zuwandte. Und dann dieses Werk! Das wie eine Studie, wie ein Präludium als Hinführung zur Gattung wirkt. Achtung: Bei diesem Autor kann Musik einen doppelten Boden haben. Spekulationen über Anlässe und Adressaten sind erlaubt.

Mandelring-Quartett: Das sind die Geschwister Sebastian und Nanette Schmidt (Violine) sowie Bernhard Schmidt (Cello), zu denen sich der Bratscher Roland Glassl gesellt. Jene vier Musiker, für die Quartettspielen erklärtermaßen der „Traumberuf“ ist. Beim Münchner ARD-Wettbewerb haben sie reüssiert, bei uns kennt man sie vom Markgräfler Musikherbst. Schubert haben sie aufgenommen, zudem Werke von Brahms und seinem heute kaum mehr bekannten Zeitgenossen Friedrich Gernsheim, auch Georges Onslow oder Berthold Goldschmidt.

Dies und die damit gesammelte Erfahrung sind günstige Voraussetzungen für
Schostakowitsch. Die Mandelrings bieten ihn engagiert, ausdrucksvoll, doch unaufdringlich und ohne erhobenen Zeigefinger. Die Interpretationen sind genau und fernab jeder Künstlichkeit. Tonschönheit ist keineswegs Nebensache, wird aber auch nicht verabsolutiert. Die Streicher spüren den Strukturen besonders dort subtil nach, wo sie melodisch sind. Merke: Dem 20. Jahrhundert ist noch vertraut, was Melos meint. Ruhe und Lyrik finden die nötige Beachtung. Obendrein auch die schier unstillbare musikantische Energie Schostakowitschs. Im Kontext des Œuvres geben die Quartette, denen ein humaner Anspruch innewohnt, Auskunft über Welt und Leben. Und über den Komponisten. Das Mandelring-Quartett offeriert eine breite Palette der Nuancen des Leisen und der Farben. Schostakowitsch – comme il faut. Diese Scheibe ist viel versprechend. Auf die weiteren darf man gespannt sein.
Pizzicato

Rezension Pizzicato 3/2006 | Rémy Franck | 1. März 2006 Rachmaninov mit Limiter

‘Mütterchen Russlands gesammelten Weltschmerz’ hat man Sergej Rachmaninovs Zweite Symphonie genannt. Entsprechend schwülstig wird sie denn auch nicht selten interpretiert. Andere Dirigenten haben sie zu höchster Dramatik aufgeputscht, was sie durchaus wirkungsvoll werden lässt. Arnold Kats wählt – wie vor gut 20 Jahren Ashkenazy (Decca) und auch Lorin Maazel (DG) – einen anderen Weg: er geht sehr maßvoll, sehr ernsthaft mit dem musikalischen Material um. Die Symphonie wirkt bei ihm sehr schlank, frei von Pathos und schwerer Süße, aber auch von allen Äußerlichkeiten. Dabei klingt diese abgeklärte, fast absolute Musik ganz und gar nicht unverbindlich und ist auch nicht frei von emotionalen Aufschwüngen. Ihren zwingenden Charakter erhält die Interpretation durch die Reduktion der Peaks, durch eine Art interpretativen Limiter, der vor schlechtem Geschmack schützt.

Die Aufnahmetechnik unterstützt das mit einem sehr diskreten aber effizienten Surround und lässt keinen Wunsch offen.

Das eher selten gespielte Caprice bohémien op. 12 wird mit gleicher Sorgfalt dargeboten und zeigt großartig Rachmaninovs fantasievolle Schreibweise auf.
Frankfurter Allgemeine Zeitung

Rezension Frankfurter Allgemeine Zeitung 27. September 2005 | Ulrich Schreiber | 27. September 2005 Totentanz, tumultuös

Keines der Streichquartette Franz Schuberts ist auf Tonträgern so oft vertreten...
Frankfurter Allgemeine Zeitung

Rezension Frankfurter Allgemeine Zeitung 27. September 2005 | Ulrich Schreiber | 27. September 2005 Totentanz, tumultuös

Keines der Streichquartette Franz Schuberts ist auf Tonträgern so oft vertreten...
Pforzheimer Zeitung

Rezension Pforzheimer Zeitung 24. Mai 2005 | Thomas Weiss | 24. Mai 2005 Zwei Wege zu Brahms

Zwei unterschiedliche Wege zu Werken für Cello und Klavier schlagen der Cellist...

Suche in...

...