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Bayern 4 Klassik - CD-Tipp

Rezension Bayern 4 Klassik - CD-Tipp 24. Juni 2010 | Michael Schmidt | 24. Juni 2010 Hideyo Harada spielt Klavierwerke

Sie ist eine in Deutschland lebende Japanerin, die in zahlreichen Wettbewerben ausgezeichnete Pianistin Hideyo Harada. Unter anderem gewann sie 1984 den Concours International d'Éxécution Musicale in Genf sowie 1991 den 1. Preis beim Internationalen Schubert-Wettbewerb in Dortmund.

Auch wenn Hideyo Harada weltweit konzertiert und gemeinsam mit Schauspielern wie Corinna Harfouch, Katja Riemann oder Hanns Zischler ungewöhnliche musikalisch-literarische Programme gestaltet, ist sie nur wenigen bekannt. Dabei machte die japanische Pianistin mit CD-Einspielungen von Klavierwerken Griegs und Tschaikowskys ebenfalls auf sich aufmerksam.

Jetzt erschien beim Label "audite" ihre neue CD, auf der sie – wen wundert's im Schumann-Jahr – Klavierwerke von Robert Schumann eingespielt hat. Doch Hideyo Harada ist durchaus eine eigene Schumann-Perspektive gelungen, die weniger den leidenschaftlich-romantischen Ausdruck anstrebt als vielmehr den subtilen Zwischentönen dieser Musik nachspürt. Man fühlt sich beim Zuhören gleichsam in die Welt des introvertiert-verträumten Eusebius versetzt – um einmal diese Fantasiefigur Schumanns zu bemühen, die im Kontrast zum extrovertiert-expressiven Charakter ihres Gegenpols Florestan steht.

Apollinische Klarheit

Es sind keine auffälligen Rubati oder überraschenden Betonungen, die das Schumann-Spiel der Hideyo Harada so spannend machen, sondern vielmehr eine geradezu apollinische Klarheit auch in den leisesten Passagen und ihre insgesamt überaus differenzierte Klanggebung. Mit großer musikalischer und pianistischer Sicherheit bringt Hideyo Harada die vielschichtige Dialektik aus Zartem und Ungestümem in Schumanns Klavierpoesie zum Ausdruck. Ihr eher verinnerlichtes, einfühlsames und dabei keineswegs blutleeres Ausleuchten der komplexen Seelenzustände in Schumanns Musik bleibt zudem immer in lebendig-organischem Fluss.

Mitreißende Gesamtdramaturgie

Trotz allem Gespür für die feinen Kontraste vermag die japanische Pianistin dieser Musik zugleich eine mitreißende emotionale Gesamtdramaturgie zu verleihen. Insgesamt also eine auch wegen des brillanten und zugleich sehr natürlichen SACD-Klangbildes rundum empfehlenswerte Aufnahme. Selbst für diejenigen, die schon Einspielungen der C-Dur-Fantasie, den "Kreisleriana" oder der Arabeske op. 18 - alles ja durchaus populäre Schumann-Meisterwerke – im Plattenschrank haben.
Bayern 4 Klassik - CD-Tipp

Rezension Bayern 4 Klassik - CD-Tipp 22. Juni 2010 | Fridemann Leipold | 22. Juni 2010 Klavierqartett und -quintett

Der Sponsor dieser CD hat sie zusammengebracht und auf Anhieb ist der französischen Pianistin Claire-Marie Le Guay und dem renommierten deutschen Mandelring Quartett eine der schönsten Kammermusik-Aufnahmen zum Schumann-Jahr 2010 geglückt!

Dass sowohl die Pianistin als auch das schon seit 1983 bestehende Familien-Quartett einst ihre bislang getrennten Karrieren mit einem Preis beim ARD-Musikwettbewerb begonnen haben, ist auch die einzige, überdies rein zufällige Parallele in ihren Biographien. Und doch spielen Le Guay und die Geschwister Schmidt samt ihrem bewährten Bratscher Roland Glassl derart organisch und reaktionssicher zusammen, als hätten sie nie etwas anderes getan. Jung geblieben sind die fünf allemal, wie ihr zupackendes, einfühlsames und unerhört frisches Schumann-Spiel beweist.

Nuancenreich und spannend

An Neuaufnahmen insbesondere des populären Klavierquintetts op. 44 mangelt es bislang in diesem Jubiläumsjahr nicht – mit höchst unterschiedlichem Erfolg haben sich große Pianisten wie Jewgenij Koroliov, Marc-André Hamelin oder Christian Zacharias kürzlich einmal mehr dieses Juwels angenommen. Die musikantischste, nuancenreichste und spannendste Version indes ist nun Le Guay und dem Mandelring Quartett aus Neustadt an der Weinstraße gelungen. Während das Quartett über die Jahre bei uns mit seinen CD-Einspielungen, zuletzt mit einem hochgelobten Schostakowitsch-Gesamtzyklus präsent war, hörte man von Claire-Marie Le Guay hierzulande seit ihrem Wettbewerbserfolg 1995 nicht allzu viel. Zwischenzeitlich hat sie in ihrer französischen Heimat und in den USA reüssiert, gleichfalls eine ganze Reihe von CDs aufgenommen.

Gleichgesinnte Musizierpartner

Es ist jedenfalls eine Freude, ihr auf dieser Schumann-Neuheit in Bestform wiederzubegegnen! Claire-Marie Le Guay überzeugt durch ihr vital pulsierendes, markant griffiges und zugleich elegantes Klavierspiel. In den Mitgliedern des Mandelring Quartetts hat sie gleichgesinnte Partner gefunden, die Schumanns ambivalente, ja zerrissene Gefühlswelt energiegeladen und zärtlich zugleich ausloten, dabei fern jeglicher sentimentalen Weichzeichnerei (die Gefahr liegt beim traumhaften Lyrismus im Andante des Klavierquartetts zumindest nahe).

Derart profiliert interpretiert, rückt das in der Publikumsgunst deutlich abfallende Klavierquartett op. 47 als das fraglos sperrigere, elaboriertere, vermeintlich sprödere Werk ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Noch im selben "Kammermusikjahr" Schumanns 1842 kurz nach dem Quintett entstanden, weist es deutlich weiter in die Zukunft voraus als das eingängigere, opulentere Klavierquintett. Der anspringend plastische Sound dieser SACD macht das Hörererlebnis perfekt.
Strings Magazine

Rezension Strings Magazine June 2010 | Edith Eisler | 1. Juni 2010 Composers always express themselves most intimately in their string quartets....

Composers always express themselves most intimately in their string quartets. Dmitri Shostakovich (1906–1975) was no exception, despite the controversy about the supposed political subtext of his works. The three quartets recorded here (Nos. 11, 13, and 15) must be among the most devastating music ever written: dismal, obsessive, and lamentatious, these monumental works fluctuate between helpless fury and hopeless desperation. The shadow of death hovers over them. In the last one, ravaged by deteriorating health, Shostakovich seems to be writing his own requiem.

The Mandelring Quartet’s repertoire is wide and inclusive, but that such vivacious, robust young musicians should want to immerse themselves in this mournful, despondent music is amazing. Equally remarkable is the skill with which they negotiate its violent mood swings, from grotesque “gallows humor” to bleak despair. The solos and duets are spare and desolate, the slashing chords forceful, the sound effects eerie, the long glissandi – very slow, almost measured – ominous. The Mandelrings underline contrasts of mood and character with color and articulation. Despite using sparing vibrato in the usually unvibrated opening movement of String Quartet No. 15, they make it sound bereft of color and life.

Their playing is expressive, but avoids excess and emotional abandon.

The Mandelring Quartet – Sebastian and Nanette Schmidt, violins; Roland Glassl, viola; and Bernhard Schmidt, cello – is a family affair: the two violinists and the cellist are siblings, but that alone cannot account for their perfect balance and intonation, their musical unanimity and instrumental equality. Their tone is so homogeneous that one often cannot tell who is playing; the violinists are completely undistinguishable.

This final volume of their Shostakovich cycle brings a major undertaking to an impressive conclusion. Recorded in hybrid multi-channel SACD.
Classica – le meilleur de la musique classique & de la hi-fi

Rezension Classica – le meilleur de la musique classique & de la hi-fi n° 124 juillet-août 2010 | André Tubeuf | 1. Juli 2010 Un baryton au-dessus

Même par les standards de Fischer-Dieskau il faut marquer de plusieurs pierres...

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