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Pizzicato

Rezension Pizzicato N° 219 - 1/2012 | Guy Wagner | 1. Januar 2012 Wertvolles Archivstück

Dies ist eine willkommene Ausgrabung, denn es gibt nicht viele Tondokumente, die uns die Kunst von Leo Blech (1871-1958) verdeutlichen. Leo Blech, als Wunderkind gefeiert, war Komponist und Dirigent, und verdankte während der Nazizeit mehrmals sein Leben Heinz Tietjen. Schließlich konnte er ins neutrale Schweden entkommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er einer der wenigen, die recht bald (1949) ins zerstörte Deutschland zurückkehrten, wo er Generalmusikdirektor an der Städtischen Oper in Berlin-Charlottenburg wurde.

Die hier vorliegende Einspielung entstand 1950 mit dem RIAS-Orchester und einem anderen, etwas vergessenen Interpreten, dem ungarischen Pianisten Julian von Karolyi (1914-1993), der wegen seiner technischen Brillanz berühmt und seiner pianistischen Exzesse gefürchtet war. Der rigorosen Stabführung von Blech, der sehr mäßige Tempi benutzt, fügt Karolyi sich erstaunlich willig und gestaltet das f-Moll Konzert von Chopin mit ungemein viel Poesie und Delikatesse, schafft emotionale Höhepunkte und gewinnt dem Finale etwas Tänzerisches ab, das bezaubert.

Blech hat, so heißt es, Schuberts 'große' Symphonie besonders gemocht. Seine feierliche, schon fast behäbig zu bewertende Interpretation liegt in der Wiener romantischen Tradition verankert und führt zu einem besonders schönen Gesang der Bläser des RIAS-Orchesters. Am interessantesten erscheint das Andante con moto, dem Blech eine große Farbigkeit und Lebendigkeit verleiht. Sehr energisch geht er das Scherzo an und rückt es in die Nähe Beethovens, während das Finale zwar rhythmisch prägnant ist, doch etwas an Größe und Elan darbt. Trotzdem ist dies zweifellos ein wertvolles CD-Dokument, dem allerdings das Alter der Aufnahme anzumerken ist.
Hessischer Rundfunk

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Es begrüßt Sie ganz herzlich Niels Kaiser. Unsere heutige CD stellt an den...
Heidenheimer Zeitung am Sonntag

Rezension Heidenheimer Zeitung am Sonntag 21.12.2011 | Otto Paul Burkhardt | 21. Dezember 2011 Kurz vor Torschluss

Reutlingen/Region. Keine Hektik. Auch für Kurzentschlossene hält unsere Serie...
Audio

Rezension Audio 1/2012 | AF | 1. Januar 2012 Zunächst ist man einfach nur hingerissen von dem glasklaren, detailreich...

Zunächst ist man einfach nur hingerissen von dem glasklaren, detailreich aufgenommenen Klang der Violine – und dann davon, wie die Brodsky- Schülerin Judith Ingolfsson das Lorenzo-Guadagnini-Instrument spielt: höchst beredt, lebendig und differenziert. In Strawinskys neoklassizistischem Divertimento sind es die tänzerischen Passagen, die ihr besonders gut gelingen, in Schostakowitschs später Violinsonate die verlöschenden Töne. Vladimir Stoupels sensible, nicht in den Vordergrund drängende Begleitung macht das Vergnügen perfekt.
klassik.com

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Gesellschaft Freunde der Künste

Rezension Gesellschaft Freunde der Künste 19.12.2011 | 19. Dezember 2011 Widmen sich zwei Meisterwerken der Kammermusik

Das Divertimento für Violine und Klavier von Igor Strawinsky, entstanden 1932 als Bearbeitung seines Balletts Der Kuss der Fee, und die Sonate für Violine und Klavier von Dimitri Schostakowitsch, komponiert 1968 anlässlich des 60. Geburtstags von David Oistrach, könnten kaum entgegengesetzter sein:
Bei Strawinskys Werk handelt es sich um eine geistvolle Hommage von Salonliedern und Klavierstücken Tschaikowskys, bei Schostakowitsch dagegen um einen tiefsinnigen und rätselhaften Beitrag zur Gattung der Violinsonate. Beiden Werken ist jedoch die Vorliebe für eine allegorische bzw. tief verrätselte Klangsprache und -symbolik gemeinsam, die im Falle Strawinskys zu einer glanzvollen, aber auch kühlen „Musik über Musik“ führt, bei Schostakowitsch dagegen zu einer Art innerer Biografie. Die Herausforderung und der Reiz für Interpreten, diese beiden Stücke auf einer SACD oder im selben Konzert miteinander zu konfrontieren, besteht nicht zuletzt darin, gemeinsamen kulturellen, musikalischen und politischen Erfahrungen und Werten beider Komponisten nachzuspüren, wie es Judith Ingolfsson und Vladimir Stoupel in der vorliegenden Einspielung meisterhaft gelungen ist.

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