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Fono Forum

Rezension Fono Forum Februar 2012 | Clemens Haustein | 1. Februar 2012 Komponierte Leere

Unterschiedlicher könnten zwei Stücke einer CD nicht sein. Hier Strawinskys lustig-nostalgisches Divertimento; da Schostakowitschs Violinsonate op. 134, in der sich die Musik fast permanent an der Grenze zum Verstummen befindet. Beide Komponisten haben kaum mehr gemein, als dass sie beide in Russland geboren sind. Schostakowitsch blieb in der Sowjetunion und durchlebte die Untiefen des Stalinismus, Strawinsky wanderte früh nach Frankreich aus und wurde in den USA zum gemachten Mann.

Schostakowitschs Sonate von 1968 wirkt nach Strawinskys Tschaikowsky-Adaption – für das Divertimento griff Strawinsky auf sein Ballett "Kuss der Fee" zurück, in dem er Musik Tschaikowskys verwendete – wie ein Schock. Schostakowitschs Musik ist so ausgedünnt, bewegt sich in so trostloser Zweistimmigkeit fort, dass man schon von komponierter Leere sprechen kann.

Eine Leere, die den Interpreten seltsamerweise ein Höchstmaß an Kraft und Konzentration abverlangt: Wo die kompositorischen Mittel so reduziert sind, wird das Musizieren zur Meditation. In diesem Sinn schaffen Judith Ingolfsson (Violine) und Vladimir Stoupel (Klavier) eine Einspielung, die Melancholie spüren lässt und dennoch den letzten Zugang zur musikalischen Leere Schostakowitschs schuldig bleibt. Vielleicht liegt das Problem im relativ langsamen Tempo von Eingangs- und Schlusssatz, das Ingolfsson und Stoupel nicht mit Intensität füllen können. Svjatoslav Richter und Igor Oistrach gehen da im Mitschnitt der Uraufführung wesentlich unkomplizierter zu Werke. Vielleicht hätte im Gegenzug Strawinskys Divertimento weniger Intensität gutgetan: Ingolfsson spielt vor allem den Tschaikowsky-Aspekt des Werkes aus und vergisst dabei den kühlen Ton des Neoklassizismus.
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Rezension RBB Kulturradio Mo 02.01.2012 | Ulrike Klobes | 2. Januar 2012 Strawinsky: Divertimento und Schostakowitsch: Violinsonate

Zwei große kammermusikalische Werke der russischen Moderne haben die Geigerin Judith Ingolfsson und der Pianist Vladimir Stoupel neu eingespielt: Das Divertimento von Igor Strawinsky und die Violinsonate von Dmitri Schostakowitsch.

Judith Ingolfsson – ein Name, den man sich merken sollte
Bereits mit 14 studierte die gebürtige Isländerin am Curtis Institute of Music in Philadelphia bei Jascha Brodsky, der schon so manchem Geiger zu Weltruhm verholfen hat. Mittlerweile unterrichtet Ingolfssen, neben ihrer Konzerttätigkeit, selbst als Geigenprofessorin in Stuttgart. Mit Vladimir Stoupel, einem russischstämmigen Pianisten, hat sie schon sehr oft zusammengespielt. Was die beiden verbindet, ist ihre Vorliebe für die Musik des 20 Jahrhunderts.

Zwei gegensätzliche Meisterstücke der russischen Moderne
Strawinskys Divertimento kann getrost als heitere Hommage an Peter Tschaikowsky verstanden werden. Zunächst stellte Strawinsky Salonlieder und Klavierstücke von Tschaikowsky zu dem Ballett „Der Kuss der Fee“ zusammen. Der Geiger Samuel Dushkin, der auch schon Strawinskys Violinkonzert in Amerika uraufgeführt hatte, brachte ihn 1932/33 auf die Idee, eine Besetzung für Violine und Klavier zu schreiben. Und so entsprechen die vier Sätze des Divertimentos genau den Szenen des Balletts: eine raffinierte und witzige Verwebung von Tschaikowsky-Themen, ganz im neoklassizistischen Strawinsky-Stil.
Schostakowitschs Violinsonate ist um einiges jünger, 1968 für David Oistrach geschrieben, kommt sie sehr viel spannungsgeladener, gedämpfter und fast ein wenig karg daher.

Virtuos und entschlossen
Gewissenhaft und trotzdem mit großer Leichtigkeit präsentieren Judith Ingolfsson und Vladimir Stoupel die beiden Werke. Ihr Strawinsky überzeugt vor allem durch die virtuose Herausarbeitung der lyrischen Melodien. Die Schostakowitsch-Sonate spielen sie ein wenig langsamer als gewohnt, was dem Stück aber durchaus gut tut. Judith Ingolfsson legt sich wirklich hinein in die lang gehaltenen Töne, so dass ein warmer, entschlossener und manchmal auch angriffslustiger Klang entsteht. Gleichzeitig kann sie sich an den leiseren Stellen wunderbar zurücknehmen, bis hin zum sachten, einfühlsamen Pianissimo.

Auch Vladimir Stoupel erweist sich als Kenner seiner beiden Landsmänner, solide liefert er die Grundlage für die Ausflüge der Violine: Ein glasklares Zusammenspiel mit einem sicheren Gespür für die feinen Verästelungen und großen Gegensätze, die beide Werke gemeinsam haben.
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