Rezension Fono Forum September 2013 | Ingo Harden | 1. September 2013 Lebendige Historie
Rechtzeitig zum 75. Lucerne Festival legt Audite die Start-CD einer neuen Serie mit "Historic Performances" von den Internationalen Musikfestwochen am Vierwaldstättersee vor. Sie vereint in gewohnt qualitätvollen Überspielungen der originalen Rundfunk-Tonbänder Live-Mitschnitte aus den fünfziger Jahren. Große Namen, große Werke ...
Aufnahmen des d-Moll-Konzerts von Mozart mit Clara Haskil liegen bereits mit Swoboda, Fricsay, Paumgartner und, aus ihrem Todesjahr 1960 und am berühmtesten, mit Markevitch vor. Kenner werden auf diesen Katalog-Zuwachs von 1959 dennoch nicht mehr verzichten können und wollen: Er gewinnt durch die Partnerschaft mit dem damals 74-jährigen Klemperer und seinem Philharmonia Orchestra eine klassische Strenge, die gelassene Klarheit und Größe des reifen, bis heute als "legendär" weiter wirkenden Mozart-Stils der Haskil eindrucksvoll einrahmt.
Im Falle ihres Generationsgenossen Robert Casadesus ist die Luzerner Novität ebenfalls eine Alternative - zum Beispiel zu einer "Emperor"-Aufnahme des gebürtigen Franzosen mit den New Yorker Philharmonikern von 1955. Hier wie dort dirigiert Dimitri Mitropoulos, diesmal allerdings am Pult der etwas verbindlicher klingenden Wiener Philharmoniker. Doch im Wesentlichen bestimmt Casadesus, der auf seine typische Weise die Musik mit unaufdringlicher rhythmischer Strenge entwickelt, den Gesamteindruck: keine "heroische", wohl aber eine pianistisch großkalibrige, die Strukturen des Werkes überlegen nachzeichnende Interpretation.
Vereinzelte unerhebliche Live-Unregelmäßigkeiten in beiden Aufnahmen.
Aufnahmen des d-Moll-Konzerts von Mozart mit Clara Haskil liegen bereits mit Swoboda, Fricsay, Paumgartner und, aus ihrem Todesjahr 1960 und am berühmtesten, mit Markevitch vor. Kenner werden auf diesen Katalog-Zuwachs von 1959 dennoch nicht mehr verzichten können und wollen: Er gewinnt durch die Partnerschaft mit dem damals 74-jährigen Klemperer und seinem Philharmonia Orchestra eine klassische Strenge, die gelassene Klarheit und Größe des reifen, bis heute als "legendär" weiter wirkenden Mozart-Stils der Haskil eindrucksvoll einrahmt.
Im Falle ihres Generationsgenossen Robert Casadesus ist die Luzerner Novität ebenfalls eine Alternative - zum Beispiel zu einer "Emperor"-Aufnahme des gebürtigen Franzosen mit den New Yorker Philharmonikern von 1955. Hier wie dort dirigiert Dimitri Mitropoulos, diesmal allerdings am Pult der etwas verbindlicher klingenden Wiener Philharmoniker. Doch im Wesentlichen bestimmt Casadesus, der auf seine typische Weise die Musik mit unaufdringlicher rhythmischer Strenge entwickelt, den Gesamteindruck: keine "heroische", wohl aber eine pianistisch großkalibrige, die Strukturen des Werkes überlegen nachzeichnende Interpretation.
Vereinzelte unerhebliche Live-Unregelmäßigkeiten in beiden Aufnahmen.