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Kulimu

Rezension Kulimu 39. Jg. 2013 Heft 2 | uwa | 1. September 2013 Die kurz vor dem 2. Weltkrieg gegründeten Internationalen Musikfestwochen...

Zu hören ist eine nahezu ideale Partnerschaft. Haskil interpretiert dieses Konzert im Jahre 1959 mit einer Souveränität und Gelassenheit, die kennzeichnend für ihren Alterstil war. Mitropoulos ist auch in dieser Aufnahme der Dirigent, diesmal allerdings mit den Wiener Philharmonikern, die einen warmen, edel timbrierten Klang zutage fördern, der sich gut mit der rhythmisch prägnanten Darstellung von Casadesus, welcher nicht einfach heroenhaft auftrumpft, aber alle Strukturen des Werkes deutlich macht, verträgt. In der Summe entstand so eine musikalisch brillante Wiedergabe, die durchaus eine Katalogbereicherung darstellt.
Kulimu

Rezension Kulimu Jg. 39 (2013), Heft 2 | ts | 1. September 2013 Das Trio Testore, dessen Name sich vom Geigenbauer der zwei Streichinstrumente...

Vorherrschend ist die Lust der Musiker an einer präzisen Klangformulierung, dessen Farbpalette kaum Wünsche offen lässt. Wo angebracht, ergänzt sich in der Interpretation Opulenz mit dem Bestreben nach sorgsam Austariertem und bringt in der Summe eine sehr respektable Einspielung dieser Meisterwerke der Triogattung.
Neue Westfälische

Rezension Neue Westfälische 26.09.2013 | Christine Longère | 26. September 2013 Klingende Nachkriegsgeschichte

Aufnahmen wie die der Sinfonia de Antigona von Carlos Chávez Ramirez oder des Konzertes für Koloratursopran und Orchester von Reinhold Glière bezeugen die besondere Liebe des Dirigenten zur zeitgenössischen Musik, mit der er dem bis dahin Verbotenen Gehör verschaffte. Dabei zeigt er eine jugendlich ungestüme Seite. Sein Stampfen und Singen in der unvollständigen Studioaufnahme von Beethovens Siebter belegt feurig-stürmisches Temperament.
Glarean Magazin

Rezension Glarean Magazin 26.09.2013 | Michael Magercord | 26. September 2013 Der Meister des Andante im Schatten Mozarts

Der Komponist Carl Philipp Stamitz hatte ein Musikerleben geführt, wie es dem romantischen Bild eines Künstlerlebens entsprach. Er selbst war kein Romantiker, dafür lebte er 50 Jahre zu früh. Doch rastlos war er seit seinem 25. Lebensjahr durch die damalige Welt der Musik gehetzt, von Paris bis Dresden, zunächst als Violinen- und Bratschenvirtuose, dann als versierter Komponist von hochmodischer Musik, die an den fürstlichen Höfen angesagt war. Achtzig Symphonien sind so entstanden, eine erhoffte Anstellung aber verschaffte ihm das unermüdliche Werken nicht. Nach zwanzig Jahren Wanderleben heiratete er, ließ sich in Greiz, dem Heimatort seiner Frau nieder, zeugte vier Kinder, die alle früh verstarben, und schließlich starb er 56-jährig 1801 in Jena, verarmt. Drängt sich da nicht langsam ein Vergleich auf mit einem anderen Musiker seiner Zeit?

Mozart hatte ein ähnliches Schicksal ereilt, und ebenso wie bei dem Salzburger spiegelt sich das rastlose Leben kaum in seiner Musik wieder. Es heißt, dass so mancher Laie die Symphonien der beiden kaum von einander unterscheiden könnte, wären nicht jene des etwas jüngeren Mozarts immer noch so häufig zu hören, während die von Stamitz nur selten aufgeführt werden. Beide waren zu ihrer Zeit versierte Musikarbeiter, die aus der Aufführungspraxis all die Tricks kannten, mit denen man Eindruck schinden konnte, ohne dass sich der Ausführende dabei die Finger an seinen Instrument brechen muss.

Wie Mozart, war auch Stamitz ein Frühbegabter. Als Sohn eines böhmischen Komponisten, wurde er im Alter von sechszehn Jahren bereits Mitglied der renommierten Hofkapelle im heimatlichen Mannheim. In der nordbadischen Stadt war eine der wichtigsten Schulen der damaligen Musikwelt angesiedelt. Auch Mozart ist durch diese Schule gegangen. Ihre Neuerungen haben Wesentliches geleistet bei dem Übergang vom Barock in die Klassik. Hier wurde das erste Orchester in einer Instrumentenbesatzung zusammengestellt, die noch heute als der europäisch-abendländische Orchesterapperat gilt. Und dazu gehörte zum ersten Mal auch eine Klarinette.
Stamitz war der erste Komponist, der diesem Instrument eine Solofunktion zu billigte. Elf Klarinetten-Konzerte hatte er komponiert, und eben auch die in dieser CD zusammengestellten vier Quartette. Diese Quartette haben alle drei Sätze, schnell, langsam, schnell, wobei die ersten Sätze in sich schon sonatenartig angelegt sind, was ihre etwas serielle Herstellung unterstreicht. Seine Zeitgenossen lobten besonders seine hohe Kompositionskunst beim Andante, die seien «meisterhaft gerathen – eine Folge seines gefühlvollen Herzens», schrieb etwa der Kritiker Christian Friedrich Daniel Schubart.

Fazit: Für Klarinettenfreunde ist diese Einspielung der Klarinettenquartette von Carl Philipp Stamitz ein Muss, für Freunde des Rokoko ebenso. Für alle anderen Musikliebhaber sind sie ein weiteres Zeugnis dafür, dass jenes Zeitalter vielleicht doch nur eine musikalische Übergangsperiode war zwischen dem Bachschen Barockzauber und der wuchtigen Klassik, eine für das Ohr allerdings besonders gefällige.

Eingespielt sind diese Quartette gewohnt souverän von dem amerikanischen Klarinettisten Arthur Campbell und seinen Lehrer-Kollegen von der Grand Valley State University in Michigan. Es ist bereits seine dritte Einspielung im deutschen Label Audite. Es zeichnet einen Kenner und Könner seines Instrumentes aus, auch mit den Leerstellen, die ein Komponist wie Stamitz dem Gestaltungswillen des Instrumentalisten immer ließ, etwas anfangen zu können. Somit wird selbst die doch etwas repetitive Musikform schließlich mit einer sehr persönlichen Note versehen.
Das ist allerdings auch nötig, um dieser Musik noch heute etwas besonderes abzugewinnen. Ja, wäre da nicht Mozart, dann hätten wohl die Werke von Stamitz das Zeug gehabt, noch heute die Rolle der sicheren Konzertsaalfüller zu übernehmen. So aber werden sie doch eher selten gespielt oder eingespielt. Stamitz also erfüllt bis auf den heutigen Tag auf seine Weise das Bild des romantischen Künstlers: Genial, aber auch immer ein wenig im Schatten seiner und kommender Zeiten verbleibend.
www.pizzicato.lu

Rezension www.pizzicato.lu 26/09/2013 | Remy Franck | 26. September 2013 Celibidache in Berlin: Leidenschaft

Nach dem 3-CD-Set ‘Sergiu Celibidache – The complete RIAS recordings’ (21.406) im Jahre 2011, veröffentlicht Audite nun eine Box mit 12 CDs und einer Bonus-Disc unter dem Titel ‘The Berlin Recordings’. Sie enthält nicht, wie man meinen könnte, auch die Aufnahmen der Veröffentlichung von 2011 und ist, so gesehen, komplementär zu jenem Set. Diese neue Box wurde in Zusammenarbeit mit dem ‘rbb’ (Rundfunk Berlin Brandenburg) erstellt. Die Zeitangabe auf dem Coverbild ist insofern ein wenig irreführend, weil sich die Einspielungen auf die Jahre 1945 bis 1953 konzentrieren, und aus dem Jahre 1957 lediglich ein knapp halbstündiges Fragment von Beethovens 7. Symphonie zu hören ist.

Die 13 CDs sind im Textheft genau beschrieben, und es ist immer genau ersichtlich wo, wann und wie (live oder im Studio) die Aufnahmen entstanden. Mehrere Texte im Booklet liefern jede Menge Hintergrundinformationen, die die komplexe Geschichte der Aufnahmen erklären, die zum großen Teil durch die Besatzungsmächte in Berlin diktiert wurde.

Sergiu Celibidache war immer ein eigenwilliger und persönlichkeitsstarker Dirigent, auch wenn seine Persönlichkeit sich in jungen Jahren ganz anders äußerte als im hohen Alter.

Wir sind hier natürlich ganz, ganz weit entfernt von dem, was in seinen späten Jahren zum Markenzeichen des rumänischen Dirigenten geworden ist, seinen langsamen Tempi. Wie schon auf anderen Celibidache-Mitschnitten aus der Mitte des XX. Jahrhunderts sind die Tempi oft sehr schnell, aber man kann das nicht verallgemeinern, die Tempi sind vor allem sehr unterschiedlich, sehr wechselhaft, sie werden als interpretatorische Kontrastmittel benutzt. Gemeinsam ist allen Aufnahmen die Leidenschaft, mit der Celibidache damals musizierte

Das Berliner Rundfunkorchester war 1945 in keinem guten Zustand, die Aufnahmen liefern ein beredtes Zeugnis davon, aber die Berliner Philharmoniker hatten da schon ein viel besseres Niveau.

Die meisten Interpretationen beinhalten dennoch ganz besondere Merkmale, etwa die markante Betonung des Marschthemas in Debussys ‘Nocturnes’. Zu den Höhepunkten zählen eine in ihrer Bedeutungsrhetorik geniale Vierte Brahms, ein gefühlsintensives Cellokonzert Anton Dvoraks mit Tibor de Machula, eine spannungsgeladene und stimmungsvolle Version von Debussys ‘La Mer’ sowie eine in der Wahl der Tempi sehr spezielle ‘Symphonie mit dem Paukenschlag’.

Der Wert der Veröffentlichung wird noch gesteigert durch die Vielzahl an wenig bekannten Werken, die in der Werkliste im Header dieser Rezension genannt sind.

Die meisten Aufnahmen, vor allem die Studioproduktionen mit den Berliner Philharmonikern, sind von guter Qualität. Doch es gibt auch technische Mängel, die nicht zu beheben waren (so z.B. abgeschnittene Bandanfänge). Generell aber kann sich das Ohr an einem fülligen Orchestersound erfreuen, der zudem hervorragend restauriert wurde.

This box shows how strong the personality Sergiu Celibidache was, when he conducted the Berlin orchestras after World War II. We might be far from the slow tempi he adopted in his late years, but he has already his very own views, some of them really surprising.
Pizzicato

Rezension Pizzicato N° 236 - 10/2013 | RéF | 1. Oktober 2013 Grieg im Konzertsaal

Eine feine Zusammenstellung von bekannten und weniger bekannten Werken Edward Griegs gibt es auf dieser SACD, die mit der 1866 in Rom entstandenen Herbst-Ouvertüre op. 11 beginnt. Genau wie die drei Orchesterstücke aus der Bühnenmusik zu 'Sigurd Jorsalfar' ist diese Ouvertüre im Original für Orchester geschrieben, während alle anderen Werke vom Komponisten für Orchester bearbeitet wurden.

Darunter sticht die im Original für zwei Klaviere komponierte, wenig bekannte 'Altnorwegische Romanze mit Variationen' op. 51 hervor, die besonders phantasievoll ist.

Die Interpretationen sind erstrangig, da Eivind Aadland stil- und geschmackvoll vorgeht und die Stücke je nach Charakter mit fulminanter Dramatik oder mit feinstem und exquisitestem Raffinement zur Wirkung bringt. Das WDR-Orchester hat nirgendwo Probleme, ihm engagiert zu folgen, und die Surround- Aufnahme ist räumlich und sehr präsent, ideal ausbalanciert, transparent und auch dynamisch hervorragend. Augen zu, und schon ist man im Konzertsaal...
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Rezension Pizzicato N° 236 - 10/2013 | ge | 1. Oktober 2013 Ein toller Fund

Beethovens Quartette in neuer Lektüre und im historischen Rückblick: Audite wagt die Konfrontation im eigenen Haus. Nachdem es seine neue Gesamtaufnahme mit dem 'Quartetto di Cremona' gestartet hat, legt das Label nun historische Einspielungen mit dem Amadeus Quartet vor. Das Amadeus Quartet – das sind 40 Jahre Kammermusik-Geschichte, in denen das Quartett Maßstäbe gesetzt hat. Quasi alle wichtigen Zyklen haben die vier Musiker in Gesamtaufnahmen vorgelegt – darunter auch die Beethoven-Quartette bei DG.

Die jetzt im RIAS-Archiv entdeckten Aufnahmen sind älteren Datums, interpretatorisch aber keineswegs aus der Mottenkiste. Das Amadeus-Quartett spielt sehr modern. Man verzichtet auf klassisches Ebenmaß und setzt stattdessen auf scharfe Kontraste mit einem zum Teil sehr kantigen und schroffen Ton, der dem Querdenker Beethoven wohl gefallen haben dürfte. Es ist Musik aus einem Guss, Musik voller Leidenschaft, die den Zuhörer direkt anspricht und packt.

Man darf schon jetzt auf die nächsten Ausgrabungen gespannt sein.
Pizzicato

Rezension Pizzicato N° 236 - 10/2013 | RéF | 1. Oktober 2013 Szell live in Luzern

An guten Aufnahmen mit George Szell mangelt es nicht und beide Werke dieser CD gibt es in hervorragenden Studioproduktionen mit dem 'Cleveland Orchestra'. Dennoch sind diese beiden Interpretationen durchaus nicht uninteressant.

In einer generell recht eruptiven, rubatogesteuerten Achten Symphonie Antonin Dvoraks erreicht Szell eine bemerkenswerte Klangbalance und blühende Farben. Die erste Brahms-Symphonie ist unglaublich kraftvoll, von der ersten Minute an dem Finalsatz zustrebend. Und dennoch bleibt diese Version auch dem zweifelnden Brahms nichts schuldig. Szell war eben ein Dirigent, der die Musik nicht einfach laufen ließ, sondern sie formend vorantrieb.

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