Rezension Fono Forum April 2014 | Marcus Stäbler | 1. April 2014 Aufwühlend
Nach der sieben CDs umfassenden Beethooven-Box vom vergangenen Sommer hat das Label Audite nun die zweite Folge seiner Edition mit dem Amadeus Quartet veröffentlicht. Sie enthält einige Schubert-Aufnahmen des legendären Ensembles, die zwischen 1950 und 1964 für den Berliner RIAS entstanden sind.
Die früheste Einspielung ist - wie schon bei Beethoven - zugleich auch die wildeste. In der Interpretation des großen G-Dur-Quartetts aus dem Jahr 1950 lassen die damals noch sehr jungen Streicher die Kontraste schroff aufeinanderprallen. Sie bohren die steilen Crescendi im ersten Satz wie Schmerzensstachel ins Fleisch der Musik; im rasanten Finale stürmen sie mitunter beinahe atemlos voran.
Gegen diese aufwühlende Darbietung wirken die anderen Aufnahmen etwas blasser. Im Quartett "Der Tod und das Mädchen" - im Booklet-Text als Höhepunkt der Edition gelobt - bleiben etwa die Steigerungen im Kopfsatz vergleichsweise brav, ebenso wie manche Passagen im Andante. Das Scherzo bewegt sich einen Tick zu schwerfällig, bevor erst im Schlusssatz wieder jenes jugendliche Feuer lodert, das den besonderen Reiz der frühen Amadeus-Interpretationen ausmacht.
Neben dem Temperament und der überschäumenden Virtuosität beeindruckt das Ensemble durch seinen warmen Klang und eine dichte Legato-Kultur. Wie schön der Primarius Nobert Brainin auf seinem Instrument singen konnte, zeigt er etwa zu Beginn des "Rosamunde"-Quartetts. Dass er den Klang mitunter recht deutlich dominiert und nicht alle Kollegen so stringent phrasieren wie er, gehört zu den Schwachpunkten der Rundfunkproduktionen, die unser Bild vom Amadeus Quartet gleichwohl sehr schön ergänzen.
Die früheste Einspielung ist - wie schon bei Beethoven - zugleich auch die wildeste. In der Interpretation des großen G-Dur-Quartetts aus dem Jahr 1950 lassen die damals noch sehr jungen Streicher die Kontraste schroff aufeinanderprallen. Sie bohren die steilen Crescendi im ersten Satz wie Schmerzensstachel ins Fleisch der Musik; im rasanten Finale stürmen sie mitunter beinahe atemlos voran.
Gegen diese aufwühlende Darbietung wirken die anderen Aufnahmen etwas blasser. Im Quartett "Der Tod und das Mädchen" - im Booklet-Text als Höhepunkt der Edition gelobt - bleiben etwa die Steigerungen im Kopfsatz vergleichsweise brav, ebenso wie manche Passagen im Andante. Das Scherzo bewegt sich einen Tick zu schwerfällig, bevor erst im Schlusssatz wieder jenes jugendliche Feuer lodert, das den besonderen Reiz der frühen Amadeus-Interpretationen ausmacht.
Neben dem Temperament und der überschäumenden Virtuosität beeindruckt das Ensemble durch seinen warmen Klang und eine dichte Legato-Kultur. Wie schön der Primarius Nobert Brainin auf seinem Instrument singen konnte, zeigt er etwa zu Beginn des "Rosamunde"-Quartetts. Dass er den Klang mitunter recht deutlich dominiert und nicht alle Kollegen so stringent phrasieren wie er, gehört zu den Schwachpunkten der Rundfunkproduktionen, die unser Bild vom Amadeus Quartet gleichwohl sehr schön ergänzen.