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Rezension Audio 6/2017 | Andreas Fritz | 1. Juni 2017 Klassik-CD des Monats

"Lieben Sie Brahms?" war der Titel eines 1959 erschienenen Romans von Francoise Sagan und eines darauf basierenden Filmklassikers von 1961 mit Ingrid Bergman, Anthony Perkins und Yves Montand. Die Frage beantwortet das um die erstklassigen Mitstreiter Roland Glassl undWolfgang Emanuel Schmidt erweiterte Mandelring Quartett eindeutig, indem es seine Einspielung von Brahms' Kammermusik für Streicher bei Audite mit einer überragenden Deutung der beiden Streichsextette abschließt. In den Mittelpunkt rücken die sechs Musiker dabei nicht die fast orchestrale Klangfülle und dunkle Färbung dieser Werke, sondern die Durchsichtigkeit der Sätze und die Balance der Stimmen. Dadurch kommen zahlreiche schöne lyrische Einzelheiten zum Vorschein, die für den jungen Brahms – seine beiden Streichsextette schrieb er als 27- beziehungsweise 31-Jähriger – charakteristisch sind. Mit dem zweiten Streichsextett habe er sich von seiner "letzten Liebe losgemacht", vertraute Brahms einem Freund an. Sensibel aufeinander hörend und miteinander agierend, beweisen die Musiker ihr tiefes Verständnis für diese Meisterwerke der romantischen Kammermusik. Ihr Spiel zeichnet sich durch Natürlichkeit und Expressivität aus: Tempi, Dynamik und Spannungsbögen passen wie maßgeschneidert. Das räumliche und transparente Klangbild der Produktion entspricht dem besonders hohen interpretatorischen Niveau. Für Brahms-Liebhaber und solche, die es werden wollen.
Musik & Theater

Rezension Musik & Theater 05/06 Mai/Juni 2017 | Walter Labhart | 1. Mai 2017 Die Entdeckung

Mit feurigem Eifer setzt sich das in Hochform musizierende Quartetto di Cremona für dieses verkannte Meisterwerk ein. Trotz des rekordverdächtigen Tempos im Scherzo herrscht absolute Transparenz, erst recht im fugierten Mittelteil. Mit seinem dominierenden Klavierpart, den Andrea Lucchesini emotional stark auflädt, gleicht das stellenweise orchestral klingende Quintett einem Klavierkonzert mit zahlreichen Streichersoli. Auch da fesseln das fein ausgewogene Zusammenspiel und die klangliche Brillanz.
Das Orchester

Rezension Das Orchester 09/2016 | Thomas Bopp | 1. September 2016 Über Schumanns d-Moll-Violinkonzert, das der Komponist 1853 wenige Monate vor...

Zur Aufnahme mit Isabelle Faust und dem Freiburger Barockorchester haben nun auch Heinz Holliger und seine Solistin Patricia Kopatchinskaja im Rahmen der Gesamtveröffentlichung aller Orchesterwerke Schumanns mit dem WDR Sinfonieorchester Köln ihre Sicht auf das Violinkonzert niedergelegt. Und die dürfte Schumanns Vorstellungen vielleicht sogar noch um einiges näher kommen, als dies Isabelle Faust und den Freiburgern gelungen war.
Fono Forum

Rezension Fono Forum Juni 2017 | Johannes Schmitz | 1. Juni 2017 Die seltene Möglichkeit, Originalkompositionen von Georg Friedrich Händel in...

Die seltene Möglichkeit, Originalkompositionen von Georg Friedrich Händel in deutscher Sprache zu hören, bieten die Neun Deutschen Arien auf Texte von Barthold Heinrich Brockes und die ebenfalls auf dessen Worte entstandene Passion "Der für die Sünde der Welt gemarterte und sterbende Jesus". Hier ist nicht der auf Klangpracht zielende Händel am Werk, sondern der auf geistliche Innigkeit bedachte. Selbst das Jauchzen ist nicht exaltiert, sondern eher empfindsam konzentriert.

Zu diesem Eindruck trägt natürlich sehr stark die Umsetzung durch die Lautten Compagney bei, die in solistischer Besetzung ganz kammermusikalisch musiziert, ohne dabei aber das Primat der Singstimme anzukratzen. Die Aufnahme wurde in der Jesus-Christus-Kirche in Dahlem gemacht, was schon darauf hinweist, dass sakrale Räumlichkeit offenbar nicht angestrebt war, sondern die wohltemperierende Ausgewogenheit der dortigen Akustik wirken sollte. Ebenso vermeidet das Ensemble das überakzentuierte Ausgestalten der Linien, sodass sich die Affekte eher fließend und dezent vermitteln.

Auch die Sopranistin Ina Siedlaczek singt auf Linie. Ihre Stimmbehandlung ist Geschmackssache, sie engt die Tongebung etwas ein und erzielt damit einen mädchenhaft-naiven Klang. Verbunden mit einer weitgehenden Verhaftung im Vibratolosen erhält ihr Vortrag aber auch einen Touch Unnatürlichkeit. Musikalisch durchdrungen und klug differenziert gestaltet sie aber allemal.

Am Blick in die Noten oder ins Textbuch kommt man jedoch nicht vorbei, um sich die Schönheit der Texte vor allem der Neun Deutschen Arien in Gänze zu erschließen, die in ihrer einfachen bildhaften Sprache eine besänftigende Weisheit vermitteln. In Summe bereitet diese CD ein sanftes Klangvergnügen, das manchmal eine saftigere Theorben-Grundierung vertragen hätte.
American Record Guide

Rezension American Record Guide April 2017 | Paul L Althouse | 1. April 2017 This is Volume VI of the quartets from the Cremona. I reviewed Volumes II & III...

This is Volume VI of the quartets from the Cremona. I reviewed Volumes II & III (M/J 2014, N/D 2014), and others have been covered by Greg Pagel. I feel I have a good sense of this group. Their playing is generally bracing and clean, with fairly fast tempos. While they are not what anyone would call “inexpressive”, their approach tends to be straightforward, one might say youthful. Their performances of the early quartets (Op. 18) seem quite fine, and here in No. 5 (the A major) the crisp, off-the-string articulation in I is wonderfully light and Haydnesque. The finale is taken at a tempo that shows the Cremona’s technical expertise. The music doesn’t gain much from the blinding speed, so when I asked myself why they played at such a pace, I came up with this answer: because they could!

I’m less happy with Quartet 13 (B-flat, Op. 130). For me the short introduction to 1 should include an element of pain, of regret, of sadness, but here it seems too straight. The opening theme (repeated notes, then a leap up a fourth) certainly is on the positive side, but we find (mainly in the development) that the optimism is tinged with lots of questions and uncertainty. This emotional complexity, so important in late Beethoven, seems in short supply here. The middle movements go better. The presto is flown through, taking just over two minutes, but the scherzo (poco scherzoso) and German dance are lovely. The cavatina is plagued with poor balances; accompanying voices often overshadow the melody. The finale (not the Grosse Fuge) is also lightweight and nicely done.

The publicity for the Cremona likes to compare them to the Quartetto Italiano. They’re not there yet, but the earliest recordings of the Italiano were faster and more aggressive than the later ones we so much admire. Perhaps the same thing will happen with this group.
Das Orchester

Rezension Das Orchester 03/2016 | Christina Humenberger | 1. März 2016 Werke für Flöte und Klavier

[...] bei der vorliegenden Aufnahme bedarf es keiner Tagesform, um immer wieder zu erkennen, dass die Interpretationen in sich rund und schlüssig sind, das Zusammenspiel von Anne-Cathérine Heinzmann [...] und Thomas Hoppe [...] symbiotischer kaum sein könnte und einfach alles „richtig“ ist.
concerti - Das Konzert- und Opernmagazin

Rezension concerti - Das Konzert- und Opernmagazin Juni 2017 | EW | 1. Juni 2017 Brahms mit Biss

Die solistischen Melodielinien werden leidenschaftlich, ja euphorisch instrumental ausgesungen, mutig mit individuell expressivem Profil. Spannend auch der vielfältige klangliche Perspektivwechsel.
Mitteldeutscher Rundfunk

Rezension Mitteldeutscher Rundfunk MDR FIGARO | Take 5 | 03.11.2014 | 18:05-19:00 Uhr | Andre Sittner | 3. November 2014 BROADCAST CD-Empfehlung

Alles in allem also sehr gelungen und eine würdige Fortsetzung der zu Recht vielgelobten Grieg-Reihe bei Audite.
Mitteldeutscher Rundfunk

Rezension Mitteldeutscher Rundfunk MDR FIGARO | Take 5 | 04.08.2014 | 18:05-19:00 Uhr | Beatrice Schwartner | 4. August 2014 BROADCAST CD-Empfehlung

Mit welch überirdisch schöner Stimme sie zwischen den Emotionen wechselt, wie sonnenhell ihr Sopran scheint, wie natürlich ihr (selbstredend) die spanischen Lieder gelingen, genauso aber auch die Barock-Stücke, all das ist nicht weniger als zum Niederknien.

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