Rezension Badische Zeitung 18.02.2003 | Johannes Adam | February 18, 2003 Liszt unter Strom
Es ist ein trefflicher Schachzug, diese bereits 1993 entstandenen und andernorts erschienenen Aufnahmen neu zu exponieren: Helmut Deutsch interpretiert die drei großen, zentralen Orgelwerke von Franz Liszt (audite 97.477). „Für mich, war er der Künstler des 19. Jahrhunderts schlechthin“, hatte der Freiburger Orgelprofessor (und Nachfolger Hans Muschs) in einem BZ-Gespräch bekannt. Auf Schritt und Tritt spürt der Hörer: Mit diesem Komponisten „kann“ Deutsch, der im Jahr der Einspielung den Budapester Liszt-Orgelwettbewerb gewann. Die Musik dieses fürs Orgelrepertoire der Romantik so wichtigen Autors wird gleichsam unter Strom gesetzt.
Deutsch, der über eine fulminante Technik und äußerst flinke Finger verfügt, spielt im besten Sinn virtuos. Und obendrein musikantisch. Agogik heißt eine der Zauberformeln. Das „B-A-C-H“ Opus wird hier zur aufgewühlten, überschwänglichen Apotheose. Dramatik und Dramaturgie finden sich beim Auslegen der monumentalen MeyerbeerAdaption „Ad nos, ad salutarem undam“ (für Deutsch erklärtermaßen eines seiner „Leib-und-Magen-Stücke“) sowie bei „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“, jenen packenden Variationen über das Bach'sche Lamento-Thema. Immer sind die lyrischen Nischen expressiv ausgeleuchtet. Ein Organist, der die richtigen Farben wählt. Passend auch das Instrument – Deutsch, von Haus aus Saarländer, entschied sich für die 1930 von Walcker mit elektropneumatischer Traktur gebaute und 1979 von der Berliner Werkstatt Karl Schuke renovierte und dabei mechanisierte dreimanualige Orgel der evangelischen Versöhnungskirche im saarländischen Völklingen. Bei Deutsch kann man Liszts Orgelmusik lieben lernen. Eine empfehlenswerte Silberscheibe.
Deutsch, der über eine fulminante Technik und äußerst flinke Finger verfügt, spielt im besten Sinn virtuos. Und obendrein musikantisch. Agogik heißt eine der Zauberformeln. Das „B-A-C-H“ Opus wird hier zur aufgewühlten, überschwänglichen Apotheose. Dramatik und Dramaturgie finden sich beim Auslegen der monumentalen MeyerbeerAdaption „Ad nos, ad salutarem undam“ (für Deutsch erklärtermaßen eines seiner „Leib-und-Magen-Stücke“) sowie bei „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“, jenen packenden Variationen über das Bach'sche Lamento-Thema. Immer sind die lyrischen Nischen expressiv ausgeleuchtet. Ein Organist, der die richtigen Farben wählt. Passend auch das Instrument – Deutsch, von Haus aus Saarländer, entschied sich für die 1930 von Walcker mit elektropneumatischer Traktur gebaute und 1979 von der Berliner Werkstatt Karl Schuke renovierte und dabei mechanisierte dreimanualige Orgel der evangelischen Versöhnungskirche im saarländischen Völklingen. Bei Deutsch kann man Liszts Orgelmusik lieben lernen. Eine empfehlenswerte Silberscheibe.