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Neue Musikzeitung

Rezension Neue Musikzeitung nmz 2007/11 | Seite 42 | 56. Jahrgang | November | Hanspeter Krellmann | November 1, 2007 Zeitgenossenschaft

Generations-Angehörige innerhalb einer Epoche bilden, auch wenn sie ohne...
Zeitzeichen

Rezension Zeitzeichen 11/2007 | Ralf Neite | November 1, 2007 Gipfelbesteigung

„Entweder hat man zu Bruckner eine Beziehung, oder man bekommt sie niemals", schreibt Karl Böhm in seiner Autobiografie. Mit seinen kategorischen Kommentaren zum Thema Musik hat der Österreicher oft genug Recht gehabt – in diesem Fall liegt er vielleicht doch falsch. Und daran hat er selbst Schuld. Was bei Anton Bruckner verstören und durchaus abschrecken mag, ist das Monumentale, das kaum Begreifbare seiner Symphonien. Sie wirken manchem als Gipfel, die zu hoch sind, um ihre Besteigung nur in Erwägung zu ziehen.

Karl Böhm, noch im 19. Jahrhundert geboren und 1981 in Salzburg gestorben, gilt zwar als geschätzter, nicht aber ausgewiesener Bruckner-Dirigent wie etwa Günter Wand, Herbert von Karajan oder Sergiu Celibidache. Was nicht zuletzt daran liegt, dass Böhm zwischen den Dreißiger- und Siebzigerjahren keine Schallplatten mit Bruckner-Musik einspielte. Und dennoch lohnen sich die Aufnahmen, die das kleine audite-Label gerade aus den Archiven ans Tageslicht befördert hat.

Nach der 1977er Live-Aufnahme der Siebten Symphonie ist nun ein weiterer Schatz aus der Zusammenarbeit Böhms mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks erschienen: Die Erstveröffentlichung einer Studioaufnahme der Achten Symphonie aus dem Jahr 1971 – Beginn einer neuen Auseinandersetzung Böhms mit Bruckner, die zu weiteren Einspielungen mit den Wiener Philharmonikern führte.

Das Besondere an beiden Aufnahmen ist der menschliche Zugang zu Bruckner. Wo andere die imposante, kolossale Architektur seiner Symphonien betonen, findet das Orchester hier zu einem warmen und sanglichen Ton. Die Dynamik ist weniger schroff in ihren Abstufungen, so verlieren die beeindruckenden Ausmaße der c-moll-Symphonie (sie dauert beinahe 76 Minuten), das Furchteinflößende.

Der Eindruck drängt sich auf, dass Böhm mit seiner Sichtweise näher an die Persönlichkeit Bruckners herangerückt ist. Der Spätromantiker galt ja – man mag das angesichts seiner neun klanggewaltigen Symphonien kaum vermuten – als extrem gottesfürchtiger Mensch. Sein Lebensstil soll von einer geradezu mönchischen Bescheidenheit geprägt gewesen sein.

Zwischen all den aufgewühlten Emotionen der Streicher und den sich türmenden Bläserblöcken schimmert in dieser Aufnahme von 1971 immer wieder solch eine bescheidene Haltung durch. Wer Probleme mit Bruckner hat, sollte es noch einmal auf einen Versuch ankommen lassen.
Pizzicato

Rezension Pizzicato 11/2007 | Alain Steffen | November 1, 2007 Überraschender Bruckner

Im Bereich der Symphonik war der späte Karl Böhm nicht gerade für spritziges und vollblütiges Musizieren bekannt, was eigentlich erstaunte, liegen von ihm doch mit 'Tristan', 'Rosenkavalier', 'Fliegendem Holländer' und 'Fidelio' etliche Operneinspielungen vor, die in Sachen Dynamik und Spannung kaum zu übertreffen sind. In diesem Sinne überrascht dieser Bruckner vom 16. November 1971, der in München mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mitgeschnitten wurde. Böhm dirigiert die 8. Symphonie transparent, zügig und zerrissen, als Gegenstuck gewissermaßen zur Jochum-Aufnahme mit ihrem religiösen Charakter.

Böhm scheut nicht vor Schärfen zurück, entschlackt das Klangbild und zeigt uns einen sehr resoluten Bruckner, wie er erst Jahre später durch Dirigenten wie Abbado, Wand oder Dohnanyi salonfähig gemacht werden sollte. Auch von der orchestralen Klangpracht eines Karajan hebt sich diese Aufnahme gerade durch ihre schlanken Linien und ihre nüchterne Sprache ab. Leider hat das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks nicht seinen besten Tag: Dem aufmerksamen Hörer dürfte nicht entgehen, dass die Musiker manchmal Schwierigkeiten haben, ihrem Dirigenten zu folgen, und auch intonationsmäßig relativ häufig schlampen. Dennoch ist dies eine wertvolle Aufnahme, die uns sowohl Bruckner wie auch den viel zu schnell vergessenen Karl Böhm von einer überraschenden und außergewöhnlichen Seite zeigt.
Fono Forum

Rezension Fono Forum 11/2007 | Marcus Stäbler | November 1, 2007 Zeitgenossen, Schüler und Lehrer

In einer verdienstvollen CD-Reihe kombiniert das Label Audite Werke von Brahms mit Ersteinspielungen von Quartetten seiner Zeitgenossen, die ihn schätzten und verehrten. Die zweite und dritte Folge widmet sich nun Felix Otto Dessoff (1835-1892) und Heinrich von Herzogenberg (1843-1900) – was insofern eine besonders spannende Kombination ist, als der Letztgenannte bei Ersterem studierte.

Im direkten Vergleich bleibt der Schüler indes doch ein wenig hinter dem Standard seines Lehrers zurück: Herzogenbergs g-Moll-Quartett op. 42 Nr. 1 aus dem Jahr 1883 vermag zwar insbesondere mit den rhythmischen Raffinessen im dritten Satz durchaus zu gefallen, kann jedoch mit der motivischen Dichte und dem ungleich größeren thematischen Einfallsreichtum des fünf Jahre älteren Quartetts op. 7 von Dessoff nicht mithalten, das von souveräner handwerklicher Meisterschaft zeugt.

An die Werke ihres omnipräsenten Vorbildes und Freundes Brahms können allerdings beide Komponisten nicht wirklich heranreichen. Obwohl sie seinen Modellen keinesfalls sklavisch folgen, bleibt ihnen eine vergleichbare Eigenständigkeit, melodische Prägnanz und formale Dichte doch verwehrt. Gleichwohl sind die Einspielungen als interessante und reizvolle, stellenweise sogar durchaus fesselnde Repertoire-Bereicherungen hochwillkommen – zumal sie in den Mitgliedern des Mandelring-Quartetts ebenso kompetente wie engagierte Anwälte gefunden haben, die einmal mehr das vorzügliche Niveau des Ensembles unter Beweis stellen.
Fono Forum

Rezension Fono Forum 11/2007 | Marcus Stäbler | November 1, 2007 Zeitgenossen, Schüler und Lehrer

In einer verdienstvollen CD-Reihe kombiniert das Label Audite Werke von Brahms mit Ersteinspielungen von Quartetten seiner Zeitgenossen, die ihn schätzten und verehrten. Die zweite und dritte Folge widmet sich nun Felix Otto Dessoff (1835-1892) und Heinrich von Herzogenberg (1843-1900) – was insofern eine besonders spannende Kombination ist, als der Letztgenannte bei Ersterem studierte.

Im direkten Vergleich bleibt der Schüler indes doch ein wenig hinter dem Standard seines Lehrers zurück: Herzogenbergs g-Moll-Quartett op. 42 Nr. 1 aus dem Jahr 1883 vermag zwar insbesondere mit den rhythmischen Raffinessen im dritten Satz durchaus zu gefallen, kann jedoch mit der motivischen Dichte und dem ungleich größeren thematischen Einfallsreichtum des fünf Jahre älteren Quartetts op. 7 von Dessoff nicht mithalten, das von souveräner handwerklicher Meisterschaft zeugt.

An die Werke ihres omnipräsenten Vorbildes und Freundes Brahms können allerdings beide Komponisten nicht wirklich heranreichen. Obwohl sie seinen Modellen keinesfalls sklavisch folgen, bleibt ihnen eine vergleichbare Eigenständigkeit, melodische Prägnanz und formale Dichte doch verwehrt. Gleichwohl sind die Einspielungen als interessante und reizvolle, stellenweise sogar durchaus fesselnde Repertoire-Bereicherungen hochwillkommen – zumal sie in den Mitgliedern des Mandelring-Quartetts ebenso kompetente wie engagierte Anwälte gefunden haben, die einmal mehr das vorzügliche Niveau des Ensembles unter Beweis stellen.
Fanfare

Rezension Fanfare November 2007 | Steven E. Ritter | October 31, 2007 We seem to be in the middle of a Schumann fest as of late, and that is a good...

We seem to be in the middle of a Schumann fest as of late, and that is a good thing to me. The folks at Audite have openly stated that they don’t release recordings unless they feel the artist has something new to say, and Nicolas Bringuier certainly does. This is some of the most ingratiating Schumann on the market, and the SACD sound is truly spectacular, vibrant, warm, and a balm to the ears. Even if this duplicates repertoire in your collection, you will want to sample this, and Super Audio nuts like me will feel compelled to purchase it.
www.musicweb-international.com

Rezension www.musicweb-international.com November 2007 | Jonathan Woolf | November 1, 2007 Audite’s Cologne Broadcasts series has at its focus here Karl Böhm in...

Audite’s Cologne Broadcasts series has at its focus here Karl Böhm in performances given at the Funkhaus in April 1963. He conducted the Cologne Radio Symphony Orchestra, now better known as the WDR Symphony, in one work with which he was strongly associated – the Brahms – and in another with which he would have had, at best, only a fleeting acquaintance.

So let’s start with the Vieuxtemps A minor concerto where he partners the Romanian violinist Lola Bobesco (1920-2003). Bobesco was best heard live when she brought a genuine intensity to her playing that even the best of her relatively small commercial performances could not quite reach. She left behind no studio recording of the Vieuxtemps which makes this survival all the more valuable to admirers. The sound can be a little congested and Böhm doesn’t do all he could to clarify orchestral textures. One imagines him content with an all-purpose heavyweight sonority – and this he duly gets, one that lacks Mackerras’s finesse for Zukerman and Sargent’s for Heifetz (both recordings, 1947 and 1961). Some of Bobesco’s passagework sounds a touch smeary under pressure but this is a live performance after all and compensation comes from her powerful commitment. In the final resort whilst Bobesco may lack the studio perfection of such as Perlman, Zukerman, Grumiaux or Menuhin (with Fistoulari) she digs deeply into the string and makes something valuable of the first movement cadenza. In a work that’s barely eighteen minutes long there’s not much time to stake one’s claim but she assuredly does; and a rougher hewn one than all the players already noted. She plays the central movement with great lyric and tonal generosity – with more allure than the more aristocratic Zukerman for example – and is suitably dashing in the sliver of a finale.

There’s not as much to be said about the Brahms. If you know Böhm’s 1975 Berlin Philharmonic DG studio recording, or the contemporaneous Vienna traversal, then you will know what to expect. Maybe he relaxes just a fraction more in the Cologne opening movement but otherwise both tempi and more importantly tempo relationships are consistent. The BPO performance however is both better recorded and better played and various other performances – from Berlin in 1959 and the on-tour Vienna Philharmonic Tokyo reading - probably have as many claims on the collector as this one. Furthermore Audite blots its copybook by muddled banding. Band three includes the Scherzo and the Adagio opening of the finale, leaving band four to take over at the Piu Andante Allegretto of the finale. Bizarre!

The constituency for this will be mixed. Bobesco admirers have a new discographical entrant but it’s conjoined with what will be for them an expendable Brahms symphony. Admirers of the conductor will find the performance of the symphony "straight down the middle" but will have an unexpected though not always insightfully conducted concerto adjunct to their discographies.
Ensemble - Magazin für Kammermusik

Rezension Ensemble - Magazin für Kammermusik Oktober/November 2007 | Helmut Peters | October 1, 2007 Doppelliebe

Die Serie „Brahms und Zeitgenossen“, die das Mandelring Quartett für...
Pizzicato

Rezension Pizzicato Oktober 2007 | Rémy Franck | October 1, 2007 Schon die weiche Pauke in den Anfangstakten der Brahms-Symphonie zeigt, dass uns...

Schon die weiche Pauke in den Anfangstakten der Brahms-Symphonie zeigt, dass uns Böhm keinen norddeutsch-strengen und harten Brahms vorführen will. Und so entwickelt sich diese Erste zwar mit drängender Leidenschaft, aber zugleich lyrisch und heiter. Das Vieuxtemps-Konzert bietet die Gelegenheit zu einer beglückenden Begegnung mit der Ausnahmegeigerin Lola Bobesco, auch wenn das tonale Umfeld hier vielleicht etwas deutsch klingt.

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