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Pizzicato

Rezension Pizzicato Juni 2008 | Alain Steffen | June 1, 2008 Unschätzbare Anda-Sammlung

Da es nicht sonderlich viele Aufnahmen des genialen ungarischen Pianisten Géza Anda gibt, besitzt diese Hommage für den Sammler einen unschätzbaren Wert. Auf 8 CDs erleben wir Anda als einen überragenden Gestalter und Interpreten. Wie wandelbar er sein konnte, wie flexibel und wie natürlich er seine Interpretationen seinen Partnern anpassen konnte, das zeigt die CD mit den Mozart-Konzerten auf eine wundervolle Weise. Darüber hinaus gehört die dynamische, in allen Ecken funkelnde Aufnahme des Klavierkonzerts Nr. 22 KV 482 mit Anda und Constantin Silvestri zu den schönsten des Katalogs. Bei Keilberth (Konzert Nr. 21 KV 467) optiert Anda für einen ganz anderen, romantischeren und runderen Klang, und bei den beiden Konzerten Nr. 20 KV 466 und 23 KV 488 dirigiert Anda selbst. Ebenfalls Raritätswert haben die Aufnahmen der Symphonie Nr. 28 KV 200 von Mozart und des 1. Klavierkonzerts von Beethoven, bei denen Géza Anda ebenfalls als überzeugender Dirigent fungiert. Die Solowerke für Klavier von Ludwig van Beethoven (Sonate op. 10/3 und op. 101) und Johannes Brahms (Intermezzi op. 117, Sonate Nr. 3) sind Musterbeispiele intelligenten Musizierens. Welche Schönheit, welche Tiefe Anda doch hier erreicht!

Auch bei Chopin findet der Pianist die musikalische Wahrheit hinter der Virtuosität und beweist, dass die 24 Préludes bzw. die 12 Etudes des polnischen Meisters alles andere als Salonstücke sind. Diskutabler dagegen scheint mir Andas Annäherung an Schumann. Anstelle von Fantasie setzt Anda größtmöglichen Ernst, was allerdings Stücke wie Kreisleriana, Symphonische Etuden oder Carnaval nicht immer ins optimale Licht rückt. Somit bleiben die Schumann-Werke in der Aussage etwas akademisch, wenn Anda spieltechnisch auch hier wieder eine Meisterleistung bietet.

Die vierte Doppel-CD ist Werken von Bela Bartok gewidmet und ist die vielleicht aufregendste Publikation der Serie. Anda spielt hier die beiden Klavierkonzerte, Nr. 1 unter der Leitung von Michael Gielen, Nr. 2 unter Ferenc Fricsay, mit dem er ja einige Jahre später alle drei Konzerte für Deutsche Grammophon aufgenommen hat. Andas frische und direkte Annäherung dieser früheren Aufnahmen zeigt den Pianisten weniger auf der Suche nach Wahrheiten als in der Auseinandersetzung mit Klang und Struktur. Somit wirken beide Konzerte zugänglicher, zumal sowohl der junge Gielen wie auch Fricsay mit der gleichen Stringenz vorgehen wie der Solist. Georg Solti ist Andas Partner in der Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug, ein rares historisches Dokument und darüber hinaus in einer dynamischen und vollblutigen Interpretation. Sehr schön auch die Klaviersuite op. 14, die Anda als einen genuinen Bartok-Interpreten ausweist, sowie die weniger bekannten 'Kontraste für Klarinette, Violine und Klavier' mit u.a. dem hervorragenden Tibor Varga.
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Rezension Pizzicato Juni 2008 | Alain Steffen | June 1, 2008 Unschätzbare Anda-Sammlung

Da es nicht sonderlich viele Aufnahmen des genialen ungarischen Pianisten Géza Anda gibt, besitzt diese Hommage für den Sammler einen unschätzbaren Wert. Auf 8 CDs erleben wir Anda als einen überragenden Gestalter und Interpreten. Wie wandelbar er sein konnte, wie flexibel und wie natürlich er seine Interpretationen seinen Partnern anpassen konnte, das zeigt die CD mit den Mozart-Konzerten auf eine wundervolle Weise. Darüber hinaus gehört die dynamische, in allen Ecken funkelnde Aufnahme des Klavierkonzerts Nr. 22 KV 482 mit Anda und Constantin Silvestri zu den schönsten des Katalogs. Bei Keilberth (Konzert Nr. 21 KV 467) optiert Anda für einen ganz anderen, romantischeren und runderen Klang, und bei den beiden Konzerten Nr. 20 KV 466 und 23 KV 488 dirigiert Anda selbst. Ebenfalls Raritätswert haben die Aufnahmen der Symphonie Nr. 28 KV 200 von Mozart und des 1. Klavierkonzerts von Beethoven, bei denen Géza Anda ebenfalls als überzeugender Dirigent fungiert. Die Solowerke für Klavier von Ludwig van Beethoven (Sonate op. 10/3 und op. 101) und Johannes Brahms (Intermezzi op. 117, Sonate Nr. 3) sind Musterbeispiele intelligenten Musizierens. Welche Schönheit, welche Tiefe Anda doch hier erreicht!

Auch bei Chopin findet der Pianist die musikalische Wahrheit hinter der Virtuosität und beweist, dass die 24 Préludes bzw. die 12 Etudes des polnischen Meisters alles andere als Salonstücke sind. Diskutabler dagegen scheint mir Andas Annäherung an Schumann. Anstelle von Fantasie setzt Anda größtmöglichen Ernst, was allerdings Stücke wie Kreisleriana, Symphonische Etuden oder Carnaval nicht immer ins optimale Licht rückt. Somit bleiben die Schumann-Werke in der Aussage etwas akademisch, wenn Anda spieltechnisch auch hier wieder eine Meisterleistung bietet.

Die vierte Doppel-CD ist Werken von Bela Bartok gewidmet und ist die vielleicht aufregendste Publikation der Serie. Anda spielt hier die beiden Klavierkonzerte, Nr. 1 unter der Leitung von Michael Gielen, Nr. 2 unter Ferenc Fricsay, mit dem er ja einige Jahre später alle drei Konzerte für Deutsche Grammophon aufgenommen hat. Andas frische und direkte Annäherung dieser früheren Aufnahmen zeigt den Pianisten weniger auf der Suche nach Wahrheiten als in der Auseinandersetzung mit Klang und Struktur. Somit wirken beide Konzerte zugänglicher, zumal sowohl der junge Gielen wie auch Fricsay mit der gleichen Stringenz vorgehen wie der Solist. Georg Solti ist Andas Partner in der Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug, ein rares historisches Dokument und darüber hinaus in einer dynamischen und vollblutigen Interpretation. Sehr schön auch die Klaviersuite op. 14, die Anda als einen genuinen Bartok-Interpreten ausweist, sowie die weniger bekannten 'Kontraste für Klarinette, Violine und Klavier' mit u.a. dem hervorragenden Tibor Varga.
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Rezension Pizzicato Juni 2008 | Alain Steffen | June 1, 2008 Unschätzbare Anda-Sammlung

Da es nicht sonderlich viele Aufnahmen des genialen ungarischen Pianisten Géza Anda gibt, besitzt diese Hommage für den Sammler einen unschätzbaren Wert. Auf 8 CDs erleben wir Anda als einen überragenden Gestalter und Interpreten. Wie wandelbar er sein konnte, wie flexibel und wie natürlich er seine Interpretationen seinen Partnern anpassen konnte, das zeigt die CD mit den Mozart-Konzerten auf eine wundervolle Weise. Darüber hinaus gehört die dynamische, in allen Ecken funkelnde Aufnahme des Klavierkonzerts Nr. 22 KV 482 mit Anda und Constantin Silvestri zu den schönsten des Katalogs. Bei Keilberth (Konzert Nr. 21 KV 467) optiert Anda für einen ganz anderen, romantischeren und runderen Klang, und bei den beiden Konzerten Nr. 20 KV 466 und 23 KV 488 dirigiert Anda selbst. Ebenfalls Raritätswert haben die Aufnahmen der Symphonie Nr. 28 KV 200 von Mozart und des 1. Klavierkonzerts von Beethoven, bei denen Géza Anda ebenfalls als überzeugender Dirigent fungiert. Die Solowerke für Klavier von Ludwig van Beethoven (Sonate op. 10/3 und op. 101) und Johannes Brahms (Intermezzi op. 117, Sonate Nr. 3) sind Musterbeispiele intelligenten Musizierens. Welche Schönheit, welche Tiefe Anda doch hier erreicht!

Auch bei Chopin findet der Pianist die musikalische Wahrheit hinter der Virtuosität und beweist, dass die 24 Préludes bzw. die 12 Etudes des polnischen Meisters alles andere als Salonstücke sind. Diskutabler dagegen scheint mir Andas Annäherung an Schumann. Anstelle von Fantasie setzt Anda größtmöglichen Ernst, was allerdings Stücke wie Kreisleriana, Symphonische Etuden oder Carnaval nicht immer ins optimale Licht rückt. Somit bleiben die Schumann-Werke in der Aussage etwas akademisch, wenn Anda spieltechnisch auch hier wieder eine Meisterleistung bietet.

Die vierte Doppel-CD ist Werken von Bela Bartok gewidmet und ist die vielleicht aufregendste Publikation der Serie. Anda spielt hier die beiden Klavierkonzerte, Nr. 1 unter der Leitung von Michael Gielen, Nr. 2 unter Ferenc Fricsay, mit dem er ja einige Jahre später alle drei Konzerte für Deutsche Grammophon aufgenommen hat. Andas frische und direkte Annäherung dieser früheren Aufnahmen zeigt den Pianisten weniger auf der Suche nach Wahrheiten als in der Auseinandersetzung mit Klang und Struktur. Somit wirken beide Konzerte zugänglicher, zumal sowohl der junge Gielen wie auch Fricsay mit der gleichen Stringenz vorgehen wie der Solist. Georg Solti ist Andas Partner in der Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug, ein rares historisches Dokument und darüber hinaus in einer dynamischen und vollblutigen Interpretation. Sehr schön auch die Klaviersuite op. 14, die Anda als einen genuinen Bartok-Interpreten ausweist, sowie die weniger bekannten 'Kontraste für Klarinette, Violine und Klavier' mit u.a. dem hervorragenden Tibor Varga.
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Rezension Pizzicato Juni 2008 | Rémy Franck | June 1, 2008 2 x Verdi-Requiem mit Karajan

[…] Karajan erzeugt eine große Innenspannung und eine trotz der erwähnen Mängel bewegende Interpretation. Die Mono-Aufnahme hat Schwankungen und gibt dem Ganzen dokumentarischen Charakter. Mithin ist dies ein Set, das sich vor allem an Karajan- oder Verdi-Sammler richtet.

Das gilt auch für die Audite-Veröffentlichung, die eine Interpretation hörbar macht, die um einiges emphatischer ist als das, was Karajan später in diesem Werk an Emotion vermittelte. Die Spontaneität des Konzerts mit ihren auf Wirkung angelegten Effekten ist genau so spürbar wie das Ringen mit einem unausgeglichenen Solistenquartett, in dem Helge Rosvaenge der Schwachpunkt, ist, während Boris Christoff mit seinem prächtigen Bass für bewegende Höhepunkte sorgt. Die beiden Damen haben schöne und weniger schöne Momente. Das Orchester würde man beim Blindhören nicht unbedingt als die Wiener Philharmoniker identifizieren, denn dazu klingt die Formation zu unsauber. Die Tonaufnahme hat altersbedingte Schwankungen und benachteiligt den Chor sehr. Das wichtigste Merkmal der Aufnahme – und das macht sie letztlich so interessant – ist Karajans Spiel mit den Tempi, wobei er vieles so langsam dirigiert wie er es in keinem der später entstanden Tondokumente des Verdi-Requiems gemacht hat: Wie sich das auswirkt, zeigt der Vergleich zwischen den Aufführungsdauern der beiden hier vorgestellten Aufnahmen: 1949 war der Dirigent mehr als sechs Minuten langsamer, 1985 brauchte er für die bei DG verfügbare Einspielung aus Wien 86 Minuten und 34 Sekunden, also ebenfalls etwa vier Minuten weniger als 1949.
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Rezension Pizzicato Juni 2008 | Rémy Franck | June 1, 2008 Reines Kammermusikvergnügen

Fünf Kompositionen für Violine und Klavier spielen Ivan Zenaty und Igor Ardasev auf dieser musikalisch hervorragenden Platte: 4 Romantische Stücke op. 75, die Sonate op. 57, die Ballade op. 15, Mazurek op. 49, und die Sonatine op. 100. Das reizvolle Programm mit anmutigen Melodien wird mit viel Spielfreude, technischem Können und einer direkt ansprechenden Musikalität dargeboten. Obschon Igor Ardasev sehr sensibel mit gestaltet, ist Zenaty, was musikalische Gefühle angeht, der führende Mann in diesem Duo, und er spielt wirklich voll aus dem Bauch heraus, ohne aber je billig sentimental zu werden. Sein sehr rein leuchtendes Spiel ist von bewundernswertem Charme und kann auch die gelegentlich auftauchenden schwermütigeren Klänge ergreifend werden lassen.

Dies ist daher eine sehr schöne Kammermusik-Produktion, deren im Raumklang optimal ausbalancierte Klangqualität ausdrücklich unterstrichen werden muss. Ein reines Kammermusik-Vergnügen, aus dem der Zuhörer geläutert hervorgeht.

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