Rezension
Fono Forum 2/2009 | Ingo Harden | January 14, 2009
Konzertant
Hideyo Harada spielt Tschaikowskys „Jahreszeiten“ nicht als intime Hausmusik, sondern konzertant und zugleich bedeutungsvoll – näher bei Koroliov als bei Shukow. Pianistisch und klanglich ist die Aufnahme ähnlich überzeugend wie ihr Grieg (siehe FF 6/08). Musikalisch wirkt alles in sich stimmig, obwohl sie schon mal molto rubato statt semplice, forte statt piano, legato statt staccato, ja sogar Viertel statt Achtel spielt. Genauer passt sich ihr brillantes, aber pianissimoarmes Spiel Rachmaninows vergrübelten, harmonisch herben Corelli-Variationen an: Hier ziehe ich sie Kern, aber nicht Melnikov vor.