Es gibt gewiss interessantere Pianistinnen als die usbekische Anna Malikova, die zwar sehr virtuos spielen kann, aber immer den Eindruck von purer Technik macht. Für diese kalte Lust am Spiel bin ich nicht zu haben. Nähmaschinen gehören in den Quelle-Katalog, nicht in jenen eines Schallplattenlabels.
In den langsameren Sätzen der Saint-Saëns-Konzerte fehlt es an Poesie, in den schnellen an wirklichem Feuer. So bleibt durchgehend der Eindruck einer 230 Volt-Lampe, die nur mit 200 Volt gespeist wird.
Thomas Sanderling dirigiert sehr gestisch und kraftvoll, aber es mangelt andererseits an orchestraler Transparenz, an Raffinement und Flair ebenso wie an Sensualität.