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RBB Kulturradio

Rezension RBB Kulturradio CD der Woche 08.08. - 14.08.2011 | Inga Langhans | August 8, 2011 Edvard Grieg: "Die sinfonischen Werke Vol. II"

Unter Leitung von Eivind Aadland spielt das WDR Sinfonieorchester Köln Griegs komplettes symphonisches Schaffen ein. Auf dieser CD sind die Werke für Streichorchester zusammengefasst.

In der Mitte seines Lebens vertonte Grieg Gedichte des Volksschullehrers Aasmund Olafsson Vinje. Die zwölf Vinje-Lieder für Singstimme und Klavier wurden in Norwegen sehr populär und sind in dieser Form bekanntes Repertoire. Die Vinje-Lieder Herzwunden, und Letzter Frühling instrumentierte er für das Bergener Symphonieorchester, das er 1880 als Dirigent übernommen hatte. Im Jahr 1881 erschienen sie als Zwei elegische Melodien op. 34. Diese bekannten Melodien bilden in der neuen Einspielung des WDR Sinfonieorchesters den berührenden Beginn.

Eine norwegisch-deutsches Zusammenfinden
Griegs Bearbeitungen für Streichorchester waren ein Versuch mehr Verständnis seiner Musik, insbesondere im Ausland, zu gewinnen. Der Komponist stand Zeit seines Lebens im persönlichen Konflikt zwischen dem Nationalen und dem Individuellen. Gerade die Verwendung von Material aus der Volksmusik Norwegens war für das Ausland interessant. In seiner Heimat wurde ihm jedoch zur Last gelegt, das Norwegische zu übertreiben. Diese Einspielung zeigt den inneren Konflikt Edvard Griegs. Der Dirigent Eivind Aadland fühlt sich in Griegs Musik zu Hause und liefert mit dieser Produktion einen geglückten Versuch einer deutsch-norwegischen Synthese, die sowohl Elemente aus der norwegischen Volksmusik, als auch der Kunstmusik enthält.

Eine einfühlsame Produktion
Die typische Klangwelt Edvard Griegs ist beim Kölner WDR Symphonieorchester bestens aufgehoben. Während der Dirigent Aadland das Orchester leitet und dabei viel Wert auf eine volksmusikalisch anklingende und ungewohnt unsentimentale Spielweise legt, erledigen die Musiker ihre Aufgabe in gewohnt bester Studioqualität. Die Bearbeitungen der Vinje-Lieder zeigen dies besonders, auch ohne Text, und dazu hat der Norweger Aadland einiges beigetragen. Der Volksmusikcharakter kommt in der Detail-Arbeit des Dirigenten zum Ausdruck - beispielsweise, indem auf Vibrato verzichtet wird.
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