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Neue Musikzeitung

Rezension Neue Musikzeitung 07/2015 | Hanspeter Krellmann | July 1, 2015 unüberhörbar 2015/07

Seine so energisch durchpulsten wie klangschön abgetönten Wiedergaben Mozarts bis Bartóks bleiben als tiefdringende persönlichkeitserfüllte Zeugnisse eines immer aufs Höchste gerichteten Künstlers in Erinnerung: Überrumpelnd keck und unorthodox griff Anda zu, spontan und bekenntnisdurchdrungen jede Musik nachlebend, ohne sich einen Klischeerest zu erlauben.
RBB Kulturradio

Rezension RBB Kulturradio 10.08.2015 | Beate Stender | August 10, 2015 CD der Woche

Bislang gab es die vielgelobte Einspielung der gesamten Kammermusik für Streicher vom Mandelring Quartett auf vier einzelnen CDs. Jetzt ist die Gesamt-Edition erschienen.

Entweder ganz oder gar nicht. Wenn sich das Mandelring Quartett einen Komponisten vorknöpft, dann nur mit all seinen Werken. Nach seinen Gesamteinspielungen der Streichquartette von Schostakowitsch und Janáček hat sich das Ensemble Felix Mendelssohn Bartholdy zugewandt. Dazu gehören sechs Streichquartette, zwei Quintette und das Oktett. Als Gäste machen der Bratschist Günter Teuffel und das Quartetto di Cremona das Ensemble komplett. Die vier CDs der Mendelssohn-Gesamtaufnahme sind nun in einer Box erschienen.

Hochexpressiv und subtil

Die vier Musiker des Mandelring Quartetts sind perfekt aufeinander abgestimmt: seit dreißig Jahren musizieren sie schon als Quartett zusammen und drei der vier Musiker sind Geschwister. So betont der Cellist Bernhard Schmidt: „Das Geschwisterverhältnis trägt dazu bei, dass wir ähnliche Einflüsse gemeinsam erlebt haben und wir über eine sehr lange Zeit ein gemeinsames Klangideal formen konnten.“

Dieses gemeinsame Klangideal hört man auch in der Gesamteinspielung. Ihr Mendelssohn klingt differenziert: von romantisch-sensibler Fröhlichkeit bis zu nachdenklichen und grüblerisch-schmerzvollen Ahnungen.

Bernhard Schmidt erzählt über die gemeinsame Arbeit an der Mendelssohn-Gesamtaufnahme, die sich über ein ganzes Jahr erstreckte: „Man muss bei Mendelssohn mehr und geschickter Regie führen innerhalb des musikalischen Ablaufs als bei anderen Komponisten. Sonst lässt man sich von der Begeisterung und den langen Steigerungen mitreißen und irgendwann klebt man sozusagen emotional an der Decke. Da muss man sich bewusst zurücknehmen.“

So entstand eine klug durchdachte und sehr subtile Interpretation. Der Verstand behält hier jedoch nicht das letzte Wort. Das Mandelring Quartett spielt mit so großer Hingabe und Mühelosigkeit, dass man sofort spürt, wie nahe ihnen diese Musik ist. Dieser Mendelssohn ist eine absolute Herzensangelegenheit.
Rheinische Post

Rezension Rheinische Post 25. Juli 2015 | Wolfram Goertz | July 25, 2015 Der späte Mendelssohn war ein stürmischer Radikaler

Unter Musikfreunden hat es sich eingebürgert, nach Düsternis in seinen Musikstücken zu suchen, wenn von traurigen Lebensphasen eines Komponisten die Rede ist. Als ob Leben und Kunst zwangsautomatisch aufeinander reagierten! Mozart beispielsweise schrieb besondere heitere Musik, als gerade seine Mutter gestorben war. Mancher Tonsetzer verfügt da über erstaunliche Selbstheilungskompetenzen.

Bei Felix Mendelssohn Bartholdy war das nicht anders, obgleich uns das späte Streichquartett f-Moll op. 80 aus dem Jahr 1847 immer wieder als heftige Reaktion auf den Tod seiner geliebten Schwester Fanny untergeschoben wird. Von diesem Tag an habe er rauer, wilder, erlebnistiefer komponiert. Das ist Unfug. Es handelt sich hierbei um ein besonders radikales Werk, in das man nichts von außen hineindeuten sollte. Der Komponist war einfach reifer, reflektierter und mutiger auf seiner Ausdrucksskala geworden.

Jetzt können wir den musikalischen Schaffensweg des Meisters, der in Düsseldorf eine wichtige Station seines Lebens hatte, anhand seiner Streichquartette und -quintette abschreiten. Dazu ermuntert uns das großartige Mandelring-Quartett, das längst zu führenden Ensembles seiner Art weltweit zählt. Die Mandelrings (Sebastian Schmidt und Nanette Schmidt, Violine; Roland Glassl, Viola; Bernhard Schmidt, Violoncello) musizieren mit einem ungeahnten Ausdruckshunger. Sie verzärteln Mendelssohn nicht als angeblich dezenten Sendboten zwischen Beethoven und der deutschen Romantik, sondern weisen ihn als kühnen Expressionisten aus.

Vor allem widerstehen die Mandelrings der Versuchung, Mendelssohn mit flötendem, vibratolosem Spiel herabzukühlen. Sie setzen ihn unter Strom, sie hetzen ihm Stürme auf den vierstimmigen Leib, sie tun alles, damit er aus der Ecke des unscheinbaren Apollinikers herausgerät. Das gelingt grandios in dieser exemplarischen Gesamtaufnahme.
Der neue Merker

Rezension Der neue Merker 1. August 2015 | Dr. Ingobert Waltenberger | August 1, 2015 Edvard Grieg: Violinsonaten – Spektakulärer Einstand von Franziska Pietsch

Franziska Pietsch (die schon mit 13 Jahren an der Komischen Oper in Berlin debütierte) auf der Violine geht ganz offensiv in die Musik heran und leuchtet noch die hintersten Ecken der Partitur quasi mit der Wünschelrute auf der Suche nach der musikalischen Wahrheit aus. Dabei geht es ihr nie um die vordergründige Schönheit des Tons. Dafür darf man eine klangmalerische Studie an dunklen Wolken, der Zartheit des Lichts, der ständig um und in sich fließenden musikalischen Sprache erleben wie kaum sonst wo. Ihr Geigenton deklamiert und singt, volkstümliches Fiedelspiel trifft auf salonhafte Virtuosität. Ihre Meisterschaft auf der Carlo Antonio Testore (1751) spiegelt das Genie Griegs.
Gramophone

Rezension Gramophone July 2015 | Rob Cowan | July 1, 2015 Amadeus disc premieres

One of my fondest concert memories from the late 1960s is of hearing the Amadeus Quartet in recital at a north London school playing Bartok's Fourth Quartet, a work that on first acquaintance thrilled me to the core, though my first record of the work – a very different sort of performance – was by the original Fine Arts Quartet (Saga LP, Music & Arts CD). Sadly the Amadeus never recorded a Bartok cycle so the appearance in the fourth volume of Audite's collection of the quartet's 'RIAS recordings' of the Fourth and Sixth Quartets, both recorded a good decade before I saw that Hampstead performance, is particularly valuable.

The second CD opens with Matyas Seiber's Third Quartet, Quartetto lirico, which is noticeably influenced by Bartok, the Sixth Quartet especially, and the Amadeus play it marvellously well. The opening minute or so of Bartok's Fourth sounds a little uncertain: the pizzicato Scherzo is rather measured and the wildcat finale lacks the sort of animal vigour that the Juilliards, the Veghs and indeed the Fine Arts brought to It. The performance's highlight is Martin Lovett's passionately rhapsodic cello solo in the slow third movement. The Sixth's first movement is at times rhythmically ambiguous, as if the players were just a few short steps short of mastering its form, whereas they're nearer the target in the dry, even OTT humour that fills the two middle movements. Best by far is the closing Mesto, music filled with profound sadness, a sadness that the quartet members, or the three of them who had been exiled from Europe, will have felt as deeply as the composer himself. Ironically it's the all-British first disc that finds them truly in their element, the Second Quartets of Britten and Tippett, music they seem to connect with intuitively. Both performances are memorably expressive.
Neue Musikzeitung

Rezension Neue Musikzeitung 7-8/15 (Juli-August 2015) | Hanspeter Krellmann | July 1, 2015 Die Rehabilitierung der vermeintlichen Orgel-Operette

Roß' Gesamteinspielung der Vierne-Sinfonien ist bemerkenswert durch seine interpretatorische Herangehensweise an die sechs Stücke. [...] Roß lässt Viernes Sinfonien – vor allem die späten, also die Nummern vier bis sechs, die den Gipfelpunkt des sogenannten Impressionismus überschritten haben – sich an extremen Ausprägungen moderner Haltungen wie der Atonalität reiben, um ihnen eine angemessene Ausdrucksbreite abzugewinnen. So atmet die Musik einerseits, entzieht sich dem Ruch einer lediglich effektgesteuerten Wirkungsweise und richtet sich auf der anderen Seite entscheidend auf das Wechselverhältnis von Struktur und Ausdruck.
Neue Musikzeitung

Rezension Neue Musikzeitung 7-8/15 (Juli-August 2015) | Hanspeter Krellmann | July 1, 2015 Die Rehabilitierung der vermeintlichen Orgel-Operette

Roß' Gesamteinspielung der Vierne-Sinfonien ist bemerkenswert durch seine interpretatorische Herangehensweise an die sechs Stücke. [...] Roß lässt Viernes Sinfonien – vor allem die späten, also die Nummern vier bis sechs, die den Gipfelpunkt des sogenannten Impressionismus überschritten haben – sich an extremen Ausprägungen moderner Haltungen wie der Atonalität reiben, um ihnen eine angemessene Ausdrucksbreite abzugewinnen. So atmet die Musik einerseits, entzieht sich dem Ruch einer lediglich effektgesteuerten Wirkungsweise und richtet sich auf der anderen Seite entscheidend auf das Wechselverhältnis von Struktur und Ausdruck.

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