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ouverture Das Klassik-Blog

Rezension ouverture Das Klassik-Blog Mittwoch, 28. Dezember 2016 | December 28, 2016 Leopold I. (1640 bis 1705) war der zweite Sohn des Kaisers Ferdinand III. und...

Johannes Strobl hat diese durchweg eher klagenden Gesänge mit der Cappella Murensis und Les Cornets Noirs in der Klosterkirche Muri eingespielt, die bereits bei anderen Aufnahmen durch ihre beeindruckende Akustik in Erinnerung geblieben ist. Das Solistenquintett und die Ripieni- sten, jeweils doppelt besetzt, singen diese emotionsgeladenen Werke sehr schlicht und gerade dadurch eindrücklich. Sie werden dabei bestens unterstützt durch die Musiker von Les Cornets Noirs, die auf Nachbauten historischer Instrumente musizieren. Formidabel!
www.artalinna.com

Rezension www.artalinna.com 18 novembre 2016 | Jean-Charles Hoffelé | November 18, 2016 La boite de Pandore

Une fois mis dans la platine le premier CD, qui commence avec les Rückert-Lieder de Mahler, impossible d’arrêter : la boîte de Pandore est ouverte, les sortilèges ne cessent plus.
Zuger Zeitung

Rezension Zuger Zeitung 05. Januar 2017 | Fritz Schaub | January 5, 2017 Ein Flüchtling wurde zur Schlüsselfigur

Schuberts Unvollendete und Beethovens dritte «Leonore-Ouvertüre», dokumentieren nicht weniger eindrücklich, auf welch hohem Niveau damals das Festspielorchester stand, auch wenn die Tonqualität deutlich historisch ist.
Rheinische Post

Rezension Rheinische Post 28. Dezember 2016 | Volker Hagedorn | December 28, 2016 Die Geister, die Robert Schumann rief

"Robert hat ein höchst interessantes Violinkonzert beendet, er spielte es mir ein wenig vor, doch wage ich mich darüber nicht auszusprechen, als bis ich es erst einmal gehört", notiert Clara Schumann am 7. Oktober 1853 in ihr Tagebuch. In nur zwei Wochen hat Robert die Partitur geschrieben, rasend schnell, die Uraufführung in Düsseldorf ist drei Wochen später geplant, und Solist Joseph Joachim muss ja noch üben können. Aber die Düsseldorfer kippen das Programm. Ein einziges Mal nur kann der Komponist sein Werk hören, unzureichend, bei einer Probe in Hannover, die Joachim im Januar 1854 organisiert. Einen Monat später versucht Schumann, sich im Rhein zu ertränken, zwei Jahre später stirbt er in Bonn.

Ach, hätten ihm Geisterstimmen doch noch zugeflüstert, dass 150 Jahre später fast alle großen Geiger sein Stück spielen würden! Vorläufige Krönung: drei der derzeit profiliertesten Geigerinnen. Als erste legte Isabelle Faust vor einem Jahr ihre Aufnahme mit dem Freiburger Barockorchester vor, es folgte Patricia Kopatchinskaja mit dem WDR-Sinfonieorchester, und nun ist auch Carolin Widmanns Aufnahme mit dem Chamber Orchestra of Europe (COE) zu haben. Die Musikerinnen, alle zur Generation der frühen 1970er zählend, haben endgültig jene Stufe der Rezeption gezündet, auf der es nicht mehr um eine umstrittene Rarität geht.

Denn dieses Werk gehört zum Großartigsten, was Schumann für sinfonische Besetzung geschrieben hat. Ein neuer Ton ist da zu hören, im ersten d-Moll-Satz blockhaft Archaisches in expressive Rückblicke drängend, im zweiten Satz subtilste Rhythmik. Mit dem Finale indes hatte schon Clara ein Problem, und Joachim fand es "entsetzlich schwer für die Geige". War das ein Grund, die Partitur zu verstecken? Auf Claras Wunsch kam sie nicht in die Gesamtausgabe. Joachim, Besitzer des Autographs, verwies dazu 1889 auf "eine gewisse Ermattung, welcher geistige Energie noch etwas abzuringen sich bemüht".

Auf ihn und Clara geht die zählebige "ideé fixe" zurück, Schumanns Spätwerk zeige Züge geistiger Zerrüttung. Joachims Sohn verkaufte das Autograf der Preußischen Staatsbibliothek 1907 mit der Auflage, das Konzert 100 Jahre lang nicht zu publizieren, Schumanns Tochter Eugenie wehrte sich noch als Greisin gegen die Publikation, die 1937 nur möglich wurde, weil die Nazis einen "arischen" Ersatz für das Violinkonzert von Felix Mendelssohn brauchten. Dem Nationalgeiger Georg Kulenkampff war die Partie zu schwer (anders als zur selben Zeit dem jungen Yehudi Menuhin in den USA), und kein Geringerer als Paul Hindemith gab sich dazu her, von 523 Takten der Sologeige mehr als die Hälfte umzuschreiben, sie hochzuoktavieren, einfacher spielbar und dabei "brillanter" zu machen – was faule Routiniers gern "dankbar" nennen.

Auch diese "Uraufführung" vom 26. November 1937 kann man nun wieder hören, ohne die einleitenden Worte von Propagandaminister Goebbels zu Beginn dieser "Kraft durch Freude"-Veranstaltung in Berlin. Georg Kulenkampff hetzt durch den ersten Satz wie durch eine Zirkusnummer, den letzten Satz hat er von Schumanns Metronomzahl 63 auf 104 hochgedreht, und der langsame Satz versinkt zum Glück im spacigen Zirbeln der Interferenzen und Datenverluste, die sich beim Überspielen welker Wachsplatten auf Band ergaben. Obwohl auch Yehudi Menuhin das Werk wenig später in den USA spielte, hatte es nun einen braunen Schatten zusätzlich zum Zerrüttungsverdacht. Wirklich verlässliche Notenausgaben gibt erst seit knapp zehn Jahren.

Diese lange Geschichte ist wie weggeblasen, wenn das famose Chamber Orchestra of Europe dirigentenlos in den ersten Satz einsteigt, schneller als von Schumann gedacht, voller Sturm und Drang. Die leeren E-Saiten der Geigen werden bewusst expressiv, fast schmerzhaft eingesetzt, was die Nachdenklichkeit der Solistin um so deutlicher macht. Den halben Noten zwischen ihren Sechzehnteln sinnt Carolin Widmann wie mit weiten Blicken nach, während Kopatchinskaja diese Töne ankrallt, hinschmeißt, fast wütend, und Isabelle Faust lange und kurze Noten in Schönheit verbindet – nuancenreich, nicht oberflächlich.

Das Freiburger Barockorchester, von Pablo Heras-Casado geleitet, entwickelt dabei nicht so viel Sog wie das Chamber Orchestra of Europe, lässt aber Registerwechsel, Farbkontraste deutlicher werden und ist trockener aufgenommen. Das größer besetzte WDR-Sinfonieorchester unter Heinz Holliger, als Autor ein kompetenter und subtiler Schumann-Versteher, wirkt dagegen etwas gedeckelt und unterspannt – in kuriosem Kontrast zur Geigerin Patricia Kopatchinskaja, der ihr Eigensinn öfter wichtiger ist als das poetische Potenzial der Musik. Krachende Tonbildung im Forte und Pianissimi an der Grenze der Hörbarkeit können durchaus nerven, auch wenn man ihr alle Aktionen glaubt und sich oft fragt, was ihr wohl als nächstes einfällt. Sie gibt ein bisschen das "bad girl".

Die Überraschungen ihrer Kolleginnen liegen in dem, was sie bei Schumann entdecken. Während Isabelle Faust ihn behutsam mit der weiten Welt verbindet, geht Carolin Widmann ins Innere und beschert uns im langsamen Satz die zärtlichsten Töne, unfassbar intim. Ihre schlichten leisen Synkopen in Takt 13 und 14 wagt man kaum ein zweites Mal zu hören, so etwas Unwiederbringliches haben sie. Dabei hilft freilich eine Aussteuerung, die die Solovioline auch bei leisesten Tönen unterstützt, während Isabelle Faust realistischer aufgenommen wurde, tiefer im Geflecht der umgebenden Töne. Genau das hat man Schumann – im bornierten Vergleich mit Genrestandards – vorgeworfen: Sein Solopart bewege sich zu oft im Schatten tieferer Lagen.

Vielleicht nimmt sich da einfach ein Subjekt zurück? Im Finale gilt das allerdings auch fürs Genie. Vielleicht war es Zeitdruck, der Schumann hier auf die "Images der Polenromantik" (so der Musikwissenschaftler Reinhard Kapp) vertrauen ließ: Eine gigantische Polonaise tritt auf der Stelle, Holzbläser verbreiten schauerlichen sächsischen Humor und die Geige spinnt fingerbrecherische Girlanden. Soll man das einfach schnell hinter sich bringen? Widmann und Kopatchinskaja drehen das Tempo auf 80 hoch, nur Faust lässt sich (fast) auf Roberts Angabe ein, und prompt scheint die Violine doch etwas zu sagen. Nur was? Rätsel hinter einer lächelnden Maske: Wir sollten nicht glauben, ihn jetzt zu kennen.
L'éducation musicale

Rezension L'éducation musicale no 110 janvier 2017 | Jean-Pierre Robert | January 1, 2017 A l'origine réticent à l'idée d'écrire un concerto de violon, Igor...

L'exécution qu'en donne Liana Gourdjia, formée entre autres à l'école russe de violon et professeure à l'École Normale de Musique de Paris, est exemplaire de maîtrise et de finesse, et l'accompagnement du Deutsche Radio Philharmonic sous la direction limpide de Zsolt Naky est parfaitement adéquat.
Pizzicato

Rezension Pizzicato 13/01/2017 | Remy Franck | January 13, 2017 Stravinsky mit viel Sensualität

Auf dieser ganzen und vom Programm her originellen Stravinsky-CD besorgt die russische Geigerin Liana Gourdjia zunächst knackig frische Interpretationen einiger Stücke für Violine und Klavier, in denen sie sich auch ganz schön sensuell und leidenschaftlich geben kann. Hier kommt eigentlich alles zusammen, um die kleinen Stücke in ihrer ganzen Rhetorik auszuschöpfen.

Hier haben wir es offensichtlich mit einer Geigerin zu tun, deren Musiksprache durch die sinnlichen Komponenten geprägt wird, und vom Bedürfnis, den Tonraum mit Musik so zu füllen, dass diese vom erlebenden Ich zu erlebenden Du strömt. Und in diesem Musizieren wird sie von Katia Skanavi bestens und mitgestaltend unterstützt.

Im Violinkonzert gibt es eine angenehme Klarheit des musikalischen Diskurses auch im Orchesterpart. Solistin und Dirigent bemühen sich, die reizvollen melodischen Strukturen optimal herauszuarbeiten und die Musik so stimmungsvoll und lebendig wie nur möglich zu gestalten. Sie konzentrieren sich dementsprechend auf die Rhythmik, den federnden Schwung und die Farben der Musik. Extreme werden dabei tunlichst vermieden, sodass die Musik in ihrer ganzen Vitalität auch elegant bleibt und letztlich doch nie technisch-kühl wirkt, weil auch hier Sensualität eine große Rolle spielt.

Here we have very sensual Stravinsky performances. In the concerto, Liana Gourdjia and Darrell Ang care for melodies as well as for colours, rhythm and flexibility.
Fono Forum

Rezension Fono Forum Februar 2017 | Marcus Stäbler | February 1, 2017 Die rasche Lesart des Allegro con brio im Kopfsatz des G-Dur-Quintetts von...

Die rasche Lesart des Allegro con brio im Kopfsatz des G-Dur-Quintetts von Brahms nimmt dem weit ausgreifenden Cellothema seine orchestrale Schwere. So flott, so eilig vorandrängend hört man diesen kraftstrotzenden Beginn eher selten. Einer von vielen Hinweisen darauf, dass das Mandelring Quartett – mit seinem langjährigen Bratscher Roland Glassl als Gast – seine Aufnahme der Brahms-Streichquintette ganz schön straff angeht und den sinfonischen Duktus verschlankt. Dieser Eindruck bestätigt sich beim Seitenthema, dessen Legato die Musiker beim ersten Auftritt ausdünnen; die nostalgische Schwelgerei des 9/8-Walzers ist merklich gezügelt. Erst bei der Wiederkehr des Themas in der Reprise, wenn es die Geigen anstimmen, gestatten sich die Streicher ein etwas üppigeres Vibrato, um die herrliche Melodie auszukosten.

Auch in den Folgesätzen lässt sich das Ensemble nie von der romantischen Stimmung verführen, wegtragen oder aufhalten, sondern wahrt seine flüssigen Tempi und eine analytische Klarheit, mit der es die komplexen Strukturen der Musik durchleuchtet – etwa im Allegretto, in dem die Interpreten einen Blick auf den doppelten Boden des vermeintlich volkstümlichen Tons gewähren: Dort irritiert Brahms den tänzerischen Schwung durch kunstvoll verzahnte Gegenrhythmen. Durchs Finale fegt das erweiterte Mandelring Quartett dann mit einem jugendlichen Feuer, als hätte Brahms das Quintett nicht gegen Ende, sondern zu Beginn seiner Komponistenkarriere geschrieben.

Trotz einer auf fünf Stimmen angedickten Klangfülle verliert das Ensemble nie seinen originär kammermusikalischen Zugriff. Auch im F-Dur-Quintett, mit dem die CD beginnt, sind die vielen dynamischen Feinheiten, motivischen Verästelungen und die rhythmischen Konflikte der Musik transparent abgebildet. Insgesamt wirken die beiden Quintette hier etwas "klassischer" und weniger opulent als in anderen Aufnahmen, aber nicht minder mitreißend.

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