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Fono Forum

Rezension Fono Forum Juni 2015 | Marcus Stäbler | June 1, 2015 Die frühen Beethoven-Quartette wirken in manchen Aufnahmen – gerade im...

Die frühen Beethoven-Quartette wirken in manchen Aufnahmen – gerade im Vergleich mit den mittleren und späten Werken – noch ein bisschen brav. Nicht so beim Quartetto di Cremona. Die Streicher aus der Welthauptstadt des Geigenbaus gehen im Quartett op. 18,1 mit einem (typisch italienischen?) Temperament zur Sache, das den Hörer unmittelbar packt. Umwerfend, wie sich die Vier im eröffnenden Allegro gegenseitig befeuern. Im Gesang des anschließenden Adagio sind dann die Leidenschaft und Ergriffenheit, die Beethoven mit der Vortragsbezeichnung „affettuoso ed appassionato“ einfordert, so deutlich zu spüren wie in nur wenigen Einspielungen.

Das 26 Jahre später entstandene cis-Moll-Quartett op. 131 kommt aus einer ganz anderen Sphäre. Hier hat Beethoven die Formen der klassischen Tradition längst hinter sich gelassen und eine Tonsprache geschaffen, die bis heute nichts von ihrer eigenwilligen, mitunter widerborstigen Rätselkraft verloren hat. Viele Musikhistoriker und Interpreten haben immer wieder den vermeintlich abstrakten und weltabgewandten Charakter des Spätwerks hervorgehoben. Das Quartetto di Cremona rückt die Musik dagegen in ein sehr menschliches Licht. Auch im cis-Moll-Quartett steht der Ausdruck für die vier Italiener im Vordergrund. Das zeigen sie etwa mit ihrer expressiven Wärme, die den eröffnenden Fugensatz ebenso beseelt wie die Variationenfolge im zentralen Andante, aber auch mit der Leidenschaft, die das ganze Finale vorantreibt wie in einem Höllenritt. Auch ein Komponist, der sein Gehör verloren hat, bleibt ein Mensch aus Fleisch und Blut: So lautet die zentrale und überzeugende Botschaft des Cremoneser Ensembles zu Beethoven, die in der vierten Folge der Gesamtaufnahme besonders deutlich zutage tritt und auch klangtechnisch, wie gewohnt, sehr klar übermittelt wird.
Gramophone

Rezension Gramophone June 2015 | Peter Quantrill | May 25, 2015 Audite’s recording is close if not claustrophobic, close enough to...

Audite’s recording is close if not claustrophobic, close enough to differentiate the character of the four Italian instruments as well as their players—the 20th-century viola and cello are more reticent if more timbrally even than the Amati and Testore instruments used by the violinists. The microphones catch both the leader’s sniff and the rather wide and slow vibrato he uses in general; I prefer the pure tone employed by him and his colleagues to chilling effect in the Adagio of Op 18 No 1, which is invested with an unusual depth of expression. The dramatic silences are given full measure around Eroica-like intensifications of the main theme’s second half at the movement’s climax, and the players don’t let the tension slacken with a sentimental rallentando but bend the coda with discreet portamento.

Right from the subtle play with Beethoven’s opening gambit—first tentative, then more assured, like a guest at the door putting their party face on—this is a performance that moves with purpose and takes care over the small things. Both the Scherzo and its Trio push on relentlessly—it’s a small room for a busy party and the guests are inclined to talk to your face—with plenty of buzz from the cellist as he lays into a point. The confrontational tonal profile of the quartet is more obviously suited to the abrupt contrasts of Op 131. The stabbing accents of the opening Adagio would cut deeper at a lower dynamic level, and throughout there is a lack of really quiet, inward playing, even in the central Andante. Accordingly the finale is a first cousin to the Grosse Fuge, raw and impressively provisional.
Pizzicato

Rezension Pizzicato 28/04/2015 | Guy Engels | April 28, 2015 Emotionaler Wellenritt

Der mögliche Einbruch bleibt aus. Das ‘Quartetto di Cremona’ hat den langen Atem, weicht nicht von seiner kompromisslosen, aufwühlenden, packenden Lektüre der Beethoven-Quartette ab. Diesmal haben die vier Musiker das frühe F-Dur-Quartett und das späte cis-Moll-Quartett miteinander konfrontiert. Die zeitliche, vor allem aber die künstlerische Distanz zwischen Opus 18 und Opus 131 ist nicht zu überhören. Dennoch bleibt ihnen eines gemein: die Beethovensche Unrast, die fiebrige Romantik, die emotionale Unwucht. In Opus 18 mag das wohl noch etwas klassisch ummantelt sein. Vor allem der lyrische 2. Satz enthält manche Reminiszenzen an Haydn. Aber auch da setzt das ‘Quartetto di Cremona’ immer wieder Ausrufezeichen, bricht aus dem wiegenden, wohlgeformten Duktus aus – wie ein Ausbruch aus einem wohlbehüteten Leben, ein Aufbruch zu neuen Ufern. Das Spiel der Cremoneser bleibt immer griffig, zupackend – auch im leichtfüßig und transparent vorgetragenen Schlussallegro.

Opus 131 unterscheidet sich vom Frühwerk schon allein durch die reifere Anlage, durch Beethovens tiefes Durchdringen musikalischer Gedanken, mit denen die Interpreten vollauf im Einklang sind. Dem brillanten Klang im Andante stellen sie in den schnellen Ecksätzen ein vulkanisches Aufbäumen entgegen, ein emotionales Beben, bei dem sich die tiefen Streicher im 7. Satz an einem seelischen Abgrund bewegen. Dem Sog dieser Interpretationen kann man sich kaum entziehen.

Restlessness, feverish romanticism and emotional force characterize the Beethoven performances by Quartetto di Cremona. The four Italians are deeply penetrating the composer’s musical thoughts and several times kind of an emotional quake brings the music into ebullition.
Sémele - boletín de novedades discográficas de música clásic

Rezension Sémele - boletín de novedades discográficas de música clásic abril de 2015 | April 1, 2015 El cuarto volumen de los cuartetos de Beethoven por el Quartetto di Cremona pone...

El cuarto volumen de los cuartetos de Beethoven por el Quartetto di Cremona pone en diálogo dos obras muy contrastadas: un cuarteto temprano y otro tardío del maestro de Bonn cuya distancia en el tiempo – 27 años median entre uno y otro – refleja no sólo el drástico cambio de estilo que experimentó el lenguaje beethoveniano como producto de una renovación consciente de los procedimientos tradicionales, sino también la diferencia entre las lógicas exigencias técnicas que los demarcan.

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