Rezension SWR So., 1.10.2023, 16:05 Uhr, SWR2 Alte Musik | October 1, 2023 BROADCAST
Jetzt aber fliegen wir erstmal eine Runde mit William Byrd. „On Byrds Wings“, auf Byrds Flügeln heißt eine neue CD mit Musik aus dem goldenen Renaissancezeitalter Englands. Der Titel spielt mit dem Vogel, der in Byrds Namen steckt und vielleicht spielt da auch noch eine Assoziation rein an Heinrich Heines Gedicht „Auf Flügeln des Gesanges“. Passt jedenfalls wunderbar zu den ätherisch schönen Sopranstimmen von Dorothee Mields und Magdalene Harer. Hier sind sie mit einem Bußpsalm von Byrd „Have mercy upon me“, Gott sei mir gnädig. Das Boreas Quartett Bremen und das Hathor Consort begleitet mit Blockflöten, Laute und Gamben.
MUSIK
„Have mercy upon me“, ein Bußpsalm von William Byrd, gesungen von Dorothee Mields und Magdalene Harer mit innigem und schlichtem Ausdruck. Ich finde das wunderschön, wie sich diese beiden Stimmen umranken und wie sie sich mit den Instrumenten mischen, den Blockflöten des Boreas Quartett Bremen und dem Hathor Consort mit seinen Gamben und der Laute. Das ist einfach super zusammen geatmet und phrasiert, die Farben sind wunderschön abgestimmt, die Intonation ist so sauber, dass manche Akkorde regelrecht leuchten, aber eben niemals grell, sondern einfach durchsichtig.
1623 ist William Byrd gestorben, vor 400 Jahren also. Byrd, der Zeitgenosse von Shakespeare und einer der großen Komponisten seiner Epoche. Er schrieb Musik für alle Lebenslagen, für Tasteninstrumente, weltliche Lieder und Instrumentalwerke und sehr viel geistliche Musik, sowohl für den anglikanischen Gottesdienst, als auch für den römisch-katholischen. Denn Byrd war Katholik und litt im protestantischen England sein Leben lang unter Diskriminierung. Trotzdem hat ihm Königin Elisabeth I 1575 ein ziemlich exklusives Privileg für den Notendruck verliehen. „William Byrd and his Circle“ ist der Untertitel und das Programm der CD. Sie gibt einen Einblick in die häusliche englische Musikkultur. Jeder bessere Haushalt hatte damals ein Sortiment von Gamben im Musikschrank, meistens sechs Instrumente in unterschiedlicher Größe von Sopran bis zum Bass. Eine Laute und ein paar Blockflöten gehörten ebenfalls zur Grundausstattung. So konnte man sich abends mit Nachbarn und Freunden treffen, zusammen Musik machen und dann noch ein schönes Essen genießen. Byrd und seine Zeitgenossen haben genau für diese Besetzungen eine Fülle von Werken geschrieben, mal mit, mal ohne Singstimmen. Und genau diese Musikkultur spiegelt diese neue CD. Byrds Werke stehen im Zentrum. Drumherum versammeln sich Henry Lawes, Thomas Campion, Robert Johnson, Thomas Tomkins, Thomas Simpson und Orlando Gibbons. Geschmackvoll kombinieren die Musikerinnen und Musiker dabei die unterschiedlichen Genres und Klangfarben. Hören wir noch ein bisschen weiter in Byrds Musikerzirkel. Ein Tanz der Satyrn von Robert Johnson. Die Satyrn, diese geisterhaften Mischwesen aus Mensch und Ziegenbock springen hier wild zwischen den unterschiedlichen Taktarten Zweier und Dreier hin und her. Satyrs` Dance von Robert Johnson, gespielt von den Blockflöten des Boreas Quartett Bremen.
MUSIK
„On Byrds Wings – William Byrd and his Circle“ heißt diese schöne und facettenreiche neue CD mit Musik aus dem England um 1600. Bei einigen Stücken sind die beiden Sopranistinnen Dorothee Mields und Magdalene Harer beteiligt. Beide zählen zu den herausragenden Sängerinnen in der Alte Musik Szene. Und es ist wirklich ein Fest, wie sie gemeinsam Musik machen mit diesen großartigen Instrumentalisten des Hathor und des Boreas Consorts. Die CD ist beim Label audite herausgekommen, wie immer bei diesem Label sehr gut aufgenommen und das Booklet ist informativ und sorgfältig gestaltet. Zwei Weihnachtsstücke von Byrd und Gibbons sind auch dabei, für mich echte Entdeckungen, die senden wir später mal in der Weihnachtszeit.
MUSIK
„Have mercy upon me“, ein Bußpsalm von William Byrd, gesungen von Dorothee Mields und Magdalene Harer mit innigem und schlichtem Ausdruck. Ich finde das wunderschön, wie sich diese beiden Stimmen umranken und wie sie sich mit den Instrumenten mischen, den Blockflöten des Boreas Quartett Bremen und dem Hathor Consort mit seinen Gamben und der Laute. Das ist einfach super zusammen geatmet und phrasiert, die Farben sind wunderschön abgestimmt, die Intonation ist so sauber, dass manche Akkorde regelrecht leuchten, aber eben niemals grell, sondern einfach durchsichtig.
1623 ist William Byrd gestorben, vor 400 Jahren also. Byrd, der Zeitgenosse von Shakespeare und einer der großen Komponisten seiner Epoche. Er schrieb Musik für alle Lebenslagen, für Tasteninstrumente, weltliche Lieder und Instrumentalwerke und sehr viel geistliche Musik, sowohl für den anglikanischen Gottesdienst, als auch für den römisch-katholischen. Denn Byrd war Katholik und litt im protestantischen England sein Leben lang unter Diskriminierung. Trotzdem hat ihm Königin Elisabeth I 1575 ein ziemlich exklusives Privileg für den Notendruck verliehen. „William Byrd and his Circle“ ist der Untertitel und das Programm der CD. Sie gibt einen Einblick in die häusliche englische Musikkultur. Jeder bessere Haushalt hatte damals ein Sortiment von Gamben im Musikschrank, meistens sechs Instrumente in unterschiedlicher Größe von Sopran bis zum Bass. Eine Laute und ein paar Blockflöten gehörten ebenfalls zur Grundausstattung. So konnte man sich abends mit Nachbarn und Freunden treffen, zusammen Musik machen und dann noch ein schönes Essen genießen. Byrd und seine Zeitgenossen haben genau für diese Besetzungen eine Fülle von Werken geschrieben, mal mit, mal ohne Singstimmen. Und genau diese Musikkultur spiegelt diese neue CD. Byrds Werke stehen im Zentrum. Drumherum versammeln sich Henry Lawes, Thomas Campion, Robert Johnson, Thomas Tomkins, Thomas Simpson und Orlando Gibbons. Geschmackvoll kombinieren die Musikerinnen und Musiker dabei die unterschiedlichen Genres und Klangfarben. Hören wir noch ein bisschen weiter in Byrds Musikerzirkel. Ein Tanz der Satyrn von Robert Johnson. Die Satyrn, diese geisterhaften Mischwesen aus Mensch und Ziegenbock springen hier wild zwischen den unterschiedlichen Taktarten Zweier und Dreier hin und her. Satyrs` Dance von Robert Johnson, gespielt von den Blockflöten des Boreas Quartett Bremen.
MUSIK
„On Byrds Wings – William Byrd and his Circle“ heißt diese schöne und facettenreiche neue CD mit Musik aus dem England um 1600. Bei einigen Stücken sind die beiden Sopranistinnen Dorothee Mields und Magdalene Harer beteiligt. Beide zählen zu den herausragenden Sängerinnen in der Alte Musik Szene. Und es ist wirklich ein Fest, wie sie gemeinsam Musik machen mit diesen großartigen Instrumentalisten des Hathor und des Boreas Consorts. Die CD ist beim Label audite herausgekommen, wie immer bei diesem Label sehr gut aufgenommen und das Booklet ist informativ und sorgfältig gestaltet. Zwei Weihnachtsstücke von Byrd und Gibbons sind auch dabei, für mich echte Entdeckungen, die senden wir später mal in der Weihnachtszeit.