Nachdem wir vor kurzem die herausragende Interpretation sämtlicher Triowerke von Turina durch das 'Trio Arbós' (Naxos) vorgestellt haben, liegt uns nun eine zweite Einspielung der wunderschönen Fantasie op.91, 'Circulo', durch das Turina-Trio vor, das aus Ursula Monter, Klavier, Bertrarn Schade, Violine, und Ulrike Eickenbusch, Violoncello besteht. Die drei Musiker aus dem süddeutschen Raum arbeiten seit 1996 zusammen. Sie erhielten spezielle Impulse durch die Arbeit mit Menahem Pressler, dem Pianisten des bereits jetzt legendären 'Beaux-Arts-Trio' und gewannen 1998 den ersten Preis beim 8. Wettbewerb in Casale Monferrato/Italien.
Es ist aber nicht das Werk des Komponisten, nach dem sich das Trio benannt hat, das auf seiner ersten CD den Schwerpunkt darstellt. Zwar ist die Deutung von Turinas 'Circolo' ansprechend und hat auch Atmosphäre, es fehlt ihr aber die visionäre Größe, die ihm das Arbós-Trio verliehen hat. Auch vom bekannten 'Dumky'-Trio Dvoráks, das plötzlich zur Entdeckung durch den Film 'Le Paltoquet' geworden war, hat man mehrere Aufnahmen in besserer Erinnerung; an sich aber ist nichts gegen diese homogene und klangschöne Darbietung einzuwenden, und das ‚Poco Adagio’ ist sogar besonders expressiv. Ganz allgemein aber ist diese Interpretation, wie die von Turina, etwas zu brav: Den Musikern fehlt nun einmal lateinisches oder slawisches Temperament.
Die eigentliche Entdeckung der CD wird das zweisätzige Trio op. 56 aus dem Jahre 1927 von Hermann Zilcher (1881-1948), ein klug durchkomponiertes Werk, das sehr konzentriert und differenziert gespielt wird. Besonders die geschickt gestalteten ‚Variationen über ein walisisches Thema’ geben den Interpreten die Möglichkeit ihr beachtliches Können unter Beweis zu stellen, wobei die Individualität der drei ebenso deutlich wird wie die Homogenität, zu der sie fähig sind. Wegen dieser musikalischen Entdeckung, die auch dem Charakter der Interpreten am besten zu liegen scheint, verdient es diese Aufnahme, gehört zu werden.