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Pizzicato

Rezension Pizzicato 5/2007 | Guy Wagner | 1. Mai 2007 Wie viele Einspielungen der 'Winterreise' mit Dietrich Fischer-Dieskau es gibt,...

Wie viele Einspielungen der 'Winterreise' mit Dietrich Fischer-Dieskau es gibt, hätte ich nicht zu sagen gewusst, aber das Beiheft einer Neuveröffentlichung bei Audite hat mich aufgeklärt. Allein zehn entstanden mit ihm zwischen 1948 und 1990, und zwei Dutzend weitere Aufzeichnungen ruhen noch unveröffentlicht in den Archiven.

Nun kam eine weitere hinzu. Sie ist eine der frühesten und stammt von 1952, hat demnach 55 Jahre auf dem Buckel, wirkt aber erstaunlich frisch, auch von der Aufnahmequalität her: Es handelt sich um eine Rundfunkproduktion des WDR.

Fischer-Dieskau hatte gerade einmal 27 Jahre, als er diese 'Winterreise' sang, und war bereits ein reifer Künstler. Mit brillanter Intelligenz setzte er sich mit dieser Reise ans Ende der Nacht auseinander. Seine Stimme ist warm, abgerundet, ausgewogen und versteht es prachtvoll, durch feinste Modulationen alle Stimmungsschwankungen zu verdeutlichen. Er kann ebenso zurückhaltend und introvertiert singen wie zu eindringlichen Ausbrüchen kommen, ohne dass diese je übertrieben oder manieriert wären. Seine Stimme wirkt auch nie gequetscht oder gepresst, wie das in späteren Aufnahmen manchmal der Fall ist. Vor allem aber beeindruckt die Intelligenz, mit der Fischer-Dieskau die Höhen und Tiefen dieser Seelenwanderung auslotet, und seine phänomenale bereits voll ausgereifte Kunst, Melodien mit Sinn zu füllen.

Überzeugend ist auch sein Partner, Hermann Reutter, selbst ein ausgezeichneter Liedkomponist. Er macht, im Wechselspiel mit der Gestaltung des Sängers, aus der Klavierbegleitung ein eigenständiges Psychodrama. Reutter erinnert mich an einen anderen Komponisten, Aribert Reimann, der ein exemplarischer Begleiter für Brigitte Fassbaender in der 'Winterreise' wurde.

Dies ist demnach eine überaus wichtige Veröffentlichung, nicht nur als Glied in der einzigartigen Karriere von Fischer-Dieskau, sondern als eine Gestaltung des größten Liedzyklus der Musikgeschichte, die nichts an Frische und Aktualität eingebüßt hat.
Pizzicato

Rezension Pizzicato 5/2007 | Guy Wagner | 1. Mai 2007 Wunderbar frisch

Kurz nach Veröffentlichung der WDR-Winterreise, stellt Audite drei weitere Liedeinspielungen aus den 50er Jahren mit Dietrich Fischer-Dieskau vor, die vom Westdeutschen Rundfunk aufgenommen wurden und wunderbar frisch (monaural) klingen.

Wunderbar frisch ist auch die Stimme des großen Pioniers des Liedes. Mein Gott, jeder der sich an diese so schwierige und gefahrvolle Domäne heranwagt, müsste sich vorher als Pflichtübung diese Aufnahmen des jungen Meister sozusagen als Lehrstücke anhören.

In den ausgewählten Liedern aus dem so genannten Zyklus 'Schwanengesang' hat DFD die dramatischsten und sensibelsten ausgewählt: 'Liebesbotschaft' nach Rellstab, und 'Der Atlas', 'Ihr Bild', 'Die Stadt', 'Am Meer' von Heine. Nur 'Der Doppelgänger' fehlt in dieser Reihe. Dafür hat der Sänger 'Die Taubenpost' ausgewählt und daraus ein Kabinettstück gemacht. Eine besondere Kostbarkeit ist auch 'Der Erlkönig', in dem er mit einer Intelligenz und zugleich eine außerordentlichen, aber gebändigten Intensität bis an die Grenzen der eigenen Möglichkeiten geht. Und wie schön ist die Spontaneität von 'Prometheus', wo er Hertha Klust zur Partnerin hat! Im übrigen ist es der getreue Günther Weißenborn, der behutsam, aufmerksam und zuverlässig begleitet, ohne allerdings immer der Genialität des Gesangs gerecht zu werden. Das ist besonders in der 'Taubenpost' bemerkbar.

Eine Pioniertat vollbrachte Fischer-Dieskau mit der Aufnahme von 'Die Schöne Magelone' von Johannes Brahms. Er war, so weit uns bekannt ist, der erste, der die Romanzen überhaupt einspielte, und er tat es mit einem solchen Feuer, einer so frischen Männlichkeit und einer so farbenreichen Darstellung, dass diese leuchtende Interpretation zu Ehrenrettung Brahms' als Liedkomponist wird. Wie in der 'Winterreise', wird Fischer-Dieskau hier von Hermann Reutter begleitet, der nicht zögert, mit dem Sänger das Wagnis einer expressiven, klanglich und gesanglich aufs Äußerste hinzielenden Deutung einzugehen. Drei weitere Brahms-Lieder, diesmal von Günther Weißenborn begleitet, runden die bemerkenswerte CD ab. Es fehlen aber in dieser Aufnahme die begleitenden Prosatexte, die heute immer zu Recht auch aufgenommen werden, um den Zusammenhang der 'Liebesgeschichte der schönen Magelone und des Grafen Peter von Provence' von Ludwig Tieck besser verständlich zu machen. Klugerweise sind sie aber im Booklet abgedruckt.

Das ist leider nicht der Fall für die Liedtexte, die Schubert benutzte, und auch nicht für die der vierten CD, die zwei Schumann-Zyklen vorbehalten ist: den 'Kerner-Liedern' op. 35 und dem 'Liederkreis' op. 39 von Eichendorff. Wie viel Poesie doch diese Aufnahme des 'Liederkreises' von 1955 hat! Unglaublich erscheint das Spektrum der Möglichkeiten des Sängers. Hier gelingt ihm eine einschmeichelnde Zurückhaltung und Verinnerlichung, die der Intimität der Gedichte sehr zugute kommt. Dabei unterstützt ihn Günther Weißenborn sehr sensibel. Etwas von dieser Sensibilität fehlt allerdings Hertha Klust in der Begleitung der 'Kerner-Liedern', die denn auch nicht ganz die emotionale Spannung der anderen Aufnahmen haben.

Es gibt für diese CDs von Audite sehr gute Kommentare von Kurt Malisch, sowohl zu den Werken selbst als zu Fischer-Dieskau riesigem Aufnahme-Angebot. Umso bedauerlicher ist daher, dass die andern Liedtexte fehlen und bei der Schubert Collection nicht einmal die verschiedenen Dichter angegeben werden, was angebracht gewesen wäre, denn bestimmt weiß nicht jeder, dass etwa der Text zu 'An die Musik' von Schuberts engstem Freund Franz von Schober (1798-1882) stammt.
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Rezension Pizzicato 5/2007 | Guy Wagner | 1. Mai 2007 Wunderbar frisch

Kurz nach Veröffentlichung der WDR-Winterreise, stellt Audite drei weitere Liedeinspielungen aus den 50er Jahren mit Dietrich Fischer-Dieskau vor, die vom Westdeutschen Rundfunk aufgenommen wurden und wunderbar frisch (monaural) klingen.

Wunderbar frisch ist auch die Stimme des großen Pioniers des Liedes. Mein Gott, jeder der sich an diese so schwierige und gefahrvolle Domäne heranwagt, müsste sich vorher als Pflichtübung diese Aufnahmen des jungen Meister sozusagen als Lehrstücke anhören.

In den ausgewählten Liedern aus dem so genannten Zyklus 'Schwanengesang' hat DFD die dramatischsten und sensibelsten ausgewählt: 'Liebesbotschaft' nach Rellstab, und 'Der Atlas', 'Ihr Bild', 'Die Stadt', 'Am Meer' von Heine. Nur 'Der Doppelgänger' fehlt in dieser Reihe. Dafür hat der Sänger 'Die Taubenpost' ausgewählt und daraus ein Kabinettstück gemacht. Eine besondere Kostbarkeit ist auch 'Der Erlkönig', in dem er mit einer Intelligenz und zugleich eine außerordentlichen, aber gebändigten Intensität bis an die Grenzen der eigenen Möglichkeiten geht. Und wie schön ist die Spontaneität von 'Prometheus', wo er Hertha Klust zur Partnerin hat! Im übrigen ist es der getreue Günther Weißenborn, der behutsam, aufmerksam und zuverlässig begleitet, ohne allerdings immer der Genialität des Gesangs gerecht zu werden. Das ist besonders in der 'Taubenpost' bemerkbar.

Eine Pioniertat vollbrachte Fischer-Dieskau mit der Aufnahme von 'Die Schöne Magelone' von Johannes Brahms. Er war, so weit uns bekannt ist, der erste, der die Romanzen überhaupt einspielte, und er tat es mit einem solchen Feuer, einer so frischen Männlichkeit und einer so farbenreichen Darstellung, dass diese leuchtende Interpretation zu Ehrenrettung Brahms' als Liedkomponist wird. Wie in der 'Winterreise', wird Fischer-Dieskau hier von Hermann Reutter begleitet, der nicht zögert, mit dem Sänger das Wagnis einer expressiven, klanglich und gesanglich aufs Äußerste hinzielenden Deutung einzugehen. Drei weitere Brahms-Lieder, diesmal von Günther Weißenborn begleitet, runden die bemerkenswerte CD ab. Es fehlen aber in dieser Aufnahme die begleitenden Prosatexte, die heute immer zu Recht auch aufgenommen werden, um den Zusammenhang der 'Liebesgeschichte der schönen Magelone und des Grafen Peter von Provence' von Ludwig Tieck besser verständlich zu machen. Klugerweise sind sie aber im Booklet abgedruckt.

Das ist leider nicht der Fall für die Liedtexte, die Schubert benutzte, und auch nicht für die der vierten CD, die zwei Schumann-Zyklen vorbehalten ist: den 'Kerner-Liedern' op. 35 und dem 'Liederkreis' op. 39 von Eichendorff. Wie viel Poesie doch diese Aufnahme des 'Liederkreises' von 1955 hat! Unglaublich erscheint das Spektrum der Möglichkeiten des Sängers. Hier gelingt ihm eine einschmeichelnde Zurückhaltung und Verinnerlichung, die der Intimität der Gedichte sehr zugute kommt. Dabei unterstützt ihn Günther Weißenborn sehr sensibel. Etwas von dieser Sensibilität fehlt allerdings Hertha Klust in der Begleitung der 'Kerner-Liedern', die denn auch nicht ganz die emotionale Spannung der anderen Aufnahmen haben.

Es gibt für diese CDs von Audite sehr gute Kommentare von Kurt Malisch, sowohl zu den Werken selbst als zu Fischer-Dieskau riesigem Aufnahme-Angebot. Umso bedauerlicher ist daher, dass die andern Liedtexte fehlen und bei der Schubert Collection nicht einmal die verschiedenen Dichter angegeben werden, was angebracht gewesen wäre, denn bestimmt weiß nicht jeder, dass etwa der Text zu 'An die Musik' von Schuberts engstem Freund Franz von Schober (1798-1882) stammt.
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Rezension Pizzicato 5/2007 | Guy Wagner | 1. Mai 2007 Wunderbar frisch

Kurz nach Veröffentlichung der WDR-Winterreise, stellt Audite drei weitere Liedeinspielungen aus den 50er Jahren mit Dietrich Fischer-Dieskau vor, die vom Westdeutschen Rundfunk aufgenommen wurden und wunderbar frisch (monaural) klingen.

Wunderbar frisch ist auch die Stimme des großen Pioniers des Liedes. Mein Gott, jeder der sich an diese so schwierige und gefahrvolle Domäne heranwagt, müsste sich vorher als Pflichtübung diese Aufnahmen des jungen Meister sozusagen als Lehrstücke anhören.

In den ausgewählten Liedern aus dem so genannten Zyklus 'Schwanengesang' hat DFD die dramatischsten und sensibelsten ausgewählt: 'Liebesbotschaft' nach Rellstab, und 'Der Atlas', 'Ihr Bild', 'Die Stadt', 'Am Meer' von Heine. Nur 'Der Doppelgänger' fehlt in dieser Reihe. Dafür hat der Sänger 'Die Taubenpost' ausgewählt und daraus ein Kabinettstück gemacht. Eine besondere Kostbarkeit ist auch 'Der Erlkönig', in dem er mit einer Intelligenz und zugleich eine außerordentlichen, aber gebändigten Intensität bis an die Grenzen der eigenen Möglichkeiten geht. Und wie schön ist die Spontaneität von 'Prometheus', wo er Hertha Klust zur Partnerin hat! Im übrigen ist es der getreue Günther Weißenborn, der behutsam, aufmerksam und zuverlässig begleitet, ohne allerdings immer der Genialität des Gesangs gerecht zu werden. Das ist besonders in der 'Taubenpost' bemerkbar.

Eine Pioniertat vollbrachte Fischer-Dieskau mit der Aufnahme von 'Die Schöne Magelone' von Johannes Brahms. Er war, so weit uns bekannt ist, der erste, der die Romanzen überhaupt einspielte, und er tat es mit einem solchen Feuer, einer so frischen Männlichkeit und einer so farbenreichen Darstellung, dass diese leuchtende Interpretation zu Ehrenrettung Brahms' als Liedkomponist wird. Wie in der 'Winterreise', wird Fischer-Dieskau hier von Hermann Reutter begleitet, der nicht zögert, mit dem Sänger das Wagnis einer expressiven, klanglich und gesanglich aufs Äußerste hinzielenden Deutung einzugehen. Drei weitere Brahms-Lieder, diesmal von Günther Weißenborn begleitet, runden die bemerkenswerte CD ab. Es fehlen aber in dieser Aufnahme die begleitenden Prosatexte, die heute immer zu Recht auch aufgenommen werden, um den Zusammenhang der 'Liebesgeschichte der schönen Magelone und des Grafen Peter von Provence' von Ludwig Tieck besser verständlich zu machen. Klugerweise sind sie aber im Booklet abgedruckt.

Das ist leider nicht der Fall für die Liedtexte, die Schubert benutzte, und auch nicht für die der vierten CD, die zwei Schumann-Zyklen vorbehalten ist: den 'Kerner-Liedern' op. 35 und dem 'Liederkreis' op. 39 von Eichendorff. Wie viel Poesie doch diese Aufnahme des 'Liederkreises' von 1955 hat! Unglaublich erscheint das Spektrum der Möglichkeiten des Sängers. Hier gelingt ihm eine einschmeichelnde Zurückhaltung und Verinnerlichung, die der Intimität der Gedichte sehr zugute kommt. Dabei unterstützt ihn Günther Weißenborn sehr sensibel. Etwas von dieser Sensibilität fehlt allerdings Hertha Klust in der Begleitung der 'Kerner-Liedern', die denn auch nicht ganz die emotionale Spannung der anderen Aufnahmen haben.

Es gibt für diese CDs von Audite sehr gute Kommentare von Kurt Malisch, sowohl zu den Werken selbst als zu Fischer-Dieskau riesigem Aufnahme-Angebot. Umso bedauerlicher ist daher, dass die andern Liedtexte fehlen und bei der Schubert Collection nicht einmal die verschiedenen Dichter angegeben werden, was angebracht gewesen wäre, denn bestimmt weiß nicht jeder, dass etwa der Text zu 'An die Musik' von Schuberts engstem Freund Franz von Schober (1798-1882) stammt.
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