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Diapason

Rezension Diapason N° 581 juin 2010 | Rémy Louis | 1. Juni 2010 Plusieurs parutions (Audite, Hänssler...) ont permis récemment de saluer Karl...

Plusieurs parutions (Audite, Hänssler...) ont permis récemment de saluer Karl Böhm interprète straussien. Cœur de ce CD inédit – Don Juan excepté –, la Symphonie alpestre (1952), enregistrée aux fins de diffusion radio, est sa deuxième version, une archive berlinoise de 1939 issue de la DRA ayant connu une édition très partielle. Si elle affiche une durée plus imposante (54') que la gravure avec Dresde (DG, 1957), elle s'en rapproche quant aux rapports de tempos liant les épisodes, et partage sa magistrale clarté polyphonique. Là où Strauss luimême pacifie génialement un tempo de base enlevé (Music & Arts, 1936), Böhm anime un tempo essentiellement retenu avec un lyrisme communicatif, de multiples nuances d'accents et de phrasés. Sa vision est ainsi plus précisément évocatrice (Elégie, Calme avant la tempête) que bien des lectures plus rapides. Si la gravure saxonne entretient souvent le mystère, celle-ci mêle lumière quasi latine et solennité fervente – le remastering de l'excellente bande originale ne nous en cache rien.

Les valses du Chevalier à la rosé révèlent ensuite une perception très sûre du contexte dramaturgique de l'opéra. L'accentuation savante et la décontraction du ton sont réjouissantes, à mi-chemin entre Vienne et Munich – et quelle transparence, là encore! Mise au service d'un univers tout autre, elle illumine également un Opus 58 de Beethoven d'un son glorieux (plus que l'édition Tahra), pour les mêmes raisons que ci-dessus. On a l'impression d'assister à ce concert donné en 1950 au Titania-Palast. Onze ans après la singulière gravure avec Gieseking (et Dresde, Emi, 1939), Böhm converse cette fois avec Wilhelm Backhaus. Passion de la clarté, exigence de l'articulation, ferveur rhétorique, flamme intérieure: le maître allemand sculpte le détail au sein du grand geste – la cadence de l'Allegro est extraordinaire, le finale irrésistible. Influence de l'air berlinois ? Dans l’Andante con moto, le legato de Böhm a des tentations furtwänglériennes, plus que dans aucune autre de ses versions (avec Backhaus encore, puis Pollini).

Enregistrée en studio, claire de lignes et assez sombre de propos, la Symphonie n° 4 (inédite, 1952) est intrigante dans son ambiguïté même. Aucun autre de ses témoignages ne donne à l’Adagio introductif une telle densité attentiste, comme une anticipation du début de l'acte II de Fidelio. Un choix volontaire, car l'émotion qui sourd de l’Adagio central participe encore d'une autre nuance expressive, plus lyrique, mélancolique aussi. Etrangers aux imprécations d'un Scherchen (Tahra) comme aux ivresses de Carlos Kleiber (Orfeo), les tempos de Böhm paraîtront sans nul doute modérés pour nos habitudes actuelles (il est vrai que certains sforzatos manquent parfois de tension). Mais, comme souvent, l’élan intérieur et l’animation incoercible du discour demeurent.
ORF Ö1

Rezension ORF Ö1 Mittwoch, 16. Juni 2010 um 13:00 Uhr | Dr. Gustav Danziger | 16. Juni 2010 CD: Fischer-Dieskau: Neuedition (4 CDs) Audite 95636

Was hat Dietrich Fischer-Dieskau mit meiner Mutter gemeinsam? Nun, einmal den Jahrgang, nämlich 1925 – und dann die Tatsache, dass beide eine sehr schöne Stimme mitbekommen haben. Dietrich Fischer-Dieskau hat aber eindeutig mehr Schallplatten aufgenommen, und auch wenn er seine aktive Laufbahn schon vor vielen Jahren beendet hat, werden es immer mehr. Das Label Audite hat eben vier neue CDs mit bislang unveröffentlichten Aufnahmen von RIAS Berlin aus der Zeit zwischen 1950 und 1990 herausgebracht.

CD Brahms: live Berlin 1972: Nachtwandler – Max Kalbeck:
Von Anbeginn weg unglaubliche Nuancierungsfähigkeit der Stimme.

[Musik: „Nachtwandler” – Johannes Brahms. CD 2, Track 2, 04:51]

Nr. 15 Ständchen: singt stets zwischen 10 und 40 Prozent der Stimme... „sacht“ in den Traum hinein...!

[Musik: „Ständchen” – Johannes Brahms. CD 2, Track 15, 01:46]

Heute Abend ist Premiere ... Tannhäuser; ab 18 Uhr live in Ö1.

[Musik: „Tannhäuser: Fragmento de la Sinfonia – Pilgerchor/ Bearbeitung für Gitarre“ – Richard Wagner. CD01/42477/12, 03:34]

Bei Max Bruchs Drehbuch wäre die Wagnersche Oper nach dem ersten Bild aus. Denn er komponiert für Chor a cappella ein Frage-Antwort-Spiel zwischen Venus und Tannhäuser, an dessen Ende die süßen Locken der Venus den fangen, die von ihr heim verlangen...

[Musik: „Tannhäuser op.38 Nr.3 – Fünf Lieder op.38 - für gemischten Chor a cappella“ – Max Bruch. CD01/25758/3, 04:23]

CD Mahler: live Berlin 1971: Track 13, Scheiden und Meiden, ist überraschend frei in Tempo und Gestaltung von Barenboim und Fischer-Dieskau. Das Klavier ist sehr orchestral, Fischer-Dieskau lässt sich dadurch auch zu viel Dynamik fordern.

[Musik: „Scheiden und Meiden“ – Gustav Mahler. CD 1, Track 13, 02:17]

Eine neue Partnerschaft Stimme-Klavier wurde gerade durch den neuen Zugang zum Lied notwendig. Was das Vorher und was das Nachher war, möchte ich an Hand dieser schönen Dokumente von Deutschlandradio (früher RIAS BERLIN) verdeutlichen.

CD Schumann/Beethoven/Mahler, Aufnahme von 1953: „Antonius“ langsam, sehr vorsichtig am Klavier Hertha Klust, von der Fischer-Dieskau immerhin sagte: „Sie führte mich in die Welt der musikalischen Geister ein, sie ermöglichte die ersten und die zweiten Schritte“ – ohne Charakterzeichnung, ohne Impulse: Klavier“begleiter“ der alten Ordnung!

[Musik: „Des Antonius von Padua Fischpredigt“ – Gustav Mahler. CD 3, Track 20, 00:35]

Der „andere Antonius“: extrem deutlich von beiden musiziert, Klavier fast völlig pedallos. Die Strophen sind stark charakterlich voneinander abgesetzt. Wieder regt Barenboim Fischer-Dieskau zu intensiver, kontrastreicher Gestaltung an.

[Musik: „Des Antonius von Padua Fischpredigt“ – Gustav Mahler. CD 1, Track 14, 03:40]

CD Reger/Sutermeister/Hindemith: „Singet leise“ von Hindemith mit Aribert Reimann am Klavier: Gestaltung wieder nuancenreich, klar die Stimmung vermittelnd, textdeutlich, warm im Timbre - Dieskau!

[Musik: „Singet leise“ – Paul Hindemith. CD 4, Track 14, 01:29]

CD Reger/Sutermeister/Hindemith: Novalis-Hymne „Maria“ sehr subtil in Text und Musik und Stimmung der orgelbegleiteten Lieder! Auch eine Erstveröffentlichung!

[Musik: „Ich sehe dich in tausend Bildern“ – Max Reger. CD 4, Track 3, 02:46]
BBC Radio 3

Rezension BBC Radio 3 Saturday, 12th of Juni, 10.50 am | Andrew McGregor | 12. Juni 2010 BROADCAST Recent release

First though, two new recordings of Brahms songs, from Angelika...
Fono Forum

Rezension Fono Forum Juli 2010 | Norbert Hornig | 16. Juni 2010 Lichtstrahl im Archiv

Viele Veröffentlichungen historischer Aufnahmen stammen mittlerweile aus Rundfunkarchiven. Meist handelt es sich dabei um Live-Mitschnitte, auch die Geiger sind gut vertreten. Und immer wieder gibt es dabei Entdeckungen zu machen...

Posthum zu spätem Ruhm – auf diese einfache Formel könnte man die Wiederentdeckung des Geigers Gerhard Taschner bringen. Die systematische Veröffentlichung seiner Rundfunkaufnahmen auf mehreren Labels erwies sich als ein diskographischer Glücksfall; sie war auch ein besonders deutlicher Hinweis darauf, welche Schätze in den Archiven noch schlummern. Taschners maskulines, elektrisierendes Geigenspiel wirkt aufregend und anziehend in seiner unverwechselbaren Individualität. Wie konnte ein Geiger dieses Kalibers nur so lange vergessen bleiben, fragt man sich. In den fünfziger Jahren avancierte er zum führenden deutschen Geiger, der jedoch nie längerfristig bei einem großen Plattenlabel unter Vertrag war. Sein Nachruhm basiert fast völlig auf Rundfunkaufnahmen. Tragischerweise wurden viele Bänder gelöscht. Bahnbrechend für die Renaissance des Geigers war 1997 die EMI-Veröffentlichung „Gerhard Taschner - Porträt eines legendären Geigers“, eine Doppel-CD unter anderem mit Aufnahmen der Violinkonzerte von Fortner, Pfitzner und Mendelssohn sowie einer rassigen Einspielung von Sarasates „Carmen-Fantasie“ mit den Bamberger Symphonikern. Nach wenigen Jahren war die Edition vergriffen. Taschner-Fans können die meisten dieser Aufnahmen jetzt auf dem Label Andromeda (Gebhardt) wiederfinden. Auf den fünf CDs der Edition „Gerhard Taschner Rarities“ finden sich weitere legendäre Aufnahmen des Geigers, etwa das Chatschaturjan-Konzert mit Artur Rother von 1947 (live) oder Klaviertrios von Brahms und Schubert mit Walter Gieseking und Ludwig Hoelscher, die auch bei Bayer Records erschienen sind.

Ende der achtziger Jahre erinnerte EMI mit einer umfangreichen Edition an den Geiger Michael Rabin, der 1972 unter tragischen Umständen starb. Viele dieser Einspielungen sind nicht mehr erhältlich. Umso mehr werden sich Violinenthusiasten für die Veröffentlichung sämtlicher Aufnahmen begeistern, die Rabin zwischen 1962 und 1969 für den RIAS Berlin machte und die jetzt bei Audite (Edel) erstmals offiziell lizenziert auf CD erschienen sind. Basis für das Remastering waren die Originalbänder, die klanglich allen „Raubkopien“ überlegen sind. Zu den Attraktionen dieser CD, auf der Rabin unter anderem mit Virtuosenstücken von Kroll, Wienawski und Sarasate brilliert, gehört die Live-Aufnahme des Bruch-Violinkonzertes (Nr. l) mit dem RIAS-Symphonie-Orchester unter der Leitung von Thomas Shippers. Rabin spielte das Werk nie im Studio ein. Nach einer längeren Krise präsentierte sich der Geiger Ende der sechziger Jahre wieder in Bestform und bietet manisch-sinnliches Geigenspiel auf höchstem Niveau. Rabin-Verehrer, die das Besondere suchen, werden auch beim kanadischen Label Doremi (MW) fündig. Die zweite Folge einer „Michael Rabin Collection“ versammelt auf drei CDs rare Live-Aufnahmen des Geigers vorwiegend mit amerikanischen Orchestern aus einer Zeitspanne von fast zwanzig Jahren. Wer sich einen Überblick über Rabins Kunst verschaffen möchte, wird an dieser Edition nicht vorbeikommen, auch wenn die Tonqualität nicht immer befriedigt. So klingt die auch in dieser Edition enthaltene Berliner Aufnahme des Bruch-Violinkonzertes wesentlich schlechter als die Originalversion bei Audite.

Ein Muss ist die Box aber allein deshalb, weil sie Werke enthält, die Rabin nicht für EMI im Studio einspielte, etwa die Konzerte von Brahms und Prokofjew (Nr. 2) sowie die Konzerte von Richard Mohaupt und Paul Creston (Nr. 2). Zu den kleinen Pretiosen dieser Rabin-Hommage gehört der Rundfunkmitschnitt des ersten Satzes aus dem Doppelkonzert von Bach, hier spielt der 16-Jährige an der Seite von Altmeister Zino Francescatti den Ersten Violinpart.

Francescatti, einer der tonlich aufregendsten Geiger des 20. Jahrhunderts, ist live auch in einem Mitschnitt von den Salzburger Festspielen 1958 zu erleben, der bei Orfeo erschienen ist. Zu den Höhepunkten dieses Recitals mit dem Pianisten Eugenio Bagnoli gehören die Interpretationen von Saint-Saens’ „Introduktion & Rondo capriccioso“ und Ravels „Tzigane“, das ist geigerische Faszination pur!

Doremi hat sich zu einem regelrechten Entdeckerlabel entwickelt. Hier findet der Sammler Raritäten, die jahrzehntelang in Rundfunk- und Privatarchiven verstaubten, oft handelt es sich dabei um Konzertmitschnitte. Wie etwa das spektakuläre Debüt von Leonid Kogan in Amerika mit dem Brahms-Konzert in Boston unter Pierre Monteux (1958), eine der rasantesten Aufnahmen des Werkes. Kogan spielt hochvirtuos um sein Leben, wohl wissend, dass er sich der Konkurrenz eines Heifetz, Stern, Menuhin oder Francescatti stellen musste, die damals die amerikanischen Podien beherrschten.

Eine bemerkenswerte Novität im Doremi-Katalog ist das CD-Remake sämtlicher Violinsonaten von Bach und Beethoven mit dem Geiger Paul Makanowitzky (1920-1998) und dem Pianisten Noel Lee, die in den fünfziger Jahren auf dem französischen Label Lumen herauskamen. Makanowitzky war der erste Schüler von Ivan Galamian, vielversprechend debü-tierte er 1937 in New York. Eine internationale Karriere gelang ihm zwar nicht, jedoch gehörte er seit den sechziger Jahren zu den namhaftesten Violinpädagogen Amerikas mit Lehrverpflichtungen unter anderem an der New Yorker Juilliard School und am Curtis Institute in Philadelphia. Von faszinierender Lebendigkeit sind die Live-Aufnahmen, mit denen Doremi den Geiger Christian Ferras porträtiert. In Konzerten von Mozart (Nr. 5), Mendelssohn, Tschaikowsky und Martinon (Nr. 2), die in den fünfziger und sechziger Jahren mit dem Orchestre National de FORTF entstanden, entdeckt man die leidenschaftlich-exzessive Seite dieses phänomenalen Geigers. Die Kammermusikaufnahmen, die Ferras mit seinem Klavierpartner Pierre Barbizet für DG einspielte, klingen kontrollierter und klanglich kultivierter (jetzt in Lizenz bei Brilliant). Und schließlich lenkt Doremi den Blick auf Silvia Marcovici, der wohl bedeutendsten rumänischen Geigerin nach George Enescu. Marcovici, die mit vielen international renommierten Orchestern und Dirigenten zusammenarbeitete, profiliert sich hier auf zwei CDs mit Rundfunkaufnahmen und einer DVD als Live-Künstlerin in Standardwerken des Konzertrepertoires, leidenschaftlich, feurig und mit romantischem Ton.

Ist von David Oistrach die Rede, herrscht seltene Einigkeit unter Geigern, ja unter Musikern im Allgemeinen. Da gibt es keinen Neid, vor Oistrach verneigen sich alle, noch heute. Zeitzeugen berichten von seiner Warmherzigkeit und Freundlichkeit, die entwaffnend war. Wenn er die Geige ans Kinn legte, mit ihr förmlich verschmolz, schienen sich diese Tugenden in Klang zu verwandeln, in Echtheit und Tiefe des Ausdrucks. Oistrachs wunderbar gerundeter Ton füllte den Raum bis in den letzten Winkel – er war sein unverkennbares Markenzeichen, auch seine vielen Schallplattenaufnahmen leben davon. Am 30. September 2008 wäre David Oistrach, in dem viele den „Vater aller Geiger“ sehen, 100 Jahre alt geworden. Dieser runde Geburtstag war ein willkommener Anlass für eine ganze Reihe von CD-Veröffentlichungen. EMI zum Beispiel würdigte Oistrach mit einer Großedition aller Aufnahmen, die er für das Label einspielte, Brilliant Classics brachte in spartanisch ausgestatteten Boxen eine Vielzahl seiner russischen Live-Aufnahmen heraus, kiloweise Oistrach für Sammler, die auch nach den abgelegensten Aufnahmen suchen. Wirkliche CD-Neuveröffentlichungen gab es jedoch relativ wenige. Dazu gehört ein Live-Mitschnitt aus dem Wiener Musikverein von 1956, der bei Orfeo herauskam. Oistrach ist hier als Solist in Mozarts A-Dur-Konzert und im ersten Schostakowitsch-Violinkonzert zu erleben, Jewgeni Mrawinski leitet die Leningrader Philharmoniker. Nicht weniger bedeutend ist der Mitschnitt der Europapremiere vom zweiten Schostakowitsch-Konzert aus der Royal Festival Hall von 1967 mit dem London Symphony Orchestra unter Eugene Ormandy, das in Koppelung mit dem Tschaikowsky-Konzert (1972) bei BBC Legends (MW) erschienen ist. Oistrach war es, der die beiden ihm gewidmeten Schostakowitsch-Konzerte um die Welt trug und in den Konzertsälen heimisch machte. Schließlich stellt der erstmals bei Testament (Note l) veröffentlichte Mitschnitt eines Recitals mit David Oistrach und Vladimir Yampolsky aus Bukarest (1958) ein absolutes Highlight dar. Nicht zuletzt auch wegen der ungewöhnlichen Programmfolge, die für Oistrach nicht unbedingt typisch war: Schumanns Fantasie op. 131, Francks A-Dur-Sonate, Szymanowskis „Mythen“ op. 30 sowie Ravels „Tzigane“. Ein muss für Oistrach-Verehrer!

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