Rezension Neue Chorzeit Februar 2013 | Ulrich Barthel | 1. Februar 2013 Den geeigneten Ort für eine CD-Aufnahme zu finden, ist fast genauso wichtig wie...
Den geeigneten Ort für eine CD-Aufnahme zu finden, ist fast genauso wichtig wie die gute musikalische Vorbereitung aller Interpreten. Mit der barocken Klosterkirche im schweizerischen Muri haben die Sänger und Musiker der üppig ausgestatteten Super-Audio-CD (SACD) einen Volltreffer gelandet. Die vier Emporen der Kirche bieten für das mehrchörige Repertoire der barocken Meister Heinrich Schütz und Giovanni Gabrieli die optimalen Voraussetzungen, um die prachtvolle Musik auch ohne synthetische Studioeffekte mit einer erstaunlichen Klangtiefe wirken zu lassen.
Zu Lebzeiten waren die beiden für die innovative Verwendung der räumlichen Dimension bekannt. Gabrieli hatte dafür mit dem Markusdom in Venedig eine prädestinierte Wirkungsstätte, an der Schütz in seiner dortigen Lehrzeit zweifellos bleibende Eindrücke sammeln konnte. Ähnlich innovativ ist die aktuelle Technik der SACD mit der Möglichkeit, durch zahlreiche Audiokanäle die diffizilen Raumeindrücke tatsächlich in das eigene Wohnzimmer zu transportieren. Das detailliert gestaltete Booklet mit Angaben zu den nach alten Vorbildern erbauten Instrumenten und genauen Positionen der Instrumental- und Vokalchöre in den einzelnen Stücken vermittelt dem Hörer die transparente Vielschichtigkeit der Kompositionen. Neben der technischen Raffinesse kommt der Genuss keinesfalls zu kurz. Besonders die reinen "Instrumentalcanzonen" von Gabrieli, die stets im Wechsel mit einer Psalmvertonung von Schütz erklingen, entwickeln eine wunderbare Atmosphäre. Dabei überrascht das perfekte Zusammenspiel der Musiker, die doch teilweise im Raum weit voneinander entfernt stehen – sicher die größte Herausforderung dieser Aufnahme. Aber auch die Sänger der Cappella Murensis gestalten die Psalmen mit großer Ausdruckskraft und fügen sich angenehm unaufdringlich in den gemeinsamen Klang ein, der das größte Plus dieser gelungenen Aufnahme ist.
Zu Lebzeiten waren die beiden für die innovative Verwendung der räumlichen Dimension bekannt. Gabrieli hatte dafür mit dem Markusdom in Venedig eine prädestinierte Wirkungsstätte, an der Schütz in seiner dortigen Lehrzeit zweifellos bleibende Eindrücke sammeln konnte. Ähnlich innovativ ist die aktuelle Technik der SACD mit der Möglichkeit, durch zahlreiche Audiokanäle die diffizilen Raumeindrücke tatsächlich in das eigene Wohnzimmer zu transportieren. Das detailliert gestaltete Booklet mit Angaben zu den nach alten Vorbildern erbauten Instrumenten und genauen Positionen der Instrumental- und Vokalchöre in den einzelnen Stücken vermittelt dem Hörer die transparente Vielschichtigkeit der Kompositionen. Neben der technischen Raffinesse kommt der Genuss keinesfalls zu kurz. Besonders die reinen "Instrumentalcanzonen" von Gabrieli, die stets im Wechsel mit einer Psalmvertonung von Schütz erklingen, entwickeln eine wunderbare Atmosphäre. Dabei überrascht das perfekte Zusammenspiel der Musiker, die doch teilweise im Raum weit voneinander entfernt stehen – sicher die größte Herausforderung dieser Aufnahme. Aber auch die Sänger der Cappella Murensis gestalten die Psalmen mit großer Ausdruckskraft und fügen sich angenehm unaufdringlich in den gemeinsamen Klang ein, der das größte Plus dieser gelungenen Aufnahme ist.