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Rezension Fono Forum Juni 2014 | Marcus Stäbler | 1. Juni 2014 Expressive Glut

Mit der vierten und letzten Folge seiner Mendelssohn-Einspielung ist das Mandelring-Quartett bei den Werken angelangt, die am seltensten aufgeführt werden: Anders als die Quartette, die seit dem Mendelssohn –Jubiläum 2009 deutlich präsenter sind, haben es die Quintette immer noch nicht so richtig geschafft, sich im Konzertrepertoire zu etablieren. Warum bloß?

Die vorzügliche Aufnahme macht die Antwort auf diese Frage nicht leichter. Gerade das zweite Quintett op. 87, 1845 entstanden, fesselt den Hörer vom ersten bis zum letzten Takt mit einer Fülle an Ideen und prägnanten Charakteren, die der Komponist zu einem Meisterwerk gebündelt hat. Vom beschwingten Walzercharme des Andante führt ein Spannungsbogen über die dramatischen Gesten im Adagio direkt bis ins Finale, dessen musikalische Stromstöße die Energie des Kopfsatzes wieder aufnehmen.

Das Mandelring-Quartett spielt hier mit genau jener expressiven Glut, die schon die vorangehenden Folgen der Mendelssohn-Aufnahme durchlodert hat, und entfacht gemeinsam mit dem Bratschisten Gunter Teuffel eine bisweilen orchestrale Klangfülle. Die reizt der Komponist im ersten Quintett op. 18 noch etwas sparsamer, aber gleichwohl bereits sehr effektsicher aus. Gerade im Kopfsatz nutzt er die Möglichkeiten der erweiterten Besetzung, um eine Steigerung von geradezu sinfonischer Kraft zu inszenieren. Umso stärker wirkt dann der Kontrast zu den elfenhaft huschenden Staccati im Scherzo und dem virtuos wirbelnden Finale. Dem Mandelring-Quartett kann man nur zum geglückten Abschluss einer hervorragenden Gesamteinspielung gratulieren. Und allen anderen Ensembles zurufen: Ran an den Speck!
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Rezension Fono Forum Juni 2014 | Matthias Hengelbrock | 1. Juni 2014 Synthetisch

Zu Recht ist das Label Audite berühmt für seine Audiophilie. So sind im Bereich der Alten Musik seine Aufnahmen aus der Klosterkirche Muri allererste Referenz, wenn es darum geht, das Potenzial einer Surround-Anlage auszuloten. Die vorliegende Produktion macht den Rezensenten aber ratlos: Sowohl auf der SACD-Surround-Spur als auch im normalen Stereo-Modus sind die vier Musiker so unnatürlich weit voneinander isoliert, wie man es von diesem Label sonst nicht kennt; außerdem stimmt die Balance nicht (Theorbe zu prominent, Cembalo in einigen Stücken viel zu leise). Der Eindruck des Synthetischen wird dadurch verstärkt, dass Simone Eckert die beiden Geigenpartien im Playback-Verfahren eingespielt hat, dazu noch auf einer Diskantgambe – wo ist der künstlerische Gewinn? Musikalisch kann diese Produktion zunächst punkten. Das liegt zum einen am Programm, das thematisch und stilistisch ein klares Konzept erkennen lässt: Fortunas Wankelmut wird in drei Kantaten von Telemann und drei Arien von Erlebach besungen; hinzu kommt ein wirklich interessantes Werk des Zerbster Kapellmeisters Johann Ulich, das unlängst in der Bibliothek des Mariengymnasiums Jever entdeckt wurde. Zum anderen ist die Hamburger Ratsmusik (bestehend aus Gambe, Theorbe und Cembalo) in diesem Repertoire sehr versiert, was sich in einer einfühlsamen, nuancenreichen und rundum stimmigen Begleitung niederschlägt. Die Sopranistin Ina Siedlaczek macht ihre Sache ordentlich, aber auch nicht mehr. Oft wünscht man sich von ihr eine deutlichere Artikulation, bisweilen auch mehr Farben im Timbre und jene Verinnerlichung der Gedanken, die für diese Musik eigentlich charakteristisch ist.
http://theclassicalreviewer.blogspot.de

Rezension http://theclassicalreviewer.blogspot.de Wednesday, 14 May 2014 | 14. Mai 2014 This final instalment of the Mandelring Quartet’s Mendelssohn series for Audite makes a worthy conclusion to a cycle that must shoot to the top of any recommendation

The performances of the Quintets cannot fail to win new enthusiasts for these wonderful works. They receive a first rate recording and there are excellent booklet notes. This final instalment in this Mendelssohn series makes a worthy conclusion to a cycle that must shoot to the top of any recommendation.

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