Rezension Fono Forum Februar 2017 | Marcus Stäbler | 1. Februar 2017 Die rasche Lesart des Allegro con brio im Kopfsatz des G-Dur-Quintetts von...
Die rasche Lesart des Allegro con brio im Kopfsatz des G-Dur-Quintetts von Brahms nimmt dem weit ausgreifenden Cellothema seine orchestrale Schwere. So flott, so eilig vorandrängend hört man diesen kraftstrotzenden Beginn eher selten. Einer von vielen Hinweisen darauf, dass das Mandelring Quartett – mit seinem langjährigen Bratscher Roland Glassl als Gast – seine Aufnahme der Brahms-Streichquintette ganz schön straff angeht und den sinfonischen Duktus verschlankt. Dieser Eindruck bestätigt sich beim Seitenthema, dessen Legato die Musiker beim ersten Auftritt ausdünnen; die nostalgische Schwelgerei des 9/8-Walzers ist merklich gezügelt. Erst bei der Wiederkehr des Themas in der Reprise, wenn es die Geigen anstimmen, gestatten sich die Streicher ein etwas üppigeres Vibrato, um die herrliche Melodie auszukosten.
Auch in den Folgesätzen lässt sich das Ensemble nie von der romantischen Stimmung verführen, wegtragen oder aufhalten, sondern wahrt seine flüssigen Tempi und eine analytische Klarheit, mit der es die komplexen Strukturen der Musik durchleuchtet – etwa im Allegretto, in dem die Interpreten einen Blick auf den doppelten Boden des vermeintlich volkstümlichen Tons gewähren: Dort irritiert Brahms den tänzerischen Schwung durch kunstvoll verzahnte Gegenrhythmen. Durchs Finale fegt das erweiterte Mandelring Quartett dann mit einem jugendlichen Feuer, als hätte Brahms das Quintett nicht gegen Ende, sondern zu Beginn seiner Komponistenkarriere geschrieben.
Trotz einer auf fünf Stimmen angedickten Klangfülle verliert das Ensemble nie seinen originär kammermusikalischen Zugriff. Auch im F-Dur-Quintett, mit dem die CD beginnt, sind die vielen dynamischen Feinheiten, motivischen Verästelungen und die rhythmischen Konflikte der Musik transparent abgebildet. Insgesamt wirken die beiden Quintette hier etwas "klassischer" und weniger opulent als in anderen Aufnahmen, aber nicht minder mitreißend.
Auch in den Folgesätzen lässt sich das Ensemble nie von der romantischen Stimmung verführen, wegtragen oder aufhalten, sondern wahrt seine flüssigen Tempi und eine analytische Klarheit, mit der es die komplexen Strukturen der Musik durchleuchtet – etwa im Allegretto, in dem die Interpreten einen Blick auf den doppelten Boden des vermeintlich volkstümlichen Tons gewähren: Dort irritiert Brahms den tänzerischen Schwung durch kunstvoll verzahnte Gegenrhythmen. Durchs Finale fegt das erweiterte Mandelring Quartett dann mit einem jugendlichen Feuer, als hätte Brahms das Quintett nicht gegen Ende, sondern zu Beginn seiner Komponistenkarriere geschrieben.
Trotz einer auf fünf Stimmen angedickten Klangfülle verliert das Ensemble nie seinen originär kammermusikalischen Zugriff. Auch im F-Dur-Quintett, mit dem die CD beginnt, sind die vielen dynamischen Feinheiten, motivischen Verästelungen und die rhythmischen Konflikte der Musik transparent abgebildet. Insgesamt wirken die beiden Quintette hier etwas "klassischer" und weniger opulent als in anderen Aufnahmen, aber nicht minder mitreißend.