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Fono Forum

Rezension Fono Forum November 2019 | Elisabeth Richter | 1. November 2019 Nur 18 Lebensjahre waren dem komponierenden und Violine spielenden Prinzen...

Nur 18 Lebensjahre waren dem komponierenden und Violine spielenden Prinzen Johann Ernst von Sachsen-Weimar (1696-1715) vergönnt. Der Schüler von J. G. Walther war von der damals "grassierenden Vivaldimania" erfasst und schrieb fast 20 (Violin-)Concerti im Vivaldi-Stil. Sie waren so gut, dass Bach einige davon für Tasteninstrumente umarbeitete und Telemann sechs nach des Prinzen Tod im Druck veröffentlichte. Das Thüringer Bach Collegium mit Gernot Süßmuth als Solist und Leiter musiziert zehn Concerti, auch eines für Trompete, stilkundig mit ungeheuer ansteckendem Esprit.
Lippische Landeszeitung

Rezension Lippische Landeszeitung 05.02.2004 | fla | 5. Februar 2004 Historische Aufnahme ausgezeichnet

„Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung“, heißt es bescheiden in einem...
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Rezension ??? September 2001 | Mark Janssens | 1. September 2001 De Mahler-interpretaties van Rafael Kubelik zijn de voorbije jaren wat in de...

De Mahler-interpretaties van Rafael Kubelik zijn de voorbije jaren wat in de verdrukking gekomen. Alle aandacht ging naar Haitink, Chailly, Rattie en Boulez. Gelukkig duiken er in sommige archieven hier en daar pareltjes op. In '82 leidde Kubelik dit Beierse orkest doorheen die moeilijke tweede van Mahler. Een reus van een symfonie waar je als dirigent veel verkeerd kan mee doen. Maar Kubelik is niet aan zijn proefstuk toe. Geen grootspraak hier, geen opgeklopte pseudo-religiositeit. De naaktheid van de muziek primeert. En de naaktheid van de mens. Edith Mathis en Brigitte Fassbaender krijgen zelfs de straatstenen aan het huilen. Alleen door.die conironterende naaktheid kan de muziek van Mahler uitgroeien tot muziek die een spiegel is voor de ziel. Je vergeet wie zingt, wie dirigeert, wie speelt ... je hoort Mahler. En ziet jezelf. Een opname om in te kaderen.
RBB Kulturradio

Rezension RBB Kulturradio 24.09.2019 | Bernhard Schrammek | 24. September 2019 BROADCAST

Erfurt, Weimar, Arnstadt, Eisenach, Mühlhausen, Gehren – es gibt kaum einen Ort in Thüringen, an dem kein Mitglied der weit verzweigten Bach-Familie im 17. oder 18. Jahrhundert als Musiker tätig gewesen ist. Um diesen lokalen Bezug weiter zu stärken, hat sich kürzlich in Weimar das Thüringer Bach Collegium konstituiert.

Komponierender Prinz
Mit dem Repertoire der Debüt-CD wird sogleich ein Achtungszeichen gesetzt: Aufgenommen hat das Thüringer Bach Collegium nicht etwa Musik aus der Bach-Familie, sondern Konzerte des Prinzen Johann Ernst von Sachsen-Weimar. Dieser musikalische Adlige stand in engem Kontakt zum damaligen Hoforganisten Johann Sebastian Bach sowie zum Stadtorganisten Johann Gottfried Walther. Von seiner Kavaliersreise brachte er aus Amsterdam die neuesten italienischen Musikdrucke mit, was in Weimar zu einer regelrechten "Vivaldimania" führte. Und schließlich komponierte der Prinz – der nur 18 Jahre alt wurde – auch selbst Konzerte nach italienischem Vorbild, einige davon sind durch glückliche Umstände erhalten geblieben.

Handwerklich sind die Konzerte von Johann Ernst durchaus gut gearbeitet, die Klasse von Vivaldi jedoch erreichen sie nicht. Es gibt viele erwartbare Wendungen, sehr wenig Kontrapunktik, dafür schier endlose Sequenzen. Abseits der Interpretation wäre hier vielleicht doch eine Kombination der Prinzen-Werke mit anderen Komponisten sinnvoll gewesen – Telemann als Mentor und Vivaldi als Vorbild hätten sich angeboten.

Gleichförmige Interpretation
Im Thüringer Bach Collegium sind hervorragende Musiker vereint, die hauptberuflich in der Weimarer Staatskapelle und anderen Orchestern spielen. Sie bieten die Werke von Johann Ernst mit großer Virtuosität und Leidenschaft dar. Und dennoch stellt sich beim Hören bereits nach den ersten Konzerten eine gewisse Gleichgültigkeit ein. Die schnellen Sätze werden fast durchweg vom Ensemble sehr scharf, fast aggressiv angegangen. Gewiss ist das eine mögliche Art der Interpretation, jedoch gewöhnt man sich schnell daran.

Der Klang der Solovioline von Gernot Süßmuth ist ebenfalls sehr brillant, es fehlt aber an Differenzierung in puncto Dynamik und Phrasierung. Auch der Continuo, besetzt mit Cembalo, Cello und Kontrabass, klingt auf die Dauer zu ähnlich. Hier hätten der alternierende Einsatz weiterer Instrumente – Orgel, Theorbe, Gambe, Fagott etc. – ganz sicher für einen wesentlich farbigeren musikalischen Ausdruck gesorgt.
http://operalounge.de

Rezension http://operalounge.de 01.10.2019 | Ingrid Wanja | 1. Oktober 2019 Edith Mathis mit einem Live-Liederabend bei audite

In ihrer Geburtsstadt Luzern beim renommierten Musik Festival gab Edith Mathis im Jahr 1975 einen Liederabend mit Werken von Mozart, Bartok, Brahms, Schumann und Strauss, der jetzt bei audite veröffentlicht wurde und immer noch als Maßstab für perfekten Liedgesang gelten kann. Die Zugabe war Wolfs „Auch kleine Dinge können uns entzücken“, und wie das Einstiegslied „Das Veilchen“ passen sie wunderbar zu der Schweizer Sängerin, deren besonders hervorstechender Charakterzug die Bescheidenheit war, die nie sich selbst, sondern immer das zu interpretierende Werk in den Vordergrund stellte, die die anrührendste Pamina war, die man erleben konnte.

Zu den Mozart-Liedern passen der silbrige Schimmer des Soprans, die leichte Emission der Stimme, der mädchenhafte Gestus des Singens und natürlich zum Liedgesang generell die gute Diktion. Die feine Melancholie in der Stimme, die Reinheit und Klarheit sprechen in „Als Luise die Briefe ihres ungetreuen Liebhabers verbrannte“ direkt zum Herzen des Hörers, und bei „Abendempfindung“ entzückt die Schwerelosigkeit des Gesangs. Aber auch Humor kann in dem wandlungsfähigen Sopran sich ausdrücken, wie „Der Zauberer“ beweist.

Bei den derberen Bartok-Liedern wird die Balance zwischen Kunst- und Volkslied gewahrt, ist das Wiegenlied von wunderschöner Innigkeit, beweist die Sängerin in „Burschentanz“ aber auch, dass sie vokal beherzt zupacken kann.

Besonders gefallen können die Deutschen Volkslieder von Brahms, mit einem schönen Aufblühen des Soprans in „In stiller Nacht“, feinen Pianissimi und der Gewissheit des Hörers, dass die Sängerin empfindet, was sie singt. Von raffinierter Schlichtheit ist „Da drunten im Tale“ mit im Untergrund loderndem Feuer, am Schluss nachdenklich dunkel. Der Stimmungswechsel in „Feinsliebchen“ ist von bezwingender Unmittelbarkeit.

Aus „Mythen“ von Schumann stammt „Widmung“, der Mathis einen schönen Jubelton, wechselnd mit Innigkeit verleiht, zartes Naturerleben lässt sie den Hörer in „Der Nussbaum“ nachempfinden, eine selbstbewusste Braut spricht aus dem ersten Brautlied, tränenverhangen und in einem schönen Pianissimo verhauchend zeigt sich „Was will die einsame Träne“. „Hauptmanns Weib“ beweist, dass die Mathis auch Forte singen konnte, die Stimme bei aller lyrischen Anlage viel Substanz besaß.

Das gilt auch für Strauss‘ „Schlechtes Wetter“, ehe der Sopran in „Die Nacht“ ein duftiges Gebilde zaubert, schillernde Farbigkeit für „Ach, Lieb“ hat und schließlich ganz eins ist mit Wolfs Kleinen Dingen. Karl Engel ist der ideale Begleiter, der die Sängerin auf akustischen Händen trägt (audite 95.647).

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