Rezension www.pizzicato.lu 24/11/2019 | Remy Franck | 24. November 2019 Notizbuch eines Rezensenten – CD-Kurzrezensionen von Remy Franck (Folge 252)
Da fehlt einiges… Franz Schuberts zerrissene Sonate D 894 (Fantasie) spielt die koreanische Pianistin Jimin Oh-Havenith auf einer CD von Audite. Sie paart dieses Werk mit der h-Moll-Sonate von Franz Liszt. In beiden Interpretationen entsteht eher der Eindruck von artistischer Kunstfertigkeit als von künstlerischem Ausdruck. Oh-Havenith spielt virtuos und mit großer Klarheit, sehr strukturell, aber wo Poesie nötig ist, fehlt sie, wo Leidenschaft die Musik prägen sollte, ist diese abwesend. Auch das Hintergründige der Schubert-Sonate kann ich nicht hören. So entsteht vor allem der Eindruck von purer Technik, und für diese kalte Lust am Spiel bin ich nicht zu haben.