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Rezension Audio 08/2025 | 1. August 2025 KLANG TIPP

Zweieinhalb Jahre lang, von September 1892 bis April 1895, lebte, lehrte und komponierte der Tscheche Antonín Dvořák in den USA. Der Aufenthalt war für ihn eine glückliche Zeit, was sich in seinen damals entstandenen Werken widerspiegelt. Zu diesen gehören das 12. Streichquartett und das 3. Streichquintett, die das Mandelring Quartett, das mit Roland Glassl zum Quintett wird, jetzt mit unbändiger Spielfreude und herrlichem Farbenreichtum aufgenommen hat. Die amerikanischen Stilmittel kommen somit hervorragend zur Geltung. Mit den acht Klavier-Humoresken op. 101 in einer Fassung für Streichquartett bietet diese warm und klar klingende CD außerdem noch eine tolle Premiere. Kammermusik at its best.
Gewandhausradio

Rezension Gewandhausradio 12. Juli 2025 "Neue Aufnahmen" | 12. Juli 2025 BROADCAST

Vertrautheit hört man in jedem Takt. Gut eingespielt und doch fern aller Routine spielen sie das Amerikanische Quartett [...] Die Spannung des Liveauftritts erzeugen sie auch im Studio, man spürt, wie fröhlich sie aufeinander reagieren, tatsächlich gemeinsam die Noten zum Leben erwecken. [...] Die vier machen einfach ungeheuer geschmackvoll und einfallsreich Musik. [...] Eine unbedingte Empfehlung!
IOCO - Kultur im Netz

Rezension IOCO - Kultur im Netz 13 Juli 2025 | 13. Juli 2025 Kritiken: CD, LATE WORKS FOR FLUTE & PIANO, Ludwig van Beethoven

Eine Aufnahme von außergewöhnlichem Reiz stellt diese beim Label „audite“ neu erschienene Veröffentlichung dar, mit zwei selten gehörten Variationszyklen des späten Beethoven, in der Besetzung Klavier und Flöte.

Für Beethoven Liebhaber ist diese CD eine absolute Empfehlung, zeigt die Einspielung den Komponisten Beethoven von einer ungewöhnlichen Seite, der hier mit viel Freude, Humor und Innovationsgeist Liedern und Tänzen unterschiedlicher Kulturen eine spezielle Färbung verleiht und seine einzigartige Meisterschaft der Verarbeitungs- und Charakterisierungskunst unter Beweis stellt. Darüber hinaus gibt die CD einen interessanten Einblick in Beethovens lebenslange, vielfältige Beschäftigung mit der Variationsform und veranschaulicht seine kompositorische Entwicklung, die in den „Diabelli Variationen“ Opus 120, Beethovens letzter großer Klavierkomposition, ihre Vollendung findet. Die „Variationen über Volksweisen“ mit den Opuszahlen 105 und 107 bilden den Rahmen der Hammerklaviersonate Opus 106, die als „opus summum“ und zentrales Werk von Beethovens spätem Klavierschaffen gilt. Die leichter zugänglichen, reizvollen Miniaturstücke mit ihrer kammermusikalischen Leichtigkeit bilden einen spannenden Kontrast und nehmen damit in besonderer Weise auf das monumentale Werk Bezug. Entstanden sind die Variationen 1817/1818 im Auftrag des schottischen Verlegers und Volkslied-Sammlers George Thomson (1757-1851), der sich intensiv für eine Verbreitung schottischer, irischer oder walisischer Volksgesänge einsetzte. Die Werke sollten vor allem für Laien, bzw. Liebhaber*innen geeignet sein und einen „eingängigen und ein wenig brillanten“ Stil aufweisen, damit die „große Zahl junger Damen sie ausführen und Geschmack daran haben“ können (George Thomson). Eine klare Zielgruppe schwebte Thomson also vor und Beethoven erhielt für die präzisen Anweisungen seines Auftraggebers ein stattliches Honorar. Dennoch bewegen sich die Kompositionen nicht im „Laiensektor“. Beethoven schuf volkstümliche Meisterwerke, die höchsten künstlerischen Ansprüchen gerecht werden und seine unverwechselbare Handschrift tragen. Die Variationen verarbeiten Themen und Volkslieder aus Schottland, Wales, Irland, Österreich und der Ukraine. Opus 105 enthält sechs Volkslieder, darunter walisische, irische und ein österreichisches Thema, unter anderem das populäre irische Thema „The Last Rose of Summer“. In opus 107 variiert Beethoven zehn Volkslieder, die allein vier schottische Themen enthalten, darunter „Schöne Minka“, das als ukrainisches, beziehungsweise kosakisches Volkslied weite Verbreitung fand.

Die Pianistin Sontraud Speidel und der Flötist Johannes Hustedt begeistern mit einer Qualität des Zusammenspiels, die von Harmonie, Kultiviertheit und Spielfreude geprägt ist. Gespannt folgt man dem Duo durch 16 vielgestaltige Miniaturen, die mit hoher Charakterisierungskunst dargeboten werden. Virtuosität, artikulatorische Finesse und kantabel ausgestaltete Linien sind gepaart mit Ausdruckskraft und Sensibilität. Das Entwickeln verschiedener Stimmungsgestalten beruht auf dem inspirierenden Miteinander und einem fortwährenden Dialog im Dienst gemeinsamen Gestaltungswillens. Sontraud Speidels Spiel besticht mit Virtuosität, Phrasierungskultur und Nuancenreichtum, ihre Läufe und Triller perlen mit kristalliner Klarheit, auch im zupackenden Forte bleibt der Klang immer elastisch und differenziert. Beeindruckend ihre stupende Anschlagsvielfalt, glitzernd klingt der Flügel in der hohen Lage, resonanzreich und voll im tiefen Register. Johannes Hustedt veredelt den Klavierklang mit einem warmen Flötenton, sein modulationsreiches Spiel offenbart eine große Bandbreite an Klang- und Ausdrucksfarben, die vorzügliche Artikulation folgt einem beredten Gestus, seine weitgespannten Bögen atmen Schwerelosigkeit und seelenvolle Hingabe. Die Variationen sind kleine Kostbarkeiten und bezaubern einerseits mit Schlichtheit und Anmut, verweisen aber auch auf Beethovens späten Kompositionsstil in seiner komplexen harmonischen und rhythmischen Ausgestaltung, den das Duo detailliert auslotet. Vom kraftvollen Auftrumpfen bis zum verhauchenden Pianissimo begeistert das reiche Farbspektrum, typisch die kontrastgeschärften Passagen, die ruhigen Variationen mit ihrem tiefen Ausdrucksgehalt offenbaren selbst in ihrer Kürze hier Beethovens Spätstil. Die irischen Volkslied-Variationen „Sad and Luckless Was The Season“ opus 105 Nr. 4, ist eine Variante von „Last Rose of Summer“, dem bekannten und häufig verarbeiteten Volkslied. Das Thema erklingt melancholisch in der Flöte, das Solo-Klavier antwortet mit einer weichen lyrischen Kantilene. In der bewegten Variation erhebt sich die Flötenstimme in ätherisch weiten Linien mit wunderbaren crescendi über den fein gesponnenen Klavier-Triolen. Die Variation endet nachdenklich und in großer Ruhe. Das österreichische Volkslied opus 107 „I bin a Tiroler Bua“ kommt sehr charmant daher mit einem gemütvoll-wiegenden Thema im alpenländischen Stil, Sontraud Speidel gibt der Variation zart getupfte Akkorde im Klavier, die Akzentverschiebungen „verstecken“ schelmisch das Thema, Johannes Hustedt zitiert es anschließend in Ländlerart, in der Moll Variation folgt ein fragender Dialog. Beschwingt dann die letzte Variation mit Dreiklangsbrechungen und Verzierungen in humorvoller Heiterkeit. Dem „Frischen Burschen aus den schottischen Highlands“ hat Beethoven in seiner Variation „Bonny Laddie, Highland Laddie“ op. 107 ein ebensolches Thema verpasst, eingängig, heiter, von Flöte und Klavier parallel geführt, mal rhythmisch prägnant, dann mit brillanten Läufen im Klavier, die Flöte kontrapunktiert mit Intervallsprüngen in hoher Lage.

Sontraud Speidel lässt die verspielten pianistische Figuren und eine kleine Kadenz in der Sicilienne funkeln, schwungvoll und gut gelaunt endet diese besondere Preziose. Den Abschiedsschmerz von „Schöne Minka“, op. 107, dem bekannten ukrainischen Volkslied mit deutschem Text, hat Beethoven hier in einen schlichten elegischen Satz gekleidet. Speidel und Hustedt legen die ganze Vielfalt des Variationensatzes frei, in bester Balance wird Gegensätzliches und Gemeinsames unter einem Bogen vereint. Sehnsuchtsvoll gerät der wehmütige Dialog, scharfe dynamischen Kontraste, Fermaten, subito Pausen werden mit eindringlicher Spannkraft aufgebaut, ebenso die flächig bewegten Klavierpassagen, über welchen sich die Flöte mit nuancierter Phrasierung und strahlendem Ton erhebt. Zart und schlicht wird das Thema am Ende noch einmal zitiert und endet fast beiläufig mit einer verschämten Abwärtsbewegung.

Die Klangqualität der CD lässt nichts zu wünschen übrig, das ansprechende Booklet enthält detaillierte Beiträge von Dr. Jürgen Schaarwächter und Johannes Hustedt.

Johannes Hustedt studierte Musikpädagogik und Querflöte in Bremen bei Renate Ruge-von Rhoden und in Karlsruhe bei Renate Greiss-Armin, wo er als Stipendiat der Richard-Wagner-Stipendienstiftung Bayreuth 1990 das Konzertexamen mit Auszeichnung absolvierte. Meisterkurse bei Aurèle Nicolet, Alain Marion, Paul Meisen und András Adorján rundeten seine Studien ab. Mit dem Anliegen musikalisch-kulturellen Austausches übt er eine weltweite Konzerttätigkeit als Grenzgänger zwischen Interpretation und Improvisation aus. Uraufführungen und Konzerte bei hochkarätigen Festivals wie in Ludwigsburg, Hohenlohe, Madrid, Warschau, Kiew, Lwiw, Vilnius, Nida/Litauen, Bergen/Norwegen, Toronto, Los Angeles und New York City zeugen ebenso davon wie seine international viel beachteten CD-Veröffentlichungen als Solist, Kammermusikpartner und auch weltweite Rundfunk- und Fernsehproduktionen. Sein Spiel ist von der Auseinandersetzung mit Musik aus allen Kulturkreisen, besonders Asien, Südamerika und Osteuropa sowie der historischen Aufführungspraxis inspiriert. Johannes Hustedt lehrt an der Hochschule für Musik Karlsruhe und ist ein international gefragter Gastdozent und Juror.

Sontraud Speidel kam mit elf Jahren als Vorschülerin in die Klasse der Exilrussin Irene Slavin an die Hochschule für Musik Karlsruhe. Nach dem Abitur studierte sie bei Irene Slavin und Yvonne Loriod-Messiaen in Karlsruhe, Branka Musulin in Frankfurt, Stefan Askenase in Brüssel und Géza Anda in Luzern. Sie ist Preisträgerin nationaler und internationaler Wettbewerbe (1. Preis der Schulen der Bundesrepublik im Alter von 16 Jahren, 1. Preis beim Internationalen Johann-Sebastian-Bach Wettbewerb in Washington D.C./USA, Jackson Prize des Boston Symphonie Orchestra für Neue Musik u.a.). Konzerte, Rundfunk- und CD Aufnahmen, Fernsehauftritte sowie Meisterklassen führten sie durch Europa, in die USA, nach Kanada, Israel, Japan, Korea, China, Taiwan, Brasilien und Marokko. Sontraud Speidel ist Professorin für Klavier an der Hochschule für Musik Karlsruhe. Sie war Gastprofessorin an Universitäten und Musikhochschulen in Europa, den USA, Kanada, Israel und Asien, und ist regelmäßig als Jurorin nationaler und internationaler Wettbewerbe tätig. Sontraud Speidel leitet das Piano-Podium Karlsruhe für musikalische Nachwuchsförderung und ist Mitbegründerin und Künstlerische Leiterin der Konzertreihe Musikforum Hohenwettersbach. Sie ist u.a. Trägerin des Silbernen Ehrenzeichens für Verdienste um das Land Wien, der Goldenen Josef-Dichler Medaille, des Bundesverdienstkreuzes sowie des Verdienstordens des Landes Baden-Württemberg.
www.pizzicato.lu

Rezension www.pizzicato.lu 01/08/2025 | 1. August 2025 Kecker Beethoven

Dieses Album garantiert ein köstliches Amüsement. Im Auftrag des schottischen Volksliedsammlers George Thompson schrieb Beethoven nicht weniger als sechzehn Variationensätze für Klavier über traditionelle europäische Volksweisen, Musik aus den Alpen, aus Schottland und aus der Ukraine.

Auf Wunsch des Verlegers versah Beethoven diese technisch durchaus anspruchsvollen und zudem oft sehr humorvollen Variationen mit einer Ad-libitum-Flötenstimme, die sich mit geringfügigen Änderungen auch auf einer Violine spielen lässt.

Die beiden Interpreten Johannes Hustedt, Flöte, und Sontraud Speidel, Geige, wissen wunderbar mit den durchwegs sehr kecken Stücken umzugehen und schärfen den darin enthaltenen Humor zu unserem größten Vergnügen.

Die Aufnahme ist von optimaler Natürlichkeit, sehr ausgewogen und warm im Klangbild.



ENGLISH TRANSLATION

This album guarantees delicious amusement. Commissioned by the Scottish folk song collector George Thompson, Beethoven wrote no fewer than sixteen sets of variations for piano on traditional European folk tunes, music from the Alps, Scotland and the Ukraine.

At the publisher’s request, Beethoven added an ad libitum flute part to these technically demanding and often very humorous variations, which can also be played on a violin with minor changes.

The two performers, flutist Johannes Hustedt and pianist Sontraud Speidel, know how to handle the very cheeky pieces wonderfully and sharpen the humor they contain to our greatest pleasure.

The recording is of optimal naturalness, very balanced and warm in sound.
Papageno

Rezension Papageno 2025. július 28 | 28. Juli 2025 A tribute to Kurtág – András Schiff’s new release

András Schiff has been closely associated with Lucerne Festival for 35 years. These live recordings from 1998/99, now released for the first time, present him interpreting two masters of the miniature: Schiff performs the short pieces with a love of risk, a great art of characterisation and a tremendous sense of sound.

These previously unreleased live recordings from Lucerne present Sir András Schiff with two composers rarely found in his discography or concert programmes: Domenico Scarlatti and György Kurtág. Though separated by centuries, both are masters of musical miniature. Although Schiff had already engaged with Scarlatti during his student years, the Baroque composer gradually disappeared from his repertoire. In Lucerne, he returned to Scarlatti with renewed insight, performing thirteen carefully selected sonatas in a dramaturgically shaped sequence. In response to the live setting, Schiff plays with bold risk-taking, vivid characterisation, and an acute sensitivity to sound.

From György Kurtág’s Játékok (“Games”) – a diary-like collection of piano miniatures – Schiff presents an equally curated selection, incorporating suggestions made by Kurtág himself. Schiff studied with Kurtág for several years in Budapest and holds him in the highest esteem, praising him as a composer “who has an important opinion on every note and knows exactly how he hears it.” Despite this admiration, Schiff had not recorded any of Kurtág’s music until now.

With this release, he pays tribute to Kurtág on the occasion of his 100th birthday on 19 February 2026.
The Strad

Rezension The Strad 8 August 2025 | 8. August 2025 Mandelring Quartet, Roland Glassl: Dvořák

The Mandelring Quartet, joined by Roland Glassl, bring an earthy, slightly grainy edge to the faster movements but are equally responsive to the lyricism of the slow movement’s variations.
www.ClassicsToday.com

Rezension www.ClassicsToday.com Juli 2025 | 1. Juli 2025 Jonathan Ferrucci’s Bach Toccatas

The metric freedom and liberal embellishments characterizing these works’ fantasia-like sections are handled with such subtlety and proportion that one hardly notices the occasional filling out of textures or octave doublings, nor the pianist’s use of the sostenuto pedal to ensure the utmost transparency in fugal textures. [...] such clear, intelligent and excellently engineered Bach playing
ensuite Kulturmagazin

Rezension ensuite Kulturmagazin März 2025 | 1. März 2025 Alfredo Perl – ein idealer Beethoven-Interpret

Es gibt zwei Arten Pianistinnen und Pianisten, die ich nicht ausstehen kann: die «Hämmerer» und die «Manierierten»; beide sind auch heutzutage sehr verbreitet. Der 1965 in Chile geborene Alfredo Perl gehört zum Glück zu keiner dieser zwei Kategorien. Im Gegenteil: Sein Spiel ist von unglaublicher Sensibilität und Delikatesse – was jedoch nicht Kraftlosigkeit bedeutet; er kann seinen Anschlag schier grenzenlos variieren, und seine Interpretation ist von Werktreue geprägt und gleichzeitig sehr persönlich.

Die Firma audite hat unter der Nummer 21.461 (5 CDs) die erste Sammlung einer auf drei Teile angelegten Gesamtausgabe der Beethoven'schen Werke für Soloklavier herausgegeben. Sie enthält Musik, die im letzten Jahrzehnt des XVIII. Jahrhunderts entstanden ist.

Es ist beeindruckend, wie sehr Beethoven schon in seinen ersten Klavierwerken die Sonatenform beherrscht, sich aber zugleich Freiheiten damit erlaubt, so z. B. im Scherzo der Sonate op. 2 Nr. 2; wie er die Satzfolge immer wieder variiert oder wie er mit Tonartenverhältnissen spielt wie im Mittelsatz der Sonate op. 14 Nr. 1 mit ihrem Hin und Her zwischen e-Moll und C-Dur. Und der Reichtum an Fantasie in den zahlreichen Variationswerken verblüfft umso mehr, als die gewählten Themen oft recht simpel sind.

Viele der hier vertretenen Werke sind als WoO (Werk ohne Opus) bezeichnet. Und die Opus-Zahlen 49 Nr. 1 und 2 sollen nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch diese «Sonates faciles» Jugendwerke sind. Beethoven wollte die zwei Stücke, die wohl keiner Klavierschülerin und keinem Klavierschüler unbekannt sind, ursprünglich nicht veröffentlichen. Erst 1805 gab der Komponist dem Drängen seines Bruders Kaspar nach.

Als Beispiel für Alfredo Perls Meisterschaft möchte ich das Adagio cantabile aus der Sonate op. 13 («Pathetique») anführen. Dieser Satz, der zum Schönsten gehört, was in der Geschichte der Klaviermusik geschrieben wurde, leidet bei vielen unter «romantisierenden» Manieren, die dieses Stück auf schlimme Weise verfälschen. Nicht so Perl: Seine schlichte, tief empfundene Interpretation lässt von Neuem erfühlen, wie grossartig diese Musik ist.

Alfredo Perl ist Professor an der Hochschule für Musik Detmold; man kann nur hoffen, dass möglichst viele Schülerinnen und Schüler seiner musikalischen Einstellung folgen werden!
Preis der Deutschen Schallplattenkritik

Rezension Preis der Deutschen Schallplattenkritik 15.08.2025 | 15. August 2025 Bestenliste 3/2025 Kategorie: Tasteninstrumente II

Jean-Baptiste Duponts Album mit eigenen und fremden Bach-Bearbeitungen ist stark geprägt durch die Cavaillé-Coll-Orgel von Saint-Sernin in Toulouse. Doch verführt sie ihn nicht zum Schwelgen. Er artikuliert zupackend und scheut sich nicht, die Dynamik des Instruments auszunutzen. Besonders seine Chaconne-Bearbeitung überzeugt durch ihre zugleich pianistische und symphonische, maximal expressive Haltung. Purer Luxus sind seine zwei Versionen von Bachs sechsstimmigem Ricercar – und ein in jeder Sekunde lebendig bewegtes Bach-Spiel.

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