Ihre Suchergebnisse (9960 gefunden)

Classix

Rezension Classix # 7 | Felix F. Falk | January 1, 2004 Erfrischend

Mit seinem speziellen Ton, der selbst Debussy rätselhaft war, blieb das...
DeutschlandRadio

Rezension DeutschlandRadio | C. Malter | March 14, 2004 Drei junge Männer wählen sich ‚Jacques Thibaud’ als ihren künstlerischen...

Drei junge Männer wählen sich ‚Jacques Thibaud’ als ihren künstlerischen Leitstern. Es ist Frühling. 1994. Noch sind die drei eng mit der Universität der Künste Berlin verbunden. Und so wie der große französische Geiger wollen auch sie sich mit ‚Haut und Haaren’ nur noch der Kammermusik widmen. Mutig und voller Ideen stürzt sich das Jacques Thibaud Trio ins Konzertleben ...

Das Resümee des Streichtrios ist inzwischen sehr beachtlich. Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben, erfolgreiche Tourneen rund um den Globus und wertvolle musikalische Impulse von erfahrenen Musikerkollegen oder renommierten Quartetten wie dem Brandis-Quartett stehen da schon in der Trio-Chronik. Inzwischen denken Burkhard Maiß, Philip Douvier und Uwe Hirth-Schmidt auch daran, ihr musikalisches Wissen in Meisterkursen oder Kinderkonzerten weiterzugeben.

Die jüngste Aufnahme des Thibaud-Trios widmet sich den drei Streichtrios op.9 von Ludwig van Beethoven.
Die Gattung ‚Streichtrio’ gilt durchaus als heikel, weil die klanglichen Proportionen zwischen den drei Stimmen nicht so einfach herzustellen sind. Beethoven hatte schon erste Erfahrungen gemacht, als er 1798 dann sein Opus 9 komponierte. Zwar knüpfte er an die Tradition höfischer Gesellschaftsmusik an, öffnete aber zugleich den stilistischen Horizont. Gleichberechtigte und souveräne, äußerst kunstfertige Stimmen fordern Musiker und Hörer in neuer, ungewohnter Weise. Die Bekanntschaft Beethovens mit der Gattung ‚Streichtrio’ sollte nur kurzer Dauer sein. Zu gering waren für den Komponisten letztendlich die Möglichkeiten eines spannungsvollen, dynamischen Satzes. Mit seinem ersten Quartett versenkte Beethoven die Gattung dann endgültig in seinem Schreibtisch. Doch sein Opus 9 blieb ein Musterbeispiel. Allerdings wendeten sich erst die Komponisten des 20. Jahrhundert wieder verstärkt dem Trio zu.

Hören Sie nun – sozusagen das Zentrum – von Opus 9: Das 2. Trio in D-dur von Ludwig van Beethoven. Es spielt das Jacques Thibaud Trio.

[Hörbeispiel: Ludwig van Beethoven: Trio in D-dur, op.9 Nr.2 für Violine, Viola und Violoncello: Allegretto - Andante quasi Allegretto - Menuetto. Allegro - Rondo. Allegro]

Das Trio in D-dur, op.9, Nr.2 von Ludwig van Beethoven.
Die Aufnahme ist gerade bei dem kleinen Label audite erschienen. Und die musikalische Empfehlung für diese Gattung, der Beethoven letztendlich seine divertimentohafte Unschuld raubte, kam von einem jungen, erfolgreichen Trio - dem Jacques Thibaud Trio aus Berlin.
Pizzicato

Rezension Pizzicato 3/2004 | Guy Wagner | March 1, 2004 Einsame Größe und Intensität

Schreiben wir es gleich: Diese Aufnahme mit Franz Schuberts berühmtem d-Moll-Quartett D.810, 'Der Tod und das Mädchen', und seinem Jugendwerk in Es-Dur D.87 setzt neue Maßstäbe und muss als eine der faszinierendsten Einspielungen der letzten Jahre angesehen werden. So eindringlich und ergreifend, zugleich aber auch ausdrucksstark und klangschön hat man diese Werke kaum je gehört.

Bereits der Einleitungssatz verdeutlicht die Modernität der Interpretation des Mandelring Quartetts. Sie drängt unaufhörlich weiter, gönnt sich keine Ruhe und leuchtet so mit klaren Akzenten die Dramatik der Musik aus. Besonders beklemmend wirken die fahlen Klangfarben, die bereits an der Grenze der 'Farblosigkeit' liegen, wodurch die innere Tragik der Musik bloßgelegt wird: Dieses Quartett, wie auch die in a-Moll und G-Dur, sind geprägt vom Wissen des Komponisten um seine unheilbare Krankheit. Der Tod ist allgegenwärtig, nicht nur in dem Variationssatz, der dem d-Moll-Quartett seinen Titel gegeben hat und in dem Schubert die besänftigende Antwort des alles Gleichmachers auf die Verzweiflung des jungen Mädchens in dramatischen, verzweifelten und versöhnlichen Variationen beleuchtet.

Eine verhaltene Trauer bestimmt diese Interpretation. Nichts klingt aufgesetzt, alles wirkt natürlich, evident, als ob es nicht anders sein könnte. Dies gilt auch für die Kontraste, welche die vier Musiker zwischen Scherzo und Trio aufbauen, und die unerbittliche Rhythmik des Finales, dessen Konturen und Dynamik klar wie kaum zuvor herausgestellt werden. Erschütternd!

Eine solche Freisetzung von reiner Musik und größter, aber nie aufdringlicher Emotion ist natürlich nur möglich, da die vier Musiker – drei Geschwister, Sebastian und Nanette (Violinen), sowie Bernhard Schmidt (Violoncello), und der Bratscher Roland Glassl –, ebenbürtige Künstler sind und gleichzeitig ein außerordentlich homogenes Viererensemble bilden, wo jeder genauestens auf die anderen zu hören weiß und alle mit einer Präzision und Intensität ohnegleichen zusammenspielen.
Dies bekommt auch der zweiten Einspielung bestens, einem allzu sehr vernachlässigten Jugendwerk Schuberts, das der 16-jährige Franz im November 1813, kurz nachdem er in die Lehrernormalschule aufgenommen worden war, komponiert und zuerst einmal dem häuslichen Quartett der Schubert-Familie zugedacht hatte. Die melodische Fülle dieser kleinen Kostbarkeit kommt hier optimal zur Geltung, der Lyrismus kann sich voll entfalten. Auch Gefühle werden offen gelegt, arten aber nie in Gefühlsduselei aus. Das verhindern schon die Intelligenz und die Disziplin der prachtvollen Musiker, die darüber hinaus eine einfach perfekte Balance zwischen ihren Instrumenten erreicht haben und die Ehrenrettung eines Kleinods verwirklichen. Kurzum: Eine CD für die einsame Insel!








translation:


Solitary Greatness and Intensity

Let us say it straight away - this recording, of Franz Schubert´s famous D Minor Quartet D 810 Death and the Maiden and the quartet in E flat minor, composed in his youth, sets new standards. It has to be considered as one of the most fascinating performances of recent years. Hardly ever before has one heard these works played so penetratingly and movingly while at the same time with such powerful expression and beauty of tone.

In the first work, the modernity of the Mandelring Quartet´s interpretation is clearly shown right from the opening movement. It continually presses forward, allows itself no rest and illuminates, with such clear accents, the drama of the music. The deep sadness of the pale tonal colours, lying almost on the edge of colourlessness, are the means by which the inner tragedy of the music is exposed. This quartet as well as the A minor and G major quartets are imprinted with the composer´s knowledge of his own incurable illness. Death is omnipresent, not just in the Variation Movement which gave the D minor work it's title. In this Schubert illuminated in dramatic, despairing and reconciling variations the soothing response of the Great Leveller to the young girl´s despair.

A restrained grief characterizes this interpretation. Nothing superficial has been added, everything is natural and obvious, as if it could not be interpreted in any other way. This is also goes for the contrasts which the four musicians build up between the Scherzo and the Trio as well as for the relentless rhythm of the Finale, whose contours and dynamism are emphasized with a clarity that has hardly been heard before. Shattering!

Such a release of pure music and the greatest, but never imposing, emotion is of course only possible because the four musicians – two brothers and their sister, Sebastian and Nanette Schmidt (violin) and Bernhard Schmidt (cello) together with Roland Glassl (viola) - are all artists of equal rank while at the same time making an extraordinarily homogenous ensemble of four in which each one knows exactly how to listen to the others and in which they play together with an incomparable precision and intensity.

These qualities admirably enrich the second work, a very much neglected early Schubert composition, written in November 1813 by the 16 year old Franz just after he had been accepted for a teacher training college. He composed it originally to be played at home by the Schuberts´ family quartet. The melodic fullness of this little treasure is brought out here to the best and its lyricism can fully unfold. Emotions are laid bare but they never generate into sentimentality, this being prevented by the intelligence and discipline of these splendid musicians. The players have, moreover, attained a simply perfect balance between their instruments and the achievement of saving the reputation of this gem. In short, a CD for a desert island!
Cellesche Zeitung CD-Klassik-Tipp

Rezension Cellesche Zeitung 21.02.2004 | Reinald Hanke | February 21, 2004 Schubert überragend

In den vergangenen Jahren sind zwei Gesamtaufnahmen der Streichquartette von...

Suche in...

...