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Pizzicato

Rezension Pizzicato N° 170 - 2/2007 | Guy Wagner | February 1, 2007 Faszinierende Alternative - In dieser Einspielung setzen die vier Musiker sich...

Faszinierende Alternative

In dieser Einspielung setzen die vier Musiker sich mit dem großen letzten Meisterwerk Schuberts in Sachen Streichquartett, dem Quartett in G-Dur D.887, auseinander. Das über 50minütige Werk, das der Meister in knapp zehn Tagen (vom 20. bis 30. Juni 1826) schrieb, als die 'Krankheit', die unheimliche und unheilbare Syphilis, ihm wieder seine 'Endlichkeit' deutlich machte, verlangt ein Engagement, das an die Grenzen der Aussagekraft geht, denn schon das einleitende symphonische Allegro molto moderato hat eine Komplexität, die viele Interpreten ratlos macht.

Nicht so die Mandelring-Musiker. Da sie die Problematik erkannt haben, vollziehen sie einen Rückzug aufs rein Musikalische, wie bereits ihre vorherige CD verdeutlichte, und für dieses gigantische Werk verweigern sie eine Haltung, die als Vorzeichen kommenden Unheils gedeutet werden könnte. Sie setzen sich vielmehr mit dem Geist der Musik auseinander, und der fußt nun einmal im Kammermusikalischen. Dabei lassen sie die ganze Schönheit und Kohärenz ihres Zusammenspiels deutlich werden, und so 'singt' die Musik wie nur bei wenigen Quartettformationen.

Damit bleiben sie allerdings hinter der phänomenalen Dramatik der Musik zurück. Dies wird auch zum Problem im Andante, dem es nun evident an Kontrast fehlt, so dass die innere Unruhe nicht zu jenem gequälten Aufschrei führt, der Schuberts Ausdruck der Verzweiflung ist,... ein Aufschrei, der sich übrigens im Scherzo und im Finale fortsetzt. Dafür kommt hier das Melodische, der reine Gesang, optimal zur Geltung, so als hätte man es mit einem großen Lied, einer Ballade, zu tun, eher denn als mit der großen Klage des großen Franz Schubert.

Das andere, frühe, weit weniger problematische Quartett in D-Dur von 1815, D.173, kommt durch die Annäherung des Mandelring-Quartetts viel besser weg. Sie spielen genauso konzentriert, so musikantisch wie immer, und die Musik atmet ganz wunderbar. Nur im Menuett verliert sich der Esprit des Ländlers zugunsten des Leichten und Gelösten, das im Finale zur Befreiung wird.

Ich muss demnach feststellen, dass das Quartett zwar noch immer meine völlige Bewunderung verdient, dass die von ihm nun endgültig - wie es scheint - eingeschlagene Richtung in Sachen Franz Schubert aber immer weniger meine ist. Das sollte mich dennoch nicht davon abhalten, sie als großartige Musiker und ihre Schubert-Deutung als faszinierende Alternative anzusehen.
Diapason

Rezension Diapason N° 544 - Fevrier 2007 | Etienne Moreau | February 1, 2007 L'inépuisable musique pour piano de Schumann, dans laquelle il y a toujours...

L'inépuisable musique pour piano de Schumann, dans laquelle il y a toujours quelque chose à dire sans être obligé de chercher à se démarquer à tout prix, reste un excellent vecteur pour les jeunes artistes cherchant à se faire connaître. Candidat malchanceux au dernier concours Chopin, où il fut éliminé en finale au profit d'impétrants beaucoup plus fades, Nicolas Bringuier tient ici l'occasion de mettre sa personnalité en évidence. Sa Fantaisie est d'une parfaite rigueur, d'une intelligence tout à fait digne de celle de son maître Bruno Rigutto, et ses Scènes de la forêt, qui ne perdent pas de temps à musarder, sont droites sans être rigides. Les difficiles Fantasiestücke op. 111, à défaut d'exprimer une totale maîtrise de l'Humor ou du Phantasieren, montrent un vrai sens de la rupture, de la gravité et de la noirceur. L'ensemble est très convaincant par sa maturité, sa discrète individualité, et ce malgré un instrument japonais qui n'offre pas toute la palette de couleurs dont on peut rêver dans Schumann.
Crescendo

Rezension Crescendo Februar / März 2007 | Uwe Schneider | February 1, 2007 Dieskaus „Winterreise“

Jugendlich frisch. Nicht weniger als zehn offizielle Einspielungen von Schuberts...
Fono Forum

Rezension Fono Forum März 2007 | Christoph Vratz | March 1, 2007 Der Gang ins Archiv kann sich durchaus lohnen: Verschiedene Labels haben alte...

Der Gang ins Archiv kann sich durchaus lohnen: Verschiedene Labels haben alte Liedproduktionen aufbereitet und veröffentlicht, in erster Linie Live-Mitschnitte, aber auch bislang unbekannte Studioaufnahmen.

Einen lohnenswerten Archivfund bietet die Erstveröffentlichung von Dietrich Fischer-Dieskaus zweiter Aufnahme der Schubertschen „Winterreise“, die im Dezember 1952 im WDR in Köln entstanden ist. Diese Einspielung ist eine ideale Brücke zwischen dem frühen Dokument von 1948, als der allzu brave Klaus Billing den damals 22-Jährigen begleitete, und der 1955 für die EMI entstandenen Produktion mit dem kongenialen Gerald Moore. Diesmal ist es Hermann Reutter, der auf teils arg vornehme, teils angenehm diskrete Weise den Klavierpart übernommen hat. Fischer-Dieskau singt kontrolliert, aber keineswegs ausdrucksarm, er gestaltet nicht so reflektiert wie in vielen seiner späteren Aufnahmen, sondern eher mit einer – scheinbar – dem Volkslied abgelauschten Schlichtheit, die vor allem dem doppeldeutigen „Lindenbaum“ zugute kommt und die in Liedern wie „Erstarrung“ dramatisch aufgeladen wird.
Fono Forum

Rezension Fono Forum März 2007 | Giselher Schubert | March 1, 2007 Fulminant

Die drei Cellosonaten, die Bohuslav Martinu (1890-1959) zwischen 1939 und 1952 komponierte, zählen zu seinen besten Kammermusikwerken. Sie verbinden unaufdringlich einen tschechisch wirkenden musikalischen Tonfall mit einem vitalen, draufgängerischen Neoklassizismus, die der Musik unverwechselbare Züge geben. Freilich stellt sich die fulminante Wirkung dieser Musik nur ein, wenn sie mit gewissermaßen ernstem Übermut interpretiert wird. Solch eine Interpretation bieten Tilmann Wick und Pascal Devoyon, ein blendend eingespieltes Duo, mit makelloser technisch-musikalischer Perfektion, das sich seine Spielfreude bewahren und erhalten konnte. Das ist ganz gewiss eine Referenzaufnahme der Werke.

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