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Rezension kulturtipp 20/11 (24. - 30. September 2011) | Fritz Trümpi | September 24, 2011 Hornmusik à la française

Das Horn ist in seiner solistischen Erscheinung gewöhnlich nicht gerade ein...
ORF Ö1

Rezension ORF Ö1 Ö1 Pasticcio - Apropos Kammermusik | Nadja Kayali | August 25, 2011 Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 9 in Es-Dur op. 117 Mandelring Quartett

Einen schönen Nachmittag, meine Damen und Herren. Vor wenigen Tagen gab es bei den Salzburger Festspielen einen bemerkenswerten Konzertzyklus. Das Mandelring Quartett hat an zwei Tagen sämtliche Streichquartette von Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch aufgeführt. Das waren 2 Konzerttage voller Intensität und sie haben die Gelegenheit geboten in die Tiefe dieser 15 Quartettkompositionen einzutauchen. Besonders spannend ist es, den musikalischen Zusammenhang dieser Werke hörbar nachvollziehen zu können. Gerade im Bereich der Streichquartette ist das bei Schostakowitsch von großer Bedeutung, wurden sie doch mit einem „Tagebuch innerer Entwicklung“ verglichen.

Tatsächlich hatte die Hinwendung Schostakowitschs zur Kammermusik zunächst eine Art Rückzugscharakter. Nachdem er 1936 Angriffen der sowjetischen Kulturpropaganda ausgesetzt war, begann er zwei Jahre später mit der Komposition von Streichquartetten. Betrachtet man die Entstehung der 15 Quartette im Zusammenhang mit den Sinfonien, so entsteht ein sehr kontrastreiches Bild. Der geforderten Großform wird die Intime gegenübergestellt. Dass sich eine Kongruenz der Anzahl der Werke ergeben hat, war jedenfalls nicht geplant. Ganz im Gegenteil, eigentlich war ein Zyklus von 24 Quartetten intendiert. Durch sämtliche Tonarten, so wie Schostakowitsch das bereits in seinen 24 Präludien getan hat.

1.Hörbeispiel: Präludium in Es-Dur Nr. 19 CD2/Cut 21 (1.30)

Margarethe Babinsky spielte das Präludium in Es-Dur aus dem op. 34 von Dmitri Schostakowitsch.

Dieses Präludium steht in derselben Tonart wie das Hauptwerk unserer heutigen Sendung, das Streichquartett Nr. 9. Es ist eine Tonart, die keineswegs schwermütig erscheint und von Schostakowitsch auch bewusst eingesetzt wurde. Das 9. Streichquartett, entstanden 1964, ist seiner 3. Frau Irina Antonova Supinskaya gewidmet und markiert einen weiteren wichtigen Schritt der Verdichtung des kompositorischen Schaffens.

Und das sind auch die beiden Anknüpfungspunkte für unsere Annäherung an das Quartett.

Einerseits der kompositorische Ansatz einer zyklischen Verdichtung, darauf werde ich später noch genauer eingehen. Andererseits ist der biographische Zusammenhang von Bedeutung, denn Schostakowitsch hatte 1954 seine erste Frau Nina Wassiljewna verloren. Zwei Jahre nach ihrem Tod war er dann eine Ehe eingegangen, die rasch wieder geschieden wurde. Erst danach ist das 7. Quartett entstanden, das dem Andenken seiner ersten Frau gewidmet wurde.

Außerdem war er selbst nicht nur in eine Schaffenskrise geraten, sondern auch krank geworden, sodass sich eine Art „Requiemsgedanke“ breit gemacht hat, der Niederschlag in seinem 8. Streichquartett gefunden hat.

Das 7. und 8. Quartett sind die Bezugspunkte für unser Hauptwerk und stehen zueinander – man könnte sagen – wie Leben, Tod und Auferstehung.

2. Hörbeispiel: Schostakowitsch Str.qu. Nr. 7, 1. Satz CD 3/ Cut 4 (3.35)

Das Mandelring Quartett spielte den 1. Satz aus dem Streichquartett Nr. 7 in fis-Moll op. 108 von Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch.

Das kurz danach entstandene 8. Streichquartett ist vielleicht das bekannteste von allen. Es erscheint wie eine Zusammenfassung. Eine Zusammenfassung, die gleichzeitig den Absprung in neue Regionen ermöglicht. Durch seine selbstreferenzielle Konzeption ist es ein extrem persönliches Werk. Schostakowitsch integriert darin nicht nur eine ganze Reihe Zitate eigener Stücke, sondern er eröffnet das Quartett mit der Tonfolge d-es-c-h, sozusagen seinem klingenden Monogramm. Und unter anderem wird dieses Namenssigle zu einem wichtigen musikalischen Verbindungsglied der einzelnen Sätze.

In gewisser Weise ist das 8. Streichquartett ein Versuch der Spurensicherung des eigenen Werkes, getragen von der Angst des Vergessenwerdens und der bedrohlichen Nähe des Todes.

3.Hörbeispiel: Schostakowitsch Str.qu. Nr. 8, 4. Satz CD 2/Cut 13 (4.16)

Den 4. Satz aus dem Streichquartett Nr. 8 in c-Moll op. 110 von Dmitri Schostakowitsch spielte das Mandelring Quartett.

Die Verwandtschaft der Streichquartette von Schostakowitsch hat vielfältige Ebenen. Da spielt die Wahl der Tonarten ebenso eine Rolle wie übergeordnete biographische Momente. Eine Besonderheit ist aber auch der Aufbau und die Idee einer zyklischen Verknüpfung. Und gerade das sind zwei Punkte, die die Trias der Streichquartette 7, 8 und 9 so spannend machen.

Begibt man sich auf diese Spuren, so wird schnell deutlich, dass sich Schostakowitsch nicht im luftleeren musikalischen Raum bewegt, sondern ganz eindeutige Anknüpfungspunkte vorhanden sind. Ein besonders wichtiger ist Beethoven. An sein Spätwerk gibt es viele Andeutungen und klare Verbindungslinien. Das beginnt bereits beim 2. Streichquartett mit seiner Nähe zu Beethovens op. 131. Die Idee der zyklischen Verknüpfung nimmt hier ihren Ausgangspunkt.

4.Hörbeispiel: Schostakowitsch Str.qu. Nr. 2, 1. Satz CD 1/Cut 5 (7.46)

Das Mandelring Quartett spielte den 1. Satz des Streichquartetts Nr. 2 in A-Dur op. 68 von Dmitri Schostakowitsch.

Ein wichtiger Anknüpfungspunkt an Beethoven war die zyklische Idee um seine Streichquartette in sich zu verdichten. Einerseits findet sich beispielsweise im 7. und 9. Quartett eine Fokussierung auf das Finale. Das ganze Stück wird durch die neuerliche Verarbeitung des musikalischen Materials der vorangegangenen Sätze zusammengehalten.

Andererseits werden die einzelnen Sätze des Werkes miteinander verbunden. Ein Blick in Beethovens Streichquartette dient uns hier als Vorschau auf die Techniken, die Schostakowitsch dafür entworfen hat.

Hören wir zunächst den Übergang vom 3. auf den 4. Satz in Beethovens op. 59, 1.

5.Hörbeispiel:Beethoven Übergang CD2/Cut 3 (12.45)-4 (0.10) (ca. 0.21)

Diesen Ausschnitt aus dem Rasumovsky Quartett op. 59, 1 spielte das Alban Berg Quartett.

Jetzt blicken wir in das 9. Streichquartett von Schostakowitsch. Wie im 7. und 8. werden alle Sätze attaca, also ohne Pause dazwischen, gespielt. Das erlaubt die Ineinanderführung der Sätze. Schostakowitsch verwendet dafür gleichbleibende Noten, aber er verändert Metrum, Rhythmus, Tempo und Dynamik.

Hier der Übergang vom 4. auf den 5. Satz.

Alle Beispiele: CD 3/Cut 7-11
6.Hörbeispiel: Schostakowitsch Str.qu.9 Übergang 4→5 - 0.26 - -8.38

Etwas suggestiver ist der Übergang vom 3. auf den 4. Satz gestaltet.

7.Hörbeispiel:Schostakowitsch Str.qu.9 Übergang 3→4 - 0.20 - -2.40

Und bei der Überleitung vom 2. auf den 3. Satz entsteht das Gefühl, als ob man auf einen rollenden Zug aufspringen würde und froh ist, noch mitgenommen zu werden.

8.Hörbeispiel: Schostakowitsch Str.qu.9 Übergang 2→3 - 0.36 - -3.55

Der letzte noch verbleibende Übergang zwischen 1. und 2. Satz bringt eine raffinierte harmonische Verwandlung.


9.Hörbeispiel:Schostakowitsch Str.qu.9 Übergang 1→2 - 0.29 - -4.09

Es folgt nun das gesamte 9. Streichquartett von Dmitri Schostakowitsch, gespielt vom Mandelring Quartett.

10.Hörbeispiel:Schostakowitsch Str.qu.9 gesamt CD3/Cut 7-11 (25.00)

Das Mandelring Quartett spielte das Hauptwerk unserer heutigen Sendung, das Streichquartett Nr. 9 in Es-Dur op. 117 von Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch.

Das war die erste von zwei Kammermusik-Sendungen, die sich dem Streichquartett-Schaffen von Schostakowitsch widmen. Nach dem heutigen 9. Quartett steht in zwei Wochen das 5. auf dem Programm, das wiederum eine andere Annäherung an diese faszinierende Musik ermöglicht.

Apropos Kammermusik hat in den nächsten Wochen eindeutig einen russischen Schwerpunkt. Mit Nikolai Karlowitsch Medtner steht nämlich nächste Woche ein Komponist aus Moskau auf dem Programm. Sein musikalisches Lebenswerk, das Streichquintett in C-Dur, wird Ihnen meine Kollegin Teresa Vogl vorstellen.

Für heute bedanke ich mich sehr herzlich bei Ihnen fürs Zuhören! Nadja Kayali wünscht noch einen anregenden Nachmittag mit Ö1!
ORF Ö1

Rezension ORF Ö1 Ö1 Pasticcio - Apropos Kammermusik | Nadja Kayali | September 8, 2011 Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 5 in B-Dur op. 92

Herzlich willkommen zur 3. Sendung unseres kammermusikalischen Russland Schwerpunktes. Nachdem letzte Woche mit Nikolai Medtner bei meiner Kollegin Teresa Vogl ein Komponist aus Moskau auf dem Programm stand, geht es heute mit dem in St. Petersburg geborenen Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch weiter.

Seinem 9. Streichquartett galt meine Sendung vor 2 Wochen. Jene Sendung ist noch unmittelbar unter dem Eindruck der gesamten 15 Streichquartette Schostakowitschs entstanden, die das Mandelring Quartett Mitte August bei den Salzburger Festspielen aufgeführt hat. Und sie kreiste nicht nur um, sondern vor allem auch innerhalb des Streichquartettschaffens Schostakowitschs.

Heute steht ein früheres Werk im Zentrum. Das 5. Quartett. Und wir wollen auch einen anderen, einen weiteren Blickwinkel auf Schostakowitschs Quartette eröffnen.

Entstanden ist das 5. Streichquartett 1952 und die Uraufführung konnte im Jahr darauf stattfinden, nach Stalins Tod. Eigentlich hatte Schostakowitsch das Quartett „für die Schublade“ geschrieben. Er wurde Ende der 40er Jahre mit schwerwiegenden Vorwürfen belastet. Seine Musik wurde als nicht konform mit den sowjetischen Vorgaben eingestuft und er selbst sogar mit einem Lehrverbot belegt.

Seine Schüler haben aber zu ihm gehalten. Unter ihnen war Galina Ustwolskaja. Sie ist einen Weg des beinahe völligen Rückzugs gegangen, und ihre Werke sollten erst viel später – sozusagen – „entdeckt“ werden. Schostakowitsch hat in seinem 5. Streichquartett ein Stück aus ihrem Trio zitiert.


1. Ustwolskaja Zitat 3. Satz ca. 4.00-5.00 DIGAS (1.00)

Das war ein Ausschnitt aus dem 3. Satz des Trios für Klarinette, Violine und Klavier von Galina Ustwolskaja.

Dieses Trio ist 1949 entstanden, 2 Jahre nachdem die Komponistin ihr Studium bei Schostakowitsch abgeschlossen hatte. Auch der 2. Satz ihres Trios weist eine Verwandtschaft mit Schostakowitschs 5. Streichquartett auf. Keine thematische oder harmonische, sondern eine rein atmosphärische.

2. Ustwolskaja Trio 2. Satz Cut 7 (3.15)

Kyrill Rybakov, Alexander Trostiansky und Alexei Lubimov spielten den 2. Satz des Trios für Klarinette, Violine und Klavier von Galina Ustwolskaja.

Es ist gerade Schostakowitschs 2. Satz, der als Angelpunkt seines 5. Streichquartetts gesehen werden kann. Er erscheint wie der durchsichtige Körper eines Insektes, der zwei große Flügel trägt, die Außensätze. Mächtig und teilweise mit einer grotesken Note versehen, sind sie mit dem Mittelsatz wie durch eine Nabelschnur verbunden. Die Sätze gehen attaca ineinander über und die Nahtstellen sind äußerst fragil. Extrem hohe liegende Töne der 1. Violine, symmetrisch angeordnet am Beginn und Ende des Mittelteils.

Schostakowitsch arbeitet in diesem 2. Satz mit Dämpfern und Flageolett-Tönen. Die angestrichenen Saiten werden dabei zart berührt und es entstehen – wie Berlioz in seiner von Richard Strauss ergänzten Instrumentationslehre schreibt:

„Hamonieeffekte, welche unsere Einbildungskraft mit schillernden Träumereien erfüllen, indem sie uns die anmutigsten Gebilde einer dichterischen, übernatürlichen Welt vorzaubern.“

Diese übernatürliche Welt kommt bei Schostakowitsch allerdings nicht von ungefähr. Sie hat ihre Wurzeln in seiner Verehrung für Gustav Mahler. Und besonders schätzte Schostakowitsch das Lied von der Erde und den Klang der Celesta als Ewigkeitsmusik. Auch das spürt man in seinem Streichquartett, aber bereits ganz deutlich in der Art und Weise wie er seine 4. Sinfonie ausklingen lässt.

3. Schostakowitsch 4. Sinf. Letzter Satz Ausschnitt ab ca. 25.10 (2.00)
Digas oder Cut 4

Aus dem beinahe halbstündigen 3. Satz der 4. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch hörten wir die letzten zwei Minuten, gespielt vom Symphonieorchester des Bayrischen Rundfunks unter der Leitung von Mariss Jansons.

Schostakowitsch konnte sein 5. Streichquartett, ebenso wie sein 4., erst nach Stalins Tod aufführen. Jene Jahre zwischen seiner offiziellen Demontage und dem Tod Stalins waren für Schostakowitsch nervenaufreibend. Immer wieder sah er sich gezwungen Kompromisse einzugehen und aufgezwungene Kompositionen zu schreiben, vor allem Filmmusik und andere – dem sowjetischen Kunst- und Musikbegriff näherstehende Werke als Streichquartette.

Aber diese Kompromisse hemmten ihn in seiner künstlerischen Entwicklung.

Kein Wunder also, dass sich neben der Flucht in sphärische Gefilde auch eine Verzerrung der Lebenswirklichkeit manifestiert, wenn es scheint, als würden die peinigenden Gremien des Sowjetregimes zu einem grotesken Walzer aufgefordert werden.

4. Schostakowitsch 8. Str.qu. 3. Satz CD 2/Cut 12 (4.00)

In diesem 3. Satz des 8. Streichquartetts, den das Mandelring Quartett gerade gespielt hat, ist eine deutliche Nähe zum 3. Satz des 5. Quartetts zu erkennen. Außerdem kreist dieses Quartett um Schostakowitschs klingendes Monogramm d-es-c-h.

Diese Namenssigle ist ein wichtiges Moment in Schostakowitschs Werken. Manchmal – wie im 8. Quartett – ist sie das zentrale Thema. Ein anderes Mal findet man sie unvermutet in fremder Gestalt. Auch dies ist ein Aspekt der Verzerrung, der Verfremdung des eigenen Ichs, das sich an der Oberfläche dem Druck beugen muss, aber in der Tiefe den Widerstand beharrlich verteidigt.

Im 5. Streichquartett erscheint das Monogramm noch verschlüsselter. Es nimmt eine – für das Werk zentrale – fünftönige Gestalt an (c-d-es-h-cis), die gleich im 2. Takt in der Bratsche zu hören ist.

Es folgt nun das gesamte 5. Streichquartett von Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch. Die 3 durch Liegetöne miteinander verbundenen Sätze machen Schostakowitschs Weg zu einer einsätzigen Konzeption deutlich, wie sie später am klarsten in den letzten Quartetten verwirklicht wird.

Schostakowitschs Streichquartett Nr. 5 in B-Dur spielt das Mandelring Quartett.

5. Schostakowitsch 5. Streichquartett gesamt CD3/Cut 1-3 (30.43)

Das Mandelring Quartett spielte das 5. Streichquartett in B-Dur op. 92 von Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch.

Es endet – wie übrigens die meisten von Schostakowitschs Quartetten – „morendo“. Wörtlich „sterbend“ verklingt die Musik ganz langsam.

Wenngleich Schostakowitsch in seinem Leben des Öfteren am Rande der völligen Verzweiflung gestanden hat, nicht zuletzt durch die erzwungene Entfremdung vom eigenen kreativen Schaffen, so ist es ihm dennoch immer wieder gelungen, zu sich selbst zu finden.

Die Streichquartette spielen dabei eine bedeutende Rolle. Sie sind wie eine Art Keimzelle. In ihnen findet sich die in Musik transformierte innere Welt des Komponisten. Dennoch reichen sie weit über eine persönliche Einsiedelei hinaus. Mit ihren Referenzen docken sie bei Bach, Beethoven und Mahler ebenso an, wie bei Schostakowitsch eigenem Oeuvre. Und gerade diese intertextuellen Bezüge geben den Quartetten einen besonderen Stellenwert im Finden und Selbst-Finden.

Nach dem 5. Streichquartett und nach Stalins Tod ist Schostakowitsch mit einer neuen Sinfonie an die Öffentlichkeit getreten. Und was im 5. Quartett begonnen wurde, gelangt durch die andere Form zu einer neuen Lösung.

d-es-c-h – Dmitri Schostakowitsch – es ist diese Formel, die sich über das Streichquartett den Weg in die Sinfonie bahnt um wieder ins Quartett zurückzukehren. Immer mutierend und doch immer erkennbar. Wie ein beständig sich verändernder Mensch.

6. Schostakowitsch 10. Sinfonie 2. Satz CD8/Cut 7 (4.10)

Apropos Kammermusik heute mit einem sinfonischen Ende. Mariss Jansons dirigierte The Philadelphia Orchestra bei diesem Scherzo der 10. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch.

Im Zentrum von 2 Sendungen stand das Streichquartettschaffen von Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch, ausgehend von der Gesamtaufnahme der 15 Quartette durch das deutsche Mandelring Quartett.

Damit gehen auch unsere russischen Wochen zu Ende, wenngleich sich mit Sergej Taneyew am Ende des Monats noch ein kleiner Appendix findet. Zuvor allerdings begibt sich meine Kollegin Teresa Vogl in die idyllische Atmosphäre des Traunsees, wo Erich Wolfgang Korngold sein 2. Streichquartett verfasst hat.

Für heute bedankt sich Nadja Kayali sehr herzlich bei Ihnen fürs Zuhören und wünscht Ihnen noch einen anregenden Tag mit Ö1.
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Das Mandelring Quartett aus Deutschland hat sich schon zum Zeitpunkt seiner Gründung nach der gleichnamigen Straße in Neustadt/Weinstraße benannt, in der es in einem umgebauten, ehemaligen Kelterhaus sein Probenlokal etabliert hat. Bei den Salzburger Festspielen wird es heuer alle 15 Streichquartette von Schostakowitsch im Konzert spielen – die jüngst vollendete Gesamteinspielung auf CD hat höchste Lobeshymnen hervorgerufen. Aber in dieser Stunde erklingt nicht nur Schostakowitsch, sondern auch Schubert, Janacek und Onslow.

Georges [französisch!] Onslow entstammt dem französischen Zweig einer englischen Adelsfamilie. Er wurde 1784 in Clermont-Ferrand geboren und begann erst als Erwachsener, das Komponieren als eine Art Hobby zu betreiben. Professionelle Unterweisung besorgte er sich durch den damals in Paris ansässigen Antonin Reicha. Einige seiner Opern wurden zwar in Paris uraufgeführt, konnten jedoch keinen dauerhaften Erfolg verbuchen. Anders seine Kammermusik: hier war Onslow der bedeutendste Komponist Frankreichs im frühen 19. Jahrhundert. Einige seiner Quartette hat das Mandelringquartett auf CD aufgenommen, es ist eine wirklich hörenswerte und wertvolle Musik.

K* Georges Onslow/1784 – 1853
T* Quartett für Streicher Nr.4 in c-Moll op.8 Nr.1
E* Largo. Allegro agitato – 1.Satz (00:07:35)
A* Mandelring Quartett
NI* Sebastian Schmidt /Violine
NI* Nanette Schmidt /Violine
NI* Roland Glassl /Viola
NI* Bernhard Schmidt /Violoncello

Jetzt Schubert, der 1.Satz aus dem a-Moll-Quartett: sehr gut gefällt mir da der fahle klangliche Beginn. Und: Die Musiker lassen sich viel Zeit, nehmen das „Allegro ma non troppo“ vor allem „non troppo“, also nicht zu lebendig oder flüssig.

Schubert: T* Quartett für Streicher Nr.13 in a-Moll DV 804 op.29
E* Allegro ma non troppo – 1.Satz (00:13:44)

Auf einer vor einem Jahr erschienenen CD des Mandelring Quartetts sind die beiden Streichquartette von Janáček enthalten; das zweite davon in zwei Versionen: der bekannten Fassung und in einer Rekonstruktion der Urfassung mit der Viola d’amore.

Janáček war fasziniert von der silbrigen Klangfarbe des reich verzierten Instruments. Leider musste er aus spieltechnischen Gründen letztlich auf die Viola d’amore verzichten und arbeitete das Werk für die normale Bratsche um. Gunter Teuffel (Viola d’amore) und das Mandelring Quartett haben für diese Aufnahme die Urfassung rekonstruiert und bieten Janáčeks zweites Streichquartett jetzt in beiden Versionen für Bratsche und Viola d’amore.
Wir hören den zweiten Satz des Quartetts, eröffnet gleich von der Viola d’amore.

T* Quartett für Streicher Nr.2 "Intime Briefe / Listy duverne" – in der Urfassung mit Viola d'amore
E* Adagio – 2.Satz (00:05:41)

An seine Muse Kamila Stösslova schrieb er: "Das Ganze wird von einem besonderen Instrument zusammengehalten, es heißt Viola d'amour – Liebesviola... In dieser Arbeit werde ich mit Dir allein sein. Kein Dritter neben uns."

Und weiter: "Jubel, heißes Bekenntnis der Liebe, wehklagend; unbezähmbare Sehnsucht, unerbittlicher Entschluß, mich mit der Welt um Dich zu schlagen... Ach das ist ein Werk, als ob man es aus lebendigem Fleisch herausschnitte. Ich glaube, ich schreibe nichts Tieferes und Wahrhaftigeres mehr“

Lassen Sie mich noch einen Satz aus diesem einzigartigen klingenden Liebesbrief spielen, den letzten. Natürlich spielt auch hier die Viola d'amore als Symbol der großen Liebe seiner späten Jahre die Hauptrolle.

K*Leos Janacek/1854-1928*
T*Quartett für Streicher Nr.2 "Intime Briefe / Listy duverne"*
E*11. Allegro – Andante – Con moto – Adagio – Tempo I – 4.Satz*
A*Mandelring Quartett* 00.07.35

Das Mandelring-Quartett hat, wie erwähnt, sämtliche 15 Streichquartette von Schostakowitsch aufgenommen. Ein gewaltiges Unterfangen, und das Resultat ist großartig geworden!

In der Zeitung Iswestija erklärte Schostakowitsch, er habe nach Fertigstellung der 5ten Sinfonie das ganze Jahr 1938 lang fast gar nichts gemacht, außer einem Streichquartett. Das Werk sei ursprünglich als eine Art Übung geplant gewesen. Er gesteht sich in dem Artikel ein, das Streichquartett sei eine der schwierigsten musikalischen Gattungen überhaupt. In diesem Werk, seinem ersten Streichquartett, sieht er ein fröhliches, verspieltes und lyrisches Stück ohne besondere Tiefe.

Schostakowitsch: Quartett für Streicher Nr.1 in C-Dur op.49
E* Moderato – 1. Satz
A* Mandelring Quartett
NI* Sebastian Schmidt /Violine
NI* Nanette Schmidt /Violine
NI* Roland Glassl /Viola
NI* Bernhard Schmidt /Violoncello

Sein 8. Streichquartett ist eine Selbstreflexion, vielleicht sogar eine klingende Visitenkarte; die Initialen D-S-C-H ziehen sich in Tönen durch alle Sätze.
Einem Freunde sagte er: „Ich dachte daran, dass nach meinem Tod wohl niemand ein Werk zu meinem Gedächtnis komponieren würde. Daher beschloss ich, ein solches Werk selbst zu komponieren.“

Aus diesem autobiographischen Quartett nun der 3. Satz. Spielfreudig und grotesk, mit den bei Schostakowitsch immer wieder auftauchenden Anspielungen auf jüdische Volksmusik – und dazu ein ironisches Jonglieren, ein In-die-Luft-werfen und Wieder-auffangen jenes kleinen Motivs, das aus seinem Namen gewonnen ist, das ihn selbst darstellt. Herrlich, wie das in dieser Aufnahme alles hörbar, nachvollziehbar gemacht wird!

K* Dimitri Schostakowitsch/1906-1975
T* Quartett für Streicher Nr.8 in c-Moll op.110
E* Allegretto – 3.Satz

Wie zu Beginn nun auch zum Abschluss George Onslow, das Scherzo aus seinem 25. Streichquartett – ja, so fleißig war er. Ich gebe zu, ich weiß nicht, ob alle seine 36 Quartette und 24 Quintette, deren Existenz mir das Lexikon nahelegt, derartig witzig und präzis in der musikalischen Abfassung sind – aber diese vier Minuten werden ihnen sicher gefallen!

K* Georges Onslow/1784-1853
T* Quartett für Streicher Nr.25 in B-Dur op.50
E* Scherzo. Vivace assai – 2.Satz (00:04:13)
Pizzicato

Rezension Pizzicato N° 216 (10/2011) | RéF | October 1, 2011 Ob es klug war, in der Grieg-Gesamtaufnahme eine CD mit einem Programm nur für...

Ob es klug war, in der Grieg-Gesamtaufnahme eine CD mit einem Programm nur für Streichorchester zusammen zu stellen, scheint mir fraglich, wo doch sicher Abwechslung möglich gewesen wäre. Das gilt umso mehr als die Kölner Streicher nicht zu den feinsten zählen, welche die Orchesterwelt zu bieten hat. Auch Aadlands Dirigat kann mich nicht so sehr überzeugen, wie auf der ersten CD. Er dirigiert zwar ausgesprochen gefühlvoll, ohne sentimental zu werden, aber ich hätte mir noch mehr klangliche Nuancen gewünscht, mehr Feinheiten, und weniger Schwere, wie sie hier manchmal Musik und Ohr belastet.
American Record Guide

Rezension American Record Guide | Vroon | September 1, 2011 This is a beautiful recording. The Cologne orchestra has a gorgeous sound, the...

This is a beautiful recording. The Cologne orchestra has a gorgeous sound, the engineers convey it perfectly, the conductor loves the music and never rushes thru anything. I was impressed right away by the slow tempos. All four Symphonic Dances are slower than Jarvi in Gothenburg. The first is especially good at this speed. The second—always the most popular— sounds luscious here. My Jarvi recording (DG) has developed irritating “swish” sounds that I cannot remove, so I was glad for a new recording.

The Funeral March is the familiar one for Richard Nordraak. The Peer Gynt Suites (pronounced Pair Jint, by the way) are also among the best I’ve heard. While I was comparing timings to all the other recordings I have, I noticed that this conductor is slower than all—except Beecham, whose Peer Gynt has always been my favorite. Beecham and Mr Aadland take about the same tempos, but both are slower than anyone else—and the music can take it. (Barbirolli was also slow.) Beecham does more of the Peer Gynt music but only one of the Symphonic Dances (No. 2). As with most of what Beecham conducted, he is peerless—but this comes very close. And this has the best sound I’ve ever heard in this music—and that is partly the terrific orchestra. What rich string sound! By the way, there is no singer for Solveig’s Song.

Solveig’s Song comes before Peer’s homecoming in the incidental music, but in Suite 2 here it comes after—it ends the suite. Some conductors do it the other way around—seems logical—but it was Grieg himself who published Suite 2 in this order. He wanted it to end quietly.

Mr Aadland grew up on Grieg as a violinist in the Bergen area; he was also concertmaster of the Bergen Philharmonic for many years. He seems to feel this music like a true Norwegian, and he claims to know all the folk tunes and rhythms from childhood, because his father played Norwegian folk music on a Hardanger fiddle. It seems to me that the main thing operating here is a great love and respect for the music. Too many conductors treat it as something light and forgettable.

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