Ihre Suchergebnisse (9960 gefunden)

Fono Forum

Rezension Fono Forum Dezember 2012 | Tilman Urbach | December 1, 2012 Ungewöhnlich

Da mag manch einer nach dem Einlegen der CD ins Staunen kommen. Ist das Neue Musik? Immerhin singt da Inga Humpe, blonde Prinzessin der Alternative-Rockband 2raumwohnung, vor hell glänzender Streicherfläche, E-Gitarre und Klavier. Aber es sind Worte Friedrich Rückerts: "Ich bin der Welt abhanden gekommen." Tatsächlich entstand das von Humpe komponierte Lied in einem Mahler-Projekt, in dem Eggert einmal mehr Popwelt und zeitgenössische Klassik kurzschloss. Er ist ein Weltengänger, der trotzig seinen Ruf als Bad Boy bei den Gralshütern der humorlosen E-Musik verteidigt.

In "Tetragrammaton", das Michael Hofstetter mit seinem Stuttgarter Kammerorchester hier differenziert und klangschön inszeniert, geht es um die Streicher. Eggert hat ein Gespür für ihre Ästhetik, treibt ihren weichen Klang in die hohen Bereiche des Flirrenden, lässt sie repetitive Figuren spielen, die sich orgelhaft mit anderen Registern der Kontrabässe und Celli verbinden. Die Ouvertüre "Der Rabe Nimmermehr", ein Frühwerk von 1991, nutzt hingegen die ganze Bandbreite des Kammerorchesters. Elegisch kann da schon mal ein Blas- oder Streichinstrument vor dem Orchester ins Träumen geraten. Das ist sensibel instrumentiert. Moritz Eggert ist eben ein genialischer, weil bekennender Eklektiker, der sowohl traditionsgebunden als auch avantgardistisch arbeiten kann. Seinem Lehrer Wilhelm Killmayer schrieb er zum 75. Geburtstag ein Duett für Violine und Klavier. Die unterschiedlichen Sätze rekurrieren auf Killmayers Stilwandel von den kryptischen Orchesterwerken der siebziger Jahre zu den humorvoll-virtuosen Klavierstücken. Abwechslungsreich und kurzweilig.
NDR Kultur

Rezension NDR Kultur 26.11.2012, 15:20 Uhr | Philipp Cavert | November 26, 2012 Ein Klavierduo der Extraklasse

"Der große Erfolg ist oft nur ein glückliches Missverständnis", hat Darius Milhaud einmal gesagt. Das trifft auch häufig zu, wenn Musiker gleich zu Beginn ihrer Karriere Aufnahmen veröffentlichen. Die beiden Schwestern Mona und Rica Bard dagegen haben sich Zeit gelassen für ihre erste CD. Schon nach den ersten Takten wird klar: Hier präsentiert sich ein eingespieltes Zweierteam der Extraklasse, gereift durch jahrelange gemeinsame Erfahrung.

Elegant und stilsicher

Schon als kleine Mädchen haben Mona und Rica in ihrem Elternhaus gemeinsam am Flügel gesessen. Schnell war für Rica klar, dass sie es ihrer großen Schwester Mona gleichtun wollte, und so blieb die angebotene Achtelgeige im Kasten. Zu den gemeinsamen Spielsachen gehörten die schwarzen und weißen Tasten von da an ebenso wie die Puppen oder die Schaukel im Garten.

"Scaramouche" – die Suite über eine Figur der Commedia dell'Arte – nehmen die Schwestern ironisch-elegant in Angriff, von dem kokettierenden Anfang bis hin zum karnevalesken Brazilieira-Schluss mit seinen Samba-Rhythmen.

Elegant und stilsicher präsentieren Mona und Rica auf ihrer Debüt-CD auch die temperamentvollen Spanien-Bilder der "Rapsodie espagnole" von Maurice Ravel und den zwölfteiligen Zyklus "Jeux d'enfants" von Georges Bizet. Die Schwestern lassen Bizets Meisterminiaturen in orchestralen Farben leuchten, sie gestalten die Stücke mal perkussiv, mal intensiv sanglich.

Ein Debüt auf hohem Niveau

Nach diesen eingängigen Werken mündet die CD in die Sonate für zwei Klaviere von Francis Poulenc. "Ein sehr gewichtiges Werk, das – wie wir finden – leider etwas vernachlässigt wird und recht wenig von den Kollegen gespielt wird", meinen die Schwestern. "Wir lieben sie über alles! Sie ist schwer zu greifen und in wenigen Worten zu beschreiben. (...)"

Die CD "Pas de deux" ist ein reifer Erstling. Mona und Rica Bard sind bis in die kleinste Fingerspitze aufeinander eingespielt – und das auf dem Niveau von Katia und Marielle Labeque oder dem der Zwillinge Pekinel. Hoffentlich muss nicht erst wieder ein Vierteljahrhundert vergehen, bis die zweite Aufnahme dieses Klavierduos erscheint.
Bayern 4 Klassik - CD-Tipp

Rezension Bayern 4 Klassik - CD-Tipp 26.11.2012 | Matthias Keller | December 2, -1 Louis Vierne

2012 als 75. Todesjahr von Louis Vierne ist weitgehend unbemerkt am Musikbetrieb vorbei gegangen. Dabei hätte es dieser Komponist durchaus verdient, als Vollender des Typus "Orgelsinfonie", der spätromantischen Orgelsinfonik allgemein stärker wahrgenommen zu werden.

Denn als Schüler von César Franck und Charles-Marie Widor führte der nahezu blinde Vierne die begonnene Entwicklung weiter in bis dahin unergründete harmonikale Gefilde. Dass die vorliegende Einspielung nicht an einer der relevanten Cavaillé-Coll-Orgeln in Frankreich, sondern an der Memminger Goll-Orgel (1998) stattfand, ist durchaus kein Manko. Denn Hans-Eberhard Roß weiß mit seinem vergleichsweise "begrenzten" Registervorrat (62 gegenüber den 102 Registern in Saint-Sulpice, Paris) klug umzugehen und erweist sich auch in Sachen Tempo und formale Stringenz als Kenner der Materie.

Dies hatte er bereits mit seiner César-Franck-Edition unter Beweis gestellt und kann ferner damit punkten, dass sein Lehrer Günther Kaunzinger als ehemaliger Schüler von Maurice Duruflé in quasi direkter, jedenfalls aber vitaler Verbindung zur französischen Orgeltradition steht. Man darf schon jetzt gespannt sein auf die Folgen II und III.
Neue Zürcher Zeitung

Rezension Neue Zürcher Zeitung Freitag, 5. Oktober 2012 (Nr. 232) | F. Me | October 5, 2012 Mendelssohns frühe Streichquartette

Felix Mendelssohn Bartholdys frühe Meisterschaft schlug sich nicht nur in so...
www.musikansich.de

Rezension www.musikansich.de November 2012 | Sven Kerkhoff | November 1, 2012 Tönendes Grabmal

Seinem im Alter von nur 46 Jahren verstorbenen Lehrer und Förderer Nikolaj...

Suche in...

...