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RBB Kulturradio

Rezension RBB Kulturradio Di 27.08.2013 | Cornelia de Reese | August 27, 2013 Edvard Grieg: Die Sinfonischen Werke (Vol. III)

Das WDR Sinfonieorchester hat sich vorgenommen, die sinfonischen Werke komplett einzuspielen. Teil eins und zwei sind bereits erschienen. Jetzt hat das Orchester das Projekt um eine weitere Ausgabe ergänzt, wieder unter dem Norweger Eivind Aadland.

Alle Farben des Herbstes
Der dritte Teil schaut auf das Hinterland der großen Orchesterwerke; insgesamt 5 CDs sind geplant. So sind drei Orchesterstücke aus der Schauspielmusik zu "Sigurd Jarsalfar" dabei, und auch einige von Griegs selbst verfasster Orchesterbearbeitungen kleinerer Lyrischer Stücke (im Original für Klavier), die in der Lyrischen Suite op. 54 zusammen gefasst sind, die Norwegische Romanze op. 51 und die große Konzertouvertüre "Im Herbst op. 11". Ein spätromantisch voluminöses Orchesterprachtstück: riesig besetzt und alle Farben des Herbstes in die Musik gegossen.

Launige Tanzanlehnungen
Das WDR Sinfonieorchester Köln spielt das so mitreißend – Eivind Aadland zeigt den Musikern an, dass diese Musik des 22-jährigen Grieg richtig Spaß machen soll. Hier stechen vor allem die hervorragenden Bläser hervor. "Im Herbst" op. 11 hat Grieg schon seinen Personalstil gefunden: er bleibt nordischen Traditionsklängen verhaftet und überträgt diese in die mitteleuropäische Musikästhetik, die er vor allem in Leipzig studiert hat. Das Stück hat kein Programm in DEM Sinne, aber mit seinen launigen Tanzanlehnungen – zum Schluss wird nach Schnittermanier getanzt – da sind wir mitten im Thema Ernte und Landleben.

Atmosphärisch dicht
Dem folgt die Lyrische Suite – eine Sammlung aus der Zeit, in der Grieg schon ein etablierter Dirigent war und immer wieder gebeten wurde, eigene Werke vorzustellen. Und hier griff er nach seinen Lyrischen Stücken op. 54 und wollte diese nun für großes Orchester gesetzt haben. Seine Klavierstücke, die er ganz regelmäßig herausbrachte und die sich teilweise bis heute großer Beliebtheit erfreuen, waren auch bei Arrangeuren beliebt, die diese Stücke dann für die ganz große Besetzung bearbeitet haben. Auch bei den Lyrischen Stücken war das so – aber Grieg war nicht immer ganz glücklich mit den Orchestrierungsversuchen seiner Kollegen, die oftmals enorm dick auftrugen, viele waren Wagnerianer. Grieg wollte diese Musik oft schlanker und feiner verstanden haben.

Nehmen wir z.B. aus der Lyrischen Suite das Notturno mit seinem Nachtigallenschlag. Das ist schon auf dem Klavier ganz bezaubernd, aber dann den Ruf der Nachtigall in der Flöte – später in den Geigen und dann sogar in der Harfe – das ist noch eine Spur eleganter, feiner, NOCH NICHT kitschig... Dieses Stück zeigt, dass Grieg auf seinen Konzertreisen auch die klanglichen Neuerungen in Frankreich kennen gelernt hat, also die Musik eines Fauré oder Debussys. Ganz deutlich wird das auch in dem 6. der Lyrischen Stücke mit dem Titel "Glockenklang" oder "Glockengeläute" – ein recht ungewöhnliches Stück für Grieg, weil es sich weit von dem entfernt, was wir von diesem Komponisten so kennen (die stampfenden Tänze und die eingängigen Melodien). Hier ist Atmosphäre eingefangen – bei einer Blindverkostung würde kaum einer darauf tippen, dass DAS von Grieg sei.

Kino im Kopf
Ein weiteres unbekanntes Stück, die Altnorwegischen Melodien mit Variationen, op. 51. Auch hier haben wir den ganz typischen Grieg-Fall: zuerst war die kammermusikalische Fassung für zwei Klaviere da, und dann nach 10 Jahren reicht Grieg die Orchesterfassung nach. Für dieses Stück hat Grieg eine in Norwegen allseits bekannte Weise genommen und diese variiert, im Charakter und Rhythmus, mal ins laut trällernde Dur, dann im dramatischen Moll, immer wieder werden andere Instrumente bedient, die dann mit ihrem Kolorit die Variation prägen. Mal sind die Variationen 40 sek. lang, dann wieder weitaus länger! Das ist hochromantische Musik mit hohem Abwechslungsfaktor – bestens geeignet für das Kino im Kopf – mit breit ausladenden Gefühlen und Landschaften.

Orchester mit nordischer Phase
Das WDR Sinfonieorchester Köln spielt unter dem Norweger Eivind Aadland – das Orchester hat ja momentan eine "nordische Phase", schließlich ist der Finne Jukka-Pekka Saraste momentan Chefdirigent – und man hat den Eindruck, dass das Orchester diese Musik, die so zwischen Kühle und hochtrabender Romantik changiert, das sie damit gerade hervorragend zurechtkommen. Aadland, der eine klassischen Konzertmeister-Karriere hinter sich gebracht hat (also zuerst Geigenstudium bei Jehudi Menuhin, dann Konzertmeister bei verschiedenen Orchestern, um dann das Dirigentenpult zu erobern), findet für mich die richtige Balance – er lässt es mal richtig krachen, man hört regelrecht, mit welcher Freude der Pauker wirbelt, die melancholischen Stellen sind schön ausgespielt. Das ist kein dicker Grieg, der behäbig daherkommt und vor Bedeutungslast trieft. Da ist viel Durchsichtigkeit, Luftigkeit dabei – das kommt daher, dass hier blitzsauber musiziert wird, genau intoniert, der Zusammenklang stimmt. Die Tradition der großen romantischen Orchester in gesunder rotbäckiger Kernigkeit, das leuchtet und strahlt – das macht großes Vergnügen. Diese Qualität hat sich schon in den beiden ersten CDs gezeigt. Hier entsteht eine sehr schöne Gesamtaufnahme.
Classic Record Collector

Rezension Classic Record Collector Summer 2010 | Norbert Hornig | July 1, 2010 Continental Report

[…] On 28 May Dietrich Fischer-Dieskau celebrated his eighty-fifth birthday. The Audite label has honoured the great singer with a very special collection entitled “Fischer-Dieskau – The Birthday Edition”. This contains unreleased studio and live performances from across the singer’s career, taken from RIAS and SFB radio tapes. It is difficult to point out a highlight here, for Fischer-Dieskau’s unique art of singing is outstanding in every aspect. The collections contains a Mahler song recital with Daniel Barenboim, from the Berlin Philharmonie in 1971 (95.634), a compilation of Brahms songs with Tamás Vásáry from 1972 (95.635), duets and songs by Schumann, Beethoven and Mahler with Fischer-Dieskau’s wife Julia Varady (95.636) and a collection of songs by Reger, Sutermeister and Hindemith (95.637).
Classic Record Collector

Rezension Classic Record Collector Summer 2010 | Norbert Hornig | July 1, 2010 Continental Report

[…] On 28 May Dietrich Fischer-Dieskau celebrated his eighty-fifth birthday. The Audite label has honoured the great singer with a very special collection entitled “Fischer-Dieskau – The Birthday Edition”. This contains unreleased studio and live performances from across the singer’s career, taken from RIAS and SFB radio tapes. It is difficult to point out a highlight here, for Fischer-Dieskau’s unique art of singing is outstanding in every aspect. The collections contains a Mahler song recital with Daniel Barenboim, from the Berlin Philharmonie in 1971 (95.634), a compilation of Brahms songs with Tamás Vásáry from 1972 (95.635), duets and songs by Schumann, Beethoven and Mahler with Fischer-Dieskau’s wife Julia Varady (95.636) and a collection of songs by Reger, Sutermeister and Hindemith (95.637).
Classic Record Collector

Rezension Classic Record Collector Summer 2010 | Norbert Hornig | July 1, 2010 Continental Report

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Classic Record Collector

Rezension Classic Record Collector Summer 2010 | Norbert Hornig | July 1, 2010 Continental Report

[…] On 28 May Dietrich Fischer-Dieskau celebrated his eighty-fifth birthday. The Audite label has honoured the great singer with a very special collection entitled “Fischer-Dieskau – The Birthday Edition”. This contains unreleased studio and live performances from across the singer’s career, taken from RIAS and SFB radio tapes. It is difficult to point out a highlight here, for Fischer-Dieskau’s unique art of singing is outstanding in every aspect. The collections contains a Mahler song recital with Daniel Barenboim, from the Berlin Philharmonie in 1971 (95.634), a compilation of Brahms songs with Tamás Vásáry from 1972 (95.635), duets and songs by Schumann, Beethoven and Mahler with Fischer-Dieskau’s wife Julia Varady (95.636) and a collection of songs by Reger, Sutermeister and Hindemith (95.637).
Fanfare

Rezension Fanfare September 2013 | Richard A. Kaplan | September 1, 2013 Trio Testore—named for the family of 18th-Century instrument-makers who...

Trio Testore—named for the family of 18th-Century instrument-makers who produced the violin and cello played by members Franziska Pietsch and Hans-Christian Schweiker—makes what I think is the best decision regarding what constitutes the “complete” piano trios of Brahms: they include both versions of op. 8, and skip the dubiously authentic (and insipid) Trio in A that has sometimes been attributed to him.

As I mentioned in a recent review (see Fanfare 36:5), the Trio in B Major, op. 8 has a unique history: upon its republication 35 years after the original version was completed, Brahms not so much revised as completely rewrote the piece. What’s more, he allowed the first version to remain in print—surprisingly, given his practice of destroying works that didn’t meet his exacting standards—so we can hear not only his first thoughts, but also exactly where the changes occur in the revision. It makes for a revealing study of an astoundingly disciplined musical mind; not only did he jettison pages of music, but in every case made exactly the right decision regarding what to change and what to allow to remain. The result is that following the sweeping opening theme, which is retained almost unchanged, the entire first movement is new, but in the Scherzo only the coda is altered; the Adagio gets a new middle section and loses a somewhat bizarre departure in mid-reprise; and, the last movement, like the first, is completely rewritten after the opening theme. The 1854 version is valuable not because it is intrinsically as good as the revision—it’s not even close—but because of what the comparison tells us about Brahms’s ability to retain what’s musically compelling and rethink what is not.

A quick personal anecdote, finally, about the B-Major: the first time I heard it live, I was struck by the link between the Scherzo and the Adagio—the high F over low B that ends the former and begins the latter—and was incredulous that I’d never noticed this connection before. Then I realized that this was where you turned over the LP.

To cut to the chase: this set is one of the most beautiful recordings of Brahms chamber music I’ve heard in a long time. After hearing any number of run-of-the-mill readings of various chamber works over the past weeks and months, it was clear as early as the first theme of the B-Major that this was going to be anything but a routine run-through. Phrasings are carefully and lovingly thought-out and intensely expressive; the musicians’ deep commitment shows in their unanimity of conception. In contrast with interpretations that sound as though on autopilot, these readings are consistently eventful without being arbitrary. Only the habit of slowing at cadences took some getting used to, but this helps the listener hear the musical structure. The balances between the strings and pianist Hyun-Jung Kim-Schweiker are perfect. Ensemble and intonation are spot-on. Exposition repeats in the two versions of op. 8 are taken. As for the recording, on the CD layer it’s as lifelike a chamber recording as I’ve heard; the multi-channel layer adds ambience without taking away from immediacy.

It should by now come as no surprise that this set is going directly onto my Want List. Urgently recommended!
Zeitzeichen

Rezension Zeitzeichen 9/2013 | Ralf Neite | September 1, 2013 Gehobener Schatz

Es ist 75 Jahre her, dass Arturo Toscanini in Luzern dirigierte und damit die beeindruckende Tradition des Lucerne Festivals begründete. Heute steht die Stadt vom Frühling bis zum Herbst fast durchgängig im Zeichen klassischer und zeitgenössischer Musik, und dies mit fast ausnahmslos hochkarätig besetzten Podien. Zu Ostern steht die sakrale Musik im Mittelpunkt, der November gehört der Klaviermusik. Das Herz des Festivals aber sind die Sommermonate August und September, während derer die weltbesten Orchester in Luzern gastieren.

In der Reihe „Historic Performances“ hat es sich das kleine audiophile Label audite zur Aufgabe gemacht, bislang unveröffentlichte Schätze aus den ersten sechs Festivaljahrzehnten zu heben. Aufnahmen des Schweizer Radios und Fernsehens werden restauriert – mit Sorgfalt und klanglicher Akkuratesse, wie man der neuen Veröffentlichung attestieren darf. Sie stellt zwei Giganten des Klavierkonzerts nebeneinander: Mozarts d-moll-Konzert KV 466 und Beethovens fünftes Klavierkonzert in Es-Dur.

Als die Mozartinterpretin der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts galt Clara Haskil. Die 1895 in Bukarest geborene Pianistin war bereits mit sieben Jahren als Wunderkind erfolgreich, wurde in ihrer Karriere jedoch durch schwere gesundheitliche Probleme immer wieder zurückgeworfen. Nach einem schweren Sturz starb sie 1960.

Haskils besondere Stärke könnte man wohl als „Kunst der weiblichen Eingebung“ beschreiben: „Ich spiele so, wie ich es fühle. Ich weiß selber nicht, warum“, sagte sie über ihre antiintellektuelle Herangehensweise an ein Werk. Im Zusammenwirken mit dem Dirigenten Otto Klemperer und dem Philharmonia Orchestra ergab dies 1959 bei Mozarts d-moll-Konzert eine genialisch-grandiose Fügung, die Clara Haskil auch selbst „unvergesslich“ nannte. Orchester und Solistin ergänzten einander nicht nur, sondern verschmolzen für eine beglückende halbe Stunde zu einer schwebenden und schwingenden Einheit.

Haskils Zeitgenosse Robert Casadesus spielte mindestens ebenso virtuos, strukturierte das Klanggeschehen aber wesentlich stärker, was ihm bei der Kritik mitunter den Vorwurf einer gewissen Kühle des Ausdrucks einbrachte. Dies mag man so sehen – man kann sich aber auch für die innere Logik begeistern, die Beethovens berühmtes fünftes Konzert in dieser Aufnahme vom September 1957 vom Beginn bis zum Finale durchzieht. Zugleich markierte der Abend einen einschneidenden Moment in der Festivalhistorie: Unter der Leitung von Dimitri Mitropoulos traten erstmals die Wiener Philharmoniker auf, die dem Festival seither die Treue gehalten haben.
Le Temps

Rezension Le Temps 24.08.2013 | Pierre Michot | August 24, 2013 La réédition de la semaine

Ce soir-là, le 8 septembre 1959 au Festival de Lucerne, Clara Haskil était...
FA. Magazin

Rezension FA. Magazin August 2013 | Dr. Reinhold Martin | August 1, 2013 Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt‘ mag zwar nicht den Seelenzustand des...

Dass unter dieser sehr persönlichen Sichtweise die widerspruchsvolle Seele der Komposition nicht leidet, sondern im Gegenteil noch stärker berührt als bei den ungeniert himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt ausspielenden Pianisten spricht für die künstlerische Reife der Japanerin, die mit einer überaus farbenreich nuancierten Pianistik begeistert und über eine hochgradige Virtuosität verfügt [...]

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