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Rezension http://operalounge.de Dezember 2015 | Rüdiger Winter | December 1, 2015 Grümmer, Schwarzkopf, Wunderlich und viele andere: Vom Himmel hoch …

Für Bethlehem werden zu Weihnachten an die zwanzig Grad vorausgesagt. Als ich vor einigen Jahren im tiefsten europäischen Winter den mythischen Ort besuchte und eingezwängt zwischen Touristen doch ergriffen in die berühmte Grotte sah, in der Jesus zur Welt gekommen sein soll, waren Weihnachtslieder das Letzte, woran ich dachte. Zurückgekehrt ins eigene Land, überkam mich das Verlagen, diesen weihnachtlichen Tag auch mit Musik zu begehen. Jahrein, jahraus. Selbst Griesgrame und Muffel, die sich unter gewöhnlichen Umständen in keinen Konzertsaal und kein Opernhaus verirren, sitzen nun andächtig auf harten Kirchbänken und lassen sich einnehmen von Musik. “Jauchzet, frohlocket!“

Von Anfang an hat sich die Musikindustrie auf diese allzu menschliche Bedürfnisse eingestellt. Die Angebote sind üppig. Weihnachtsmusik hat eine wunderbare Eigenschaft – sie altert nicht. Die Zeit, in der sie auf Tonträger gelangte, ist allenfalls an den Arrangements, am Aufnahmeverfahren und an den Biographien der beteiligten Künstler abzulesen. Die melodische Linie, der Einfall, die Idee, die Botschaft bleiben unangetastet. Auch Schlagersänger, Rockmusiker oder Chansonniers haben keinen Bogen um das Genre geschlagen. Wir bleiben im – sagen wir – klassischen Bereich. Einige gerade erschienenen CDs verdienen besondere Aufmerksamkeit.

Ist es wirklich schon so lange her? Audite hat Weihnachtslieder, die mehrheitlich in den 1950erJahren beim Rias eingespielt wurden, auf einer CD zusammengestellt (95.741). Aufnahmen, die seit Jahrzehnten kein Mensch gehört haben dürfte, Raritäten also, die diesen Namen wirklich verdienen. Die Firma hat Zugang zum Archiv dieses Senders – der nach der deutschen Wiedervereinigung in anderen Rundfunkanstalten wie dem Deutschlandradio aufging – und auch diesmal einen guten Griff getan. Vom Himmel hoch … Das darf durchaus wörtlich verstanden werden, denn diese Gesänge scheinen wirklich von dort oben auf uns herabzukommen. So innig, unschuldig und anrührend sind sie vorgetragen. Echt, ursprünglich, ohne falsches Lächeln, wie es wenig später auf die Cover der krachbunten Weihnachtsplatten kam.

Es ist, als habe bei diesen Liedaufnahmen die Zeit mit im Studio gesessen. So kurz nach dem verheerenden Krieg bogen sich auch im Westen Deutschlands die Tische noch nicht unter dem Überfluss. Es wurde noch Radio gehört, zumal an Weihnachten. Ich war ganz hin und her gerissen, als ich mir nun heute die CD zum ersten Mal anhörte. Sie zog mich sofort in ihren Bann. Es ließe sich lange darüber nachdenken, ob es auch bei solchen Musikaufnahmen gute oder schlechte Jahrgänge gibt wie beim Wein, ob Not und Knappheit darin ihre virtuellen Spuren hinterlassen. Und das nicht nur durch das bereits erwähnte Aufnahmeverfahren sondern auch durch die Art der Interpretation. In diesem ganz konkreten Fall höre ich bei allen Mitwirkenden – Sängern und Musikern – eine Emphase, die so heute nicht mehr zu finden ist. Niemand singt über seine Verhältnisse. Man möchte darauf schwören, alle machen ganz umsonst mit – nur aus Spaß an der Freude, weil doch Weihnachten ist.

Auf dem Cover stehen nur die großen Namen: Dietrich Fischer-Dieskau, Elisabeth Grümmer, Rita Streich und deren Lehrerin Erna Berger. Die ziehen immer. Hinzu kommen Lisa Otto, Margot Guilleaume und Walther Ludwig. Der Versuch, sich eine Stimme oder einen Lieblingstitel herauspicken zu wollen, muss scheitern, weil alle auf ihre ganz individuelle Weise durch das verbindende Weihnachthema für sich einzunehmen verstehen. Am ehesten ist vielleicht noch bei der Berger mit dem Himmlischen Menuett von Mark Lothar oder bei Ludwig – beide haben ihren Zenit überschritten – ein professioneller Griff in der Trickkiste der Gestaltungskunst auszumachen. Das ist aber ganz nebensächlich, zählt also nicht. Wäre ich kein Verehrer von Fischer-Dieskau, wenigstens für das Lied “Ich steh’ an deiner Krippen hier” bin ich es. Er singt es mit überwältigender Schlichtheit. Mit mütterlicher Fürsorge, als stehe sie selbst an der Krippe im Stall zu Bethlehem, berührt die Grümmer mit den Klassikern „Vom Himmel hoch, ihr Engel kommt“ und „Es ist ein Ros’“, die – wie die anderen Lieder auch – für diese Produktion musikalisch neu arrangiert worden sind.

Die Überraschung der Besetzungsliste dieser CD mit ihren 26 Tracks sind für mich jene Sängerinnen, die in Vergessenheit geraten sind. Annelies Westen eröffnet das Programm mit vier Liedern, darunter „Maria durch ein Dornwald ging“, mit dem Hendel-Quartett von 1952. Nirgends habe ich etwas über diese Sängerin in Erfahrung bringen können, die eine perfekt sitzende Stimme hat. Etwas allgemein, dafür aber von großer Ruhe und Ausgeglichenheit. Leicht schluchzend wie zu Tränen gerührt, singt Maria Reith 1950 begleitet von Michael Raucheisen das Lied “Maria auf dem Berge”. Gunthild Weber ist mit “Schlaf, mein Kindlein” und “Schlaf wohl du Himmelsknabe” dabei. Sie trat nur als Konzertsängerin in Erscheinung und hat auch eine Reihe anderer Aufnahmen hinterlassen, darunter eine Matthäuspassion von Bach. Deutlich später als die meisten Aufnahmen, nämlich 1964, sind Duette mit der Sopranistin Ursula Lüders und der Altistin Josephine Varga, die auch Schlager gesungen haben soll, eingespielt worden. Beide werden von Felix Schröder an der Orgel begleitet.
The New Listener

Rezension The New Listener 12/12/2015 | Peter Fröhlich | December 12, 2015 Weihnachten auf hohem Niveau

Eine wunderschöne Weihnachtslieder-Sammlung, die durch ihren Facettenreichtum und ihren durchweg weihnachtlichen und zarten Charakter begeistern dürfte. Erfreulich ist zumal die Tatsache, dass all die genannten großen Sänger von damals trotz ihres vollen Terminkalenders Zeit fanden, ihre Musikalität in den Dienst des Christfestes zu stellen. Eine musikalische Bereicherung nicht nur für den Heiligen Abend!
Südwest Presse

Rezension Südwest Presse 11.12.2015 | Paul Burkhardt | December 11, 2015 Wenn das Licht am Himmel tanzt

Martin Neu entfaltet den ganzen Reichtum dieser Orgelmusik, lässt die improvisatorischen Freiheiten, die barocken Stilmerkmale und gelegentlich sogar Rhythmen der iberischen Folklore richtig aufblühen - warme Flöten- und markante Zungenregister. Die waagerecht in den Raum ragenden Trompeten zählen zu den bekannten Merkmalen des iberischen Orgelbaus. Martin Neus Album ist eine beeindruckende Zeitreise zurück in die Barockära und eine faszinierende Klangreise in den Süden, nach Andalusien.
Reutlinger Generalanzeiger

Rezension Reutlinger Generalanzeiger Mittwoch, 9. Dezember 2015 | Armin Knauer | December 9, 2015 Iberische Orgelmusik

Martin Neu gibt den zupackenden Stücken viel Schwung und bringt ihre synkopischen Rhythmen prächtig zum Tanzen. In den andächtigen Stücken beweist er großes Feingefühl. Die Sänger setzen mit ihren gregorianischen Melodien bewegende Ruhepunkte. Und die historische Orgel selbst entwickelt ein beeindruckendes Flair.
American Record Guide

Rezension American Record Guide November 2015 | Greg Pagel | November 1, 2015 I get to review Beethoven quartets almost every issue. As much as I lament the...

I get to review Beethoven quartets almost every issue. As much as I lament the fact that great ensembles too seldom record unfamiliar or contemporary repertoire, I almost always find these releases a treat. Each new reading, even if it’s mediocre, reveals new possibilities.

The Cremona Quartet has never disappointed me. I reviewed their release of Quartets 6, 11, and 16 (Sept/Oct 2013). I thought it was very good, and this one is even better. Their approach to Beethoven seems to be expressive, but straightforward and never overplayed. Most of my recordings of Op. 18 are either too delicate or too romantic, but Cremona comes pretty close to the bull’s eye. Their interpretation is crisp, yet robust. 1:I is a little quicker here than on any of my other recordings, but the tempo gives it a lilt that I don’t think I’ve heard elsewhere.

I also enjoy their reading of Quartet 14. Here, too, they play in a way that is very direct, but not dry. The tempos are again quick, and listeners might miss the weariness often heard in late Beethoven. For that, go with the Italiano, whose slow movements in particular are praised in our overview of the Beethoven Quartets (Nov/Dec 2006). If you’re looking for clarity, though, the Cremona would be hard to beat. They allow the work to unfold slowly and naturally, without any interpretive excess.

The Elias Quartet’s approach to Beethoven is the opposite of the Cremona’s. They are too romantic. In Quartet 4 many details are exaggerated, and the music feels quite bogged down. Accents are overdone, and there are many unnecessary pauses. Also, there is a lot of sliding and scooping. There is even more of this in Quartet 13. In general, they simply seem to be pushing too hard. This way of playing might work for Brahms. I’d like to hear this group play something else, because they are creative and technically skilled and have a rich sound. But I cannot recommend this.
American Record Guide

Rezension American Record Guide November 2015 | Lindsay Koob | November 1, 2015 This fascinating Christmas collection is a musical relic of the cold war years...

This fascinating Christmas collection is a musical relic of the cold war years in the then divided city of Berlin. The “Radio in American Sector” (RIAS) chamber choir was founded in 1948 at West Berlin’s American-run German language radio station. But the ensemble lost no time in earning an international reputation for excellence. It remains one of my top four or five favorite professional choirs.

The 34 selections heard here were recorded between 1972 and 1986, when Uwe Gronostay was the choir’s director. He was one of the one of the primary leaders in establishing the nation’s very high overall choral standards.

Another aspect that sets this collection apart is its repertoire: most listeners are likely to recognize only a handful of the selections.

It is in three sections: the first is 13 pieces from the Renaissance and early Baroque, the second is (per the notes) a “romantic intermezzo” of three numbers, and the final (and biggest) 17-piece section covers a broad range of compositions from the mid-20th Century.

Finally, this serves as a vehicle for tracing the RIAS ensemble’s development and gradual refinement over Herr Gronostay’s 14-year tenure. The notes are very interesting and informative, including the choir’s history. Even though everything was recorded in their radio station’s studio, the generally excellent sonic characteristics and quality vary from one number to the next—no doubt owing to many different recording producers and engineers.
So, if you’re getting tired of the same old Christmas recording formulas—and especially if you’re one of this choir’s rabid fans—here’s a real change of pace for you, with plenty of appealing holiday music that you’ve probably never heard before.
American Record Guide

Rezension American Record Guide November 2015 | Alan Becker | November 1, 2015 Wow! Speak of getting your money’s worth, Can this be the longest CD to date?...

Wow! Speak of getting your money’s worth, Can this be the longest CD to date? Here are Anda’s Telefunken recordings from Berlin, remastered in splendid monaural sound. While the Hungarian master recorded several of these pieces later, these—except Bach’s Partita 2 (taken directly from shellac)—derive from 1954 vinyl transfers.

Schumann’s Carnaval and Symphonic Etudes were always favorites of this pianist. Carnaval appears often on today’s programs and has become a staple for every budding pianist. If we have become satiated with dull, mechanical, unimaginative performances, Anda in 1951 knew what this music was all about and gives us an interpretation that sets the imagination on fire. His use of rubato and attention to phrasing keep the music moving forward and hold one’s interest even more than his 1955 remake. It’s fascinating to hear, for example, how ‘Pierrot’ is played detache in his earlier recording—that is abandoned in the later one. Could he have done this to comply with how every other pianist interprets it? ‘Sphinxes’ is not played. If I prefer this earlier recording it’s because of the greater expressive freedom shown and the wonderful remastering Audite has managed from the originals.

The Symphonic Etudes (incorporating two of the posthumous ones) is another treat for the Hungarian pianist’s many admirers. While he was a more impetuous player earlier in his career, the sound in this transfer does tend to splatter somewhat in loud passages. The real gems of this compilation must be the Bach Partita 2, Haydn’s Sonata 38, and Mozart’s Sonata 18—he played them seldom. Even with the remastering it is not always easy to cover all of the technological limitations.
Warts and all, these close an important gap in Anda’s discography and will be gobbled up by collectors and all who value fine playing. Notes are serviceable and include a history of the Telefunken label plus several photographs of the pianist. Purchase with confidence.

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