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De Gelderlander

Rezension De Gelderlander 18 mei 2016 | Maarten-Jan Dongelmans | May 18, 2016 Klassiek: Het Swiss Piano Trio biedt het beste van twee werelden

Er zijn meerdere topnamen van de complete pianotrio's van Ludwig van Beethoven (1770-1827) – ik hoef alleen maar de naam van het Beaux Arts Trio te noemen – maar mijn voorkeur gaat uit naar deze in januari 2015 gestarte reeks van het Duitse kwaliteitslabel Audite. [...] Lering trekken uit de muziekwetenschap en dat combineren met ultiem speelplezier: het Swiss Piano Trio biedt het beste van twee werelden.
www.utmisol.fr

Rezension www.utmisol.fr 01.05.2016 | Danielle Anex-Cabanis | May 1, 2016 Marc Coppey et les solistes de Zagreb

S’il joue sur un violoncelle du XVIIIe siècle, Marc Coppey n’est pas un «baroqueux» forcené, sachant combiner avec finesse la tradition historique et les heureux apports d’une relecture plus moderne.
ensuite Kulturmagazin

Rezension ensuite Kulturmagazin Nr. 134 | Februar 2014 | Francois Lilienfeld | February 1, 2014 Amadeus-Quartett in Berlin

Als drei nach dem «Anschluß» 1938 aus Wien geflüchtete jüdische Geiger sich 1940 in einem Internierungslager auf der Isle of Man kennenlernten, wussten sie wohl noch nicht, dass sie bald an der Geburtsstunde eines der berühmtesten Streichquartette der Geschichte teilhaben würden. Diese Internierungslager waren von der britischen Regierung für «enemy aliens» (feindliche Ausländer) errichtet worden. Doch schon nach einigen Monaten wurden sie aufgelöst: Man sah ein, dass Flüchtlinge aus Hittler-Deutschland keine «Feinde» waren.

Die drei Geiger wurden Schüler von Max Rostal, der aIs großartiger Interpret und Pädagoge auch in Bern längere Zeit heimisch werden sollte. Durch die Rostal-Schülerin Suzanne Rozsa lernte das Trio den Cellisten Martin Lovett kennen, der später ihr Mann wurde. Schnell reifte der Entschluss, mit ihm ein Quartett zu gründen, mit Norbert Brainin (Erste Geige), Siegmund Nissel (Zweite Geige) und Peter Schidlof (Bratsche). Der erste Auftritt fand im Sommer 1947 in der Grafschaft Devon statt, der erste Triumph in der Londoner Wigmore Hall im Januar 1948. Bis zum Tode des Bratschisten im Jahre 1987 blieb das Ensemble zusammen.

Lebendigkeit, Enthusiasmus, eine Expressivität, welche die in der Musik enthaltenen Emotionen bis zur Grenze ausbrechen ließ, all dies sind Ingredienzen, die das Amadeus-Quartett weltweit berühmt machten. Unzählige Tourneen und Schallplatten prägten die Karriere dieses außergewöhnlichen Kleeblattes.

Es besteht kein Zweifel darüber, dass der Primgeiger Norbert Brainin musikalisch das Ruder führte. Die drei anderen Musiker akzeptierten dies, und so entstand eine klangliche und interpretatorische Einheit, die, verbunden mit der Spontaneität der Ausführung, zur Unterschrift des Ensembles wurde.

In der Zeit von 1950 bis 1967 war das Amadeus-Quartett häufig Gast in den Studios des RIAS in Berlin. audite ist nun dabei, die dort entstandenen Aufnahmen auf CD zu veröffentlichen, wie immer in hervorragender Qualität, direkt ab den originalen Tonbändern. Die ersten zwei Sammlungen, Beethoven und Schubert gewidmet, sind bereits im Handel. Vorgesehen sind weitere vier Publikationen (Mozart, Zeitgenössisches, Haydn, Romantik).

Nun hat das Amadeus-Quartett einen Riesenteil des Repertoires für die Deutsche Grammophon aufgenommen, teilweise in mehreren Versionen. Namentlich ihr Beethoven-Zyklus, 1959-1963 in Stereo eingespielt, hat Kultstatus. Ist also diese zusätzliche Wiederveröffentlichung nötig?

Die Antwort ist ein klares «Ja»: Für Radio-Aufnahmen stand bedeutend weniger Zeit zur Verfügung als in den Schallplattenstudios. Größere Spannung, nervöseres Spielen, ein dem Konzerterlebnis viel näheres Musizieren waren die Folgen. Wenn man sich auch oft auf dem «hohen Seil» bewegt, mit geringen Ausrutschern oder Intonationstrübungen, so werden diese Nachteile vielfach aufgehoben durch eine Intensität, die den Hörer fast vom Stuhl reißt. Vergleiche mit den Studioaufnahmen sind faszinierend, und ich möchte nicht zwischen den zwei Versionen wählen müssen!

Die Beethoven-Sammlung enthält auch das Streichquintett in C-dur, op. 29, mit Cecil Aronowitz an der zweiten Viola. Er war regelmäßiger Partner des Amadeus-Quartetts in der Quintett-Literatur.

Ein besonderer Fall ist das Es-dur Quartett, op. 127, von Beethoven. Merkwürdigerweise wurde dieses Werk, ebenso wie das in der gleichen Tonart stehende «Harfenquartett» op. 74 vom RIAS nicht aufgenommen. Der Sender besitzt aber einen Konzertmitschnitt von op. 127 (1967), der als «Ersatz» verwendet wird. Hier wird mit einer schier unglaublichen Hingabe musiziert, und der langsame Satz wird von Brainin und seinen Kollegen schon als Vorschau auf die Hochromantik gespielt.

Und gerade da ermöglichen uns die Produktionspläne von audite einen höchst interessanten Vergleich: Vor kurzem hat die Firma nämlich die zweite CD in einem geplanten Beethoven-Zyklus des Quartetto di Cremona veröffentlicht. Dieses Ensemble fasst op. 127 ganz anders auf, nicht als einen Blick in die Zukunft, sondern als einen Abschied von der Klassik. Der langsame Satz erhält hier zeitweise fast tänzerischen Charakter!

Man kann gespannt sein, auf die weiteren CDs sowohl der Amadeus- wie der Cremona-Serie.
ensuite Kulturmagazin

Rezension ensuite Kulturmagazin Nr. 134 | Februar 2014 | Francois Lilienfeld | February 1, 2014 Amadeus-Quartett in Berlin

Als drei nach dem «Anschluß» 1938 aus Wien geflüchtete jüdische Geiger sich 1940 in einem Internierungslager auf der Isle of Man kennenlernten, wussten sie wohl noch nicht, dass sie bald an der Geburtsstunde eines der berühmtesten Streichquartette der Geschichte teilhaben würden. Diese Internierungslager waren von der britischen Regierung für «enemy aliens» (feindliche Ausländer) errichtet worden. Doch schon nach einigen Monaten wurden sie aufgelöst: Man sah ein, dass Flüchtlinge aus Hittler-Deutschland keine «Feinde» waren.

Die drei Geiger wurden Schüler von Max Rostal, der aIs großartiger Interpret und Pädagoge auch in Bern längere Zeit heimisch werden sollte. Durch die Rostal-Schülerin Suzanne Rozsa lernte das Trio den Cellisten Martin Lovett kennen, der später ihr Mann wurde. Schnell reifte der Entschluss, mit ihm ein Quartett zu gründen, mit Norbert Brainin (Erste Geige), Siegmund Nissel (Zweite Geige) und Peter Schidlof (Bratsche). Der erste Auftritt fand im Sommer 1947 in der Grafschaft Devon statt, der erste Triumph in der Londoner Wigmore Hall im Januar 1948. Bis zum Tode des Bratschisten im Jahre 1987 blieb das Ensemble zusammen.

Lebendigkeit, Enthusiasmus, eine Expressivität, welche die in der Musik enthaltenen Emotionen bis zur Grenze ausbrechen ließ, all dies sind Ingredienzen, die das Amadeus-Quartett weltweit berühmt machten. Unzählige Tourneen und Schallplatten prägten die Karriere dieses außergewöhnlichen Kleeblattes.

Es besteht kein Zweifel darüber, dass der Primgeiger Norbert Brainin musikalisch das Ruder führte. Die drei anderen Musiker akzeptierten dies, und so entstand eine klangliche und interpretatorische Einheit, die, verbunden mit der Spontaneität der Ausführung, zur Unterschrift des Ensembles wurde.

In der Zeit von 1950 bis 1967 war das Amadeus-Quartett häufig Gast in den Studios des RIAS in Berlin. audite ist nun dabei, die dort entstandenen Aufnahmen auf CD zu veröffentlichen, wie immer in hervorragender Qualität, direkt ab den originalen Tonbändern. Die ersten zwei Sammlungen, Beethoven und Schubert gewidmet, sind bereits im Handel. Vorgesehen sind weitere vier Publikationen (Mozart, Zeitgenössisches, Haydn, Romantik).

Nun hat das Amadeus-Quartett einen Riesenteil des Repertoires für die Deutsche Grammophon aufgenommen, teilweise in mehreren Versionen. Namentlich ihr Beethoven-Zyklus, 1959-1963 in Stereo eingespielt, hat Kultstatus. Ist also diese zusätzliche Wiederveröffentlichung nötig?

Die Antwort ist ein klares «Ja»: Für Radio-Aufnahmen stand bedeutend weniger Zeit zur Verfügung als in den Schallplattenstudios. Größere Spannung, nervöseres Spielen, ein dem Konzerterlebnis viel näheres Musizieren waren die Folgen. Wenn man sich auch oft auf dem «hohen Seil» bewegt, mit geringen Ausrutschern oder Intonationstrübungen, so werden diese Nachteile vielfach aufgehoben durch eine Intensität, die den Hörer fast vom Stuhl reißt. Vergleiche mit den Studioaufnahmen sind faszinierend, und ich möchte nicht zwischen den zwei Versionen wählen müssen!

Die Beethoven-Sammlung enthält auch das Streichquintett in C-dur, op. 29, mit Cecil Aronowitz an der zweiten Viola. Er war regelmäßiger Partner des Amadeus-Quartetts in der Quintett-Literatur.

Ein besonderer Fall ist das Es-dur Quartett, op. 127, von Beethoven. Merkwürdigerweise wurde dieses Werk, ebenso wie das in der gleichen Tonart stehende «Harfenquartett» op. 74 vom RIAS nicht aufgenommen. Der Sender besitzt aber einen Konzertmitschnitt von op. 127 (1967), der als «Ersatz» verwendet wird. Hier wird mit einer schier unglaublichen Hingabe musiziert, und der langsame Satz wird von Brainin und seinen Kollegen schon als Vorschau auf die Hochromantik gespielt.

Und gerade da ermöglichen uns die Produktionspläne von audite einen höchst interessanten Vergleich: Vor kurzem hat die Firma nämlich die zweite CD in einem geplanten Beethoven-Zyklus des Quartetto di Cremona veröffentlicht. Dieses Ensemble fasst op. 127 ganz anders auf, nicht als einen Blick in die Zukunft, sondern als einen Abschied von der Klassik. Der langsame Satz erhält hier zeitweise fast tänzerischen Charakter!

Man kann gespannt sein, auf die weiteren CDs sowohl der Amadeus- wie der Cremona-Serie.
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Rezension ensuite Kulturmagazin Nr. 134 | Februar 2014 | Francois Lilienfeld | February 1, 2014 Amadeus-Quartett in Berlin

Als drei nach dem «Anschluß» 1938 aus Wien geflüchtete jüdische Geiger sich 1940 in einem Internierungslager auf der Isle of Man kennenlernten, wussten sie wohl noch nicht, dass sie bald an der Geburtsstunde eines der berühmtesten Streichquartette der Geschichte teilhaben würden. Diese Internierungslager waren von der britischen Regierung für «enemy aliens» (feindliche Ausländer) errichtet worden. Doch schon nach einigen Monaten wurden sie aufgelöst: Man sah ein, dass Flüchtlinge aus Hittler-Deutschland keine «Feinde» waren.

Die drei Geiger wurden Schüler von Max Rostal, der aIs großartiger Interpret und Pädagoge auch in Bern längere Zeit heimisch werden sollte. Durch die Rostal-Schülerin Suzanne Rozsa lernte das Trio den Cellisten Martin Lovett kennen, der später ihr Mann wurde. Schnell reifte der Entschluss, mit ihm ein Quartett zu gründen, mit Norbert Brainin (Erste Geige), Siegmund Nissel (Zweite Geige) und Peter Schidlof (Bratsche). Der erste Auftritt fand im Sommer 1947 in der Grafschaft Devon statt, der erste Triumph in der Londoner Wigmore Hall im Januar 1948. Bis zum Tode des Bratschisten im Jahre 1987 blieb das Ensemble zusammen.

Lebendigkeit, Enthusiasmus, eine Expressivität, welche die in der Musik enthaltenen Emotionen bis zur Grenze ausbrechen ließ, all dies sind Ingredienzen, die das Amadeus-Quartett weltweit berühmt machten. Unzählige Tourneen und Schallplatten prägten die Karriere dieses außergewöhnlichen Kleeblattes.

Es besteht kein Zweifel darüber, dass der Primgeiger Norbert Brainin musikalisch das Ruder führte. Die drei anderen Musiker akzeptierten dies, und so entstand eine klangliche und interpretatorische Einheit, die, verbunden mit der Spontaneität der Ausführung, zur Unterschrift des Ensembles wurde.

In der Zeit von 1950 bis 1967 war das Amadeus-Quartett häufig Gast in den Studios des RIAS in Berlin. audite ist nun dabei, die dort entstandenen Aufnahmen auf CD zu veröffentlichen, wie immer in hervorragender Qualität, direkt ab den originalen Tonbändern. Die ersten zwei Sammlungen, Beethoven und Schubert gewidmet, sind bereits im Handel. Vorgesehen sind weitere vier Publikationen (Mozart, Zeitgenössisches, Haydn, Romantik).

Nun hat das Amadeus-Quartett einen Riesenteil des Repertoires für die Deutsche Grammophon aufgenommen, teilweise in mehreren Versionen. Namentlich ihr Beethoven-Zyklus, 1959-1963 in Stereo eingespielt, hat Kultstatus. Ist also diese zusätzliche Wiederveröffentlichung nötig?

Die Antwort ist ein klares «Ja»: Für Radio-Aufnahmen stand bedeutend weniger Zeit zur Verfügung als in den Schallplattenstudios. Größere Spannung, nervöseres Spielen, ein dem Konzerterlebnis viel näheres Musizieren waren die Folgen. Wenn man sich auch oft auf dem «hohen Seil» bewegt, mit geringen Ausrutschern oder Intonationstrübungen, so werden diese Nachteile vielfach aufgehoben durch eine Intensität, die den Hörer fast vom Stuhl reißt. Vergleiche mit den Studioaufnahmen sind faszinierend, und ich möchte nicht zwischen den zwei Versionen wählen müssen!

Die Beethoven-Sammlung enthält auch das Streichquintett in C-dur, op. 29, mit Cecil Aronowitz an der zweiten Viola. Er war regelmäßiger Partner des Amadeus-Quartetts in der Quintett-Literatur.

Ein besonderer Fall ist das Es-dur Quartett, op. 127, von Beethoven. Merkwürdigerweise wurde dieses Werk, ebenso wie das in der gleichen Tonart stehende «Harfenquartett» op. 74 vom RIAS nicht aufgenommen. Der Sender besitzt aber einen Konzertmitschnitt von op. 127 (1967), der als «Ersatz» verwendet wird. Hier wird mit einer schier unglaublichen Hingabe musiziert, und der langsame Satz wird von Brainin und seinen Kollegen schon als Vorschau auf die Hochromantik gespielt.

Und gerade da ermöglichen uns die Produktionspläne von audite einen höchst interessanten Vergleich: Vor kurzem hat die Firma nämlich die zweite CD in einem geplanten Beethoven-Zyklus des Quartetto di Cremona veröffentlicht. Dieses Ensemble fasst op. 127 ganz anders auf, nicht als einen Blick in die Zukunft, sondern als einen Abschied von der Klassik. Der langsame Satz erhält hier zeitweise fast tänzerischen Charakter!

Man kann gespannt sein, auf die weiteren CDs sowohl der Amadeus- wie der Cremona-Serie.
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Rezension ensuite Kulturmagazin Nr. 134 | Februar 2014 | Francois Lilienfeld | February 1, 2014 Amadeus-Quartett in Berlin

Als drei nach dem «Anschluß» 1938 aus Wien geflüchtete jüdische Geiger sich 1940 in einem Internierungslager auf der Isle of Man kennenlernten, wussten sie wohl noch nicht, dass sie bald an der Geburtsstunde eines der berühmtesten Streichquartette der Geschichte teilhaben würden. Diese Internierungslager waren von der britischen Regierung für «enemy aliens» (feindliche Ausländer) errichtet worden. Doch schon nach einigen Monaten wurden sie aufgelöst: Man sah ein, dass Flüchtlinge aus Hittler-Deutschland keine «Feinde» waren.

Die drei Geiger wurden Schüler von Max Rostal, der aIs großartiger Interpret und Pädagoge auch in Bern längere Zeit heimisch werden sollte. Durch die Rostal-Schülerin Suzanne Rozsa lernte das Trio den Cellisten Martin Lovett kennen, der später ihr Mann wurde. Schnell reifte der Entschluss, mit ihm ein Quartett zu gründen, mit Norbert Brainin (Erste Geige), Siegmund Nissel (Zweite Geige) und Peter Schidlof (Bratsche). Der erste Auftritt fand im Sommer 1947 in der Grafschaft Devon statt, der erste Triumph in der Londoner Wigmore Hall im Januar 1948. Bis zum Tode des Bratschisten im Jahre 1987 blieb das Ensemble zusammen.

Lebendigkeit, Enthusiasmus, eine Expressivität, welche die in der Musik enthaltenen Emotionen bis zur Grenze ausbrechen ließ, all dies sind Ingredienzen, die das Amadeus-Quartett weltweit berühmt machten. Unzählige Tourneen und Schallplatten prägten die Karriere dieses außergewöhnlichen Kleeblattes.

Es besteht kein Zweifel darüber, dass der Primgeiger Norbert Brainin musikalisch das Ruder führte. Die drei anderen Musiker akzeptierten dies, und so entstand eine klangliche und interpretatorische Einheit, die, verbunden mit der Spontaneität der Ausführung, zur Unterschrift des Ensembles wurde.

In der Zeit von 1950 bis 1967 war das Amadeus-Quartett häufig Gast in den Studios des RIAS in Berlin. audite ist nun dabei, die dort entstandenen Aufnahmen auf CD zu veröffentlichen, wie immer in hervorragender Qualität, direkt ab den originalen Tonbändern. Die ersten zwei Sammlungen, Beethoven und Schubert gewidmet, sind bereits im Handel. Vorgesehen sind weitere vier Publikationen (Mozart, Zeitgenössisches, Haydn, Romantik).

Nun hat das Amadeus-Quartett einen Riesenteil des Repertoires für die Deutsche Grammophon aufgenommen, teilweise in mehreren Versionen. Namentlich ihr Beethoven-Zyklus, 1959-1963 in Stereo eingespielt, hat Kultstatus. Ist also diese zusätzliche Wiederveröffentlichung nötig?

Die Antwort ist ein klares «Ja»: Für Radio-Aufnahmen stand bedeutend weniger Zeit zur Verfügung als in den Schallplattenstudios. Größere Spannung, nervöseres Spielen, ein dem Konzerterlebnis viel näheres Musizieren waren die Folgen. Wenn man sich auch oft auf dem «hohen Seil» bewegt, mit geringen Ausrutschern oder Intonationstrübungen, so werden diese Nachteile vielfach aufgehoben durch eine Intensität, die den Hörer fast vom Stuhl reißt. Vergleiche mit den Studioaufnahmen sind faszinierend, und ich möchte nicht zwischen den zwei Versionen wählen müssen!

Die Beethoven-Sammlung enthält auch das Streichquintett in C-dur, op. 29, mit Cecil Aronowitz an der zweiten Viola. Er war regelmäßiger Partner des Amadeus-Quartetts in der Quintett-Literatur.

Ein besonderer Fall ist das Es-dur Quartett, op. 127, von Beethoven. Merkwürdigerweise wurde dieses Werk, ebenso wie das in der gleichen Tonart stehende «Harfenquartett» op. 74 vom RIAS nicht aufgenommen. Der Sender besitzt aber einen Konzertmitschnitt von op. 127 (1967), der als «Ersatz» verwendet wird. Hier wird mit einer schier unglaublichen Hingabe musiziert, und der langsame Satz wird von Brainin und seinen Kollegen schon als Vorschau auf die Hochromantik gespielt.

Und gerade da ermöglichen uns die Produktionspläne von audite einen höchst interessanten Vergleich: Vor kurzem hat die Firma nämlich die zweite CD in einem geplanten Beethoven-Zyklus des Quartetto di Cremona veröffentlicht. Dieses Ensemble fasst op. 127 ganz anders auf, nicht als einen Blick in die Zukunft, sondern als einen Abschied von der Klassik. Der langsame Satz erhält hier zeitweise fast tänzerischen Charakter!

Man kann gespannt sein, auf die weiteren CDs sowohl der Amadeus- wie der Cremona-Serie.
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Rezension ensuite Kulturmagazin Nr. 132 | Dezember 2013 | Francois Lilienfeld | December 1, 2013 Als es noch IMF hieß…

Was war eigentlich an dem Namen Internationale Musikfestwochen Luzern zu bemängeln? Warum «Lucerne Festival»? Was würden wohl die Londoner sagen, wenn man ihre Proms plötzlich als «Concerts Promenade» bezeichnete? Englisch ist eine wunderbare Sprache, aber ihr Missbrauch als Globalisierungsklebstoff ist zum Übelwerden!

Kehren wir also zurück zu den IMF. Sie wurden 1938 begründet. Beteiligt waren unter Anderen Adolf Busch und Arturo Toscanini. Bald wurde Luzern zu einem der wenigen deutschsprachigen Zentren, wo von den Nazis vertriebene Künstler sich treffen und auftreten konnten. Die Festwochen fielen während des Krieges nur 1940 aus. Nach 1945 fanden am Vierwaldstättersee weiterhin historische Ereignisse statt, so z.B. die gemeinsamen Auftritte von Yehudi Menuhin und Wilhelm Furtwängler.

Die CD-Firma audite, deren Katalog zum Interessantesten und Unternehmungslustigsten gehört, was der Tonträger-Markt heute zu bieten hat, begann vor kurzem, eine Serie mit Konzertmitschnitten aus Luzern herauszugeben. Bis jetzt sind drei CDs erschienen, in einer Tonqualität über die man nur bewundernd staunen kann.

Am Anfang stehen zwei Klavierkonzerte (audite 95.623): Mozarts KV 466 in D-moll, mit Clara Haskil und dem Philharmonia Orchestra unter Otto Klemperer (1959), sowie Beethovens Fünftes Konzert, Es-dur, mit Robert Casadesus und den Wiener Philharmonikern unter Dimitri Mitropoulos (1957).

Clara Haskil, die sehr selbstkritisch war, empfand die Luzerner Aufführung als unvergesslich, und tatsächlich war das Zusammenspiel mit Klemperer ein wahres Gipfeltreffen. Diese Aufnahme ist sicher eine Referenz, eine mustergültige Realisierung des hochemotionellen D-moll-Konzertes. Sie straft auch das Vorurteil der bis zur Zerbrechlichkeit sanften Pianistin. Natürlich war Clara Haskil, von Krankheiten und Schicksalsschlägen geprägt, alles andere als eine «Klavierlöwin»; aber was für Kraft des Klangs und des Ausdrucks sie ihrem Spiel geben konnte, wird in diesem Dokument immer wieder deutlich.

Die Beethoven-Aufnahme mit Casadesus ist dagegen eher enttäuschend. Hier wird aus Kraft und kühnem Zupacken oft Brutalität, was dem Werk – bei aller monumentalen Anlage – nicht entspricht, und auch sehr viele unsaubere Passagen zur Folge hat. Ein Genuss sind hingegen die Tuttistellen, von Mitropoulos mit gewohnter Souveränität geleitet. Schade, dass einige Intonationstrübungen den Anfang des langsamen Satzes stören.

Bei der zweiten CD steht der Geiger Isaac Stern im Mittelpunkt (audite 95.624). Seine 1958 mit Lorin Maazel und dem Schweizer Festspielorchester präsentierte Aufführung des Tschaikowski-Violinkonzertes ist ein Treffen zweier junger Feuerköpfe – Stern war 38, Maazel 28 Jahre alt. Was da an explosiver Energie, an Schwung und Enthusiasmus geboten wird, ist geradezu unglaublich und wäre im Studio nur schwerlich möglich gewesen. Dabei kommt jedoch das gesangliche Element nicht zu kurz, und Sterns Geigenklang läßt Tschaikowskis Meisterwerk in großer Schönheit aufblühen.

1956 stand Bartóks Zweites Violinkonzert auf dem Programm, auch mit dem Festspielorchester, diesmal geleitet von Ernest Ansermet. Stern war einer der führenden Interpreten des großen ungarischen Meisters. Das Violinkonzert ist durch lange melodische Bögen ebenso charakterisiert wie durch starke, oft abrupte Kontraste. Schwierige Aufgaben für die Interpreten, die hier mustergültig gemeistert werden. Besonders ergreifend sind die elegischen Variationen im langsamen Satz. Die enthusiastischen Beifallskundgebungen am Schluss der Aufführung sind vollauf verdient!

Die dritte CD ist George Szell gewidmet (audite 95.625). Dieser Dirigent wurde von der Kritik oft als Vertreter kalter, mechanischer Präzision dargestellt – eine sehr ungerechte Beurteilung. Natürlich war er ein unermüdlicher Kämpfer für Exaktheit und Texttreue und konnte dabei oft tyrannische Methoden anwenden. Seine Proben waren sorgfältigst vorbereitet und von äußerster Gründlichkeit (Zitat: «Ich gebe sieben Konzerte pro Woche – zwei davon sind öffentlich»). Er suchte aber auch in jeder Stelle den passenden Klang zu erreichen, orchestrale Farben spielten für ihn eine zentrale Rolle. Wie er sein Cleveland Orchestra zu einem führenden Klangkörper der Welt machte, ist schon längst Legende!

Dass er – im Konzertsaal noch mehr als im Aufnahme-Studio – auch emotionell und energiegeladen sein konnte, zeigt das Finale der Ersten von Brahms, 1962 mit dem Schweizer Festspielorchester aufgeführt. Die Coda wurde wohl selten so überschwänglich, ja rasant gespielt. Ein triumphales Ende einer großartigen Aufführung!

Szells Zusammenarbeit mit der Tschechischen Philharmonie geht auf das Jahr 1937 zurück; damals nahm er Dvoráks Cello-Konzert mit Pablo Casals auf. In Luzern spielte er 1969 mit diesem Orchester die Achte von Dvorák. Die Tschechische Philharmonie begann ihre Tourneetätigkeit nach der Niederschlagung des Prager Frühlings durch die Sowjetmacht, und die Konzerte waren entsprechend sehr emotional, besonders wenn tschechische Musik dargeboten wurde. Auch Szell lag Dvoráks G-dur-Symphonie sehr am Herzen, und so entstand eine beglückende Interpretation. Wie immer glänzen die Bläser aus Böhmen; in dieser Aufführung beeindruckt aber besonders der berückende und sehr variationsreiche Klang der Streicher.

Man ist audite dankbar für diese tönenden Erinnerungen und bittet um mehr!
ensuite Kulturmagazin

Rezension ensuite Kulturmagazin Nr. 132 | Dezember 2013 | Francois Lilienfeld | December 1, 2013 Als es noch IMF hieß…

Was war eigentlich an dem Namen Internationale Musikfestwochen Luzern zu bemängeln? Warum «Lucerne Festival»? Was würden wohl die Londoner sagen, wenn man ihre Proms plötzlich als «Concerts Promenade» bezeichnete? Englisch ist eine wunderbare Sprache, aber ihr Missbrauch als Globalisierungsklebstoff ist zum Übelwerden!

Kehren wir also zurück zu den IMF. Sie wurden 1938 begründet. Beteiligt waren unter Anderen Adolf Busch und Arturo Toscanini. Bald wurde Luzern zu einem der wenigen deutschsprachigen Zentren, wo von den Nazis vertriebene Künstler sich treffen und auftreten konnten. Die Festwochen fielen während des Krieges nur 1940 aus. Nach 1945 fanden am Vierwaldstättersee weiterhin historische Ereignisse statt, so z.B. die gemeinsamen Auftritte von Yehudi Menuhin und Wilhelm Furtwängler.

Die CD-Firma audite, deren Katalog zum Interessantesten und Unternehmungslustigsten gehört, was der Tonträger-Markt heute zu bieten hat, begann vor kurzem, eine Serie mit Konzertmitschnitten aus Luzern herauszugeben. Bis jetzt sind drei CDs erschienen, in einer Tonqualität über die man nur bewundernd staunen kann.

Am Anfang stehen zwei Klavierkonzerte (audite 95.623): Mozarts KV 466 in D-moll, mit Clara Haskil und dem Philharmonia Orchestra unter Otto Klemperer (1959), sowie Beethovens Fünftes Konzert, Es-dur, mit Robert Casadesus und den Wiener Philharmonikern unter Dimitri Mitropoulos (1957).

Clara Haskil, die sehr selbstkritisch war, empfand die Luzerner Aufführung als unvergesslich, und tatsächlich war das Zusammenspiel mit Klemperer ein wahres Gipfeltreffen. Diese Aufnahme ist sicher eine Referenz, eine mustergültige Realisierung des hochemotionellen D-moll-Konzertes. Sie straft auch das Vorurteil der bis zur Zerbrechlichkeit sanften Pianistin. Natürlich war Clara Haskil, von Krankheiten und Schicksalsschlägen geprägt, alles andere als eine «Klavierlöwin»; aber was für Kraft des Klangs und des Ausdrucks sie ihrem Spiel geben konnte, wird in diesem Dokument immer wieder deutlich.

Die Beethoven-Aufnahme mit Casadesus ist dagegen eher enttäuschend. Hier wird aus Kraft und kühnem Zupacken oft Brutalität, was dem Werk – bei aller monumentalen Anlage – nicht entspricht, und auch sehr viele unsaubere Passagen zur Folge hat. Ein Genuss sind hingegen die Tuttistellen, von Mitropoulos mit gewohnter Souveränität geleitet. Schade, dass einige Intonationstrübungen den Anfang des langsamen Satzes stören.

Bei der zweiten CD steht der Geiger Isaac Stern im Mittelpunkt (audite 95.624). Seine 1958 mit Lorin Maazel und dem Schweizer Festspielorchester präsentierte Aufführung des Tschaikowski-Violinkonzertes ist ein Treffen zweier junger Feuerköpfe – Stern war 38, Maazel 28 Jahre alt. Was da an explosiver Energie, an Schwung und Enthusiasmus geboten wird, ist geradezu unglaublich und wäre im Studio nur schwerlich möglich gewesen. Dabei kommt jedoch das gesangliche Element nicht zu kurz, und Sterns Geigenklang läßt Tschaikowskis Meisterwerk in großer Schönheit aufblühen.

1956 stand Bartóks Zweites Violinkonzert auf dem Programm, auch mit dem Festspielorchester, diesmal geleitet von Ernest Ansermet. Stern war einer der führenden Interpreten des großen ungarischen Meisters. Das Violinkonzert ist durch lange melodische Bögen ebenso charakterisiert wie durch starke, oft abrupte Kontraste. Schwierige Aufgaben für die Interpreten, die hier mustergültig gemeistert werden. Besonders ergreifend sind die elegischen Variationen im langsamen Satz. Die enthusiastischen Beifallskundgebungen am Schluss der Aufführung sind vollauf verdient!

Die dritte CD ist George Szell gewidmet (audite 95.625). Dieser Dirigent wurde von der Kritik oft als Vertreter kalter, mechanischer Präzision dargestellt – eine sehr ungerechte Beurteilung. Natürlich war er ein unermüdlicher Kämpfer für Exaktheit und Texttreue und konnte dabei oft tyrannische Methoden anwenden. Seine Proben waren sorgfältigst vorbereitet und von äußerster Gründlichkeit (Zitat: «Ich gebe sieben Konzerte pro Woche – zwei davon sind öffentlich»). Er suchte aber auch in jeder Stelle den passenden Klang zu erreichen, orchestrale Farben spielten für ihn eine zentrale Rolle. Wie er sein Cleveland Orchestra zu einem führenden Klangkörper der Welt machte, ist schon längst Legende!

Dass er – im Konzertsaal noch mehr als im Aufnahme-Studio – auch emotionell und energiegeladen sein konnte, zeigt das Finale der Ersten von Brahms, 1962 mit dem Schweizer Festspielorchester aufgeführt. Die Coda wurde wohl selten so überschwänglich, ja rasant gespielt. Ein triumphales Ende einer großartigen Aufführung!

Szells Zusammenarbeit mit der Tschechischen Philharmonie geht auf das Jahr 1937 zurück; damals nahm er Dvoráks Cello-Konzert mit Pablo Casals auf. In Luzern spielte er 1969 mit diesem Orchester die Achte von Dvorák. Die Tschechische Philharmonie begann ihre Tourneetätigkeit nach der Niederschlagung des Prager Frühlings durch die Sowjetmacht, und die Konzerte waren entsprechend sehr emotional, besonders wenn tschechische Musik dargeboten wurde. Auch Szell lag Dvoráks G-dur-Symphonie sehr am Herzen, und so entstand eine beglückende Interpretation. Wie immer glänzen die Bläser aus Böhmen; in dieser Aufführung beeindruckt aber besonders der berückende und sehr variationsreiche Klang der Streicher.

Man ist audite dankbar für diese tönenden Erinnerungen und bittet um mehr!
ensuite Kulturmagazin

Rezension ensuite Kulturmagazin Nr. 132 | Dezember 2013 | Francois Lilienfeld | December 1, 2013 Als es noch IMF hieß…

Was war eigentlich an dem Namen Internationale Musikfestwochen Luzern zu bemängeln? Warum «Lucerne Festival»? Was würden wohl die Londoner sagen, wenn man ihre Proms plötzlich als «Concerts Promenade» bezeichnete? Englisch ist eine wunderbare Sprache, aber ihr Missbrauch als Globalisierungsklebstoff ist zum Übelwerden!

Kehren wir also zurück zu den IMF. Sie wurden 1938 begründet. Beteiligt waren unter Anderen Adolf Busch und Arturo Toscanini. Bald wurde Luzern zu einem der wenigen deutschsprachigen Zentren, wo von den Nazis vertriebene Künstler sich treffen und auftreten konnten. Die Festwochen fielen während des Krieges nur 1940 aus. Nach 1945 fanden am Vierwaldstättersee weiterhin historische Ereignisse statt, so z.B. die gemeinsamen Auftritte von Yehudi Menuhin und Wilhelm Furtwängler.

Die CD-Firma audite, deren Katalog zum Interessantesten und Unternehmungslustigsten gehört, was der Tonträger-Markt heute zu bieten hat, begann vor kurzem, eine Serie mit Konzertmitschnitten aus Luzern herauszugeben. Bis jetzt sind drei CDs erschienen, in einer Tonqualität über die man nur bewundernd staunen kann.

Am Anfang stehen zwei Klavierkonzerte (audite 95.623): Mozarts KV 466 in D-moll, mit Clara Haskil und dem Philharmonia Orchestra unter Otto Klemperer (1959), sowie Beethovens Fünftes Konzert, Es-dur, mit Robert Casadesus und den Wiener Philharmonikern unter Dimitri Mitropoulos (1957).

Clara Haskil, die sehr selbstkritisch war, empfand die Luzerner Aufführung als unvergesslich, und tatsächlich war das Zusammenspiel mit Klemperer ein wahres Gipfeltreffen. Diese Aufnahme ist sicher eine Referenz, eine mustergültige Realisierung des hochemotionellen D-moll-Konzertes. Sie straft auch das Vorurteil der bis zur Zerbrechlichkeit sanften Pianistin. Natürlich war Clara Haskil, von Krankheiten und Schicksalsschlägen geprägt, alles andere als eine «Klavierlöwin»; aber was für Kraft des Klangs und des Ausdrucks sie ihrem Spiel geben konnte, wird in diesem Dokument immer wieder deutlich.

Die Beethoven-Aufnahme mit Casadesus ist dagegen eher enttäuschend. Hier wird aus Kraft und kühnem Zupacken oft Brutalität, was dem Werk – bei aller monumentalen Anlage – nicht entspricht, und auch sehr viele unsaubere Passagen zur Folge hat. Ein Genuss sind hingegen die Tuttistellen, von Mitropoulos mit gewohnter Souveränität geleitet. Schade, dass einige Intonationstrübungen den Anfang des langsamen Satzes stören.

Bei der zweiten CD steht der Geiger Isaac Stern im Mittelpunkt (audite 95.624). Seine 1958 mit Lorin Maazel und dem Schweizer Festspielorchester präsentierte Aufführung des Tschaikowski-Violinkonzertes ist ein Treffen zweier junger Feuerköpfe – Stern war 38, Maazel 28 Jahre alt. Was da an explosiver Energie, an Schwung und Enthusiasmus geboten wird, ist geradezu unglaublich und wäre im Studio nur schwerlich möglich gewesen. Dabei kommt jedoch das gesangliche Element nicht zu kurz, und Sterns Geigenklang läßt Tschaikowskis Meisterwerk in großer Schönheit aufblühen.

1956 stand Bartóks Zweites Violinkonzert auf dem Programm, auch mit dem Festspielorchester, diesmal geleitet von Ernest Ansermet. Stern war einer der führenden Interpreten des großen ungarischen Meisters. Das Violinkonzert ist durch lange melodische Bögen ebenso charakterisiert wie durch starke, oft abrupte Kontraste. Schwierige Aufgaben für die Interpreten, die hier mustergültig gemeistert werden. Besonders ergreifend sind die elegischen Variationen im langsamen Satz. Die enthusiastischen Beifallskundgebungen am Schluss der Aufführung sind vollauf verdient!

Die dritte CD ist George Szell gewidmet (audite 95.625). Dieser Dirigent wurde von der Kritik oft als Vertreter kalter, mechanischer Präzision dargestellt – eine sehr ungerechte Beurteilung. Natürlich war er ein unermüdlicher Kämpfer für Exaktheit und Texttreue und konnte dabei oft tyrannische Methoden anwenden. Seine Proben waren sorgfältigst vorbereitet und von äußerster Gründlichkeit (Zitat: «Ich gebe sieben Konzerte pro Woche – zwei davon sind öffentlich»). Er suchte aber auch in jeder Stelle den passenden Klang zu erreichen, orchestrale Farben spielten für ihn eine zentrale Rolle. Wie er sein Cleveland Orchestra zu einem führenden Klangkörper der Welt machte, ist schon längst Legende!

Dass er – im Konzertsaal noch mehr als im Aufnahme-Studio – auch emotionell und energiegeladen sein konnte, zeigt das Finale der Ersten von Brahms, 1962 mit dem Schweizer Festspielorchester aufgeführt. Die Coda wurde wohl selten so überschwänglich, ja rasant gespielt. Ein triumphales Ende einer großartigen Aufführung!

Szells Zusammenarbeit mit der Tschechischen Philharmonie geht auf das Jahr 1937 zurück; damals nahm er Dvoráks Cello-Konzert mit Pablo Casals auf. In Luzern spielte er 1969 mit diesem Orchester die Achte von Dvorák. Die Tschechische Philharmonie begann ihre Tourneetätigkeit nach der Niederschlagung des Prager Frühlings durch die Sowjetmacht, und die Konzerte waren entsprechend sehr emotional, besonders wenn tschechische Musik dargeboten wurde. Auch Szell lag Dvoráks G-dur-Symphonie sehr am Herzen, und so entstand eine beglückende Interpretation. Wie immer glänzen die Bläser aus Böhmen; in dieser Aufführung beeindruckt aber besonders der berückende und sehr variationsreiche Klang der Streicher.

Man ist audite dankbar für diese tönenden Erinnerungen und bittet um mehr!

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