Rezension Fono Forum April 2017 | Giselher Schubert | April 1, 2017 Strawinsky notiert in seinem bestechend originellen Violinkonzert die...
Strawinsky notiert in seinem bestechend originellen Violinkonzert die Ausdrucksanweisung "brillante" nicht etwa zur Solovioline, wie es zu erwarten gewesen wäre, sondern zu den Klarinetten. Und tatsächlich emanzipiert er auch Orchesterinstrumente immer wieder mit solistischem Spiel, sodass es im Konzert zu einer Vielzahl spannender Duette kommt: etwa zwischen der Solovioline und den Fagotten oder den Posaunen, den Trompeten oder Flöten. Im Finalsatz duettiert der Solist auch mit dem Konzertmeister des Orchesters fast schon wie in einem Doppelkonzert: Im Grunde konzertiert nicht nur der Solist, sondern auch das Orchester mit seinen verschiedenen Klanggruppen.
Das führt natürlich zu heiklen interpretatorischen Fragen, die gänzlich unterschiedlich gelöst wurden. Robert Craft etwa, der enge Vertraute des späten Strawinsky, lässt in seiner Einspielung den Solisten zurücktreten, der so gewissermaßen das orchestrale Musizieren kommentierend begleitet, während in einer Einspielung mit David Oistrach der Solist unangefochten dominiert und das Orchester als Klangkulisse die Musik reich bewegt grundiert.
Liana Gourdjia stellt sich auf dieses ungewöhnliche konzertante Musizieren mit stupender Musikalität sehr überzeugend ein. Sie dominiert nicht nur, wo es die Musik erfordert, sondern nimmt sich auch zurück – nicht nur durch dynamische Differenzierungen, sondern mehr noch durch die Intensität der Tonartikulation; sie gestaltet mit makellos-blendender Technik eben ganz aus der Musik heraus. Die Deutsche Radio Philharmonie unter Zsolt Nagy greift den lebhaften, eher schwingenden als stampfenden konzertanten Impetus, der Strawinskys Partitur durchzieht, niveauvoll auf. Und auch Katia Skanavi, die als Pianistin bei den Solostücken mehr als bloß assistiert, erweist sich als eine kongeniale Partnerin.
Das führt natürlich zu heiklen interpretatorischen Fragen, die gänzlich unterschiedlich gelöst wurden. Robert Craft etwa, der enge Vertraute des späten Strawinsky, lässt in seiner Einspielung den Solisten zurücktreten, der so gewissermaßen das orchestrale Musizieren kommentierend begleitet, während in einer Einspielung mit David Oistrach der Solist unangefochten dominiert und das Orchester als Klangkulisse die Musik reich bewegt grundiert.
Liana Gourdjia stellt sich auf dieses ungewöhnliche konzertante Musizieren mit stupender Musikalität sehr überzeugend ein. Sie dominiert nicht nur, wo es die Musik erfordert, sondern nimmt sich auch zurück – nicht nur durch dynamische Differenzierungen, sondern mehr noch durch die Intensität der Tonartikulation; sie gestaltet mit makellos-blendender Technik eben ganz aus der Musik heraus. Die Deutsche Radio Philharmonie unter Zsolt Nagy greift den lebhaften, eher schwingenden als stampfenden konzertanten Impetus, der Strawinskys Partitur durchzieht, niveauvoll auf. Und auch Katia Skanavi, die als Pianistin bei den Solostücken mehr als bloß assistiert, erweist sich als eine kongeniale Partnerin.