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Bayern 4 Klassik - CD-Tipp

Rezension Bayern 4 Klassik - CD-Tipp 25.08.2017 | Kristin Amme | August 25, 2017 CD-TIPP

Der Komponist Darius Milhaud liebte es von Trubel und Lärm umgeben zu sein, während er seine Stücke schrieb. Ein lautes Café? Ein dröhnender Dampfer? Für Milhaud willkommene Geräuschkulisse. Immer unterwegs, ein passionierter Reisender. Zum Reisen war auch Bohuslav Martinu verdammt, ebenso wie Milhaud Exilant. Beide sind um 1890 geboren. Beide liebten Paris. Und beide Komponisten begeisterten sich für verschiedenste Musikrichtungen – Jazz, südamerikanische Folklore oder Barockmusik. Außerdem haben beide für Streichtrio komponiert.

Milhaud oder Martinu? Martinu oder Milhaud? Der Unterschied ist beim ersten Hören gar nicht so leicht festzustellen. Beide Komponisten verbindet nicht nur biografisch, sondern auch musiksprachlich viel. Dennoch – Darius Milhaud und Bohuslav Martinu haben ihren Kompositionen für Streichtrio durchaus eine jeweils eigene Handschrift verpasst: die eine, nämlich die von Milhaud, durchzogen von fein geflochtenen Melodielinien, luftig und wirrschnell. Martinus Tonsprache hingegen präsentiert sich voll satter Klangfülle, Dvorák nicht unähnlich, sanft wiegend, orientalisch blühend, dabei nie sentimental.

Wie aus einem Guss

Diesen Feinheiten widmet sich das international besetzte Jacques Thibaud Streichtrio aus Berlin auf seiner neuen CD. Seit fast 25 Jahren fokussieren sich die drei Musiker auf eine Gattung, die von Komponisten eher stiefmütterlich behandelt wird. Und für die es kaum Ensembles gibt, weil sich meist einfach drei Solisten dafür zusammen tun. Dass es sich lohnt, als eingespieltes Ensemble an die Streichtrios heranzugehen, zeigt sich auf dieser CD. Der Gesamtklang des Jacques Thibaud Streichtrios ist wie aus einem Guss.

Anspruchsvoller Hörgenuss

Manchmal kehrt das Ensemble vielleicht das Spröde an den Stücken von Martinu und Milhaud etwas zu stark heraus. Da splittern die Klänge, werden Töne rissig und rau. Doch auch wenn die eine oder andere Melodie noch mehr blühen könnte: Insgesamt ist diese CD ein Hörgenuss. Und sie hebt einen Schatz selten zu hörender Streichtrios.

Kurzweilig und modern

Es ist das erste Mal, dass Bohuslav Martinus und Darius Milhauds Gesamtwerk für Streichtrio auf einer CD erscheint. Da fragt man sich: Warum erst jetzt? Nicht nur wegen der sich aufdrängenden Gemeinsamkeiten zwischen Martinu und Milhaud – zum Beispiel ihrer Liebe zu Paris, diesem Brennpunkt der Avantgarde, in dem beide nach dem Ersten Weltkrieg lebten, bis sie 1940 vor den Deutschen in Richtung USA fliehen mussten. Die Frage, warum erst jetzt, stellt sich vor allem deshalb, weil das hier einfach gute Musik ist. Kurzweilig, modern, dabei so gar nicht zwölftönig wie beim Zeitgenossen Schönberg. Und vom Jacques Thibaud Streichtrio agil und farbig gespielt – mit viel Gespür für Ecken und Kanten.
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However, Murtfeld totally 'gets' the brash earnestness and boisterous energy of George Antheil's less-than-two-minute 1922 Jazz Sonata. He brings out the emotional contrasts between the Ives Three Page Sonata's opening Allegro moderato and reposeful Adagio. But his tempo for the march-time Allegro lacks spirit and determination, while the Piu moto ragtime send-up is thick, texturally undifferentiated and humourless. In From My Diary, one cannot fault Murtfeld's seriousness of purpose and dedication. That said, his forceful dynamism in the Allegro pesante finale sounds relatively foursquare alongside the late Robert Helps's more varied articulation. Likewise, Murtfeld reduces the Allegro con brio's virtuoso passagework to a comfortable mezzo-forte lope, whereas Helps's fiery sweep occupies a whole different sound world. It's a pity that Murtfeld's energy and inspiration in the Antheil don't extend elsewhere in this excellently annotated and engineered release.

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