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Musik & Theater

Rezension Musik & Theater 11/12 November/Dezember 2017 | Burkhard Schäfer | November 1, 2017 Die Entdeckung

Unter den Händen der Thibauds erfährt das Werk hier eine gloriose Auferstehung auf CD. Überhaupt scheint das Ensemble bei dieser von mediterranem Geist und französischer Clarté durchhellten Musik [...] zur Höchstform aufzulaufen. Messerscharf, kristallklar und luzide ist ihr Spiel, dabei farbintensiv wie eine kolorierte Postkarte aus der Provence.
Deutschlandfunk

Rezension Deutschlandfunk TonArt | 06.11.2017 | Rainer Pöllmann | November 6, 2017 Boxen-Stopp

60 CDs von Claudio Abbado oder gleich 330 CDs von Herbert von Karajan – die Musikverlage bringen umfassende Editionen und Gesamtausgaben heraus. Ob sich ein Kauf lohnt, das verrät unser Musikredakteur Rainer Pöllmann.

War Claudio Abbado eher ein Dirigent für das symphonische Repertoire? Oder einer für die Oper? Ruhm und geradezu weihevolle Verehrung wird heute, knapp vier Jahre nach seinem Tod, vor allem dem Orchesterdirigenten Abbado zuteil. Dass er auch ein herausragender Operndirigent war, wird aber niemand bestreiten. Und es ist jetzt auch in vollem Umfang nachzuhören. Nach der "Symphonie-Edition" ist bei der Deutschen Grammophon die "Claudio Abbado Opern Edition" erschienen.

60 CDs, 20 Opern als Gesamtaufnahmen, dazu diverse Ouvertüren und Arien. Da findet sich Beethovens "Fidelio" und Wagners "Lohengrin", aber auch "Wozzeck" und "Pelleas et Melisande". Vor allem aber dreimal Mozart, viermal Rossini und fünfmal Verdi.

Die Plattenfirma nennt sicherheitshalber schon einmal selbst zwei Highlights: die "Zauberflöte" von 2005 und "Don Giovanni" von 1997. Ich möchte den Lorbeer lieber an die Rossini-Aufnahmen vergeben.

Die Aufnahmen stammen schon aus den 70er- und 80er-Jahren, aber nach wie vor mitreißend. Wie Abbado die Balance zwischen durchgeknallter Komödien-Rasanz und kompositorischer Raffinesse schafft, das ist wirklich grandios. Abbado nimmt Rossini als Komponist ernst, seine Sängerinnen und Sänger (Agnes Baltsa, Teresa Berganza und viele andere) sind fantastisch. Damals legten diese Aufnahmen den Grundstock für eine ganz neue Sicht auf Rossini. Aber auch heute sind sie nicht historisch bedeutsam, sondern in Vielem Referenz-Aufnahmen.

60 CDs in einer dicken Box. Schade, dass man jene Opern, die es auch auf Video gibt, nicht auch auf DVD dazugepackt hat. Für ausführliche Essays oder gar die Libretti blieb ebenfalls kein Platz. Das ist bei den Opern noch etwas bedauerlicher als bei den Sinfonien, aber es nachvollziehbar. Der Wackerstein aus 60CDs hat einen ziemlich attraktiven Preis.

Der ganze Karajan

Wenn die Abbado Opern-Edition mit 60 CDs ein Wackerstein, dann ist das hier eine ganze Steinmauer. "The Complete Recordings on Deutsche Grammophon and Decca" – das ist die neueste Runde im niemals versiegenden Veröffentlichungsreigen von Karajan-Editionen. Zu Lebzeiten war er der unbestrittene Herrscher über die Schallplatte. Nach seinem Tod gab es eine Delle, aber längst ist er wieder da. Mal gibt es alle seine Sinfonie-Aufnahmen in einer Box, dann wieder aufgeteilt auf die einzelnen Komponisten, mal wurden seine vielen Einspielungen nach Genres sortiert, dann wieder nach Jahrzehnten – sämtliche Kombinationsmöglichkeiten wurden wohl schon durchgespielt. Aber jetzt, 28 Jahre nach Karajans Tod, holt die Deutsche Grammophon zum finalen Schlag aus: 356 Scheiben: 330 CDs, 24 DVDs und zwei Blu-ray Audios umfasst diese Gesamtausgabe. Wobei man nicht vergessen darf, dass die größte, aber nicht einzige Karajan-Edition bei der Konkurrenz auch noch einmal 101 CDs schwer ist.

Da ist Herausragendes darunter: der "Rosenkavalier" von Richard Strauss zum Beispiel, Puccinis "La Boheme" mit Mirella Freni, die frühe Beethoven-Sinfonien-Einspielung oder die Tschaikowsky-Sinfonien. Und gibt es natürlich auch jede Menge Aufnahmen, die dem Klischee von Karajan als Oberflächen-Politeur recht geben.

Wer soll das hören? Beziehungsweise, anders herum gefragt: Wer aus der potenziellen Käuferschicht hat nicht schon längst diese Aufnahmen? Die alle schon einmal veröffentlicht wurden. Einmal? Ach was! Schon x-fach.

Wenn die Abbado-Opern-Edition eine super Gelegenheit ist, zu günstigem Preis an tolle Aufnahmen heranzukommen, dann ist die Karajan-Edition das Musterbeispiel dafür, wie man die preisgünstige Backkatalog-Verwertung auch ins Absurde treiben kann.

Eine Wiederentdeckung: Jorge Bolet

Deshalb zum Schluss noch ein gelungenes Gegenbeispiel: der Pianist Jorge Bolet. Ein wunderbarer, klangsensibler und zugleich unglaublich bodenständiger Pianist. Einen Exklusiv-Vertrag bei der Decca bekam er erst im Alter von 64 Jahren. Das war 1978. Aus den Jahren 1962 bis 1973 stammen Aufnahmen, die Jorge Bolet bei RIAS Berlin aufgenommen hat und die sich in unserem Archiv befanden. Beim Label Audite sind sie nun veröffentlicht worden, sorgfältig und aufwändig remastered. Sie zeigen einen Pianisten, der zu Unrecht im Schatten der großen Stars steht. Eine Wiederentdeckung.
Musicalifeiten

Rezension Musicalifeiten 06.11.2017 | November 6, 2017 De beide vioolconcerten van Prokofiev zijn als tweelingsterren uit het...

[...] deze nieuwe versie van Franziska Pietsch vormt daarvan een heel waardevolle aanvulling. Ze speelt deze werken niet met veel pit, maar ook met het gevoel dat over elke melodielijn is nagedacht en vooruit wordt gekeken dat iedere frase in de juiste richting gaat. Pietsch’ toon is krachtig en behoorlijk fel, getuigend van een groot zelfvertrouwen.
www.pizzicato.lu

Rezension www.pizzicato.lu 09/11/2017 | Uwe Krusch | November 9, 2017 Der zugängliche Reger

Viele Werke von Max Reger zeichnen sich durch eine erweiterte Harmonik aus, der es an Regeln zu fehlen scheint, sowie durch eine mitunter spröde Instrumentation und das Fehlen singbarer melodischer Elemente, so dass dem Hörer der Zugang oft schwer fällt. In eine andere Kategorie gehören die hier vereinten Werke. Mit Ihnen wollte Reger nicht nur eine Rückbesinnung auf sein Vorbild Mozart verwirklichen, sondern auch einen Gegenpunkt zu Richard Strauß und seinen erfolgreichen symphonischen Großkompositionen setzen.

Obwohl die Doppelopus Nummern 77 und 141 mit gut zehn Jahren Abstand entstanden sind, eint sie doch die einfachere Struktur. Diese äußert sich beispielweise in weniger ausgeprägter chromatischer Fortschreibung und häufiger eingesetzter paralleler Stimmführung zweier Instrumente. Auch das Zweite Klavierquartett folgt dieser Entwicklung. Diese Veränderungen im Stil führten in der zeitgenössischen Kritik sogar zur Vermutung eines Karnevalsscherzes, weil dieser ohnehin Reger ablehnende Kritiker diese Einfachheit nicht deuten konnte. Der Erfolg beim Publikum und bei der anderen Kritikern war jedoch groß.

Das ‘Trio Lirico’ hat in der kurzen Zeit seines Bestehens schon eine außerordentliche Reife erreicht, die sich in einem ausgeglichenen homogenen Spiel äußert, das jedoch die persönlichen und instrumentalen Eigenheiten seiner Mitglieder nicht leugnet.

Für das Klavierquartett haben sie den Pianisten Detlev Eisinger eingebunden. Diese Ergänzung ist völlig unproblematisch, da er auch der Duopartner der Geigerin des Trios, Franziska Pietsch, ist und mit ihr auch schon einige Einspielungen vorgenommen hat. Diese Aufnahme scheint die Premiere des Trios auf dem Tonträgermarkt zu sein. Dazu kann man ohne Zweifel sagen, dass das Ensemble, auch mit dem Pianisten, einen famosen Start hingelegt hat, der die Hoffnung auf weitere erfolgreiche Schritte begründet.

For a large part of the audience, Max Reger’s chamber music is often difficult to access. With his two string trios and the second piano quartet however, the composer has written a more catchy music. The Trio Lirico and pianist Detlev Eisinger are completely at one with Reger’s works and convince with a beautifully blended sonority and a refined musicianship.
Fono Forum

Rezension Fono Forum Dezember 2017 | Giselher Schubert | December 1, 2017 Darius Milhaud und Bohuslav Martinu zählen zu den fruchtbarsten Komponisten des...

Darius Milhaud und Bohuslav Martinu zählen zu den fruchtbarsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Das innere Kraftzentrum ihrer schier überwältigenden Schaffensfülle war offenbar die Selbstverpflichtung, sich als Komponisten nützlich zu machen und Musik zu schreiben, welche von den Musikern auch wirklich zu gebrauchen und aufzuführen war. Sie sind keinem noch so verstiegenen Besetzungstyp ausgewichen und bemühten sich, diese Musik auch aus dem Vorgang des Musizierens heraus zu entwickeln. So überrascht es kaum, dass beide Komponisten auch Streichtrios komponiert haben, obwohl die Gattung in Frankreich – Martinu komponierte seine beiden Trios in Paris, wo er seit 1923 dauerhaft lebte – so gut wie unbeachtet blieb und von französischen Komponisten völlig vernachlässigt wurde.

Beide Komponisten gestalten ihre Streichtrios – im Vergleich zu den Streichquartetten oder Klaviertrios – gewissermaßen "unterhaltender", leichter, ja beschwingter, aber kaum nachlässiger: Milhaud durch das Integrieren von Charakterstücken, zu denen er auch den Kanon oder die Fuge zählte, Martinu eher durch konzertante Züge. Und beide Stilbereiche beherrscht das 1994 in Berlin gegründete Jacques Thibaud String Trio angemessen zwanglos.

Die Fuge, die Milhauds divertimentohaftes Streichtrio beschließt, gestalten sie wirklich als niveauvolles "Spiel" ("Jeu Fugue"), und dem ersten Streichtrio von Martinu geben sie konzertant-virtuose Züge, welche diese Musik aus kammermusikalischer Enge befreit. Dabei bewahren sie aber grundsätzlich immer den kammermusikalischen Duktus, sodass das schiere Musikmachen, welches ihr Interpretieren prägt, keinesfalls solistisch überbordet. Kurz: Dies ist eine hoch willkommene Ergänzung und Bereicherung von Kammermusik aus Frankreich.

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