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Rezension www.pizzicato.lu 18/11/2017 | Remy Franck | November 18, 2017 Furtwängler in Luzern, 1953

Wilhelm Furtwänglers diverse Einspielungen der ‘Eroica’ u.a. aus Wien und Berlin weisen für die Sätze 1, 3 und 4 relativ konstante Tempi aus. Abweichungen gibt es nur für den Trauermarsch, der zwischen sechzehneinhalb und neunzehn Minuten variiert.

1953 in Luzern war der Dirigent mit 16’31 am schnellsten im zweiten Satz. Überhaupt ist diese ‘Eroica’ für Furtwängler relativ frisch und zupackend in den Allegro-Sätzen. Aber welche Tiefe, welche zwingende intellektuell-emotionale Kraft erreicht er doch trotz nur 16’31 im Adagio assai…

Nicht weniger inspiriert und auch sehr dramatisch ist die Aufnahme der Vierten Symphonie von Robert Schumann.

Nun sind diese Aufnahmen zuvor schon bekannt gewesen, mit Ausnahme der ‘Manfred’-Ouvertüre, die lange als verloren galt und nun hier zum ersten Mal zu hören ist.

Die Tonqualität der von Audite bearbeiteten Aufnahmen ist allen anderen zuvor veröffentlichten Veröffentlichungen bei weitem überlegen. Tatsächlich wurden hierfür zum ersten Mal die Originalbänder des Schweizer Rundfunks benutzt, die anderen Verlegern nicht zur Verfügung standen. Der Klang hat dadurch viel mehr Relief und Korpus. Furtwängler-Sammler sollten diese neue Edition nicht verpassen.

Mostly well-known recordings with the Swiss Festival Orchester conducted by Wilhelm Furtwängler. The difference with former releases on other labels comes from the sound quality. Here, the original broadcast tapes have been used and remastered. The improvement is stunning…
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Rezension www.pizzicato.lu 21/11/2017 | Remy Franck | November 21, 2017 Musik eines Staatsgefangenen

Prokofievs Kantate für den 20. Jahrestag der Oktoberrevolution ist alles andere als eine musikalische Hymne an diese Revolution. Im Gegenteil: die Musik, die Prokofiev 1936 komponierte, enthält nichts Positives und nichts Verherrlichendes. Sie ist, unter dem Strich, eine Summe kriegerischer und verängstigter Klänge, die den Komponisten 1937 dazu gebracht haben mag, das Werk vorerst mal nicht zu veröffentlichen, um nicht den Zorn des Regimes hervorzurufen. Eine durch die ausgewählten Texte so sarkastische und im Grunde subversive Betrachtung der Revolution und von Stalins neuer Verfassung wäre bestimmt schlecht angekommen zu einem Zeitpunkt als der Stalin-Terror auf seinem Höhepunkt war und Hunderttausende Menschen das Leben kostete.

Stalin, der Lenin nach dessen Schlaganfällen einfach ausschaltete, hätte u.a den zarten Gesang zu Ehren Lenins in gutem Mütterchen-Russland-Stil kaum geschätzt, zumal die Musik zu seiner ‘Verfassung’ im letzten Teil eher beängstigend klingt.

Diese Unterschiede, diesen Sarkasmus des Komponisten arbeitet Kirill Karabits in seiner Interpretation gut heraus, und die Musik bekommt über weite Strecken einen motorisch-apokalyptischen Charakter, die Prokofievs eigene Stimmung wiedergibt, betrachtete er sich doch nach seiner immer noch ganz verständlichen und mit Spielschulden im Ausland nicht zu erklärenden Rückkehr in die Sowjetunion gewissermaßen als Staatsgefangener, wie Prokofievs Biograph Victor Seroff in seiner Biographie ‘Eine sowjetische Tragödie’ schrieb.

Entsprechend ist diese Interpretation nicht wirklich monumental und vermeidet jeden Revolutionspathos. Karabits arbeitet in seiner durchgehend spannungsvollen Wiedergabe vor allem die explosive Energie des Stückes heraus.

Die Staatskapelle Weimar mit zusätzlicher Untersetzung des Luftwaffenmusikkorps Erfurt und der Senff-Chor setzen dieses Dirigat sehr gut um, und die Aufnahme verstärkt den schnittigen, extrem klaren und transparenten Ensembleklang.

Kirill Karabits frees Prokofiev’s October Revolution Cantata from any possible revolutionary pathos, so enhancing the satirical and destructive character of the music, which Prokofiev didn’t dare to publish. The large ensemble reunited for this performance delivers a tenseful and slender sound superbly caught by the microphones.
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Rezension Facebook 23. November 2017 | Wilhelm Furtwängler Journal | November 23, 2017 The Audite SACD/CD (91.441) featuring a recording of the Schumann Manfred...

The Audite SACD/CD (91.441) featuring a recording of the Schumann Manfred overture previously thought to have been lost, has arrived. This double SACD/CD is remastered from newly discovered tapes from the Swiss Radio, of the concert on 26 August 1953.

We are lucky to have this new addition to the discography of Furtwängler, as this Manfred overture is apparently finer than the other 2 extant recordings: the 18 Dec 1949 Berlin Iive and the 24 Jan 1952 Vienna studio. Here his rendition is more dramatic , with pulsating urgency intermingled with relaxing Iyricism.

The sound is good compared to previous releases of the Eroica and Schumann Symphony No. 4 in the same concert using a private amateur tape as the sound source, e.g. Tahra, Elaboration (thought to be pirate copies of the SWf CDs). It is full-bodied with a slight emphasis on the bass and quite prominent reverberations. The sound palette is quite different from that heard in the Tahra or Elaboration CDs. It is the interesting thing about historical recordings as the impressions on the music can be affected by the sound source, the remastering process and even the medium in which it is presented.
Thüringische Landeszeitung

Rezension Thüringische Landeszeitung 23. November 2017 | November 23, 2017 Tschingderassabum: Live-Mitschnitt aus der Weimarhalle auf CD

Es war die monströseste Musikaufführung beim Weimarer Kunstfest seit je [...] Aspekte, die eine solch konterkarierende Lesart des vermeintlichen Huldigungs-Epos provozieren, offenbart Karabits eisern, beharrlich. Pathos vermeidet er, soweit möglich.

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