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BBC Music Magazine

Rezension BBC Music Magazine March 2018 | March 1, 2018 STUDIO FOCUS Kirill Karabits

The 20th anniversary of the October Revolution in 1937 triggered many patriotic works, including this one…
One could say this is a propaganda piece but at the same time there’s truth in it. While Prokofiev had to make compromises – he originally used only text by Lenin, but was then told to add words by Stalin too – he still remained true to himself. He is praising a new type of man born after the revolution, and he is saying that society will be forever changed. He really believes this, and you can hear it in the music.

But the work wasn’t performed as part of the celebrations…
The authorities wanted something straightforward and secure, and this wasn’t – no one could predict how people would react to it. It’s so overwhelming and strong – it’s a masterpiece rather than something that praises the Communist Party.

How did you come to record it?
It wasn’t planned as a recording. My main motivation was to perform it. With 2017 being the 100th anniversary of the October Revolution, I said to myself, if I were ever to conduct it, now is the moment. The Kunstfest Weimar like unusual projects so I had the idea to present two Prokofievs in one of their concerts last summer – this work, alongside Gabriel Prokofiev’s Concerto for Turntables. Then Deutschlandradio in Berlin heard about it and wanted to do a broadcast. So then we talked to audite and they said they’d love to release the recording.

How challenging was it to perform/record?
The selection of voices and instruments Prokofiev uses is extraordinary – there’s a huge orchestra, an accordion ensemble, a large choir, a military band with extra percussion… With around 200 performers in total, we couldn’t all it on the stage so we had to use part of the hall as well. It was also an extraordinary task for the radio people to record it. They recorded our first rehearsal and also the general rehearsal so, while most of the material on the recording is from the live performance, they had enough extra material to choose from.

Tell us about the gunshots and the megaphone…
It wasn’t a real gun but it looked like one, so we had to warn the audience to stay calm. And I got to imitate Lenin by speaking his words into a megaphone… It wasn’t easy to do because I had to turn to the audience while carrying on conducting! It was all very theatrical, but that’s what Prokofiev wanted.

How involved were you in the editing?
They sent me the final edit, I listened carefully and gave back my comments. I’m very pleased with the end result. I wasn’t compromising as a conductor just because I knew it was being recorded. It’s a fantastic document of an extraordinary concert – we’ll probably have to wait another 100 years for another performance!

The recording, on audite, is released in the UK on February 16 and will be reviewed next issue.
Choir & Organ

Rezension Choir & Organ January / February 20218 | January 1, 2018 On release

The Russian Revolution, whose centenary was marked in various ways throughout 2017, has always been regarded with abhorrence, ambivalence, or jubilation. According to his autobiography, the composer Prokofiev initially ‘welcomed (the February revolution) joyfully’; by the time he wrote Cantata for the 20th Anniversary of the October Revolution [audite 97754] his feelings may have been somewhat more conflicted, as Stalin’s ‘Great Terror’ raged. However, after more than a decade living abroad, he had resettled in Moscow, and with artists in the country treading a tightrope at that time, any qualms he might have had about the regime were quashed, at least in public. Nevertheless, and despite setting texts by Marx, Lenin and Stalin, the monumental Cantata fell foul of the Committee for Artistic Affairs and was banned from being performed for not meeting the criteria of ‘socialist realism’, only eventually being premiered 1966.
Deutschlandfunk

Rezension Deutschlandfunk 07.02.2018 | Philipp Quiring | February 7, 2018 BROADCAST Bedacht virtuos

Bei Liszts Musik dreschen Pianisten gerne mal auf die Tasten. Nicht so Jorge Bolet! In erstmals veröffentlichten Mitschnitten des Verstorbenen ist seine scharfsinnige, stellenweise magisch leise Liszt-Interpretation zu hören.

"Alles ist relativ!" – Das war Credo von Jorge Bolet. Obwohl dieser Satz nichtssagend allgemein klingt, führte er ihn vor allem in großangelegten Werken zu beeindruckenden Gesamtkonzepten. Liszts Es-Dur Konzert im Live-Mitschnitt von 1971 ist ein Beispiel hierfür. Aufs Ganze betrachtet nimmt sich Bolet die Freiheit und wählt ein langsameres Anfangstempo als andere Pianisten. So bleiben ihm Reserven, das Tempo wirkungsvoll zum Ende des Stückes hin zu steigern.

Und auch im Kleinen ist sein Credo erkennbar: Im ersten Einsatz hebt er die Doppeloktaven, die per Intervallsprung nach oben erreicht werden, klanglich und auch durch Verzögerungen hervor.

Musik: Liszt – Klavierkonzert Nr. 1 Es-Dur, 1. Satz

Grobe Temposchwankungen – wie an dieser Stelle – bilden allerdings bei Jorge Bolet die Ausnahme.

Ein auffälliges Merkmal in seinem Gesamtklang ist sein durchdachter Pedalgebrauch: Er geht über das simple "Pedal, kein Pedal" hinaus. Durch verschiedene "Tretstufen" entfernt Bolet Töne mittlerer und hoher Lage aus dem Gesamtklang, ohne dabei das Bassfundament zu ersticken. Die Oktav-Läufe, die sich nahezu in jedem Satz befinden, pedalisiert er von der Tendenz her "trocken", spielt dabei aber mit breiterem Klavierton.

Musik: Liszt – Klavierkonzert Nr. 1 Es-Dur, 1. Satz

Wie kaum ein anderer Pianist entfaltet Bolet eine besondere Magie im Leise-Spielen. Selbst bei schnellen Doppelgriff-Folgen bleibt jeder Ton verständlich und vor allem klingend.

Musik: Liszt – Klavierkonzert Nr. 1 Es-Dur, 3. Satz

Sucht Bolet im Leisen verschiedene Schattierungen, verfolgt er im Lauten den Ansatz, nicht zu dominant zu spielen. Dies birgt auch Gefahren. An Tutti-Stellen droht er im Orchesterklang unterzugehen. Im Großen und Ganzen stimmt die Balance zwischen Bolet und dem Radio-Symphonie-Orchester Berlin unter Lawrence Foster aber gut.

Musik: Liszt – Klavierkonzert Nr. 1 Es-Dur, 4. Satz

Ursprünglich nannte Franz Liszt sein zweites Klavierkonzert: Concert Symphonique. Der Solopart ist weniger brillant gestaltet, der Fokus des Konzerts liegt dafür mehr auf dem sinfonischen Gestus. Jorge Bolet hat das Konzert 1982 mit dem Dirigenten Edo de Waart aufgeführt.

Musik: Liszt – Klavierkonzert Nr. 2 A-Dur, 1. Satz

Liszts sinfonischen Ansatz fasst Bolet nahezu kammermusikalisch auf. Seine Triolenläufe in der rechten Hand nimmt er zurück, die Achtellinie der linken Hand versteht er begleitend, überlässt dem Horn die Führung.
Im Sinne eines kammermusikalischen Verständnisses vermeidet Bolet selbst im zwei- oder dreifachen Forte, dynamisch das Äußerste anzustreben. Er entfernt sich nur selten vom Notentext und nimmt sich interpretatorische Freiheiten, etwa wenn er sich einer langsamen Passage nähert und vorausschauend das Tempo drosselt.

Musik: Liszt – Klavierkonzert Nr. 2 A-Dur, 3. Satz

Das Einzigartige in Bolets Spiel liegt im farbenreichen Klavierton und darin, die Extreme zu meiden: Er hetzt nicht, er ertränkt die Töne nicht im Pedal oder spielt schlicht zu laut – gerade Liszts Musik verführt Pianisten gerne zu solchen Extremen. Bolet dagegen erfasst die Gesamtdramaturgie eines Werkes und bildet sie ab. In den zwei Liszt-Konzerten offenbart sich diese Fähigkeit auf besondere Weise.

Musik: Liszt – Klavierkonzert Nr. 2 A-Dur, 6. Satz
Bayern 4 Klassik - CD-Tipp

Rezension Bayern 4 Klassik - CD-Tipp "Leporello" am 22. Januar 2018, 16.05 Uhr | Oswald Beaujean | January 22, 2018 BROADCAST CD-TIPP

Vor 27 Jahren, im Oktober 1990, starb in Kalifornien der amerikanisch kubanische Pianist Jorge Bolet. Er war insbesondere ein großer Interpret der Musik von Franz Liszt, hatte aber ein breites Repertoire, das von Bach bis Gershwin reichte. Bolets Karriere war steinig, erst im Alter kam er wirklich zu Weltruhm, der nach seinem Tod relativ schnell wieder verblasste. Dabei gehört er für manchen Klavierenthusiasten zu den ganz großen Pianisten des 20. Jahrhunderts. Jetzt ist eine CD-Box mit Aufnahmen erschienen, die zwischen 1962 und 1966 in Berlin beim damaligen RIAS entstanden sind.

Für die drei Minuten, die Franz Liszts "Au lac de Wallenstadt" in Bolets Einspielung dauert, würde man einige Liszt-CDs weggeben, für die fünf Minuten, die man dem dritten Chopin-Impromptu lauscht, manche Chopin-Veröffentlichung. Wieviel Poesie und Sehnsucht spricht aus diesen Klängen, welch endlos ruhigen Atem verströmen die melodischen Linien. Selbst Liszt-Verächter müssten schwach werden, wenn Jorge Bolet spielt.

Virtuoses als Understatement

Auf Fotos umgibt den 1914 in Havanna geborenen kubanisch amerikanischen Pianisten die vornehm zurückhaltende Aura eines spanischen Granden, und genauso spielte er auch: nobel, gelassen und ohne die leiseste Attitüde. "Was mich wirklich aufregt", meinte er einmal, "sind die Pianisten, die gelegentlich ihren Kopf heben und gen Himmel richten. Wonach suchen sie, nach Gott?" Auch wenn Jorge Bolet am Flügel nicht nach Gott suchte, er spielte göttlich. Fast lyrisch introvertiert, wie ein einziges Understatement wirkt bei ihm selbst rauschhaft Virtuoses. Die äußere Erscheinung hätte ihn für eine Hollywood-Karriere prädestiniert, doch Show war das Letzte, was Bolet interessierte. Chopins Fantasie-Impromptu etwa spielte er ohne alles Virtuosengeklingel mit einer trockenen, unauffälligen Brillanz. Fantastisch perlend und doch fast wie nebenbei gestaltete er die Läufe.

Farbnuancen und dynamische Schattierungen

Bolet gehörte zu den ganz Großen, blieb aber lange unterschätzt. Erst ein grandioses Konzert in der Carnegie Hall 1974 machte den Sechzigjährigen wirklich bekannt, die Schallplattenkarriere begann noch etwas später. Dabei bietet Bolets schwereloser Anschlag in drei Takten mehr Farbnuancen und dynamische Schattierungen, als andere im Laufe eines Klavierabends zuwege bringen. Und doch bleibt alles klangvoll, rund und singend, die jetzt veröffentlichten Rundfunkaufnahmen des Rias Berlin aus den sechziger Jahren mit Werken vor allem von Liszt, Chopin und Debussy zeigen es einmal mehr. Ein knalliges Fortissimo hätte Jorge Bolet als vulgär empfunden – er brauchte es auch nicht. Als den "letzten Romantiker" unter den Pianisten wollte man diesen großen Künstler in seinen späteren Jahren vermarkten und griff damit ganz sicher zu kurz. Doch selbst wenn es richtig gewesen wäre: Hätten wir doch ein paar mehr davon.
Radio Bremen

Rezension Radio Bremen Klassikwelt 07.02.2018, 22.05 Uhr | Wilfried Schäper | February 7, 2018 BROADCAST

Sendebeleg siehe PDF!
www.ClassicsToday.com

Rezension www.ClassicsToday.com 05 February 18 | Jed Distler | February 5, 2018 Historical Gems: Prime Jorge Bolet From Audite

Collectors who know Jorge Bolet as the reserved and occasionally diffident elder statesman of the studio Decca recordings from his final decade generally will find a younger, more energetic, and more inspired pianist throughout these 1962-73 German radio broadcasts. It [...]

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