Rezension Fono Forum März 2016 | Marcus Stäbler | March 1, 2016 Mit seiner Beethoven-Gesamtaufnahme möchte das Quartetto di Cremona nach...
Mit seiner Beethoven-Gesamtaufnahme möchte das Quartetto di Cremona nach eigenen Worten ein Zeichen setzen und demonstrieren, dass solch ein Projekt auch in Zeiten einer kulturellen Krise in Italien noch möglich ist. Schon jetzt, auf der Zielgeraden des Marathons, darf man zum Gelingen gratulieren: Die fünfte Folge bestätigt das hohe Niveau der bisher erschienenen Einspielungen.
Im späten Quartett op. 132 fesseln die Cremoneser Streicher wieder mit jener Einheit aus Ausdruck und analytischer Transparenz, wie sie für die komplexen Werke Beethovens nötig ist. Dabei nutzen sie ein gewohnt breites Spektrum an Farbnuancen: Den Beginn der wunderbaren "Dankgesang eines Genesenden an die Gottheit" etwa spielen sie ganz ohne Vibrato, um den archaischen Charakter zu stärken. Dafür lassen sie gegen Ende des Satzes einen Klang erblühen, dessen Expressivität nach dem fahlen Anfang noch viel eindringlicher wirkt. Die Energie, die die Interpretation des Stücks vom ersten Takt an durchströmt, entlädt sich schließlich in einem glutvollen Finale.
Das Ensemble kombiniert das Quartett op. 132 mit Beethovens Streichquintett op. 29 aus dem Jahr 1801. Gemeinsam mit Lawrence Dutton, dem Bratscher des Emerson String Quartets, kosten die vier Italiener die sanglichen Bögen des Stücks aus. Obwohl das Quintett gerade im herrlichen Adagio stark von Mozartscher Raffinesse inspiriert ist, zeigt der damals 31-jährige Beethoven immer wieder seine ganz eigene Handschrift und seinen typisch bärbeißigen Humor – wenn er zum Beispiel im Kopfsatz ein vogelartig zwitscherndes Motiv aus der Geige ins brummelnde Cello verlegt. Wie sicher die Streicher solche Pointen setzen, wie sie den kantablen Fluss des Satzes mit scharf angerissenen Akzenten unterbrechen – all das zeugt von einer tiefen Vertrautheit mit den Partituren und von einer Sorgfalt, die das gesamte Projekt prägt.
Im späten Quartett op. 132 fesseln die Cremoneser Streicher wieder mit jener Einheit aus Ausdruck und analytischer Transparenz, wie sie für die komplexen Werke Beethovens nötig ist. Dabei nutzen sie ein gewohnt breites Spektrum an Farbnuancen: Den Beginn der wunderbaren "Dankgesang eines Genesenden an die Gottheit" etwa spielen sie ganz ohne Vibrato, um den archaischen Charakter zu stärken. Dafür lassen sie gegen Ende des Satzes einen Klang erblühen, dessen Expressivität nach dem fahlen Anfang noch viel eindringlicher wirkt. Die Energie, die die Interpretation des Stücks vom ersten Takt an durchströmt, entlädt sich schließlich in einem glutvollen Finale.
Das Ensemble kombiniert das Quartett op. 132 mit Beethovens Streichquintett op. 29 aus dem Jahr 1801. Gemeinsam mit Lawrence Dutton, dem Bratscher des Emerson String Quartets, kosten die vier Italiener die sanglichen Bögen des Stücks aus. Obwohl das Quintett gerade im herrlichen Adagio stark von Mozartscher Raffinesse inspiriert ist, zeigt der damals 31-jährige Beethoven immer wieder seine ganz eigene Handschrift und seinen typisch bärbeißigen Humor – wenn er zum Beispiel im Kopfsatz ein vogelartig zwitscherndes Motiv aus der Geige ins brummelnde Cello verlegt. Wie sicher die Streicher solche Pointen setzen, wie sie den kantablen Fluss des Satzes mit scharf angerissenen Akzenten unterbrechen – all das zeugt von einer tiefen Vertrautheit mit den Partituren und von einer Sorgfalt, die das gesamte Projekt prägt.