Ein Programm, das Sinn macht. Zentrale Werke des konzertanten französischen Repertoires für Violoncello und Orchester sind hier versammelt. Eines davon ist eine Rarität. Nur selten einmal erklingen sie im Konzertsaal: Die "Variations symphonique" op. 23 von Léon Boëllmann.
Der bereits im Alter von 35 Jahren verstorbene Boëllmann wurde vor allem als Organist bekannt und gefeiert. Er komponierte aber nicht nur für dieses Instrument, sondern schrieb auch sinfonische Musik, Kammermusik, Lieder und Chorwerke. Die "Sinfonischen Variationen" für Cello und Orchester sind ein Juwel, salonhafte Romantik und Eleganz kommen hier glücklich zusammen.
Der französische Cellist Marc Coppey erfühlt den speziellen Charakter dieser Musik, ihre Eleganz und Eloquenz. Er spielt sie mit beseeltem Ton, meidet aber emotionalen Überdruck. Er gestaltet intensiv, aber immer kultiviert und mit einer gewissen Noblesse, die Musik darf erblühen, aber sie wird nicht im gefühligen Überschwang erdrückt. Auch die populärsten französischen Cellokonzerte der Romantik von Saint-Saëns und Édouard Lalo sieht Coppey aus diesem Blickwinkel. Beseeltheit ja, aber bitte nicht übertreiben. So folgt die Interpretation dieses französischen Celloprogramms einer einheitlichen gestalterischen Linie, die von Klarheit, beherrschter Emotion und luzider Tonschönheit geprägt ist. Als liebenswerte Zugaben tauchen dann auch noch "Der Schwan" aus dem "Karneval der Tiere" von Saint-Saëns und die melancholische "Elegie" von Gabriel Fauré auf. Angenehm und gefällig rundet sich das Bild.