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Rhein-Main Magazin

Rezension Rhein-Main Magazin 07/22 | July 1, 2022 Seit mehr als zwei Jahrhunderten gibt es am Pariser Conservatoire eine...

Seit mehr als zwei Jahrhunderten gibt es am Pariser Conservatoire eine glorreiche Cellotradition, die seit 2003 von Marc Coppey fortgeführt wird. Als Hommage an den Geist seiner Vorläufer präsentiert er, vereint auf einer CD, drei der berühmtesten Cellokonzerte des 19. Jahrhunderts von Camille Saint-Saëns, Édouard Lalo und Léon Boëllmann. Mit den beiden Konzerten von Saint-Saëns und Lalo sind gewichtige Schlachtrösser der französischen Celloliteratur vertreten, die man nicht nur technisch beherrschen, sondern vor allem musikalisch durchdringen muss, um ihre Feinheiten zu erkennen.
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Rezension www.musik-medienhaus.de Juni 2022 | June 1, 2022 Gregor Joseph Werner (1691 – 1766) war Schüler des Vize-Hofkapellmeisters...

Gregor Joseph Werner (1691 – 1766) war Schüler des Vize-Hofkapellmeisters Antonio Caldara in Wien und wurde 1728 Hofkapellmeister in Eisenstadt bei Fürst Nicolaus Eszterházy. Werner, bekannt für seine kontrapunktischen Fähigkeiten, schrieb u.a. Oratorien, welche in der Karwoche in der Chorfrauenkirche am heiligen Grabe aufgeführt wurden, Kantaten, Messen, Vespern, Kirchensonaten sowie Klavier- und Orgelkonzerte für Eisenstadt als auch Opern. 1761 löste ihn Haydn bei den Opern, Schauspiel- und Kammerkonzerten in Schloss Eszterházy ab. Unter Werners 420 erhaltenen Kompositionen finden sich nur vier gedruckte Werke, zwei vergnügliche „Tafelstücke“, eine Sammlung von sechs Symphonien und der „Neue und sehr curios musicalische Instrumentalkalender“ (Augsburg 1748).

Aus dem großen Schatz der nur handschriftlich überlieferten Werke hat der Organist Lajos Rovatkay, ehemals Leiter des Studios für Alte Musik an der Hochschule Hannover und Gründer (1981) und Leiter des Barockorchesters „Capella Agostino Steffani“ (seit 1996 „Hannoversche Hofkapelle“), der sich schwerpunktmäßig mit Werner befasst hat, je sechs Salve Reginas und Pastorellas für diese CD eingespielt, die strenge Kontrapunktik eingebettet in volkstümliche Figuren in den weihnachtlichen vokalen Salve Reginas und instrumentalen Pastorellen hören lässt. Werners Musik bezaubert gerade auch durch die virtuosen Orgelsoli der Pastorellen, die Lajos Rovatkay klar zeichnend spielt, so dass die CD großes Hörvergnügen bereitet.

Das erprobte Vokalensemble Magdalena Harer, Johannes Euler, Georg Poplutz und Markus Flaig bringen die kurzen Sätze der Salve Reginas je eigen zum Leuchten. Die Eszterházys müssen berechtigt stolz gewesen sein auf ihren Hofkapellmeister, sollten sie gleich qualifizierte Sänger gehabt haben. Da Werners Werke bisher kaum gedruckt wurden, ist er unterrepräsentiert geblieben. Das sollte nicht so bleiben!
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Rezension www.musik-medienhaus.de Juni 2022 | June 1, 2022 Erstklassige virtuose Leistungen sind auf dieser CD zu hören, konzentriert auf...

Erstklassige virtuose Leistungen sind auf dieser CD zu hören, konzentriert auf Werke aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, die in Neapel entstanden. Komponisten sind Francesco Mancini (1672 – 1737), Domenico Sarro (1679 – 1744), Giuseppe Porsile (1680 – 1750), Nicola Fiorenza (1700 – 1764) und Alessandro Scarlatti (1660 – 1725). Was Barbara Heindlmeier in den Flötenkonzerten von Mancini, Sarro und Fiorenza da aus ihren Flöten herauszaubert, Maria Ladurner in verschiedenen Opernarien von Sarro, Porsile und Scarlatti an Koloraturen und die Streicher und Continuo-Spieler von la festa musicale, voran Anne Marie Harer, mit artistischem Können abliefern, ist nahezu unglaublich. Wer beim deutschen Bach den einsamen Höhepunkt der Zeit für sich festgelegt hatte, wird hier eines besseren belehrt, Kontrapunkt wider Opernbravour.

Zwar wird nicht alle Musik in Neapel so klinisch rein gespielt worden sein wie auf dieser CD, zumindest ähnlich ist das doch aber zu vermuten. Eine begeisternde Einspielung, zu der man sich weitere Fortsetzungen wünscht.
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Rezension www.musik-medienhaus.de Juni 2022 | June 1, 2022 Musik am Hof der Margarete von Österreich (1480 – 1530) in Mechelen bringt...

Musik am Hof der Margarete von Österreich (1480 – 1530) in Mechelen bringt das Bremer Blockflötenconsort auf seiner neuen CD.

1507 hatte ihr Vater Kaiser Maximilian I. ihr die Regentschaft der habsburgischen Niederlande übertragen, die sie in der Zeit von 1507 bis Januar 1515 und von 1517 bis 1530 innehatte. Außerdem war sie Vormund und Erzieherin u.a. ihres Neffen Karl, dem späteren Kaiser Karl V. Gegenüber ihrem Herzogshof ließ sie ein Palais erbauen, wohin sie viele Künstler und Gelehrte einlud und so den Hof von Mechelen zu einem Zentrum des Humanismus machte. So verkehrten dort Persönlichkeiten wie Erasmus von Rotterdam, Pierre de la Rue und Josquin Desprez. Als gewichtige Musikmäzenin ihrer Zeit gewann Margarete eine große Bedeutung.

Hier entstand in der Schreibwerkstatt des Petrus Alamire (c 1470 – 1536), der auch als Sänger am Hof wirkte, der Basevi Codex, der seinen Namen von einem Besitzer im 19. Jahrhundert erhielt. Der Codex versammelt 87 Kompositionen von u.a. Pierre de la Rue (1460-1518), Jakob Obrecht (1457-1505), Antoine Brumel (1460-1520), Johannes Ockeghem (1430-1497), Alexander Agricola (1446-1506) und Heinrich Isaac (1450-1517). Es handelt sich um Chansons und Chanson-Motetten meist in französischer Sprache, aber auch in niederländischer, lateinischer und italienischer. Er diente wohl zum geselligen Musizieren einer adligen Dame.

Die vier Damen des Boreas (in der griechischen Mythologie die Personifikation des winterlichen Nordwinds) Quartetts Jin-Ju Baek, Elisabeth Champollion, Julia Fritz und Luise Manske fanden sich an der Bremer Musikhochschule zusammen, es ist nach ihrer CD mit Werken von Christopher Tye ihre zweite Einspielung. Was die vier Bläserinnen hier abliefern, ist große Ensemble-Kunst, gepaart mit großer Spielfreude aber vor allem auch großem Stilbewusstsein, in die sich Dorothee Mields problemlos einfügt. So werden etwa Loyset Compères (c 1445 – 1518) „Scaramella“-Variationen und Isaacs „La mi la sol“ zu virtuosen Höhepunkten, während Obrechts Sätze aus der „Missa Fortuna desperata“ zu tiefsinnigen Ausdeutungen werden. Der Booklettext von Sibylle Schwantag sucht diese Musik des frühen 16. Jahrhunderts dem heutigen Hörer nahezubringen, was ja nach 500 Jahren nicht so ganz einfach ist.
Dem Boreas Quartett und Dorothee Mields sei gratuliert zu dieser tollen Ensemblearbeit!
Fono Forum

Rezension Fono Forum August 2022 | August 1, 2022 Eine längst überfällige Idee, das Debut des Kölner ARUNDOSquintetts, das...

Eine längst überfällige Idee, das Debut des Kölner ARUNDOSquintetts, das unter dem Titel "Origin" den farblichen Reiz einer Bläserquintett-Besetzung ausspielt. Die meisten Kompositionen sind hier allerdings (abgesehen von Ligeti) weniger mit ihrer Herkunft beschäftigt als mit ihren stilistischen Vorlieben:

Die "Sept desserts rythmiques" (2006) von Thomas Blomenkamp hätten auch im Paris der 1920er-Jahre geschrieben worden sein können und machen ihrem Namen alle Ehre: tänzerische "Nachtische" mit Divertimento-Charakter im Geist der Groupe des Six.

Ebenfalls hörbar französisch beeinflusst, aber von anderem kompositorischen Kaliber ist Manfred Trojahns "Sonata III" (1991/95). Sie scheint der sprunghaften Rhythmik und schillernden Harmonik Olivier Messiaens die Ehre zu erweisen. Anna Saha (Flöte), Yoshihiko Shimo (Oboe), Christine Stemmler (Klarinette), Lisa Rogers (Horn) und Yuka Maehrle (Fagott) machen diese Ersteinspielung mit wuchtiger Klangpräsenz und solistischem Feinschliff zum Glanzstück.

Weniger überzeugen will NGOMA (2020) von Maximillian Guth, der regelmäßig in interkulturellen Dialogen über den europäischen Tellerrand hinausblickt. Das auf spirituelle Aspekte ostafrikanischer Musikkultur abhebende Stück ist aber gerade in seinen rhythmischen Partien etwas dünn gestrickt. Dass da weit mehr geht hinsichtlich der Transformation außereuropäischer Musik, hat nicht zuletzt György Ligeti bewiesen. Sein frühes Bläserquintett (1953), ein Klassiker des Genres, fungiert hier als quicklebendiger Rausschmeißer, dessen burlesker, hintergründiger Charme im oberen Tempobereich entfaltet wird.
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Rezension www.pizzicato.lu 06/07/2022 | July 6, 2022 Bach, die Norddeutschen und Ann-Helena Schlüter

Eine CD-Produktion sollte einen roten Faden, eine Idee haben, damit sie Interessenten zunächst vordergründig anspricht. In diesem Fall ist es das Instrument, eine Orgel aus dem Atelier von Tobias Heinrich Gottfried Trost, der von Johann Sebastian Bach sehr geschätzt wurde.

In der Stadtkirche von Waltershausen steht eine Trost-Orgel, die größte Barockorgel in Thüringen, auf der Ann-Helena Schlüter ihr Programm eingespielt hat.

Die Organistin profitiert von den starken tiefen Registern, die als wunderbares Fundament dienen. Auf diesem festen Bass-Grund kann sich die Bach’sche Kunst in ihrer ganzen Blüte entfalten. Ann-Helena Schlüter erweist sich als wunderbare Klanggestalterin, die bei aller Kraft des Instrumentes immer transparent bleibt. So formen sich auch ihre eigenen Kompositionen Rapture und Shades zu einem raffinierten Kontrast zu den alten Meistern.

Im Booklet ist von herber Wucht und spielerischer Leichtigkeit die Rede. Letzteres kann man für diese Interpretationen sicher gelten lassen. Die herbe Wucht hingegen erleben wir eher als barocken Glanz gleichsam dem Bach’schen Motto: Soli Deo Gloria.

A CD production should have a common thread, an idea, so that it initially appeals to interested parties superficially. In this case it is the instrument, an organ made by Tobias Heinrich Gottfried Trost, who was held in high esteem by Johann Sebastian Bach.In the town church of Waltershausen there is a Trost organ, the largest baroque organ in Thuringia, on which Ann-Helena Schlüter recorded her program.The organist benefits from the strong low registers, which serve as a wonderful ground. On this firm bass foundation, Bach’s art can unfold in its full bloom. Ann-Helena Schlüter proves to be a wonderful sound designer who always remains transparent despite all the power of the instrument. Thus her own compositions Rapture and Shades form a refined contrast to the old masters.The booklet speaks of harsh force and playful lightness. The latter can certainly be applied to these interpretations. The harsh force, on the other hand, we experience rather as baroque splendor, as it were, the Bachian motto: Soli Deo Gloria.
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Rezension www.pizzicato.lu 08/07/2022 | July 8, 2022 Jimin Oh-Havenith mit russischer Musik

Die vierte CD der südkoreanischen Pianistin Jimin Oh-Havenith für audite widmet sich russischer Musik. Die 1874 komponierten Bilder einer Ausstellung von Modest Mussorgsky stellt sie in einer dramatischen und visualisierenden Interpretation vor. Das ergibt sehr stimmungsvolle Bilder wie das melancholische gezeichnete Alte Schloss, das ungelenke Torkeln der Küken oder das herzergreifende Bitten des armen Schmuyle.

Die vier Stücke von Scriabin zeigen den Weg vom noch romantischen Prélude op. 2/2 bis zum op. 48/2, das zwar fein differenziert und auch spannend gespielt wird, für das ich mir allerdings klarere Texturen gewünscht hätte.

Die vier Préludes von Sergei Rachmaninov spielt Jimin Oh-Havenith mit einem guten Klanggefühl, sehr differenzierend, mit sehr präziser und feiner Phrasierung, transparent und mit einer breiten Farbpalette.


South Korean pianist Jimin Oh-Havenith’s fourth CD for audite is devoted to Russian music.

She presents Modest Mussorgsky’s Pictures at an Exhibition in a very dramatic and visualizing interpretation. This results in atmospheric images like the melancholic drawn Old Castle, the awkward staggering of the chicks or the heartrending pleading of poor Schmuyle.

The four pieces by Scriabin show the way from the still romantic Prélude op. 2/2 to op. 48/2, which is finely differentiated and also excitingly played, but for which I would have liked more transparent textures.

The four Préludes by Sergei Rachmaninov are played by Oh-Havenith with a good feeling for sound, very differentiating, with precise and fine phrasing, transparent and with a wide palette of colors.
Stretto – Magazine voor kunst, geschiedenis en muziek

Rezension Stretto – Magazine voor kunst, geschiedenis en muziek juli 16, 2022 | July 16, 2022 Jimin Oh-Havenith, “Russian Piano Forte”, op het label audite

De vierde cd van Jimin Oh-Havenith voor audite is gewijd aan werken van Moessorgski, Scriabin en Rachmaninoff, drie van de beroemdste Russische componisten van de 19e en (begin) 20e eeuw. Centraal staan de Schilderijententoonstelling van Modest Moessorgski uit 1874, die wereldberoemd werd in de orkestversie van Maurice Ravel, maar die ook nu nog een bijzondere creatieve en technische uitdaging vormt voor pianisten vanwege Moessorgski’s unieke benadering van de piano.

Viktor Alexandrovich Hartmann (1834-1873) was een Russische architect en schilder, verbonden aan de Abramtsevo Kunstenaarskolonie. Hartmann was wees op jonge leeftijd en groeide in St. Petersburg op in het huis van zijn oom, die een bekende architect was. Hij studeerde aan de Academie van Beeldende kunsten in St. Petersburg en begon boeken te illustreren. Hij werkte ook als architect en schetste, o.a. het monument voor de duizendste verjaardag van Rusland in Novgorod, die in 1862 werd ingehuldigd. Hij maakte het grootste deel van zijn aquarels en potloodtekeningen in het buitenland tijdens reizen in de jaren 1864 tot 1868. Samen met Ivan Ropet, was Hartmann één van de eerste kunstenaars om traditionele Russische motieven in zijn werk op te nemen. Aangezien Vladimir Stasov hem tot de kring van Mily Balakirev in 1870 had geïntroduceerd, werd hij een dichte vriend van Moessorgski. Na Hartmanns vroege dood op de leeftijd van slechts 39, werd een tentoonstelling van meer dan 400 van zijn schilderijen getoond in de Academie van Beeldende kunsten in St. Petersburg, in februari en maart 1874. Dit inspireerde Moessorgski om zijn reeks Beelden van een Tentoonstelling te componeren. Het grootste deel van deze verzameling schilderijen is nu helaas verloren.

Moessorgski schreef het werk, bestaande uit 16 stukken voor piano, naar aanleiding van een bezoek op 23 juni 1874 aan een tentoonstelling van het werk van Viktor Hartmann, door diens vrienden ingericht ter nagedachtenis aan diens overlijden in 1873. Moessorgski was goed bevriend geweest met Hartmann en met de groep van vrienden hadden ze gestreefd naar een pure Russische kunst, een kunst zonder Westerse invloeden.

Moessorgski was diep geraakt door de vroege dood van Hartmann, maar hij vond niettemin troost wanneer Stassov, bij zijn terugkeer naar St. Petersburg, een herdenkingstentoonstelling met tekeningen en aquarellen van Hartmann organiseerde. Bij het bezoek aan deze tentoonstelling, ervoer Moessorgski nl. een overweldigende stroom van inspiratie. Dit resulteerde in een reeks van muzikale schetsen voor piano, bij tien van de ruwweg vierhonderd werken die op de tentoonstelling werden getoond. De schetsen werden geïntroduceerd en met elkaar verbonden door een reeks Promenades, variaties op eenzelfde thema, “Kartinki s vijstavki – vospominanije o Viktore Gartmane” (“Schilderijententoonstelling”), werd uiteindelijk een 16-delige suite voor piano solo, rond 10 van Hartmanns schilderijen, afgewisseld met 5 keer een Promenade thema, en “Cum mortuis in lingua mortua”, een ode aan de jong overleden Hartmann.

Alexander Scriabin componeerde uitsluitend solo piano muziek en orkestwerken. Zijn eerste pianostukken leken stilistisch op muziek van Chopin en bevatten muziek in het genre van Chopin, etudes, préludes, nocturnes en mazurka’s. Scriabins stijl ontwikkelde zich progressief in de loop van zijn leven. Die evolutie was weliswaar snel en kort in vergelijking met veel andere componisten. Na zijn eerste composities kregen de composities uit de midden- en late periode een zeer ongewone harmonie en textuur. Pianisten die Scriabin op een bijzondere manier hebben vertolkt waren Vladimir Sofronitsky, Vladimir Horowitz en Sviatoslav Richter. Sofronitsky trouwde in 1920 met Yelena, de dochter van Scriabin, maar heeft de componist nooit ontmoet. Scriabin overleed nl. in 1915. Volgens Horowitz reageerde Scriabin, toen hij als 11-jarig kind voor de componist speelde, enthousiast en moedigde hij hem aan om een volledige, muzikale en artistieke opleiding te volgen. De woorden die Scriabin als kind ooit zelf uit de mond van Anton Rubinstein hoorde, “er wacht u een grote toekomst”, herhaalde Scriabin nu voor de jonge Vladimir. De profetie werd bewaarheid.

Sergej Rachmaninov bracht het genre van de prelude naar het hoogste niveau dankzij zijn onbeperkt pianistisch vermogen, muzikale vindingrijkheid en formidabele technische eisen. Sergei Rachmaninov componeerde heel wat preludes voor piano solo. Zijn 24 preludes opusnummers 3, 23 en 32, in alle 24 toonaarden, werden weliswaar op verschillende tijdstippen gecomponeerd en gepubliceerd, en waren dus oorspronkelijk niet bedoeld als een bundel. Rachmaninovs eerste prelude was deze in es klein, één van zijn “Vier stukken” (“Romance”, “Prélude”, “Mélodie” en “Gavotte”) uit 1887. Hij was toen 14 jaar oud. In juli 1891, het jaar van zijn eerste Pianoconcerto, componeerde hij een Prelude in F, die hij ook arrangeerde voor cello en piano. Geen van deze solo pianostukken werd echter tijdens zijn leven gepubliceerd. In 1892 publiceerde hij “Morceaux de fantaisie” op. 3, vijf pianostukken met als titels, “Elégie”, “prelude”, “Melodie”, “Polichinelle” en “Serenade”. Rachmaninov componeerde ze nadat hij net afgestudeerd was aan het Conservatorium van Moskou. De prelude die in september 1892 in première gespeeld werd in Moskou, ging al snel een eigen leven leiden. Ze werd als Rachmaninovs visitekaartje, wereldberoemd, maar ze was naar eigen zeggen, ook een blok aan zijn been. Het publiek vroeg nl. op zijn recitals, altijd maar weer opnieuw om ze te willen spelen als toegift, ongeacht wat hij reeds aan veel waardevollere composities voor hen had gespeeld. Rachmaninov vond dit zo erg dat hij zelfs een hekel kreeg aan de prelude.

In 1901 componeerde hij een Prelude in sol klein. Deze werd weliswaar pas gepubliceerd als 10 preludes op.10, nadat hij er in 1903 nog negen had aan toegevoegd. In 1917 componeerde hij om zijn ongelukkig gevoel bij de Oktoberrevolutie te uiten, een Prelude in re klein. Hoewel, wanneer hij Rusland twee maanden later verliet, via Helsinki, Kopenhagen en Oslo, richting New York, naast enkele schetsen, hij vrijwel niets van zijn eigen muziek bij zich had, overleefde het manuscript van deze prelude de toenmalige chaos. Ze werd echter pas voor het eerst gepubliceerd in 1973.

Jimin Oh-Havenith’s interpretatie toont het tonaal en dramatisch potentieel dat kan worden ontketend wanneer virtuositeit en programmatische visie worden samengebracht. Alexander Scriabin en Sergei Rachmaninoff, die als beroepscomponist-pianist legendarische faam verwierven, gingen in hun omvangrijke œuvres met zeer individuele middelen op deze weg voort. De door Oh-Havenith samengestelde selectie van Etudes en Préludes uit de jaren 1889-1910 getuigt niet alleen van een volmaakte beheersing van de mogelijkheden van de piano, maar zet ook de weg voort die Moessorgski met zijn Russische pianomuziek naar wereldfaam was ingeslagen.

Jimin Oh-Havenith werd geboren in Seoul, Zuid-Korea. Na haar pianostudie bij Jin-Woo Chung (Seoul National University) en Aloys Kontarsky (Musikhochschule Köln), werkte ze als soliste en maakte radio- en cd opnamen, ook als pianoduo met haar in 1993 overleden echtgenoot Raymund Havenith. De pianist doceerde aan de Mainz University of Music en de Frankfurt University of Music and Performing Arts. Sinds 2013 werkt ze weer als soliste. Een unieke sonoriteit en buitengewone trouw aan de tekst kenmerken het pianospel van Jimin Oh-Havenith. Haar warme klank, die altijd direct gekoppeld is aan een precieze ritmische structuur, brengt de muziek in al zijn rijkdom tot leven. Synchroniciteit van geluid en ritme, niet-willekeurige veranderingen in tempo en dynamiek bepalen de helderheid van haar interpretatie, zoals bijvoorbeeld in Jimin Oh-Haveniths opname van Beethovens laatste sonate opus 111.

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