Rezension Papageno 22. Juli 2023 | July 22, 2023 Jugendliche, spritzige Darbietung – Kirill Karabits dirigiert Liszts Faust-Sinfonie
Zwischen 1854 und 1857 schrieb Franz Liszt die Faust-Sinfonie, die die klare Poesie seiner Musik demonstriert und nichts anderes als eine Hommage an Goethe und Weimar ist. Mit der audite-Aufnahme des Ensembles der Staatskapelle Weimar hat das Werk nun einen authentischen Interpreten.
Den grüblerischen Anfang des Stücks, Lento assai, erarbeitet Karabits mit dem Orchester akribisch. Von den vier Faust-Themen erscheint das erste in einer mystisch-suchenden Stimmung, gefolgt von einem energisch gespielten Thema mit leidenschaftlichem Pathos, und das Liebesthema schreitet mit geheimnisvoller Sehnsucht voran. Fausts Tatendrang und Entschlossenheit sind im gesamten ersten Satz spürbar, während es dem Orchester auch gelingt, die in seiner Seele verborgenen inneren Konflikte zu vermitteln.
Der zweite Satz gehört Gretchen (Andante soave). Das berühmte Oboenthema, ergänzt durch die ausdrucksstarke Bratschenbegleitung, kommt in der Aufführung der Staatskapelle Weimar sehr präzise zur Geltung und das einfühlsame, fast jungfräuliche Violinthema prägt den Charakter des Gretchens eindrucksvoll.
Es folgt das teuflische Scherzo, das Allegro vivace ironico. Kirill Karabits Interpretation gewinnt noch einmal deutlich an Dynamik und Tempo. Seine drastischen Lösungen zeichnen ein schillerndes Bild von Mephisto, der sich scheinbar in tausend Formen aufspaltet, und das Orchester funkelt. Jedes Faust-Thema wird frivol karikiert – und selbst die Liebesmelodie wird zur teuflischen Fuge. Nur Gretchens Melodie bleibt unberührt.
Unter der Leitung von Karabits folgt die Staatskapelle Weimar Liszts Partitur mit Brillanz und Anmut. Die mystischen Klänge von Orgel und Streichern bilden die Grundlage des Aufrufs „Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis“ , vorgetragen vom Männerchor des Deutschen Nationaltheaters Weimar und dem Thüringer Landesjugendchor. Die Harmonie ist schon von weitem wahrnehmbar und kann später im „Faust“-Teil von Gustav Mahlers Achter Symphonie deutlich gesteigert werden.
In den klanggewaltigen Schlussakkorden stellt die Staatskapelle Weimar noch einmal ihren Klangreichtum unter Beweis. Und Tenor Airam Hernandez intoniert gemeinsam mit dem Chor geheimnisvoll die letzte Strophe des zweiten Teils von Goethes „Faust“.
Die CD enthält auch den Mephistopheles-Walzer, die wahre Entdeckung ist jedoch die Faust-Sinfonie im jugendlichen, spritzigen Spiel des Weimarer Orchesters unter der Leitung des jungen ukrainischen Dirigenten Karabits.
Den grüblerischen Anfang des Stücks, Lento assai, erarbeitet Karabits mit dem Orchester akribisch. Von den vier Faust-Themen erscheint das erste in einer mystisch-suchenden Stimmung, gefolgt von einem energisch gespielten Thema mit leidenschaftlichem Pathos, und das Liebesthema schreitet mit geheimnisvoller Sehnsucht voran. Fausts Tatendrang und Entschlossenheit sind im gesamten ersten Satz spürbar, während es dem Orchester auch gelingt, die in seiner Seele verborgenen inneren Konflikte zu vermitteln.
Der zweite Satz gehört Gretchen (Andante soave). Das berühmte Oboenthema, ergänzt durch die ausdrucksstarke Bratschenbegleitung, kommt in der Aufführung der Staatskapelle Weimar sehr präzise zur Geltung und das einfühlsame, fast jungfräuliche Violinthema prägt den Charakter des Gretchens eindrucksvoll.
Es folgt das teuflische Scherzo, das Allegro vivace ironico. Kirill Karabits Interpretation gewinnt noch einmal deutlich an Dynamik und Tempo. Seine drastischen Lösungen zeichnen ein schillerndes Bild von Mephisto, der sich scheinbar in tausend Formen aufspaltet, und das Orchester funkelt. Jedes Faust-Thema wird frivol karikiert – und selbst die Liebesmelodie wird zur teuflischen Fuge. Nur Gretchens Melodie bleibt unberührt.
Unter der Leitung von Karabits folgt die Staatskapelle Weimar Liszts Partitur mit Brillanz und Anmut. Die mystischen Klänge von Orgel und Streichern bilden die Grundlage des Aufrufs „Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis“ , vorgetragen vom Männerchor des Deutschen Nationaltheaters Weimar und dem Thüringer Landesjugendchor. Die Harmonie ist schon von weitem wahrnehmbar und kann später im „Faust“-Teil von Gustav Mahlers Achter Symphonie deutlich gesteigert werden.
In den klanggewaltigen Schlussakkorden stellt die Staatskapelle Weimar noch einmal ihren Klangreichtum unter Beweis. Und Tenor Airam Hernandez intoniert gemeinsam mit dem Chor geheimnisvoll die letzte Strophe des zweiten Teils von Goethes „Faust“.
Die CD enthält auch den Mephistopheles-Walzer, die wahre Entdeckung ist jedoch die Faust-Sinfonie im jugendlichen, spritzigen Spiel des Weimarer Orchesters unter der Leitung des jungen ukrainischen Dirigenten Karabits.