Rezension NDR Kultur CD-Neuheiten, 24. Februar 2008 | Philipp Cavert, Redaktion: Elisabeth Schmidt | 24. Februar 2008 NDR Kultur, CD-Neuheiten. Mit Philipp Cavert und einer reinen Mozart-Ausgabe der...
NDR Kultur, CD-Neuheiten. Mit Philipp Cavert und einer reinen Mozart-Ausgabe der CD-Neuheiten. Herzlich Willkommen. In drei Neuerscheinungen begegnen uns diesmal drei ganz unterschiedliche Klangideale in drei verschiedenen Mozart-Interpretationen.
Nigel Kennedy wird in wenigen Tagen sein erstes Mozart-Violinkonzert auf CD vorlegen. Bevor wir dazu kommen, widmen wir uns dem Klavierkonzert KV 466 im Interpretenvergleich. Einer digital aufbereiteteten Rundfunkaufnahme mit Géza Anda stellen wir die neue CD von Leif Ove Andsnes gegenüber. Fangen wir im Norden an – bei Andsnes und dem Norwegischen Kammerorchester. […]
Wenn Andsnes selbst dirigiert, dann hat er stets im Hinterkopf, dass jemand ihm den Weg dorthin geebnet hat. Es ist sein pianistisches Vorbild, der 1976 verstorbene Schweizer Pianist ungarischer Herkunft Géza Anda. Seine zurückhaltenden Mozart-Interpretationen hält Andsnes für unerreicht.
Dabei hat sich Anda seinen Mozart schwer erobern müssen. Joachim Kaiser schreibt in seinem Werk „Große Pianisten in unserer Zeit“ : „...es gab Jahre, da Anda mit Mozart offenbar nichts rechtes anfangen konnte“. Man habe falsche Beklommenheit gespürt, aber auch falsche Unbefangenheit vor dem Mozartschen Genius.
Es dauerte also, bis Anda zu einem Mozartinterpreten reifte. Dies begann in den 50er Jahren mit Dirigenten wie Böhm, Karajan und Keilberth und dann vor allem während jahrelanger Zusammenarbeit mit dem Mozarteum-Orchester. Anda spielte die erste Gesamtaufnahme ein, bei der er vom Flügel aus dirigierte. Das war damals noch ungewöhnlich und umstritten, heute ist dieser kammermusikalische Ansatz für viele Pianisten gängige Praxis. Anders als z.B. Andsnes, scheut Géza Anda jede Romantisierung, er spielt das Finale des Klavierkonzerts Nummer 20 leichter und gleichzeitig eindringlicher. Das beweist eine neue CD-Edition mit Aufnahmen aus digital aufbereiteten Bändern. Hier steht das Klavier zwar aufnahmetechnisch im Vordergrund. dennoch wirkt diese intelligent-phrasierte Mozart-Einspielung aus dem Jahr 1969 plastisch.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass dies eine CD ist, die sich Leif Ove Andsnes aus persönlichem Interesse bereits zugelegt haben dürfte, eine Aufnahme, die wenige Monate vor seiner Geburt enstanden ist.
Hier kommt der Vergleich: Mozart KV 466, gleiches Konzert gleicher Finalsatz. Diesmal mit der Camerata Academica Salzburg und Géza Anda, der auf eine Kadenz verzichtet...
Musik 3
CD1, Track 3..............................................................................................6´31´
Edition Géza Anda – Vol. I: Mozart
WDR-Sinfonieorchester Köln/
Géza Anda, Klavier, Dirigent
Constantin Silvestri, Dirigent
Joseph Keilbert, Dirigent
WDR The cologne Broadcasts
Doppel-CD Audite 23.407
LC 04480
In den CD-Neuheiten auf NDR Kultur hörten wir noch einmal den abschließenden dritten Satz des Klavierkonzerts d-Moll KV 466 von Wolfgang Amadeus Mozart, diesmal mit Géza Anda, der vom Flügel aus die Camerata Academica Salzburg leitete, die heutige Camerata Salzburg. Dass der galante Ton gleichzeitig auch ein guter Ton ist, das liegt am digitalen Remastering der ursprünglichen Analogbänder.
Diese Doppel-CD ist der Anfang einer Reihe mit Aufnahmen aus dem Archiv des WDR. In den unveröffentlichten Studio-Aufnahmen von 1952-1970 wird der Pianist Géza Anda zum Teil von den Dirigenten Joseph Keilberth und Constantin Silvestri begleitet mit der Camerata Academica Salzburg bzw. dem Kölner Rundfunk-Sinfonieorchester. Der erste Teil der Géza Anda Edition ist bei audite erschienen. Die folgenden drei Teile sollen bis April herauskommen.
[…]
Das war´s in den CD-Neuheiten. Philipp Cavert dankt fürs Zuhören, Ihnen weiterhin einen angenehmen Sonntagabend!
Nigel Kennedy wird in wenigen Tagen sein erstes Mozart-Violinkonzert auf CD vorlegen. Bevor wir dazu kommen, widmen wir uns dem Klavierkonzert KV 466 im Interpretenvergleich. Einer digital aufbereiteteten Rundfunkaufnahme mit Géza Anda stellen wir die neue CD von Leif Ove Andsnes gegenüber. Fangen wir im Norden an – bei Andsnes und dem Norwegischen Kammerorchester. […]
Wenn Andsnes selbst dirigiert, dann hat er stets im Hinterkopf, dass jemand ihm den Weg dorthin geebnet hat. Es ist sein pianistisches Vorbild, der 1976 verstorbene Schweizer Pianist ungarischer Herkunft Géza Anda. Seine zurückhaltenden Mozart-Interpretationen hält Andsnes für unerreicht.
Dabei hat sich Anda seinen Mozart schwer erobern müssen. Joachim Kaiser schreibt in seinem Werk „Große Pianisten in unserer Zeit“ : „...es gab Jahre, da Anda mit Mozart offenbar nichts rechtes anfangen konnte“. Man habe falsche Beklommenheit gespürt, aber auch falsche Unbefangenheit vor dem Mozartschen Genius.
Es dauerte also, bis Anda zu einem Mozartinterpreten reifte. Dies begann in den 50er Jahren mit Dirigenten wie Böhm, Karajan und Keilberth und dann vor allem während jahrelanger Zusammenarbeit mit dem Mozarteum-Orchester. Anda spielte die erste Gesamtaufnahme ein, bei der er vom Flügel aus dirigierte. Das war damals noch ungewöhnlich und umstritten, heute ist dieser kammermusikalische Ansatz für viele Pianisten gängige Praxis. Anders als z.B. Andsnes, scheut Géza Anda jede Romantisierung, er spielt das Finale des Klavierkonzerts Nummer 20 leichter und gleichzeitig eindringlicher. Das beweist eine neue CD-Edition mit Aufnahmen aus digital aufbereiteten Bändern. Hier steht das Klavier zwar aufnahmetechnisch im Vordergrund. dennoch wirkt diese intelligent-phrasierte Mozart-Einspielung aus dem Jahr 1969 plastisch.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass dies eine CD ist, die sich Leif Ove Andsnes aus persönlichem Interesse bereits zugelegt haben dürfte, eine Aufnahme, die wenige Monate vor seiner Geburt enstanden ist.
Hier kommt der Vergleich: Mozart KV 466, gleiches Konzert gleicher Finalsatz. Diesmal mit der Camerata Academica Salzburg und Géza Anda, der auf eine Kadenz verzichtet...
Musik 3
CD1, Track 3..............................................................................................6´31´
Edition Géza Anda – Vol. I: Mozart
WDR-Sinfonieorchester Köln/
Géza Anda, Klavier, Dirigent
Constantin Silvestri, Dirigent
Joseph Keilbert, Dirigent
WDR The cologne Broadcasts
Doppel-CD Audite 23.407
LC 04480
In den CD-Neuheiten auf NDR Kultur hörten wir noch einmal den abschließenden dritten Satz des Klavierkonzerts d-Moll KV 466 von Wolfgang Amadeus Mozart, diesmal mit Géza Anda, der vom Flügel aus die Camerata Academica Salzburg leitete, die heutige Camerata Salzburg. Dass der galante Ton gleichzeitig auch ein guter Ton ist, das liegt am digitalen Remastering der ursprünglichen Analogbänder.
Diese Doppel-CD ist der Anfang einer Reihe mit Aufnahmen aus dem Archiv des WDR. In den unveröffentlichten Studio-Aufnahmen von 1952-1970 wird der Pianist Géza Anda zum Teil von den Dirigenten Joseph Keilberth und Constantin Silvestri begleitet mit der Camerata Academica Salzburg bzw. dem Kölner Rundfunk-Sinfonieorchester. Der erste Teil der Géza Anda Edition ist bei audite erschienen. Die folgenden drei Teile sollen bis April herauskommen.
[…]
Das war´s in den CD-Neuheiten. Philipp Cavert dankt fürs Zuhören, Ihnen weiterhin einen angenehmen Sonntagabend!