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BBC Music Magazine

Rezension BBC Music Magazine December 2001 | David Nice | 1. Dezember 2001 Collectors who like to keep a chamber of horrors in their CD library must not be...

Collectors who like to keep a chamber of horrors in their CD library must not be without Scherchen’s live Mahler Five. Did the Philadelphians know what they were in for when they finally lured the 73-year-old conductor over to America to give the work its first performance in its illustrious concert series? They got not only Scherchen’s extremes of fast and slow, but a scherzo where the second waltz strain becomes a lethargic trio, the opening is repeated and the rest disappears until the coda, and a finale with a further 200-odd bars missing (for which the hagiographic booklet note fails to prepare us). Scherchen is invariably master of the mess he makes, but the opening trumpet solo is a disaster and the strings can barely be heard in the dismal Philadelphia acoustics. What a relief, then, to turn to Kubelík conducting the Sixth in Munich four years later. This is a performance of consistent headlong intensity, an inch or two more hair-raising than Kubelík’s DG studio recording made the same month, and only relaxing at the still centre of the Andante: not perhaps for those who want to be clubbed over the head by Mahler’s marches or scared out of their wits, but decidedly the work of a flexible genius among conductors.
BBC Music Magazine

Rezension BBC Music Magazine December 1999 | Anthony Burton | 1. Dezember 1999 Anthony Rolfe Johnson gives wonderful performances of two of Britten’s finest...

Anthony Rolfe Johnson gives wonderful performances of two of Britten’s finest song cycles and the ardent Canticle I, consistently beautiful in vocal quality, and almost miraculous in their integration of clear, expressive diction with a smooth legato line; the piano parts are perfectly coloured and weighted by Graham Johnson. The recordings by Peter Pears and Britten himself remain essential documents of the composer’s intentions. But this bargain-price reissue, with excellent notes and good sound (although the piano is perhaps a little over-reverberant), deserves a place in every serious collection. As a bonus, Rolfe Johnson adds four familiar folksong settings, sung with a subtlety and sensitivity which, whenever direct comparisons come into play, knock spots off any of the competition here. However, the Britten collection on Regis, originally issued by IMP Masters, does include an enjoyable account by James Griffett and guitarist Timothy Walker of the rarely heard, pithy cycle of Songs from the Chinese; and in Canticle II, Griffett and Paul Esswood combine memorably as the voice of God over Judith Ridgeway’s radiant piano chords. On his musical tour of Europe, Neil Jenkins goes for sturdy projection of the texts and melodies of the original folksongs, rather than the subtler inflections of ‘art song’; the Czech guitarist Jan Žácek provides fluent support. As well as existing settings by Britten (in uncredited rearrangements), Seiber and Rodrigo, there are some brand new arrangements: Geoffrey Burgon’s straightforward versions of three English songs; Antonín Tucapský’s nostalgic treatments of five songs from his native Moravia; and Žácek’s own, often over-tricksy, renderings of songs from the British isles.
Fono Forum

Rezension Fono Forum 5/2008 | Friedrich Sprondel | 1. Mai 2008 Keine Klangklischees

Die Kombination Trompete und Orgel erfreut sich großer Beliebtheit beim breiten Publikum. Orgelmusikfreunden ist sie eher verdächtig, denn das Genre hat sich über Jahrzehnte mit einseitigem Repertoire keinen Gefallen getan. Doch es gibt auch Musiker, die neue Wege ausprobieren.

Wenn sich ein ganzes Bläserensemble zur Orgel gesellt, kommt eine weitere Besonderheit des Genres "Orgel plus" zum Vorschein. Dem durchdringenden Klang eines Blechbläserquintetts hat nämlich selbst eine große Orgel überraschend wenig entgegenzusetzen. Damit ein orchestrales Gegenüber entsteht, braucht man schon luxuriöse Instrumente wie die Seifert-Orgel der Marienbasilika in Kevelaer von 1907. Hier haben der Basilikaorganist Elmar Lehnen und das Quintett „International Brass“ ein Programm eingespielt, das geschickt die Klanggruppen-Dynamik französischer Orgelsinfonik nutzt. In der 5. Orgelsonate von Alexandre Guilmant und Leon Boellmanns populärer „Suite gothique“ dialogisieren die Blechbläser sinnvoll mit der Orgel, heben polyphone oder melodische Linien hervor oder erweitern den Klang dynamisch, was die Aufnahmetechnik eindrücklich abbildet. Vereinzelt hätte die Intonation mehr Sorgfalt verdient. An den Quintett-Bearbeitungen der „Pieces en style libre“ op. 31 von Louis Vierne wird man bisweilen das strömende Legato einer romantischen Orgel vermissen; musiziert werden sie solide, oft auch mit Raffinesse.
RBB Kulturradio

Rezension RBB Kulturradio 02.06.2008 - 06.06.2008 | Sabina Bébié | 2. Juni 2008 Eine Japanerin spielt Norwegische Musik. Gegensätzlicher könnte es nicht sein....

Eine Japanerin spielt Norwegische Musik. Gegensätzlicher könnte es nicht sein. Zwischen der Pianistin Hideyo Harada und Edvard Grieg wurde daraus eine sehr interessante Begegnung. Die Musikerin hat 2007 anlässlich des 100.Todesjahres des Komponisten eine Auswahl von seinen Lyrischen Stücken beim Label audite eingespielt. Die CD ist von der luxemburgischen Musikzeitschrift Pizzicato mit dem Supersonic Award ausgezeichnet worden.

Edvard Grieg und Hideyo Harada haben trotz aller Unterschiede durchaus etwas gemeinsam: Die Sehnsucht nach einer unberührten Natur. Lyrische Untertöne in der Melodie. Das Stück Heimweh op.57 liegt der Japanerin besonders nahe. Vielleicht sind diese persönlichen Gefühle auch der Grund dafür, weshalb man der Pianistin ihre abwechslungsreiche Interpretation glaubt. Die Auswahl der einzelnen Stücke ist gelungen. Der Hörer erlebt eine Reise vom Sonnenaufgang bis zur einbrechenden Nacht mit Vogelgezwitscher, wandernden Trollen und sehnsuchtsvollen Klängen.
NDR Kultur

Rezension NDR Kultur CD-Neuheiten | 25.05.2008 19:20 Uhr | 25. Mai 2008 Auf Wiederhören!

Beinahe zeitgleich sind zwei historische Live-Aufnahmen des Klavierkonzerts c-Moll von Ludwig van Beethoven erschienen. Eine davon war noch nie auf Tonträger zu hören, Wilhelm Kempffs Aufnahme aus dem Jahr 1971 mit dem Radio-Sinfonieorchester Berlin unter Lorin Maazel. Die andere nur als schlechter Raubdruck, der seit Jahren vergriffen ist: Das Konzert des 24 jährige Glenn Gould gemeinsam mit den Berliner Philharmonikern und Herbert von Karajan.

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Ein wahrer Klanggestalter

Lorin Maazel und Wilhelm Kempff, der pianistische Ungenauigkeiten lässig in Kauf nimmt, überzeugen durch ihre gemeinsame Linie und sicheres Stilempfinden, auch wenn manche arg gedehnten Tempi irritieren. Kempffs diffenzierter Anschlag und sein hörbarer Spaß an der Sache machen diese Aufnahme zu einer lohnenden Anschaffung für diejenigen, die inmitten aller Stromlinienförmigkeit wieder einmal einen wahren Klanggestalter hören wollen.

Glenn Gould verwendet die Kadenz des Komponisten, leistet sich jedoch ein Schmankerl. In der linken Hand lässt er das Hauptthema gegen Ende noch einmal zusätzlich aufleuchten. Der gereifte Beethoven-Interpret Kempff hält mit einer eigenen Kadenz dagegen.

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