Rezension
Pizzicato Oktober 2008 | Rémy Franck | 1. Oktober 2008
Karajans Mozart 1956
Karajan und Mozart, beide Salzburger, hatten gemeinsame Sternstunden, vor allem in der Oper, aber je älter Karajan wurde, desto mehr schien er sich vom Geiste Mozarts zu entfernen. Umso wichtiger ist dieses Tondokument, das anlässlich von Konzerten zum 200. Geburtstag Mozarts in Berlin entstand. Karajan dirigiert einen leichten und dennoch rhetorisch durchgeformten Mozart. Formsinn, kammermusikalische Feinheit, viel Kantabilität und innere Wärme prägen diese inspirierten und farbenreichen Interpretationen, in denen Karajan auch damals schon viel Wert auf Klangschönheit legte.
Im dämonisch düsteren Klavierkonzert Nr. 20 spielt Wilhelm souverän, im Klang aber recht weich und mit vornehmer Zurückhaltung.