Rezension Pizzicato April 2009 | Guy Wagner | 1. April 2009 Die vielen Facetten des DFD
Und Hugo Wolf! Ihn begann Fischer-Dieskau mit gerade einmal 23 Jahren aufzunehmen. Wirft man demnach einen historischen Blick auf dieses Ereignis zurück, so darf man behaupten: Hier hat ein junger Sänger Musikgeschichte geschrieben! Anfang der 50er Jahre war die Bedeutung von Wolf als einer der wesentlichen Liedgestalter der Musikgeschichte noch nicht wirklich erkannt, ja, seine Komplexität und Vielschichtigkeit hielten viele davon ab, sich mit ihm auseinander zu setzen. Fischer-Dieskau aber wagte dies schon sehr früh und setzte den Komponisten durch. Diese CD mit 18 der 53 Lieder, die Wolf auf Gedichte von Eduard Mörike geschrieben hat, ist in ihrer Vielseitigkeit, ihrer Differenzierung und ihrer Wortgestaltung einzigartig.
Was DFD hier schafft, ist zuerst einmal eine vokale Leistung höchsten Ranges, und es fasziniert immer wieder zu hören, wie problemlos er von einem Register zum ändern wechselt, wie er Nuancierungen und Schattierungen einbringt und den verhaltenen aber tiefen Emotionen der Gedichte und ihrer Vertonung intensivsten Ausdruck verleiht. Wiederum bestätigt sich Hertha Klust als wunderbare Impulsgeberin und Partnerin, und diese Partnerschaft vermittelt ein Gefühl der Gemeinsamkeit, die aber erst die Intensität der Gestaltung ermöglicht. Die 'Peregrina'-Lieder, der 'Gesang Weylas', 'Wo find ich Trost' und 'Auf ein altes Bild' sollen für den beispielhaften Ausdrucksreichtum dieser Interpretationen herausgehoben werden, ohne dass jedoch die andern Deutungen abfielen. Im Gegenteil: Wir erleben eine Darstellung aus einem Guss, auch in 'Lebe wohl', wo Rudolf Wille der Begleiter des Sängers ist.
Was DFD hier schafft, ist zuerst einmal eine vokale Leistung höchsten Ranges, und es fasziniert immer wieder zu hören, wie problemlos er von einem Register zum ändern wechselt, wie er Nuancierungen und Schattierungen einbringt und den verhaltenen aber tiefen Emotionen der Gedichte und ihrer Vertonung intensivsten Ausdruck verleiht. Wiederum bestätigt sich Hertha Klust als wunderbare Impulsgeberin und Partnerin, und diese Partnerschaft vermittelt ein Gefühl der Gemeinsamkeit, die aber erst die Intensität der Gestaltung ermöglicht. Die 'Peregrina'-Lieder, der 'Gesang Weylas', 'Wo find ich Trost' und 'Auf ein altes Bild' sollen für den beispielhaften Ausdrucksreichtum dieser Interpretationen herausgehoben werden, ohne dass jedoch die andern Deutungen abfielen. Im Gegenteil: Wir erleben eine Darstellung aus einem Guss, auch in 'Lebe wohl', wo Rudolf Wille der Begleiter des Sängers ist.