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Frankfurter Allgemeine Zeitung

Rezension Frankfurter Allgemeine Zeitung Sonntag, 19. Juni 2011 | eeb | 19. Juni 2011 Kleine Meinungen

So saftig und gut durchwachsen der Streichersound mit einem köstlichen kleinen...
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Rezension www.amazon.de 14. November 2010 | Dr. Stephan Uhlmann | 14. November 2010 Faszinierende Tondokumente eines weithin unterschätzten Dirigenten

In der 5-CD-Box der Firma Audite werden sämtliche erhaltenen Konzertmitschnitte und Rundfunkaufnahmen des RIAS-Archivs, die die Zusammenarbeit des Dirigenten Hans Knappertsbusch mit den Berliner Philharmonikern dokumentieren, erstmals vollständig und in optimaler Klangqualität veröffentlicht. Die Aufnahmen entstanden im Zeitraum von Januar 1950 bis Januar 1952. Neben 2 vollständigen Konzertmitschnitten vom 30.Januar 1950 (Schuberts Unvollendete" und Bruckners 9.Sinfonie) und 1.Februar 1950 (Nicolai Ouvertüre "Die lustigen Weiber von Windsor", Haydn Sinfonie Nr. 94, Tschaikowsky Nußknacker-Suite Op. 71a, J.Strauß II Ouvertüre "Die Fledermaus" und "Pizzicatopolka", sowie "Bad'ner Mad'ln" von Komzák), enthält die Box Studioaufnahmen, die in zeitlichem Zusammenhang mit Konzertaufführungen entstanden: Schuberts "Unvollendete" und Bruckners 9.Sinfonie vom 28.Januar 1950, Bruckners 8.Sinfonie vom 8.Januar 1951, sowie Beethovens 8.Sinfonie und das Intermezzo aus "Tausendundeine Nacht" von Johann Strauß II, aufgenommen am 29.Januar 1952.

Knappertsbusch ist den meisten Musikliebhabern der jüngeren Generation hauptsächlich als Wagner-Dirigent der "alten Schule" bekannt, vor allem die Aufnahmen seiner diversen "Parsifal"-Aufführungen aus Bayreuth haben diesen Ruf zementiert. Sprichwörtlich war seine Abneigung gegen intensive Probenarbeit ("... Sie kennen die Sinfonie, ich kenne sie auch. Wir sehen uns morgen im Konzert! ..."). Wer allerdings glaubt, aus solchen Anekdoten Rückschlüsse bezüglich der musikalischen und handwerklichen Qualität seiner Aufführungen ziehen zu können, unterschätzt diesen Dirigenten maßlos!

Ich selber war überrascht, als ich vor einigen Jahren in einem der erhaltenen Filmdokumente erkannte, mit welcher seismographischen Genauigkeit und Kontrolle er z.B. das "Tristan"-Vorspiel dirigierte, dabei enorme Spannungsbögen aufbauend (und haltend), oder mit welcher Subtilität er den Pianisten Wilhelm Backhaus in Beethovens 4. Klavierkonzert begleitete: ein hochmusikalischer und sensibler Interpret, der ein Orchester mit Autorität zu führen verstand.

Der Vergleich zwischen Konzertmitschnitt und Studioaufnahme im Schubert-Bruckner-Programm fällt recht deutlich zugunsten des Live-Mitschnittes aus, der Dirigent brauchte offensichtlich das Spannungsmoment der Konzertaufführung. Insbesondere die 9. Bruckner halte ich für eine der Spitzenaufnahmen dieser Sinfonie, auf einem Niveau mit z.B. Schuricht, Furtwängler, Giulini oder Günter Wand, um nur einige zu nennen. Eine hochintensive und dramatische Aufführung, Weihrauch sucht man vergeblich! Die Schubertsinfonie wird mit ähnlicher Intensität aufgeführt, für heutige Ohren vielleicht ein wenig zu "brucknerisch" dimensioniert. Die 8.Bruckner (Studio) steht der 9. nur wenig nach, auch hier hätte vermutlich ein Livemitschnitt noch intensivere Spannungsbögen und vorwärtsdrängenden Impetus dokumentiert. Dennoch eine großartige Aufnahme. Die 8. Beethoven wird sehr sorgfältig und transparent gespielt, die Tempi sind nach heutigen Maßstäben sicher zu langsam. Aufgrund der Sorgfalt der Linienführung und aufgrund des in sich schlüssigen (zeitbedingten) Konzepts, halte ich sie trotzdem für eine sehr hörenswerte Aufnahme. Ähnliches gilt für Haydns "Paukenschlag"-Sinfonie, deren Temporelationen nicht ganz so extrem von heutigen Hörgewohnheiten abweichen. Der berühmte Paukenschlag ist gewaltig!

Die erstaunliche Eleganz und Souveränität, mit der Knappertsbusch auch die "leichte Muse" zu gestalten verstand, macht diese CD-Box noch attraktiver: insbesondere die Nußknacker-Suite hat mir selten so gut gefallen!

Insgesamt handelt es sich also um eine wertvolle und aufschlussreiche Dokumentation über einen bedeutenden Dirigenten, der weitaus mehr, als nur Wagner konnte. Die Klangqualität ist angesichts des Alters der Aufnahmen erstaunlich gut, das Booklet höchst informativ. Sehr empfehlenswert!!
NDR Kultur

Rezension NDR Kultur CD-Neuheiten 26.06.2011 | Marcus Stäbler | 26. Juni 2011 CD-Neuheiten 26.6.

Norwegische Trolle, ein Zauberer mit seinem Luftgeist und ein französischer König bevölkern heute unsere Sendung. Das Label Audite startet eine neue Grieg-Edition mit dem WDR Sinfonieorchester unter Eivind Aadland – und die erste Folge enthält unter anderem die beiden populären Suiten aus Peer Gynt. […]

Freuen Sie sich also auf ganz unterschiedliche Figuren und Farben in den CD-Neuheiten auf NDR Kultur – ausgewählt und präsentiert von Marcus Stäbler.

Edvard Grieg ist ohne Zweifel der bedeutendste norwegische Komponist. Im 19. Jahrhundert, als viele Länder ihren eigenen Ton entdeckten, wurde er zur prägenden Stimme seines Landes. Auch wenn Grieg in Leipzig studiert hat und stark von der deutschen Romantik beeinflusst war, sind die norwegischen Wurzeln doch unverkennbar. Manchmal springt einen der nordische Dialekt der Musik förmlich ins Ohr – so wie in dem Abschnitt „In der Halle des Bergkönigs“ aus Peer Gynt. Über dieses Stück schrieb der Komponist, es klinge so nach Kuhfladen und ultra-Norwegertum, dass er es selber kaum ertragen könne. Heute gehört es zu seinen größten Hits.

Musik, In der Halle des Bergkönigs, 2‘32

Gerade so eben entkommt Peer Gynt den Trollen, die hinter ihm herjagen – weil der Berg zusammenstürzt und alle unter sich begräbt. Das war das Ende der ersten Peer Gynt-Suite von Edvard Grieg, in der uns das WDR-Sinfonieorchester Köln unter Leitung von Eivind Aadland in die Halle des Bergkönigs geführt hat: Mit einer gewaltigen Steigerung von den dumpfen Schritten des Anfangs bis zur wilden Raserei, wenn Peer aus der Höhle flieht.

Grieg schreibt hier eine sehr plastische Musik, die das Geschehen aus Ibsens Drama fast comichaft nachzeichnet. In ihren bizarren Momenten erinnert sie ein wenig an den Hexensabbat aus der Symphonie Fantastique von Berlioz. Der Dirigent Eivind Aadland kostet die Farben und Kontraste gemeinsam mit dem Orchester effektvoll aus und schafft vor unserem inneren Auge so einige bunte Bilder. Auch in der zweiten Suite, in der Peer bei den Beduinen gelandet ist. Sie halten den norwegischen Bauernlümmel für einen Propheten und empfangen ihn mit einem arabischen Tanz, voller fremdartiger Melodien und rasselnder Becken.

Musik, Arabischer Tanz, 2‘

So beginnt der arabische Tanz aus der zweiten Peer Gynt-Suite von Edvard Grieg, hier zu hören mit dem WDR-Sinfonieorchester Köln unter Eivind Aadland. Der norwegische Maestro, Jahrgang 1956, ist ganz in der Nähe von Griegs Villa Troldhaugen aufgewachsen und von klein auf mit der norwegischen Volksmusik vertraut. Sein Großvater war ein berühmter Fidel-Spieler. In der Arbeit mit dem WDR-Sinfonieorchester hat Aadland viel Wert darauf gelegt, die folkloristischen Anteile in der Musik herauszuarbeiten – dadurch bekommt die neue Aufnahme eine besondere Färbung, die sie deutlich von anderen Interpretationen abhebt. Dieser unverkennbar norwegische Ton tritt vor allem in den Sinfonischen Tänzen zu Tage, mit denen die Super Audio CD beginnt.

Grieg greift dort alte Melodien der Volksmusik auf – wie im ersten Stück, das im schwungvollen Zweiviertel-Rhythmus eines Bauerntanzes namens Halling beginnt. Mit den Bläserklängen imitiert der Komponist eine Fidel – deshalb lässt Aadland seine Musiker da ein bisschen derb und grell spielen.

Musik, Sinfonischer Tanz Nr. 1, 8‘13

Der erste sinfonische Tanz von Edvard Grieg, ein Halling, mit dem WDR-Sinfonieorchester unter Leitung von Eivind Aadland. Die Aufnahme ist der Beginn einer neuen Edition des Labels Audite mit Orchesterwerken von Grieg. Und nach dem sehr gelungenen Start darf man auf die nächsten vier Folgen sehr gespannt sein – denn so deutlich wie hier war der norwegische Charakter der Musik bisher kaum zu erleben. Klangtechnisch sind die Produktionen von Audite ohnehin über jeden Zweifel erhaben.

Edvard Grieg hat sich von einem Meisterwerk der Weltliteratur inspirieren lassen. Und das gilt auch für Frank Martins Oper „Der Sturm“, dem nächsten Thema unserer CD-Neuheiten auf NDR Kultur. […]
The Irish Times

Rezension The Irish Times Friday, July 1, 2011 | Michael Dervan | 1. Juli 2011 Grieg: Symphonic Works Vol 1

The first volume of Eivind Aadland’s new survey of Grieg’s orchestral music...

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