Auch in diesem Jahr wird audite mit einem International Classical Music Award (ICMA) ausgezeichnet: Die Jury wählte die Produktion Sergiu Celibidache: The Berlin Recordings zum Gewinner in der Kategorie Historical Performance. Die Award Ceremony und das Galakonzert finden in diesem Jahr am 12. April im Rahmen des Beethoven Festivals in Warschau statt.
Die ICMA sind die Nachfolge-Preise der MIDEM Classical Awards bzw. der Cannes Classical Awards und weltweit die einzigen unabhängigen, internationalen Musikpreise für klassische Musik. Anders als z.T. bei anderen Musikpreisen üblich, besteht die Jury der ICMA ausschließlich aus professionellen Musikkritikern für klassische Musik. Die Jury, derzeit 17 Medienvertreter führender Magazine, Radiosender und Internetdienste aus 13 Ländern, wählte 16 CDs und DVDs aus 264 nominierten Produktionen. Außerdem vergab die Jury sieben Special Awards, um herausragende Musiker und Produzenten zu würdigen. «Wir freuen uns besonders, dass die Mehrheit der Gewinner wieder Independent Label sind, deren unterschiedliche Heimatländer den internationalen Charakter der Jury zusätzlich unterstreichen.» sagte der Jury-Vorsitzende Remy Franck.
Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht
Mitglieder der ICMA-Jury sind Andante (Türkei), Classic Radio (Finnland), Crescendo (Belgien), Fono Forum (Deutschland), Gramofon (Ungarn), IMZ (Österreich), Kultura (Russland), MDR-Figaro (Deutschland), Musica (Italien), Musik & Theater (Schweiz), Opera (England), Orpheus Radio (Russland), pizzicato (Luxemburg), Radio 100,7 (Luxemburg), Resmusica.com (Frankreich), Rondo Classic (Finnland) und Scherzo (Spanien).
Insgesamt wurden 14 audite-Produktionen für die ICMA 2014 nominiert, darunter Neuproduktionen mit dem Mandelring Quartett, dem Quartetto di Cremona, Laura Ruiz Ferreres, Anne-Cathérine Heinzmann, dem Klavierduo Mona & Rica Bard und dem WDR Sinfonieorchester unter Heinz Holliger und Archivpoduktionen mit Jaqueline du Pré/Bruno Leonardo Gelber, dem Amadeus Quartett, Karl Ristenpart und die drei diesjährigen Veröffentlichungen der LUCERNE FESTIVAL-Reihe (Clara Haskil/Robert Casadesus, Isaac Stern, George Szell).
Album "Sergiu Celibidache: The Berlin Recordings"
Als Dirigent prägte Sergiu Celibidache das Musikleben der vom Krieg gezeichneten Metropole Berlin wie kaum ein anderer. Die überwiegend bislang unveröffentlichten Tondokumente dieser Edition zeichnen erstmals ein umfassendes Bild des Dirigenten aus den Jahren 1945 bis 1957. Intensive Recherche förderte diese Zeitdokumente, die neue Eindrücke des legendären Dirigenten vermitteln, zu Tage.
Anders als in Celibidaches späten elegisch-lyrischen Interpretationen zeigt er in diesen Aufnahmen eine jugendlich-ungestüme Seite. Aber auch seine weitere Entwicklung ist bereits hörbar angelegt, wie die Chopin-Aufnahme mit Raoul Koczalsky beispielhaft zeigt. Das Stampfen und Singen des Dirigenten in der unvollständigen Studioaufnahme von Beethovens Siebter hingegen belegt überdeutlich sein feurig-stürmisches Temperament. Diese Aufnahme liegt als Bonus-CD bei.
Die Edition beruht ausschließlich auf zertifizierten Tondokumenten, d.h. Originalbändern, die heute im Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) und dem Deutschen Rundfunkarchiv Babelsberg (DRA) aufbewahrt werden. Nicht berücksichtigt wurden Fragmente und Bänder, deren technischer Zustand keine Veröffentlichung zulässt, sowie nicht-lizensierte on-air-Kopien des Grauen Marktes (z.B. Schostakowitsch 7. Sinfonie). Ausführliche editorische Hinweise, auch zu teilweise fehlenden Takt- oder Satzteilen auf den Originalbändern, finden sich im Booklettext.